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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.06.1915
- Strukturtyp
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- 1915-06-18
- Erscheinungsdatum
- 18.06.1915
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- Deutsch
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. ^ 138. 18. Juni 1915. Text oder mit einem aus einem einzigen Wort oder einer einzigen Zahl bestehenden Text, sowie solche, die Nachrichten über die militäri schen Verhältnisse Norwegens enthalten oder mit der neutralen Hal tung Norwegens in Widerspruch stehen; Rumänien abgekürzte oder verabredete Adressen und Unterschriften sowie alle den rumänischen Telegraphenaustaltcn nicht verständlichen Ausdrücke (die Telegramme nach Rumänien müssen also, worauf besonders hingewiesen wird, volle Adresse und Unterschrift in offener Sprache tragen!); Schweden Han delsmarken und andere den Telegraphenanstalten nicht verständlichen Ausdrücke, ferner Telegramme mit Nachrichten über die militärischen Verhältnisse Schwedens sowie solche, die mit Schwedens neutraler Hal bing in Widerspruch stehen; Schweiz telegraphenlagernde Telegramme (ausgenommen bei telegraphischen Postanweisungen), Telegramme ohne Text oder ohne Unterschrift — der Vorname allein genügt nicht als Unterschrift —; Türkei Telegramme ohne Text, ohne Unterschrift oder mit verabredeter oder abgekürzter Unterschrift. Eine Überwachung des Telegrammverkehrs durch die Regierungen erfolgt in Österreich-Ungarn, der Schweiz und der Türkei; die Tele gramme erleiden dadurch Verzögerungen und sind nach Österreich- Ungarn nur auf Gefahr des Absenders anzunehmen. Eine Verantwortung für Verzögerungen lehnen ab: Bulgarien, Rumänien und die Türkei. Telegramme nach Griechenland sind aus schließlich über Rumänien—Bulgarien zur Worttaxe von 20 ^ zu leiten. Der Gebrauch der Funkentelegraphie ans Schiffen ist in den grie chischen und türkischen Hoheitsgewässern aufgehoben. Telegramme, die über die unterbrochenen Kabel Emden—Azoren, Emden—Vigo und Emden—Teneriffa gehen sollen, können nicht angenommen werden. In Belgien schreitet der Ausbau des neu geschaffenen Linien netzes und die Einrichtung neuer Telegraphen- und Fernsprechanstalten ständig vorwärts. Gegenwärtig sind 357 Anstalten in Betrieb, außer dem bestehen 2500 Fernsprechanschlüsse für Militär- und Verwaltungs behörden; einen Privat-Fernsprechverkehr gibt es noch nicht. Der Pinvat-Telegrammverkehr ist in deutscher, flämischer und französischer Sprache zwischen Antwerpen, Brüssel mit Umgebung, Lüttich mit Um gebung, Verviers mit Umgebung, Welkenraeöt und Hasselt einerseits und Deutschland und Luxemburg andrerseits zugelassen. Außerdem besteht ein beschränkter innerbelgischer Telegrammverkehr für die Be völkerung. — Die deutsche Post in Belgien. — Der deutsche Postdienst in Belgien ist jetzt in allen, auch den kleinsten Orten eingeführt, die früher Post anstalten besaßen. Er erstreckt sich auf iiber 1100 Postorte. Alle in deren Umgebung gelegenen Landorte und Wohnstätten sind ihnen an- gcschlossen. Das ganze Postgebiet ist in 15 Bezirke eingeteilt, an deren Spitze ein Kreis-Postamt steht. Für den Postdienst auf Eisenbahnen besteht in Brüssel ein Bahnpostamt. Die Postbriefkasten sind überall wieder geöffnet, die Postbeförderung zwischen den Postämtern und Bahnhöfen besorgen private Fuhrunternehmer. Auch sind in geeig neten Geschäften Markenvcrkanfsstellen eingerichtet. Nach einer Zäh lung im April gehen täglich etwa 595 000 Sendungen in Belgien ein und 498 000 ab. Der Briefmarkenverkauf betrug im April 320 000 Preisrätsel in Zeitungen. (Nachdruck verboten.) — Wegen uner laubter Veranstaltung einer Lotterie bzw. Beihilfe dazu sind vom Landgericht III in Berlin am 10. Februar der Inhaber einer photo graphischen Neprodnktionsanstalt Holtermann und der Kaufmann Ewald Gerlach zu Geldstrafe verurteilt worden, nachdem ein früheres auf Freisprechung lautendes Urteil vom Reichsgericht aufgehoben wor den war. Der Angeklagte H. gründete anfangs November 1913 eine sogen. »Neue Künstler-Vereinigung«, d. h. eine Anstalt, welche photo graphische Vergrößerungen und auch Verkleinerungen auf Broschen, Manschettenknöpfen liefern sollte. Um recht viele Adressen von Inter essenten zu erlangen, ließ er durch G., dem er die Neklamearbeiten übertragen hatte, in einer großen Anzahl von Zeitungen ein Preis rätsel veröffentlichen. Jeder, der die Lösung gefunden zn haben glaubte, sollte zugleich 70 und eine Photographie cinsenden und sollte dafür ein vergrößertes oder verkleinertes Bild erhalten. Als Preise für die Löser waren verschiedene Beträge ansgesetzt, die ins gesamt 3000 ansmachtcn. Das Rätsel war anscheinend leicht zu lösen, sodaß 12 000 Personen ihre Lösungen mit und ohne 70 ^ ein sandten. Alle hatten aber falsch geraten. Das Rätsel bestand in einem Bilde: Ein Luftschiff überfliegt Elsaß-Lothringen, Schlesien, Ostpreu ßen und Schleswig-Holstein. In jedem dieser Landesteile soll der Name einer Stadt erraten werden, der durch Anfangs- und Endbuchstaben angedentet ist. Für Schlesien waren die Zeichen B . . . lau ange geben; auch bei den übrigen Landcsteilen deuteten die Angaben auf die .Hauptstadt hin. Der »Witz« des Rätsels bestand nun darin, daß die Lösung nicht die Hauptstädte bilden sollten, sondern wenig bekannte Orte mit den gleichen Anfangs-und Endlauten, also statt Breslau Bunz- lau usw. Im Gegensatz zu dem ersten landgerichtlichen Urteile hat das Reichsgericht, indem es jenes Urteil aufhob, angenommen, daß hier die Veranstaltung einer öffentlichen Lotterie vorliegt und daß der Einsatz in den cingesandten 70 besteht. Der Umstand, daß ein Spielplan nicht bekanntgegeben ist, vielmehr es dem Angeklagten H. überlassen war, die Preise nach seinem Gutdünken zu verteilen, hinderte nicht die Annahme einer Lotterie. Unter Berücksichtigung dieser Nechtsausführungen hat das Landgericht nunmehr die beiden Ange klagten wie angegeben verurteilt. Gegen das Urteil hatte nur der Angeklagte G., der wegen Beihilfe verurteilt worden ist, Revision eingelegt. Diese wurde kürzlich vom Reichsgericht als unbegründet ver worfen, da das landgerichtliche Urteil durchweg den rechtlichen Aus führungen des ersten reichsgerichtlichen Urteils entspricht. (2 v 268/15.) Kunstdruck- und Verlagsanstalt Wezel L Naumann, A.-G. in Leipzig-Reudnitz. — Im abgelaufenen Jahre ergab sich nach Berücksich tigung der Fabrikationsunkosten von 67 380 (i. V. 66 422 .^), der Handlungsunkosten von 184 851 ^ (186 618 .F), der Anleihezinsen von 27 000 (wie i. V.) und der Abschreibungen von 69 078 ^ (68 766 ein Verlust von 11 799 um den sich der Gewinnvortrag von 19 138 auf 7339 ermäßigt. Im Vorjahre wurden aus einem Reingewinn von 65 638 4°/o Dividende verteilt. Wie der Geschäftsbericht ausführt, hat der Weltkrieg ganz be sonders das lithographische Drnckgewerbc sehr ungünstig beeinflußt, weil die Kundschaft alle irgendwie vermeidlichen Ausgaben für Propa ganda unterläßt und auch die Abnahme der fertig lagernden Waren aus früher erteilten Bestellungen verzögert. Das am 11. Juli 1914 in der Zweigfabrik in Zeitz ausgebrochene Großfeuer hat das Ergebnis ebenfalls ungünstig beeinflußt. Der direkte Brandschaden ist durch die Versicherungen größtenteils gedeckt. Die Neueinrichtung der Zeitzer Zmeigfabrik ist eine ganz moderne Anlage, welche die Leistungs fähigkeit erheblich erhöht und deren Wirkung den späteren Jahren zu gute kommen wird. Durch vorsichtige Bewertung der Außenstände und Warenvorräte hat die Verwaltung reichliche Rücklagen für das kommende Geschäftsjahr geschaffen, um für eventuelle Auslandver luste gewisse Rückstellungen machen zu können. Laut Bilanz haben die Kreditoren zwar eine Erhöhung von 63 713 auf 96 404 erfahren, dagegen sind die Bankschulden (i. V. 255 984 ^) verschwunden. Andrer seits wird neu ein Bankguthaben mit 47 005 ^ ausgewiesen, ferner Debitoren mit 425115 (468 580 ^i), Wechsel mit 10 500 (28 100 ./(), Kasse mit 7558 ^ (7889 ^() und Waren mit 452 186 .K (609 620 .//). Personalnltthrlchten. Gefallen: am 11. Mai in den Karpathen Herr Oskar Fleischer, Kriegsfreiwilliger in einem Garde-Regiment, ein treuer Mit arbeiter im Hanse Hermann I. Meidinger in Berlin. Hermann Singer s. — Am 15. Juni ist in Friedenau der geo graphische Schriftsteller und frühere Herausgeber des »Globus«, Her mann Singer, im Alter von 48 Jahren gestorben. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Redakteur in Bromberg übernahm er 1903 die Redaktion der bekannten geographischen und ethnologischen Zeitschrift »Globus«, die unter seiner sachkundigen Leitung ihren alten Ruf als eines der gediegensten Fachblätter bewahrte. Josef von Brandt s. — Aus Radom in Russisch-Polen kommt die Nachricht, daß der Historien- und Schlachtenmaler Josef von Brandt, 74 Jahre alt, nach langem, schwerem Leiden gestorben ist. Der Ver storbene behandelte in seinen Bildern vorzugsweise Szenen aus der Kriegsgeschichte seines Volkes, doch hat er auch solche aus dem Dreißigjährigen Kriege zum Vorwurf gewählt und Sittenschilde rungen aus dem modernen Leben seiner Heimat gemalt. Sein Ge mälde »Tatarenschlacht« hängt in der Berliner Nationalgalerie. Großfürst Konstantin von Rußland s. — Der Großfürst Konstantin Kcnstantinowitsch, Präsident der russischen Akademie der Wissenschaf ten, ist am 15. Juni im Alter von 57 Jahren einem Herzkrampf erlegen. Die schriftstellerische Tätigkeit des Verstorbenen erstreckte sich auf Oie schichte, Drama, Lyrik und Übersetzungen (Goethe, Schiller, Shake speare). Sein Drama »Der König von Judäa«, über das wir im Börsenblatt 1914, Nr. 47 eingehend berichteten, wurde im Januar 1914 im Theater der kaiserlichen Eremitage aufgeführt, wo bei der Verfasser selbst und zwei seiner Söhne als Schauspieler mit wirkten. Viele seiner Gedichte sind ins Deutsche libertragen worden. Der Großfürst war lebenslänglicher Präsident der russischen Akademie der Wissenschaften und Ehrenmitglied der Prager Tschechischen Aka demie der Wissenschaften.
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