98, 30. April 1915. Redaktioneller Teil. 58. Freie Statt für freies Wort! Freier Forschung sichrer Hort! Reiner Wahrheit Schutz und Port. (Hammerspruch f. d. Bücherei.) 59. * 60. * Geist ist Messers Schneide, Buch ist seine Scheide. 61.* Gesprochenes Wort hat Bogelflügel, Geschriebenes Wort führt man am Zügel. 62.* Grün wird des Buches fahles Kraut, Wenn es das rechte Aug' beschaut. 63. * Gutenberg war Geisterbanner, Denn das Geisterreich gewann er; Und wir danken's seinen Zwergen, Wenn wir was vom Guten bergen. 64. Gutes aus Gutem, das kann jedweder Verständige bilden; Aber der Genius ruft Gutes aus Schlechtem hervor. (Schiller.) 65.* (Gegenstück zu Rr. 113.) Hafen sei und Ankerstätte dieses Haus dem deutschen Wort, Deutsches Volk, an Büchern reichstes, hüte deines Geistes Hort. 66. Im Anfang war das Wort. 67. * Im Anfang war das Wort, Es flog von Ort zu Ort; Mit Spießen und mit Stangen Hat's Gutenberg gefangen. 68. * In Schicksals Hand Steht auch der Band. (Habsnt 8UL kata likelli.) 69. Keine Kunst ist, Geister loszulassen; - Kunstgerecht sie binden, ist die Kunst. (Rückert.) 70. Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt. (Schiller.) 71. * Lange Zeit in Büchern, Liedern Deutschland um die Einheit focht, Bis zu einem Volk von Brüdern Kraft und Klugheit es verflocht. 72. Lesen heißt borgen, daraus erfinden, äbtragen. (Lichten berg.) 73. * Lesen heißt lösen. 74. Leser, wie gefall' ich dir? Leser, wie gefällst du mir? (Logau.) 75. * Mancher Mensch lebt hundert Jahr, Mancher Baum an tausend gar, Manches Büchlein immerdar. 76. Die Zeit ist mein Besitz, mein Acker ist die Zeit. (Goethe.) 77. * Mein Leipzig ist ein klein Paris und bildet seine Leute: Drum sammelt es der Bücher Schar, die sonst sich leicht zerstreute. 78. * Minerva ist nicht hold Dem Büchertrunkenbold. 79. * Mit vierundzwanzig Bleisoldaten Verrichtet mancher Heldentaten. 80. * Mitwelt häuft, Nachwelt lichtet, Mitwelt streitet, Nachwelt schlichtet. 81. Nicht das viele Wissen tut's, Sondern wissen etwas Gut's. (Logau.) 82. Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeint, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. (Lessing.) 83. * O kauf nicht so viel Bücher ein! Nur was du liesest, das ist dein. 84. Prächtig habt Ihr gebaut, du lieber Himmel! Wie treibt man, Nun er so königlich erst wohnet, den Irrtum heraus? (Schiller.) 85. * Reines Herz und reine Hand Wünscht der Autor und der Band. 86. * Scheide dich von dem, was britisch, Gallisch, slavisch, moskowitisch; Deiner Sprache Kraft und Mark, Deutschland, macht dich heldenstark. (F. d. Bücherei.) 87. Schlechte Bücher taugen auch guten zu der Gegenprobe: Finstres macht, daß jedermann desto mehr das Licht lobe. (Logau.) 88. * Schriftstellers Denkmal ist sein Buch. 89. * Erfährt das Buch. 90. * Sei deutschen Wissens Born Und deutscher Forschung Sporn. (F. d. Bücherei.) 91. Selbst erfinden ist schön: doch glücklich von andren Gefundenes, Fröhlich erkannt und geschätzt: nennst du das weniger dein? (Goethe.) Soweit die deutsche Zunge klingt Und Gott im Himmel Lieder singt Das soll es sein! (E. M. Arndt.) 93.* (Gegenstück zu Nr. 70.) Sprudelt, Ihr unermeßlichen Quellen germanischen Geistes, Läutert die Seele, das Herz labt und verjünget die Welt. 94. Unbekümmert, spöttisch, gewalttätig — so will uns die Weisheit: sie ist ein Weib und liebt immer nur einen Kriegsmanu. (Fr. Nietzsche.) 95. Und es mag an deutschem Wesen Einmal noch die Welt genesen. (E. Geibel.) 663