4724 X- 248, 22. Oktober 1932. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f. d.Dtschn. Buchhandel. Während die im Taumel der Gründerzeit befangenen Zeitgenossen Moellers glaubten, daß Deutschland für alle weiten geeint sei, sah Moeller tiefer, sah, daß eine äußere Machtentfaltung über das Maß der politischen Reife unseres Voltes hinausgegangen war. „Wir haben den Krieg nicht iyi8, nicht 1888, sondern 1872 verloren." Diese Erkenntnis unserer politischen Ahnungslosigkeit, dieser Widerwille gegen eine Generation, die sich über die Abgründe ihrer Existenz mit einem oberfläch lichen Optimismus hinwegtäuschte, trieb Moeller sein ganzes Leben umher. Als Student zog er um die ^Jahrhundertwende von Leipzig nach Berlin in den Kreis frondierender Künstler um Bartsch, Daeubler und Dehmel. Von dort trieb es ihn nach Paris, wo ihm der unüberbrückbare Gegensatz zwischen westlicher und östlicher Welt zum schmerzlichen Erlebnis wurde. Darum gab er gerade von hier aus die Werke Dostojewskis, schon lyoi, heraus. Von Paris trieb es ihn weiter nach Italien. Pier entdeckte er ein junges, primitives Volk, und in diesem Volke sah er zum ersten Male die Wirkung des preußischen Beispiels. So fand Moeller im Spiegel Europas das Bild Deutschlands. An dem Bewußt sein, daß Deutschland einer schweren Erschütterung entgegenging, suchte er sich Rechen schaft zu geben über die Quellen und das Ausmaß unserer nationalen Kraft. So entstand die erste Siederschrift des jetzt aus dem Sachlaß erscheinenden Buches „Das Ewige Reich", sein reifstes und tiefstes Werk. Die großen Männer sind die großen Taten der Sationen.An ihnen fassen sich die Völker gemeinsam zusammen und sprechen sich aus. So wird das Buch zu einer Verlebendigung der ewigen Kräfte, die in unserm Volke schlummern und die immer wieder, wenn die Sot am höchsten, in der Gestalt eines Einzigen ihren elementaren seelischen und geistigen Ausdruck findet. Das Vermächtnis Moellers ist das heilige Erbe der Sation. Der deutsche Buch handel werde zu seinem Mittler.