Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.04.1840
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1840-04-28
- Erscheinungsdatum
- 28.04.1840
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18400428
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-184004285
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18400428
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1840
- Monat1840-04
- Tag1840-04-28
- Monat1840-04
- Jahr1840
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
889 34 890 allein unser Geschäft hcrabgewürdigt, die armen Unterzeichner am öftesten hintergangen, am meisten aber der Ortsbuchhänd ler bloßgestellt wird. Was sagt man dazu, daß nun Buch binder und Exporteure w. anfangen, vom Sortimentsbuch händler 25K Rabatt zu fordern, weil sie meinen, wenn eine löbl. Exp. der Staffelte, Herr Flemming u. a. solche Vor- thcilc ihnen gewährt, man es auch könne. Zu bedauern ist, daß so achtbare und verdienstvolle Männer, wie Herr Voigt in Weimar, zu ähnlichen, dem Buchhandel schadenden Ma növern Zuflucht nehmen, oder wenigstens deren Reisende nicht besser instruircn. Von mehreren hiesigen Bürgern wird mir heute die Mittheilung, Herr Voigt aus Weimar lasse auf alle Bücher Unterzeichnungen sammeln, wo den Leuten die Bücher zu den Preisen geliefert würden, wozu sie die Sortimcntsbuchhändler erhielten, und dies franco! Die Polizeibehörde schützt hier nicht und ist mit dem sogenannten Gewerbeschein für 10-/?. pr. Ert. befriedigt. — Was bleibt nun? — Ist es nicht möglich, daß hier der Börsenverein wirksam einschreitcn könnte! Wozu sind wir sonst diesem Vereine beigetretcn, als uns befreundeter und befördernder zu werden! Ein nicht geringer Theil unserer Eollegen ist dem Börscnvcrcinc nicht beigetreten, erspart Eintrittsgeld und Bei trag und ist am Ende besser oder eben so gut daran, als die Börscnmitgliedcr. Alles Schreiben und Rathen wird nichts helfen, wenn die gesammlc Corporation, der Vörscnvercin, nichts thut und da wirksam einschrcitct und Ordnung und Zucht aufrecht erhält, wo das Staatsgesetz nicht schützt. Herren Pietsch <L Co. in Dresden ließen auf Borussia auch Subscribcnten sammeln, allein deren fein gebildeter Ge schäftsreisende hat überall den Ortsbuchhändlcrn sein Compli- ment persönlich gebracht und sich wegen des Unternehmens verständigt und dann erst mit einer Empfehlung dcrOrtsbuch- handlung im Orte Subscribentcn gesammelt. Dies ist ma nierlich und erfreulich, dadurch wird Niemand Hintergange bloßgestellt und unser Geschäft nicht herabgewürdigt. — Ehre dem Ehre gebührt! Herr Pietsch L Co. wird sich dadurch seinen Eollegen nur befreundeter gemacht haben. Herr Voigt hat es so vielfach herzlich und aufrichtig mit unseren Geschäft gemeint, als daß mit seinem Wissen und Willen ein solch Verfahre' zu erwarten wäre. Er wird Licht geben ! Das Autoren ^onto des Buchhändlers. Eins der wichtigsten Documente, das eine Buchhandlung .ersitzen kann, ist, wie bekannt, wohl unstreitig das Auto ren-Conto. Die Art und Weise der Einrichtung und Führung desselben übergehe ich, als bekannt und nicht hierher gehörig, dahingegen unternehme ich es, auf einen leider nur zu häufig eing rissencn Mißbrauch, der mit demselben Statt findet, aufmerksam zu machen — ich meine nämlich die zu geringe Diskretion, die mit demselben von manchen Buchhandlungen beobachtet wird. Zwar gicbt cs unter den vielen Buchhandlungen Deutsch lands manche, ja sehr viele rühmliche Ausnahmen, bei denen es mit der gehörigen Wichtigkeit und Zartheit geführt wird; bei denen die Führung einem Einzigen, gewöhnlich dem Ehef oder dem Geschäftsführer obliegt, wo mithin de. Inhalt sowie alles dahin gehörige den andern Mitarbeitern, wie Ge hüsten u. dgl. nicht nur völlig fremd, sondern vielmehr ein förmliches Geheimnis bleibt! — und so verlangt cS auch die Würde und Ehre eines Schriftstellers und Buchhändlers. Braucht denn Jedermann zu wissen, was Ersterer von Letzterem für seine Vcrlagswerkc und sonstige schriftstellerischen Arbeiten empfängt? und ist es denn politisch und gut kaufmännisch, wenn Letzterem von seinen Untergebenen alle Kosten und Aus lagen können nachgerechnet und besprochen werden? — Wahrlich, dies ist doch wohl unangenehm für beideTheile; daß natürlich der Schriftsteller noch mehr im Nachtheil steht, bedarf wohl kaum der Erwähnung; daß deshalb auch viele Buchhändler, dies erkennend, die höchste Diskretion in Füh rung der Autoren-Concis befolgen lassen, ja daß viele deshalb sich derselben ausnahmsweise selbst unterziehen, während sie -alle übrigen Bücher durch ihre Leute führen lassen, das ec- i halte hier die lobendste Anerkennung und den wärmsten Dank! — denn nichts ist wohl im Stande, das Ansehen und die Achtung des Schriftstellers und mithin auch des Buchhändlers i so zu erhöhen und zu erhalten, als dieses. Doch gehen wir auch zu dem entgegengesetzten Verfahren über. Es giebt nun Buchhandlungen, in denen die Führung des Autorcn-Contos nicht einem Einzigen überlassen ist, son dern Mehrere tragen wohl die verschiedenen Posten, je nachdem es gerade die Arbeit u. dgl. mit sich bringt, ein. Die Nachtheile, die bei diesem Verfahren entstehen, liegen wohl zu sehr aus der Hand, um weiter erwähnt zu werden. Nur das steht noch zu erwähnen und zu bedenken, in welche Hände ist hier wohl oft der Schriftsteller gegeben? — und welche nachtheilige Folgen hat dies Benehmen nicht auf sein bürgerliches und gesellschaftliches Auftreten, mit einem Wort auf das Ansehen i. ^ die Achtung, auf die er doch, und das mir >. llem Recht, in der Welt Anspruch macht? — Daß einen entfernt wohnend Schriftsteller dies nicht so sehr tangir , wie einen, der im Orte des Vcr'-gers selbst wohnt und lebt, ist klar; allein :>ie unangenehm, wie verletzend, wie rücksichtslos ist nicht dies Befahren gegen ihn? — gegen ihn, der vielleicht mehr oder weniger bei Alt und Jung, bei Vornehm und Gering des Orts bekannt ist; wie kränkend 'st cs für ihn, so seine pekuniären Verhältnisse von Jedermann I (denn vielleicht — und wie oft geschieht dies nicht — wird nicht von einem oder dem andern im Geschäft Arbeitenden, eins oder >s Andere, wenn auch nur gesprächsweise, oder sonst bei irgend einer Veranlassung, an irgend einen Bekann ten mitgctheilt) besprochen, ja und oft sehr genau gekannt zu sehen! —> Noch weit unangenehmer gestaltet sich aber dies Verhältnis, wenn vielleicht Geschäftsführer, Eassierer, ja oft auch der Druckerei-Factor in einer Person vereinigt dasteht, dann empfängt gewöhnlich so ein Lehrling oder dgl. die Copi- rung der gezahlten Summen ins Autorcn-Eonto u. s. w., oft ist auch das Bureau, in dem dergleichen Leute arbeiten, nicht wesentlich vom Laden des Buchhandels (und oft eines sehr be suchten Sortimentsladens) getrennt, oder doch, wenn auch letzteres der Fall ist, verschiedenen näher Bekannten geöff net; wie dann, wenn vielleicht einer dieser Bekannten durch einen Zufall (da doch oft die, denen eine solche Eopierung oder dgl. aufgctrag > ist, nicht vorsichtig und sorgfältig genug mit dem Zuschlägen und s 'gthun solcl er Bücher sind) etwas
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder