smöNMdeMMMllhhllM s ZS^n" L : Mch>" E Nr. 20S. Leipzig, Donnerstag den 9. September 191S. 82. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Welches Buchführungssystem soll der Buchhändler in seinem Geschäft anwenden? Von Adelbert Kirsten-Leipzig. (Fortsetzung zu Nr. 208.) Alle Unkosten, welcher Art sie auch sein mögen, werden im Tagebuch in der Nnkostenspalte verbucht. Will man nun über die ver schiedenen Unkosten stets genaue Auskunft haben, dxmn wird für diesen Zweck ein besonderes Buch eingerichtet, auf dessen Seiten soviel Spalten angelegt werden, als man Übersicht über die verschiedenen Unkosten zu haben wünscht. In dieses Buch, das den Namen »Un- kosten-Berteiler« erhält, überträgt man am besten täglich aus dem Tagebuch die Posten aus die verschiedenen Spalten. Es könnten z. B. Spalten eingerichtet werden für Gehälter, Löhne, Bersicherungs- doppelt-italienischen Methode, nicht aber bei der rein-amerikanischen Buchführung möglich ist. Für größere Betriebe wird auch eine Trennung des Tagebuches derart zu empfehlen sein, daß man ein Tage-Kassebuch einrichtet, in dem dann eben nur die Bargeldposten (Einnahme und Ausgabe) zu verbuchen sind und ein zweites Tagebuch für alle übrigen Posten, die sich nicht auf den Geldverkchr beziehen, also Buchungen betreffend Wechsel, Gutschriften, Zinsen, Abzüge, Verkehr mit der Bank, den Kunden und Lieferanten, Postscheckamt, Kommissionär, sofern man für die beiden letzten Konten kein eigenes Buch anlegen will. Bei der doppelt-italienischen Buchführung ist die Trennung der Kasse posten von den übrigen Buchungen überhaupt üblich. Man muß vor Einrichtung dieser Tabellcnbuchführung sich eben vollkommen darüber klar sein, in welcher Weise man den Buchungs- stosf zergliedern und sein Buchführungssystem einrichten will. Erst Unkosten-Verteiler. Bemerkung: Für Verlagsbuchhandlungen würde noch eine Spalte »Verlagsherstellungskosteu« in Frage kommen, sofern diese mit in die Unkostenspalte eingetragen werden und nicht etwa für diese Kosten eine besondere Spalte im Tagebuch vorgesehen ist. Die Herstellungs kosten können natürlich wiederum in Gruppen eingeteilt werden, wie Druckkosten, Buch binderei, Papier, Zeichnungen, Holzstöcke usw-, Honorare. beiträge, Porto, Frachten, Verpackung, Beleuchtung, Heizung, Kontor- und Schreibbcdarssgegenstände (Tinte, Feder, Farbbänder für Schreibmaschinen u. dgl.). Für Verlagsbuchhandlungen würde noch eine Verlagsherstellungsspalte hinzukommen, welch letztere wiederum getrennt nach Druckkosten, Papier, Buchbinderkosten, Honoraren, Zeichnungen n. dgl. geführt werden könnte. Es richtet sich eben alles nach den Wünschen und Zwecken des Geschäfts inhabers. Die Nnkostenspalte kann auch vollständig aus dem Tagebuch hcrausgelassen, und die Unkosten können in ein besonderes Buch ein getragen werden. Dieses Buch würde dann, gleichwie Einkaufs-, Ver kaufs-, Remittendenbuch, als Nebenbuch zum Journal gelten. Be sitzt man ein Postscheckkonto, dann sollte man dafür im Tagebuch keine eigene Spalte anlegen, sondern für diese Posten ein eigenes Post scheck-Kontobuch einrichten. Aus diese Weise erhält man zwar einige Bücher mehr, aber das Arbeiten wird durch diese Trennung nicht schwieriger, sondern im Gegenteil leichter, zumal da auch die Arbeit auf mehrere Kräfte verteilt werden kann, was zwar auch bei der soll man die benötigten Handelsbllcher festlegen und ihre innere Ein richtung ausarbeitcn. Die Bücher müssen sich dem Geschäft durchaus anpassen, wenn man richtigen Vorteil davon haben will. Man lasse sie auch nicht in zu großer Stärke anfertigen; durch das praktische Arbeiten in den Büchern einerseits entstehen Wünsche nach gewissen Umgestaltungen in der Konteneinrichtung, und andrerseits bedingt der Geschäftsbetrieb, z. B. bei größerer Ausdehnung einer bestimmten Abteilung oder bei Einführung neuer bisher nicht geführter Ge schäftszweige, die Neuanlage von Konten. Deshalb soll man die Bücher niemals in größerem Seitenumsang anscrtigcn, sondern lieber öfter neu Herstellen lassen. Bei Anordnung der Spalten bietet diese Buchführungsmethode auch die größten Beränderungsmöglichkeiten. Im Tagebuch z. B. stellt nian vor die einzurichtenden Konten gewöhnlich noch eine HaUpt- spalte, die sogenannte Kontrollspalte, in die jeder Betrag einzu stellen ist. Dadurch ist allerdings jeder Betrag dreimal zu schreiben, einmal in die Haupt-(Kontroll-)Spalte, das zweite Mal in die Soll spalte und das dritte Mal in die Habenspalte eines Kontos. Die >245