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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.04.1840
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- 1840-04-07
- Erscheinungsdatum
- 07.04.1840
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- Deutsch
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706 28 706 könne. Er sei der Ucberzcugung, daß da, wo Zündstoff be reits vorliege, sic ihn wohl entzünden könne, daß sie aber nimmer einen künstlichen Stoff ins Leben rufen, daß alle Bestrebungen der Art immer wieder scheitern würden an dem ruhigen, besonnenen, gesetzlichen Sinne des Deutschen. Man habe in diesem Bezug an England und Frankreich appellirt. Er nehme diesen Vergleich an. Wer wollte sich nicht erin nern, daß, ungeachtet der strengsten Repressivmaßrcgcln, in mitten der lähmendsten Fesseln, die man der öffentlichen Mei nung anzulegcn sich bemüssigt glaubte, und in die man die Presse schmieden wollte, cs vor kaum einem Jahrzehcnde nur dreier Tage bedurfte, um Umwälzungen und eine Umgestal tung der Dinge herbeizuführen, die man kaum ahnen gekonnt habe. Umgekehrt in England! Die schmählichsten Angriffe der Torypresse gegen die Verwaltung, der schmutzige Geifer, den sie täglich auszuspritzcn bemüht sei und in welchem sie so weit gehe, daß sic selbst ihre jugendliche Königin nicht schone und sie auf eine empörende Weise verunglimpfe, alle diese Bemühungen, sie scheiterten an der Einsicht, an dem gesunden Sinne des Englischen Volks. Die Whigvcrwaltung werde in so lange populair bleiben, als sic sich bestrebe, den Anfodc- rungcn der Zeit und eines vernünftigen Fortschrittes nachzu kommen, und die jugendliche Königin werde immer mit dem selben Enthusiasmus empfangen werden, so lange ihre Re gierung diese Bestrebung kundgcbcn und diese Bahn nicht verlassen werde. Und wahrlich, auch bei uns werde cs keiner Journalistik gelingen, die feste Treue für Thron und Vater land zu untergraben, welche vom Deutschen Namen untrenn bar sei; cs werde dem leidenschaftlichsten Tagesschreiber nicht gelingen, eine Verwaltung in den Augen der Bessern zu ver dächtigen, die da offen und redlich voranschrcitc auf der vor- gezeichncten Bahn der Wahrheit und des Rechts. Aber eben so gewiß sei cs, daß das Fecnhaltcn jedes, auch des ruhigen und besonnenen Tadels, das Zurückhalten aller Besprechung der öffentlichen Angelegenheiten die Verwaltung bei den Un befangenen in ein weit nachtheiligcrcs Licht stelle, als cs die Verdächtigungen der leidenschaftlichsten Artikel eines Journals vermöchten. Es liege darin eine Furcht, eine Besorgnis, die Schwäche vermuthen lasse. Müsse sich ja selbst das göttliche Wort besprechen lassen, es werde erörtert, cs werde herniedcr- gezogcn in das irdische Leben und von menschlichen Zungen behandelt und erörtert! Verliere cs deshalb die Eigenschaft der Göttlichkeit? Werde nicht gerade dadurch oft dem Jndiffercn- tismus begegnet und warme Thcilnahme geweckt und genährt? Und was vom göttlichen Worte gelte, sollte das nicht auch von menschlichen Satzungen gelten? Man habe sich viertens auf die Erfahrung berufen und angeführt: „man erkenne den Baum an seinen Früchten." Dieser Grundsatz scheine ihm richtig zu sein, allein er glaube nicht, daß man die wurmstichigen und faulen Früchte auslcsen müsse, um sich von der Güte der Früchte überhaupt zu überzeugen. Die grellen Beispiele, welche man von England und Frankreich vorgcführt, seien einzelne Falle, die wenigstens nach seinem Gefühle gegen die Sache nicht entscheiden könnten. Wer wolle cs leugnen, daß die Poesie und Kunst nur zu oft zu Schlechtigkeit und nicdrigerGemeinheit gcmißbraucht würden; aber wer wolle deshalb diese freundlichen Genien aus dem Leben verbannen? Wer wolle widersprechen, daß, die Erfah rung lehre cs täglich, hin und wieder durch Urthcil und Recht dem Einen oder Andern wehe geschehe, daß ungerechte Urthcilc ! gefaßt worden seien, deren Ungerechtigkeit sich erst im Verlaufe der Zeit gezeigt habe, ja daß selbst Todesurtheile, wie sich es erst später ergeben, an Unschuldigen vollstceckt worden seien? Wer wolle dies aus der Geschichte wegstreichcn, oder wer deshalb die Hallen des Tempels der Themis verschließen und ihre Prie ster aus demselben hcrausjagen? Wer wollte endlich wider sprechen, daß selbst die Lehrstühle und die Kanzeln gcmiß braucht worden seien, um Unfrieden zu erregen, um den Samen des Mißtrauens auszusäen, um aufzuregen und an- zuseinden, wo man nur vermitteln und versöhnen sollte? Wer wollte aber deshalb die Kanzeln aus den Gotteshäusern bannen, oder die Lehrstühle schließen, weil sie möglicherweise gcmißbraucht werden könnten? In Wahrheit, ihm schienen die Gründe gegen die freie Mittheilung der Gedanken, gegen die freie Besprechung der innern Verwaltung, nicht schlagend zu sein, und am allerwenigsten diejenigen dafür zu übcr- wiegen, welche schon so oft ausgeführt worden wären. Eine vernünftige Preßfreiheit scheine ihm immer das sicherste Ge gengewicht gegen Preßfrcchhcit zu sein, und dieser zu begegnen sei eben die Aufgabe einer zeitgemäßen Gesetzgebung. Deshalb empfehle er diesen seinen doppelten Wunsch der Kammer zur freundlichen Aufnabme, und erlaube sich, mit dem weitern Wunsche zu schließen, daß derselbe Eckörung finden und es sodann der Zeit überlassen bleiben möchte, die Ucberzcugung zu liefern, wie die Deutschen Völker, wenn sie obne Fessel und Rückhalt ihre Verhältnisse wieder ungcsehcul besprechen können, in männlicher Weise besonnenen Sinnes jene Freiheit nicht mißbrauchen, sondern bestens benutzen werden, und daß somit hinwiederum die Erfabrung es über sich nehmen möchte, den hochgestellten Redner, welcher gegen die Preßfreiheit gespro chen, auf seine frühere Uebcrzeugung freundlich zurückzuführcn. Nachdem noch einige Redner, darunter der Minister des Innern, für und gegen die Wünsche des Frcihcrrn von Thon-Dittmer gesprochen hatten, erhielten solche die Zustimmung der Kammer. Lörse in e i p 2 i A. am 6. April 1840. Amsterdam, le. 8. — 2 AI. 137. — Augsburg, >e.8. 100s, 2 AI. Lremen,Ic.8. 1064-2AI.1064, — Kranle- kurt a. Al-, le. 8. 100, 2 AI. Üamburg, le. 8. 146?, 2 AI. 1464- — Kondon, 2 AI. 6. 13s, 3AI. 6. 13s. — Paris, le. 8. 78Z 2 AI. 78^ 3AI. 78. — Wien, le. 8. 100, 2 AI. — 3 AI. 99. — Uerlin, le. 8. 1024. 2 AI. lireslau, le. 8. 1021, 2 AI. 1034- — b-ouisd'or 65. ?reuss. Kriedrieksd'or 95- Holländ. vucaten 13 , Kaiser!. Oucat. 13 , Ureslauer Oueat. 125, passir Unrat. 12j, 6onventikn>s-8pecies und Onlden 1, Lonventions 10 und 20 Xr. K, 6old pr. Alarle fein 6äln. — 8ilber pr. Alarle kein 6aln. — preuss. 6»ur. (als 8orte) 1024. Verantwortlicher Redactcur I. C. Stadler.
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