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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.08.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-08-14
- Erscheinungsdatum
- 14.08.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 8619 ^ 188, 14. August 1908. Holzfragmente zusammen. Es fehlen hier die weichgekochten feinen und feinsten Fäserchen (Fibrillen), welche allein eine innige Ver filzung ermöglichen können. Durch Wahl zellstoffreicher Hölzer und eigenartige Schleifmethoden, namentlich Heißschliff, ist es in neuester Zeit zwar gelungen, auch den durch Schleifen abgetrenn ten Holzfasern eine gewisse Weiche und Länge und hiermit eine größere Haltbarkeit zu geben. Die hieraus gefertigten Papiere haben eine durchweg befriedigende Festigkeit, vergilben weniger rasch, namentlich bei Zusatz von ca. 50—75U Cellulose und 10 bis 15/ß Hadern, und drucken sich bei entsprechender Glätte vorzüg lich, namentlich für Autotypien. Sie stehen den ganz billigen holzfreien, nur aus Holzzellstoff gearbeiteten Papieren weder in Färbung, noch Festigkeit viel nach, drucken sich aber besser und sind dabei um ca. 10—15^, billiger. Unsere mit Massenauflagen rech nenden illustrierten Zeitschriften und Familienjournale sind auf Papier dieser Stoffmischung gedruckt, ebenso die annähernde Hälfte der im Verlagsbuchhandel erscheinenden Werke. — Außer Holzschliff können auch eisenhaltige Fabrikationswässer ein Ver gilben des Papierblatts verursachen. — Säurereste, die im Papier zurückgeblieben sind, und die sich später in der Luft regenerieren, werden stets eine Zerstörung des Papiers namentlich an den Außenrändern herbeiführen, gleichviel ob das Papier holzfrei oder nicht holzfrei ist. Jedes Papier muß infolge seiner hygroskopi schen Eigenschaften unter dem Einfluß der in der Luft stets vor handenen Kohlensäure und der sonstigen Verbrennungsgase, in Verbindung mit dem Sauerstoff der Luft, mehr oder weniger oxydieren. Da nun jeder Oxydationsprozeß nichts anderes als eine langsame Verbrennung ist, die fortschreitend so tief in das Papier Vordringen wird, so tief Luft, Licht und Feuchtigkeit ihren Einfluß ausüben können, so erklärt sich hieraus leicht der gelbe Rand auch bei holzfreien Papieren, wenn der Band nicht durch einen säurefreien Buchschnitt geschützt wurde. Ganz besonders halten Eiweißschnitte die Luftfeuchtigkeit und die rote Farbe das Licht ab — Echter Goldschnitt wirkt am vollkommensten. — Sind derartige Papiere mit Ultramarin geblaut, so tritt der gefürchtete »gelbe Rand« besonders auffallend zutage, weil sich das Ultra marin als Schwefelverbindung durch Säuren zersetzt, d. h. seine blaue Farbe unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff verliert. Die Güte und Dauerhaftigkeit eines Papiers wird nach seiner Festigkeit und Dehnbarkeit (Elastizität), sowie nach dem Grad seiner frischen Grundweiße, Reinheit im Stoff, Glätte, klaren Durchsicht bei wolkenlos gearbeitetem Blatt, und bei Schreibpapieren besonders auch nach seiner Leimung beurteilt. Die Festigkeit hängt von der Stoffmischung und der Art der Mahl arbeit im Holländer ab. Hadern, die mit stumpfem Mahlgeschirr gleichsam zerfasert und zerschäbt wurden, geben das festeste Papier. Das ganz gleiche Lumpenmaterial, mit scharfem Geschirr zu faser losen Atomen totgemahlen, wird ein brüchiges, lappiges, haltloses, sehr transparentes Papier geben. Mit Chlor stark gebleichte Pa piere behalten ein trübes Aussehen und gehen sehr bald in der Färbung zurück. Je energischer und häufiger ein aus unreinen Rohstoffen bestehender Fasernbrei gechlort werden mußte, desto brüchiger wird das hieraus gefertigte Papier mit der Zeit werden Die ursprünglich weiße Farbe verwandelt sich dann sehr bald in ein schmutziges, gelbliches Grau, ganz im Gegensatz zu den aus reinweißen Hadern mit gut gebleichtem Zellstoff gearbeiteten Papieren, die ihre Farbe wenig oder kaum merklich verändern und auch ihre Festigkeit behalten. Ganz ähnliche Eigenschaften haben die nur aus Cellulose ohne jeden Hadernzusatz und ohne Holzschliff hergestellten Papiere. In Festigkeit stehen sie den Hadernpapieren wenig oder gar nicht nach, wohl aber in Lebensdauer, Lichtbeständigkeit und in ge wissen Grenzen auch in Druckfähigkeit. Eine eigenartige glasige Sprödigkeit und mit dem Alter zunehmende Brüchigkeit ist allen Zellstoffpapieren eigen. Je nach Art, Dauer und Ausfall der Zellstoffkochung, Gründlichkeit bei (der Auswaschung, der Laugen reste und Reinigung von Knoten,^unaufgeschlossenen Faserbündeln, verkohlten Holzresten, Grad der Bleichung usw. ist der Wert der Zellstoffe ein außerordentlich verschiedener und demgemäß auch der Wert der hieraus gefertigten Papiere. Ohne Zusatz von weiß färbenden Mineralien, welche die knöcherne Sprödigkeit und die Transparenz mildern, würden reine Zellstoffpapiere kein be friedigendes Druckresultat geben können. Namentlich für Jllustra- tionsdruckpapiere ist ein größerer Zusatz von Tonerde (China clay) unerläßlich. Da es technisch unmöglich ist, aus brüchigen Rohstoffen (z. B. aus Holzschliff allein, aus stark gechlortem Zellstoff, aus mürben, abgetragenen Hadern, aus Fangstoffen usw.) ein festes Papier her zustellen, so hat man von jeher den Kaufwert eines Papiers in erster Linie nach seiner Festigkeit und nach seiner reinen Grund weiße beurteilt. Man hält zu diesem Zweck das betreffende Blatt gegen das durchfallende Licht, wobei alle Unreinheiten und ferner die Menge des mineralischen Füllstoffs an Weißerde beurteilt werden können. Je mehr das Papier mit Gips, Ton u. dgl. ge füllt wurde, desto undurchsichtiger ist es. Auch Holzschliff macht das Papier undurchscheinend. Gute, holzfreie, wenig beschwerte Papiere haben eine lichte, durchscheinende Durchsicht. Reißen wir das betreffende Papierblatt vorsichtig in der Längs- und in der Querrichtung ein, so wird ein festes Papier viel Widerstand bieten und einen langfaserigen Riß aufweisen, ein haltloses Papier dagegen fast von selber auseinander fallen und im Riß nur verein zelte kurze Fasern zeigen. Auf sehr sinnreich konstruierten Zerreißmaschinen läßt sich die Festigkeit eines Papiers durch Zahlenwerte ganz genau er mitteln, seine Elastizität und sein Widerstand gegen Reiben und Knittern durch trockene Wäsche zwischen den Handballen. Holz schliff läßt sich durch Phloroglucin, Anilinsulfat und eine Reihe anderer Reagenzien leicht Nachweisen, die Fasernmischung eines Papiers aber durch Abschätzung der mit Chlorzinkjod gefärbten Fasern unter dem Mikroskop. Der Aschengehalt wird durch Ver brennen und Weißglühen eines bestimmten Gewichtsquantums Papier und Abwägen des Aschenrückstandes genau festgestellt; die Ermittlung freier Mineralsäuren erfolgt durch bekannte säure empfindliche Indikatoren (zu denen blaues'Lackmuspapier aber nicht gezählt werden kann, da von der Harzleimung herrührende Tonerdesalze ebenfalls eine Rotfärbung des Lackmuspapiers ver anlassen). Die quantitative Ermittlung der gefundenen Säure hat wenig Zweck, da Spuren ausreichen, einen vorzeitigen Zerfall des Papiers herbeizuführen oder bunte Druckfarben in der Nuance nachteilig zu beeinflussen. Die Art der Benutzung und der Ort der Aufbewahrung eines Buches trägt viel zur Erhaltung oder Vernichtung desselben bei. In der Nähe von Fabrikschloten, ferner in feucht-nebeligen Distrik ten können und werden sich unsere Bücher nicht ebenso gut erhalten, wie in trockener und reiner, gleichmäßig temperierter Luft; wechseln de Trockenheit mit Feuchtigkeit führt aber selbst die besten Papiere bald zum Zerfall. Kleine Mitteilungen. Nichtigkeit einer hohen Vertragsstrafe. (Nachdruck ver boten.) — Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten ver stößt, ist nichtig. So bestimmt es Z 138 des Bürgerlichen Gesetz buches. Der Fabrikant Keller stellte für seinen Fabrikbetrieb den Chemiker vr. Wiesener an und ließ sich von diesem einen Revers geben, durch den sich vr. Wiesener verpflichtete, während seiner Tätigkeit im Betriebe Kellers von den Einrichtungen und Ver fahren, die hier zu seiner Kenntnis gelangen, niemand außerhalb des Geschäftes Mitteilung zu machen. Ferner verpflichtet er sich auf Ehrenwort, sich nur mit den Dingen zu beschäftigen, die speziell zu seinen Funktionen gehören, also nicht Dinge zu er- sorschen, die andere Teile des Betriebes betreffen. Endlich erklärte er durch denselben Revers, innerhalb dreier Jahre nach seinem Dienstaustrttt weder in einer anderen Fabrik zur Herstellung derselben chemischen Produkte Stellung anzunehmen, noch sich an 1134»
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