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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.09.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-09-28
- Erscheinungsdatum
- 28.09.1915
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1915
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- Tag1915-09-28
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Redaktioneller Teil. Die Organisation des Sortiments. Was jahrzehntelang das Sortiment ersehnt und erstrebt, was es von Jahr zu Jahr dringender als sein gutes Recht gefordert hat, soll nun Ereignis werden. Die Abgeordneten versammlung des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine hat am 4. September in Goslar mit allen gegen 4 Stimmen eine Organisation des Sortiments beschlossen und hat den Ver bandsvorstand beauftragt, mit Unterstützung von 4 Mit gliedern diese Organisation vorzubereiten, um sie Ostermesse 1916 in die Erscheinung treten zu lassen. Der Verbands- Vorstand hat den Auftrag übernommen mit dem Ausdruck der lebhaften Freude darüber, daß er dieser für die Entwicklung des deutschen Buchhandels so ungemein wichtigen, für das deutsche Sortiment hoffentlich segensreichen Aufgabe sich unterziehen dürfe. Neben den Mitgliedern des Verbands- Vorstandes, den Herren R. L. Prager, Paul Nttschmann und Oscar Schuchardt bilden den Ausschuß zur Vor bereitung einer Organisation des Sortiments die Herren Hermann Setppel, Hamburg, Albert Diederich, Pirna, Hermann Schilling, Köln, und Otto Paetsch, Königsberg. Wir wollen heute nicht der Frage nachgehen, warum der in drei Jahrzehnten ein halbes Dutzend mal wiederholte Versuch, dem Sortiment eine Organisation zu schaffen, stets gescheitert ist, wir wollen auch nicht mit denen rechten, die, sicher in bester Überzeugung, wieder und immer wieder dem Rade der Entwicklung in die Speichen gegriffen haben, wir wollen heute nur der herzlichen, tiefinneren Freude Aus druck geben, daß unter den ehernen Hämmern dieser großen Zeit, unter der gewaltigsten Beweisführung dafür, was Organisation zuwege bringen kann, alte Widerstände und ver staubte Vorurteile zum größten Teile geschwunden sind, daß der Weg frei gegeben ist zur Entfaltung der frischen Kräfte, die im Sortiment vorhanden sind. Sind sie vorhanden? Sind sie noch vorhanden? wird mancher vielleicht fragen. Das Sortiment selbst wird binnen heute und der nächsten Ostermesse die Antwort zu geben haben. Bleibt keiner zurück, dünkt sich keiner zu klein, Helfer zu sein, dann ist die Zweifelsfrage laut und freudig bejaht, dann wird eine zielbewußte Leitung die bisher zersplitterten Kräfte zusammenzufassen wissen und ihnen Wirkung verleihen. In den 14 Monaten des gewaltigsten Ringens aller Zeiten hat es nun ja wohl jeder begriffen, daß große Erfolge nur gebucht werden können, wenn jeder einzelne, der größte wie der kleinste, als dienendes Glied sich an das Ganze anschließt, wenn jeder nicht nur die eiserne Pflicht zu helfen in sich laut werden fühlt, sondern auch im Zusammenschluß und in der Helfertätigkeit die eigenen Kräfte erstaunt sich vervielfachen steht. Wie wir uns den deutschen Sortimenterverein, die deutsche Buchhändlergilde, die wir schaffen wollen, denken, wird die Kommission in nächster Zeit dem Buchhandel zur Kenntnis bringen. Helft uns alle, alle ohne Ausnahme, Freunde und Kollegen, jeder für seine Person und in seinem Kreise, daß aus unserer gemeinschaftlichen Arbeit ein Werk entstehe, aus dem reiche Frucht für das Sortiment ersprießt und das dem ganzen deutschen Buchhandel zu Ehre und Ansehen gereicht! ip. Am Strome der Zeit. Rückblicke und Ausblicke auf Literatur und Buchhandel. VI. <v siche Nr. ISK.j Die Zeit war immer der Diktator unserer Arbeit, noch niemals aber in dem Maße wie heute, überall, wo wir die Hände anlegen, starrt uns das unerbittliche Antlitz des Kriegs, gottes entgegen und nötigt uns, unseren Schritt anzuhalten. Die Reihen der Kundschaft und des Personals lichten sich auch weiterhin, und die Teuerung auf dem Lebensmtttelmarkte beeinflußt in ungünstiger Weise die Neigung des Publikums, seine literarischen Bedürfnisse in ausreichendem Matze zu befriedigen. Aber schon ist es lichter um uns geworden, wenn wir uns auch bewußt bleiben müssen, daß die Morgensonne des Frie dens noch tief hinter dem Horizonte steht. Wer es noch nicht glaubte, steht es heute: der russische Koloß ist ins Wanken gekommen, und die Entscheidung in dem Völkerringen rückt immer näher. Liegt der Schlüssel für das Ende des gewal tigen Krieges bei den Balkanvölkern, also, daß er wieder an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt? Wir können nur ahnen, kombinieren. Aber rechnen dürfen wir auf das Orientierungsbcdürfnis vieler regsamen Daheim gebliebenen, die mit Spannung nach Osten blicken, wo die Würfel in absehbarer Zeit fallen müssen. Mancherlei können sie aus den Zeitungen entnehmen. Geschlossenes und Voll ständiges aber nur aus dem Buche. Die politischen und wirt schaftlichen Verhältnisse Rußlands, der Balkanstaaten und des ferneren Orients, die dort herrschende Stimmung stehen im Mittelpunkte des Allgemstntnteresses. Hier liegt ein Teil un seres Arbeitsprogramms für die nächste Zeit. Die andere Richtung, nach der aller Augen blicken, ist England. Aus all den Phrasen und Versicherungen, die wir aus dem Munde der britischen Staatsmänner vernehmen, hören wir den Unter ton tiefster Besorgnis und schwerster Enttäuschung über die Entwicklung der Dinge bereits heraus. Die englische Politik, die Jahrhunderte lang die Völker gegeneinander ausspielte, hat das volle Matz ihrer Sünden erreicht. Ihr größter und teuflischster Plan ist am Scheitern. Und wir, die wir die Ent wicklung der Dinge sehen und fühlen, lernen endlich das wahre Gesicht des Jnselvolkes kennen. Die Reihe der über England erschienenen Bücher und Schriften ist unendlich und wächst mit jedem Tage, ein Zeichen, daß wir diesen Feind nicht nur bekämpfen, sondern auch gründ lich begreifen wollen. Solche Erkenntnis ist heilsam und notwendig für jeden Deutschen. Dem Buchhändler liegt ob, die reiche und mannigfaltige Literatur über England zu verbreiten, das Unsachliche und Hetzerische von dem Sachlichen zu trennen und letzterem Geltung zu ver schaffen. Daneben mehren sich die Stimmen, die sich über das zukünftige Arbeitsprogramm der deutschen Politik und Volks- Wirtschaft aussprechen. Schon heute besteht in vielen Kreisen das Bedürfnis, über diese Fragen ins Klare zu kommen. Warum auch nicht? Liegen doch die Keime künftiger Entwick lung sicher schon in dem, was erreicht ist, und ist es doch ein 1313
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