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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.03.1915
- Strukturtyp
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- 1915-03-25
- Erscheinungsdatum
- 25.03.1915
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- Deutsch
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Nr. 6». r^2bM^. V°S^50M.°!üc<Nich°" ^ NgMämd^MrstMLrÄiisöÄ'NeAWnB^ Leipzig, Donnerstag den 25. März 1915. 82. Jahrgang. Redaktioneller Teil. Stuttgarter Briefs. ii. (I siehe Nr. M.) Eine schwäbische Kriegszettmig silr Gefangene. — Der Krieg und bas Weihnachtsgeschäft. — Ein Lob Stuttgarts. — Presse und Buchhandel. — «Schuster, bleib bei deinem Leisten!« — Von unserer Naturalien sammlung: Friedrich Kerz f und Eberhard Kraas 's. »Vs. Vusrrs. äournsl psrioäigus psrsisssnt äursot In xusrre äs 1914/15.« So lautet der Titel einer neuen in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift, die man Wohl in der gegen wärtigen Zeit zu den verdienstlichsten Blättern rechnen darf, die in Deutschland gedruckt werden. Sie bezweckt nicht mehr und nicht weniger, als den Hunderttausenden von Kriegs gefangenen in Deutschland die Augen zu öffnen über die wahren Ursachen des Weltkriegs, und macht es sich zur »heiligen Pflicht, nur die Wahrheit, die strikte und aufrichtige Wahrheit zu sagen« über die Beweggründe und Ursachen des Krieges und seine Entwicklung zu Wasser und zu Lande. Bis auf das Impressum (Schriftleitung: vr. Otto Güntter. — Druck und Verlag: Carl Grüninger. Beide in Stuttgart) und die Quellenzitate ist sie französisch geschrieben, in einem klaren, für den deutschen Leser leicht verständlichen Französisch. Vor mir liegen z. Zt. zwei Nummern (Nr. 1 v. 31. Januar, Nr. 2 v. 1V. Februar), beide 16 Setten Groß-Oktav stark, gut ausgestattet, geheftet und beschnitten, je am Schlüsse den Vermerk tragend: »vss personnss ässirsut s'sboimsr au journsl ou SN sodstsr UN numsro guslsongus (prix 10 I'f.) sont grisss ä'särosssr lour äsmsoäs s I'okllelsr sommsnäsnt Is äsgöt oü sllss 86 trou- vsnt«. Man kann nur wünschen, daß recht viele dieser Blätter den Weg in die Gefangenenlager finden, wenn auch auf der anderen Seite der Verleger den Wunsch nicht übelnehmen wird, daß ein baldiger Friede ein längeres Erscheinen un nötig machen möge. Über England erfahren auch wir Deutschen Neues aus einem in der ersten Nummer erwähnten Buche des Fran zosen Philippe Deschamps: »vss bisnkslts äs l'Loglsterrs!«, das dieser im Jahre l904, dem Entstehungsjahr der Lntsnts eoräisle zwischen Frankreich und England, ge schrieben hat, um seinen Landsleuten die Augen zu öffnen über die Gefahr, die ihnen diese Freundschaft bringen würde. Nach den aus diesem Buche angeführten Zitaten muß man um so mehr bedauern, daß es bisher nicht ins Deutsche übersetzt worden ist. Auch ein Zeugnis eines »amerikanischen Komitees zur Verbreitung der Wahrheit in München« gegen England wird man mit Interesse lesen. Aus den im Börsenblatt veröffentlichten Artikeln über das Weihnachtsgeschäft konnte der aufmerksame Leser viele nützliche,, unmittelbar für den Geschäftsbetrieb ver wertbare Anregungen schöpfen. Uns Stuttgarter werden namentlich auch die warmen Lobsprllche gefreut haben, die man aus Straßburg i. E. (vgl. Nr. 25) der Tätigkeit der hiesigen Barsortimenter spendete. Sie dürften manchen in dem süd deutschen Buchhandelsgebiete lebenden Sortimenter, der noch nicht oder nicht mehr in Stuttgart vertreten ist, zu der Er wägung geführt haben, unsere Stadt neben Leipzig als Kom- misflonsplatz zu wählen bzw. wieder zu wählen, manchen Verleger, hier ausliefern zu lassen. Die rege Stuttgarter Verlagstätigkeit ist auch in der Kriegszeit nicht erlahmt; mit rüstiger Hand hat man das Steuer herumgeworsen, und immer wieder finden wir in den Weihnachtsberichten Stutt garter Bücher erwähnt. Von dem Verhältnis des Buchhandels zu den Zeitungen ist in den Weihnachtsberichten vielfach die Rede gewesen, teilweise hat man die Presse gelobt, mehr jedoch getadelt. Letzteres meines Erachtens vielfach mit Unrecht. Die Zettungsmenschen haben bekanntlich noch viel weniger von dem kostbaren Artikel »Zeit« zur Verfügung als wir viel geplagten Buchhändler, und was sie davon haben, müssen sie unter so viele Berufe verteilen, daß für den einzelnen Stand herzlich wenig übrig bleibt. Der Buchhandel muß ihnen Helsen. Die Presse ist ständig auf der Jagd, nicht bloß nach Inseraten, sondern auch nach neuem, fesselndem Stoff. Der findet sich aber in unseren Büchern mehr als genug, man mutz ihn nur suchen. Dann wird man auch dem Zweibrücker Kollegen zu stimmen, der (in Nr. 24) ausgesprochen hat, datz «durch geschickt abgefaßte Mitteilungen an die Ortspresse über Bücher, durch Anführung von allgemeine Aufmerksamkeit findenden Stellen aus jenen der Verbreitung von Literatur und damit dem Buchhandel viel mehr genützt wurde als durch ellenlange Bücherbesprechungen«. So ein kleiner Reklameartikel (groß soll und darf er nicht sein) ist rascher zusammengeschrieben als manche Sprechsaal-Einsendung für das Börsenblatt, mit der irgend eine Lappalie breitgetreten wird; indem man die Interessen der Zeitung fördert, fördert man zugleich die eigenen. Bezahlte Reklame, durch Anzeigen, sollte dabei nicht vergessen werden; durch gemeinsame Reklame der Lokalvereine werden die Lasten auf mehrere Schultern verteilt und machen sich weniger fühlbar. Ein erfreuliches Resultat darf man Wohl aus den meisten jener Berichte herauslesen: es haben viele, von innerlichem Bedürfnis getrieben, den Weg in die Buchläden gefunden, die ihn bisher noch nicht gegangen waren, außer wenn es sich um Schulbücher handelte. So stellt auch ein Bericht aus der Schweiz fest, datz man jetzt doch immer mehr im großen Publikum davon abkomme, Bücher als reine Luxusartikel an zusehen. Umsomehr hat aber auch unser Beruf die Pflicht, den Schund sernzuh alten. Einem Bericht im »Tagblatt« über die Geburtstagsfeier zu Ehren unseres Königs, die der Württembergische Gesandte in München am 25. Februar für die in dortigen Lazaretten untergebrachten schwäbischen Verwundeten veranstaltet hat, ent nehme ich die Mitteilung, daß die Herren der württembergi- schen Kolonie sie »reichlich mit Schokolade, Zigarren, Brief papier, Notizbüchern und Literaturerzeugnissen (von Hugen« dubel) beschenkt haben«. Weniger erfreulich ist für den Buchhandel die »Schusterei, die nicht bei ihrem Leisten bleibt«, die Verlagsbuddelei. Da liegt vor mir ein Büchlein mit Soldatenliedern, das der Herausgeber »württembergischen Truppenteilen, die diese Liederbüchlein unter ihre Mannschaften verteilen wollen, auf Verlangen kostenlos zur Verfügung stellt«. Da ist ein »Kriegs kochbuch. Bearbeitet: Vorwort von Frau vr. E. Jngelfinger, 393
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