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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.08.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-08-07
- Erscheinungsdatum
- 07.08.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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^ 182, 7. August 1908. Nichtamtlicher Teil. Böllenblatt s, d. Dtschn. Buchhandel. 8401 amtliche Dolmetscher aller Verleger-Kongresse, der als zuverlässiger Übersetzer, als objektiver Berichterstatter über jedem Zweifel erhaben ist, der »kann auf einmal kein Französisch«, der »irrt nur dann, aber dann auch jedesmal, wenn . .« Wäre es vielleicht nicht doch besser gewesen, die Protokolle über Madrid erst abzuwarten, ehe man »urteilt«? Dieser Fall ist geradezu typisch für die Kampfesweise des Herrn vr. Plenge. Wenn jemand eine Ansicht äußert, die mit der des Herrn vr. Plenge übereinstimmt, dann ist er der »ehrliche Referent«; sobald er aber mit Herrn vr. Plenge nicht übereinstimmt, dann versteht er nichts von der Sache, ja er entstellt und verheimlicht! Aber worin besteht denn nun eigentlich der ungeheure Fehler bei Übersetzung der Resolution? Ich bitte den Leser, den französischen und den deutschen Text, die beide bereits oben mitgeteilt sind, zu vergleichen. Ich vermag keinen anderen Unterschied zu finden, als daß im deutschen Text das Wort »ähnliche« hinzugekommen ist, während die Worte »in einigen Ländern«, wie schon oben erwähnt, weggefallen sind, und bin der Meinung, daß ein vernünftiger Leser den deutschen Text auch mit diesen beiden Fehlern durchaus richtig verstehen wird. Und doch sind die unter 2 und 3 aufgeführten Fehler Herrn vr. Plenge hinreichender Grund zu der Ver dächtigung: »Barbara verlangt tatsächlich mit der Beseitigung der Hinterlegungsexemplare Beseitigung aller anderen in Verbindung mit dem Urheberschutz geforderten Formalitäten strengen Rechts, das Börsenblatt sucht den Anschein zu erwecken, als ob in Madrid jede Art von Hinterlegungs formalitäten, also auch die Hinterlegung von Studien exemplaren, verdammt worden sei!« Die vorstehenden Feststellungen dürften genügen! Zu entscheiden, ob meine Auffassung richtig ist, oder die Or. Plenges, überlasse ich gern einem jeden, der unsere Ausführungen aufmerksam und vorurteilsfrei liest. Ich habe bei nochmaligem genauen Studium der Akten die meinige in vollem Umfang bestätigt gefunden und bin über zeugt, daß Herr vr. Plenge die seinige nur dadurch aufrecht erhalten konnte, daß er die Unterscheidung, die ich von An fang an mit aller Deutlichkeit aufgestellt habe, konsequent ignoriert. Wenn aber Herr vr. Plenge die schweren Verdäch tigungen gegen mich damit zu begründen versucht hat, daß er mir eine Anzahl Sätze entgegenhält, die ich angeblich verheimlicht hätte, so habe ich in Vorstehendem nachgewiesen, daß ich auf einen Teil dieser Sätze verzichten durfte, weil ich ihren Inhalt in der Beweisführung ausreichend erwähnt habe; auf einen anderen Teil, weil sie nicht in dem von vr. Plenge behaupteten, seiner Auffassung günstigen Sinne zu verstehen sind; daß ich endlich den für die gegnerische Anschauung wichtigsten Satz, gegen den alle anderen zurück treten, wörtlich angeführt habe, während Herr vr. Plenge der Wahrheit zuwider behauptet, daß ich ihn überhaupt nicht mitgeteilt habe. Ich will gern annehmen, daß diese letztere Behauptung des Herrn vr. Plenge nur auf einem Versehen beruht. Aber eben deshalb hätte er alle Ursache, sich gegenwärtig zu halten, daß Irren menschlich ist und daß es von einem noch so überzeugten »der Gegner irrt« ein weiter Weg ist bis zu einem »der Gegner fälscht«. Damit aber steht wohl über jedem Zweifel: daß Herr vr. Plenge schlechterdings durch nichts berechtigt gewesen ist, meine bona üäos in Zweifel zu ziehen; daß er seine beleidigenden Verdächtigungen gegen mich in einer Weise erhoben hat, die er nicht verantworten kann. Ich überlasse es jedem unbefangen Denkenden, eine Kampfesweise zu beurteilen, die den Gegner herabsetzt und Börsenblatt sllr den Deutschen Buchhandel. 76. Jahrgang. verdächtigt, statt ihn zu widerlegen; die an Stelle sachlicher Erörterung persönlichen Streit setzt und, statt nach dem Rechten zu suchen, vor allem Recht behalten will. Auf die Sache, der man dient, wirft es sicher kein gutes Licht, wenn man ihr mit solchen Mitteln dient. Wir sind es ja leider schon gewöhnt, daß eine gewisse Presse keine andere Kampfesweise kennt, als daß sie den Gegner mit Schmutz bewirft, ihn verdächtigt und verun glimpft. Es wäre bedauerlich, wenn eine solche, auf die groben Instinkte großer Massen berechnete demagogische Kampfesweise auch in einem Organ sich einbürgerte, das sich als Vertreter akademischer Kreise bezeichnet, wozu es kommen könnte, wenn der Kampf in der hier gekennzeichneten Weise fortgeführt wird. Wenn es sich auch wohl nur um eine kleine Gruppe handelt, die alle Bestrebungen des Buch handels in blinder Befangenheit verurteilt, so wäre es doch im Interesse dauernden fruchtbaren Zusammenwirkens von Buchhandel und Wissenschaft dringend wünschenswert, wenn den unausgesetzten verhetzend wirkenden Anfeindungen end lich ein Ziel gesetzt würde. Den Buchhandel wird aber diese Art von Bekämpfung jedenfalls nicht abhalten, mit voller Sachlichkeit und dem ernsten Streben nach Unparteilichkeit das nachdrücklich zu vertreten, was er für Recht erkannt hat. Ich schließe mit dem Ausdruck des Bedauerns, daß ich genötigt war, so sehr ausführlich zu werden, und mit der Erklärung, daß ich auf eine weitere Polemik nicht eintreten, sondern etwaige neue Angriffe oder Verdächtigungen unbe antwortet lassen werde. Kleine Mitteilungen. Eine amerikanische Bibliothek in Deutschland. — Die Bedeutung Amerikas für die Kultur der Gegenwart wächst immer mehr. Es ist deshalb der Gedanke des Oberbürgermeisters vr. Adickes, in Frankfurt a. Main eine Bibliothek ameri kanischer Bücher und Schriften anzulegen, als sehr glücklich zu bezeichnen. Denn die amerikanische Literatur wird es am besten ermöglichen, in die Besonderheiten des Landes, seine Leistungen, Bestrebungen und Ziele einen zuverlässigen Ein blick zu bekommen. Durch das Zusammenwirken verschie dener Kräfte, besonders auch durch das Entgegenkommen amerikanischer Behörden, Staatsregierungen und Städtever- waltungcn, Universitäten, Akademien und Gesellschaften ist es der Frankfurter Stadtbibliothek gelungen, bis jetzt schon 3500 Bände amerikanischer Werke in einer Sonderabteilung zu vereinen. Dazu besitzt sie 34 amerikanische Zeitschriften. Eine günstige Weiter entwicklung dieser Spezialbibliothek ist sicher zu erwarten. Frank furt a/M. wird somit zu einem Mittelpunkt in Deutschland für das Studium der Geschichte, des Rechtes, der Volkswirtschaft und überhaupt des Kulturlebens Amerikas werden. (Beilage der -Münchener Neuesten Nachrichten«.) * Anthropologen > Kongreß. — Am 3. d. M. wurde in Frankfurt a/M. der 39. Anthropologen-Kongreß durch Professor vr. And ree-München eröffnet. * Nene Bücher, Katalog« re. für Buchhändler. — Lsebrig äaiiro Lerlivsr Luolläruolcor-Vssdüobts. vostsobrikt rum ssobrigjäbrigou Loiuks - tubiläuw von Kakaol voll, Lorlin am 1. August 1908. Loarbsitot von L. Lauwoistor-Lorlio. Lorausgogobsv von Loli u. viele arät, Verlagsbuebbanäluog, Lorlin. 4°. 26 8. Nit Origiual-Vorträt. Die Festschrift bringt nach einer gedrängten Einleitung über die Lage des Buchdruckergewerbes um 1848 ein Lebens bild des Jubilars, wie wir es in Nummer 177 des Börsen blatts in Kürze mitgeteilt haben. Sie ist geschmückt mit einem farbigen Bildnis Rafael Bolls von der Hand Ernst Pickardts, das uns einen erfreulich rüstig dreinschauenden alten Herrn mit dem Militär-Bart der fünfziger Jahre zeigt. Auch die Gebäude, in denen das Geschäft der Firma nacheinander unter gebracht war und gegenwärtig ist, sind im Bilde festgehalten. Die Festschrift macht in ihrem graublauen Umschlag mit in Gold geprägtem Mittelschild einen vornehmen Eindruck. 1097
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