BSrs-n»I°tt,, d. D«". -uchh-ndu. Fertige Bücher. ,ss 75, l. April 19l5. Georg Müller Verlag München, Elisabethftraße 26 G Wertvollen Aufschluß über A geben die kürzlich zur 'Ausgabe gelangten Schriften und Tagebücher ^ Fragmente aus dem Orient»NeueFragmente-Politisch-historische Aufsätze - Tagebücher * herausgegeben und eingeleitet von Ernst Molden und Hans Feigl. 2 Bände geheftet IO Mark, gebunden 15 Mark, Luxusausgabe 30 Mark Es gibt kein zeitgemäßeres Lesen schreibtHugo Wittmann meinem I l spaltigen Feuilleton der Neuen Freien Presse inWicnundsagtweiter: ,,... Schürft man nach den letzten Gründen deö gegenwärtigen Weltkrieges, so stößt man auf die orientalische Frage. Ihr bis zum Ursprung nachzugehen, .in ihrem tausendjährigen Verlause sie nach allen Richtungen hin zu verfolgen, betrachtete I. PH. Failmerayer beinahe als seine Lebensaufgabe. Ausführlich behandelte er sie in den zwei Bänden ,Fragmente aus dem Orients die er 1845... erscheinen ließ. Diese Fragmente, die ikm den Beinamen des Fragmen- tisten zurückließcn, hatten einen ungewöhnlich großen Erfolg. Die berühmte Vorrede, aus welcher der Freisinn des Verfassers im hellsten Fanfarenton erklang, der wissenschaftliche Ernst, dem man hier im schönsten Verein mit der Kraft und Schneidigkeit des Wortes begegnete, dazu die prächtigen Landschaftsschilderungen, ganz durchleuchtet vom exotischen Glanze mvrgenländischcr FrüblingSherrlichkelt, der Stoff, die Sprache, Form und Inhalt, das alles wirkte zusammen, den Leser im Sturme zu erobern. ... Hebbel schrieb, Fallmeraycr gehöre ins goldene Buch der Literatur. Die Zeit war gekommen, seinen Ruhm wieder aufzufrischen. Ein Neudruck eines Teiles seiner Werke erschien kurz vor Ausbruch dcS Krieges, und besser, als sic es ahnen konnten, haben Verleger und Herausgeber dieser zweibändigen AuSwahleinerForderungdcs AugenblickSGcnügegetan. Heute gibt es wa hrhaftg kein zeitgemäßeres Lesen. Draußen toben die Sch lachten, und hier steht geschrieben, warum sie geschlagen werden, warum so viel Unheil über die Welt gekommen und daß des Greuels kein Ende sein kann, solange der nordische Moloch nicht gesättigt oder dem weitaufgesperrten Nachen nicht die Zähne auS- gebrochen werden. Das Buch empfiehlt sich jedem Leser, der über die Gegenwart hinweg blicken und den Anfang der Dinge kennen lernen will So führen uns diese Schilde rungen früherer Zustände immer wieder in die Gegenwart zurück, und der modernste Politiker wird aus diesen zwei Bänden gerade heute tausend Anregungen schöpfen. Wir haben eS gesagt und wiederholen cS: Es gibt keine zeitgemäßere Lektüre." Die Vvssische Zeitung, Berlin, beschließt einen längeren Aufsatz mit den Worten: ... Möchten doch unsere deutschen Staatsmänner und Diplomaten die meisterhaften Aufsätze Fallmerayers, den Fr. Hebbel einst mit Luther, Hamann u. Lessing in Parallele stellte u. von dem einzelnes, wie die Schilderungen der AthoS- klöster, zu denSchmuckstücken deutscherProsa gehört,rechl eifrig studieren u. die richligeNutzanwendung darauS ziehen."