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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.09.1915
- Strukturtyp
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- 1915-09-28
- Erscheinungsdatum
- 28.09.1915
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- Deutsch
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225, 28. September 1815. Redaktioneller Teil. keit der Versorgung der Angehörigen mit Geschenkwerken durch Vermittlung des Buchhändlers wäre m. E. durchaus am Platze. Vielleicht läßt sich noch ein solches Verzeichnis schaffen. Es könnte dann schon jetzt mit dem Sammeln der Feldpost- adressen begonnen werden, um eine Übersicht über den voraus sichtlichen Bedarf zu gewinnen. Daneben gibt uns der Tag noch mancherlei Gelegenheit zur Betätigung. Die Einführung der Winterfahrpläne sichert das Geschäft mit Kursbüchern dem, der damit zuerst auf dem Plan ist. Das Hohenzollernjubiläum, das auf den 21. Ok tober fällt und wahrscheinlich infolge des Krieges der prunk vollen äußeren Feiern entbehren wird, verspricht bei dem ge wiß vorhandenen Bestreben nach größerer Verinnerlichung für den Vertrieb der einschlägigen Literatur einige Aussichten. Es fragt sich allerdings, ob die öffentlichen Stellen, z. B. die Schulverwaltungen, in der Lage sind, Mittel zur Ver- teilung geeigneter Schriften bereitzustellen. Rechtzeitige An gebote und Vorschläge der Buchhändler sollten aber nicht unterlassen werden. Die angenehme Pflicht, aus An laß von Gedenk- und Geburtstagen anerkannte Autoren durch Ausstellen und Vertrieb ihrer Werke zu ehren, läßt sich erfüllen zum 5V. Geburtstage Friedrich Lienhards am 4. Oktober, zum 78. Geburtstage Gustav Könneckes, des Herausgebers des bekannten Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationalliteratur und eines Buches über Schiller, am 27. Oktober, zum 66 Geburtstage des Romanschriftstellers Paul von Szczepanski, bekannt durch seine Bücher »Spartaner jünglinge« und »Die Falzgräfin«, am gleichen Tage, zum 88. Geburtstage des bekannten Chemikers Adolf von Baeyer am 3l. Oktober, zum 78. Geburtstage des bayerischen Minister- Residenten Gottfr. v. Boehm in Bern, eines sehr fruchtbaren Schriftstellers auf dramatischem und belletristischem Gebiete, am 27. Oktober, zum 58. Geburtstage des Philosophen vr. Arthur Drews am 1. November und zum 76. Geburtstage des bekannten Theologen Synodalrats Frz. Mach (Tetschen), am 26. Oktober. So fehlt es im allgemeinen nicht an Gelegenheit zur Betätigung. Ob allerdings der Erfolg immer den Bemühungen entsprechen wird, ist eine andere Frage. Zweifellos kann damit gerechnet werden, daß die günstige Kriegslage wenigstens einigermaßen belebend einwirken wird. Spannen wir die Er wartungen nicht zu hoch, die Kräfte aber desto mehr an, so wird es uns doch gelingen, die — hoffentlich — letzte und schwerste geschäftliche Prüfung des Krieges zu bestehen. Kurt Loelc. Kleine Mitteilungen. Die Gläubigerjagd nach 3V Jahren. — Einen Einblick in das Treiben gewisser Jnkassobureaus gewährte eine Verhandlung vor der 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Uber den dort verhan delten Streitfall gibt die »Voss. Ztg.« folgende Darstellung: Der jetzt im 32. Lebensjahre stehende Handlungsgehilfe Franz N. war, noch nicht zwei Jahre alt, Erbe der hauptsächlich aus Immobilien be stehenden väterlichen Hinterlassenschaft geworden. Der zum Verwalter eingesetzte Vormund des jungen N. verwaltete das Erbgut so schlecht, daß statt eines Besitzes für den Erben eine Schuldenlast entstand. Ohne eine Ahnung von seiner Vermögenslage zu haben und ohne sich der Tragweite bewußt zu sein, übernahm R. am Tage seiner Großjährigkeit die Erbschaft. An diesem Tage begann für den fleißigen jungen Mann eine schlimme Zeit. Es tauchten mit einem Male Gläubiger auf, die sich alle auf jahrelang zurückliegende Schuldtitel beriefen und jetzt N. wegen der Schulden, die sein früherer Vormund für ihn cingegangen war, hart bedrängten. Zuerst flüchtete N. aufs Land. In einer Stellung auf einem Gute hatte er auch vor seinen Gläubigern ziemlich Ruhe. Später nahm er dann eine Stellung bei einer Berliner Kohlenfirma an. Da er nicht über 1500 Mark Jahreseinkommen hatte, glaubte er, dort vor seinen Verfolgern sicher zu sein. Im Juni v. I., kurz vor der 30jährigen Verfallzeit, erging jedoch plötzlich auf Antrag eines Jnkassobureaus gegen die Firma in bezug auf das Gehalt ihres Angestellten N. ein gerichtlicher Pfändungs- und ltberweisungsbeschlnß. Die von diesen gerichtlichen Schritten nicht angenehm berührte Firma fand die ihr von N. gegebene Auf klärung über den Sachverhalt so romanhaft, daß sie sie zuerst gar , nicht glauben wollte. Durch Einsicht in die Akten überzeugte sie sich aber, daß der junge Mann die volle Wahrheit gesprochen hatte. Sie beließ jetzt nicht nur den unschuldig verfolgten N. in seiner Stellung, sondern nahm sich seiner nachdrücklich an. Nach einem vor dem Berliner Kaufmannsgericht über ein Jahr lang schwebenden Ver fahren erreichte sie auch, daß das Jnkassoburcau, die Nutzlosigkeit seiner Klagcerhebungen einsehend, die Klage gegen die Kohlenfirma zurück nahm. Damit sicherte sie sich auch zugleich Kosteufreiheit ihrer Pro- zcssiererei. Ter Chef des verklagten Kohlenhauses war aber der Ansicht, daß gegenüber so unbegründeten Klagen derartiger Jnkasso bureaus, die sich zu einer Plage für die anständige Geschäftswelt auswachsen, auch der verklagte Firmeninhaber nicht mehr ruhig sein soll. Er beantragte darum beim Kaufmanusgericht, daß seiner Firma die Aufwendungen des Prozeßvertreters für die Wahrnehmung der acht Termine nebst Fahrgeldern in Gcsamthöhe von 9 Mark von dem Jnkassoburcau ersetzt würden. In der wegen dieses Kostenersatzes anberanmten Verhandlung hob der Vertreter der Kohlenfirma hervor, daß es sich in diesem Falle gar nicht um den Betrag, sondern nur um die Feststellung des Grundsatzes handele, daß derartige Versuchsklagen nicht kostenlos in die Welt gesetzt werden dürften. Gingen die Jnkassobureaus bei ihren unbegründeten Klagen gegen die vermeintlichen Drittschuldner frei aus, so würden die Belästigungen der Kaufmannsgerichte wie auch der Geschäftswelt immer mehr überhand nehmen. Nachdem das Jnkassoburcau den Anspruch der Firma dem Grunde nach anerkannt hatte, wurde er vom Kaufmannsgericht auch der -Höhe nach bestätigt. Das Bureau hat demnach der Kohlenfirma 9 Mark Entschädigung für den Prozeß zu zahlen. In Österreich verboten: Internationale Rundschau, 5. Heft. Zürich, Orell Füßli. — I^a veritä 8ur 1e8 168ion8 polonai368. Lausanne. — Wissen und Leben. 22. u. 23. Heft. Zürich, Orell Füßli. — ?. 0. Nationx, I.6ttr63 ä I'^n^letsrrs et ls trsits 8srdo- kulZare. Zolls, Zoeiöte cke Lienkawanee Zlave. — kicllsrck^cklle- mar, 8uppre88iou cke3 ßuerre8 et ?aix ckelluitive psr Ie8 ?euple8 6UX-M6M68. k§0U8 P0UV0N8 supprimer toutes 163 ßU6rr63. Genf, R. Burkhardt. — llouvell^ckeHollancke. klr. 8. lisati, lleckerlauck- 8ede ^nii-Orloox. — August Bronold, Die Impfung. Wien, Selbst verlag. Bücher für die englischen Soldaten. Die englischen Soldaten in den Schützengräben, die Matrosen ans hoher See, die Verwundeten in den Spitälern nnd die Kriegsgefangenen sollen dank der Tätigkeit eines heimischen Komitees ständig mit Büchern und Zeitschriften fiir ihre Mußestunden versehen werden. Die Anregung hierzu ging, einem Londoner Blatt zufolge, ursprünglich von dem Polizeichef Sir Edward Ward aus. Ein großes Warenhaus im Zentrum Londons wurde zur Bttchcrsammclstelle gemacht, und freiwillige Hilfskräfte besorgen die Sortierung und Versendung der vom Publikum zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Bücher. Da aber die Spenden nicht in dem Maße einlicfen, um eine so zahlreiche Lesergemeinde fortlaufend zu versorgen, so hat man mit den Postämtern, die bekanntlich in Eng land sehr dicht gesät sind, ein Abkommen getroffen, daß sie von jeder mann, der an dem Schalter erscheint, Bücher und Zeitschriften in Empfang nehmen nnd die weitere kostenlose Versendung veranlassen. Indem man dem Publikum Zeit und Mühe erspart und ihm nur soviel zumutet, sich eines Buches, das es vielleicht gar nicht mehr braucht, zu entledigen, erhofft man sich einen durchschlagenden Erfolg des Unternehmens. Ein Italiener über die deutsche Kultur. — Goffredo Bellonci hat inmitten des Wahnsinnstaumels, in dem sich Italien heute befindet, den Mut gehabt, in einem Artikel des »Oiornals 6'ltalia« seinem Volke die Meinung zu sagen, indem er ihm zu Gemttte führt, wie fest und unlöslich das italienische Kunst- und Geistesleben mit dem deut schen verbunden sei. »Ich habe nicht die geringste Lust«, so schreibt der italienische Schriftsteller, »die Rolle des Kindes zu spielen oder mich zum Esel zu erniedrigen, nur um über meinen Patriotismus keinen Zweifel zu lassen. Nein, ich kann mich durchaus nicht dazu entschließen, aus meiner Bibliothek oder aus meinem Gehirn Kant, Fichte und Hegel zu beseitigen, so wenig wie ich mir das Vergnügen verkümmern lasse, mich an der Musik von Bach, Beethoven und Wagner weiter zu er freuen. Was Teufel! Weil Italien Krieg gegen die Deutschen fiihrt, nur deshalb will man einige der hellsten Stimmen aus dem Chor unserer Menschheitsgeschichte mundtot machen? Man behauptet, daß man es in Deutschland ebenso halte. Ich weiß nicht, ob das wahr ist, ob wirklich von den Regalen der deutschen Bibliotheken Dante nnd Macchiavelli entfernt, oder Verdi und Bellini ans den deutschen Opernhäusern vertrieben werden. Aber wenn es die Deutschen wirk- 1315
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