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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.03.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-03-27
- Erscheinungsdatum
- 27.03.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 71, 27. März 1915. ker Rückgang bemerkbar. Das mag vielleicht an der Befürchtung liegen,! die angebotenen Gegenstände möchten unter einer allgemeinen Ent wertung leiden, aber diese Befürchtung ist durch die Preise der bisher abgehaltenen Versteigerungen als ganz grundlos erwiesen. Im Gegen teil muh die Lage als außerordentlich günstig bezeichnet werden. Der regen Nachfrage kommt es natürlich sehr zugute, daß die Geldflüssigkeit überhaupt augenblicklich und zum Teil gerade infolge des Krieges ziemlich groß ist, und dann auch der Umstand, daß das Geld in diesem Jahre ganz und gar im Lande bleibt, da die Auslandsreisen Weg fällen, die gerade von den für Kunsterwerb bestimmten Geldern ein gutes Teil sonst dem Lande entführten. Im ganzen ist auch die Lage des Kunstmarktes ein mächtiger und eindrucksvoller Beweis für die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes und um so eindrucksvoller, als gerade der Kunsthandel in Frankreich und England völlig zu stocken scheint und die englischen Versteigerungen, die sich wohl nicht mehr auf schieben ließen, wie die der Sammlung F. A. G. Hood-London, in Ame rika vorgenommen werden. Schauspieler im Krieg. — »Der neue Weg« veröffentlicht in seiner lebten Nummer eine Kriegsstatistik, nach der bis jetzt im ganzen 1761 Bühnenkünstler eingezogen wurden. 2 davon erwarben das Eiserne Kreuz erster Klasse, 144 das Eiserne Kreuz zweiter Klasse; 161 wur den verwundet, 68 sind gefallen. Bismarcks hundertster Geburtstag. — Herr Rechtsanwalt Or. Th. Wohlfarth in Aschersleben, Schriftleiter der Lenz-Marcksschen Monats schrift »Das Bismarck-Jahr«, schreibt der »Tägl. Rundschau«: An Stelle des geplanten Nationalfestes, das Deutschland zum Gedächtnisse seines Schöpfers am 1. April feiern wollte, wird ein stiller Gedenktag treten. Nur einem geringen Teil unseres Volkes wird es vergönnt sein, sich an den Feiern ernsten Charakters zu beteiligen, die an den größeren Orten veranstaltet werden sollen. Heute hält uns der welt geschichtliche Augenblick so vollständig in seinem Banne, daß trotz all den Gefühlen, die wir gerade jetzt bei der Verteidigung seines Werkes Bismarck gegenüber empfinden, sein hundertster Geburtstag unmög lich so in die Erscheinung treten kann, wie es jeder Deutsche wünscht. Und doch könnte man den Tag auch ans dieser gewaltigen Zeit heraus heben, ihm ein bleibendes Gedächtnis bei der Mit- und Nachwelt sichern. Man lasse ihn zum Stiftnngstage von Vereinigungen werden, die, über alle deutschen Gaue verzweigt, sich zur Aufgabe machen, das Verständ nis für die Person und das Werk Bismarcks durch unermüdliche Ar beit zu fördern und zu vertiefen. Die regelmäßige Veranstaltung von Vorträgen und Vorlesungs-Abenden, an denen der unversiegbare Quell Bismarckschen Geistes- und Gefühlslebens aus seinen Briefen, Reden, Presse-Äußerungen und seinen »Gedanken und Erinnerungen« in das Herz der Hörer geleitet wird, die Anlegung von Bismarck-Büchereien, die Anregung zur Herausgabe neuer Bismarck-Werke wissenschaftlichen und allgemein verständlichen Inhalts und ähnliches wären die Mittel, die die Bismarck-Gedächtnis-Gesellschaften« zur Erreichung ihres Zweckes ^in ihre Satzungen aufzunchmen hätten. Überall, nicht nur in den Provinzialhauptstädten oder sonstigen größeren Orten, sondern auch an kleinen Plätzen müßten sich solche Vereinigungen gründen, um mit ihrer Arbeit wirklich tief jn unser Volk hineinzudringen. Sollte dieser Gedanke auf fruchtbaren Boden fallen und von dafür begeisterten Män nern zur Verwirklichung gebracht werden, dann wäre der hundertste Geburtstag Bismarcks in einer der gewaltigen Zeit in der Geschichte unseres Volkes würdigen Weise gefeiert worden, dann ginge von ihm eine Bewegung aus, die dafür bürgt, daß wir auch in Zukunft — auch in dem uns hoffentlich nach errungenem Siege beschicdenen langen Frie den — erwerbende Erben Bismarckschen Geistes bleiben und nicht zu Epigonen im Schatten des Gewaltigen herabsinken werden. Das walte Gott! Beseitigung und Vermeidung fremdsprachlicher Ausdrücke und Rede weisen. — Die königl. Negierung, Abteilung für Kirchen- und Schul wesen, Düsseldorf, hat nach dem soeben erschienenen Heft 2 des »Zen- iralblattes für die gesamte Nnterrichtsverwaltung in Preußen« unterm 27. August 1914 folgenden Rnnderlaß an die Rektoren der Mittel schulen und die Vorsteherinnen der ihr unterstellten Höheren Mädchen schulen ihres Bezirks gerichtet: Ans der mächtig aufflammendcn Begeisterung und der beispiellosen, alle Stände, Bekenntnisse und Bc- rufsartcn umfassenden Einhelligkeit des deutschen Volkes bei dem Auf ruf zum gegenwärtigen Kriege nehmen wir Veranlassung zu dem Er suchen, unausgesetzt und nachhaltig weit mehr als bisher dahin zu wir ken, daß zunächst im Unterrichte alle fremdsprachlichen Ausdrücke und Redeweisen vermieden werden, fiir die die Muttersprache deutsche Wen dungen bietet. Selbstverständlich werden hierdurch die in die heimische Sprache übergcgangenen Lehnwörter wie auch die grammatischen Aus drücke und Bezeichnungen nicht berührt. Weiterhin sind die Knaben und Mädchen dazu anzuleiten, für die Verantwortlicher Redakteur: Emtl T h^m a 8^ ^ Verlag: ^ ni I Bedürfnisse des täglichen Lebens, für Speisen und Getränke, für kör perliche und geistige Beschäftigungen, für Spiele und Übungen usw. im Gegensatz zu den bisher so beliebten fremdländischen Bezeichnungen deutsche Benennungen zu verwenden und im häuslichen Kreise wie im täglichen Verkehre mit andern heimisch zu machen. Für Bestrebungen dieser Art machen wir auf die von dem Deut schen Sprachverein herausgegebenen Hefte (des Wirkl. Geheimen Ober baurats Dr.-Jng. Or. xllll. Sarrazin) aufmerksam. Wir erinnern endlich auch daran, daß die durch die öffentliche Meinung gebieterisch geforderte Umänderung mancher GeschäftSauf- schriftcn, die in unverständlicher Weise aus fremden Sprachen ent nommen waren, in deutsche Bezeichnungen, auch erziehlich zu ver werten ist. überhaupt ist die Erinnerung an den Geist einer großen Zeit, wie die Gegenwart sie darstellt, zu pflegen und wach zu halten, da sie geeignet ist, den Mut zu stählen, den Sinn zu veredeln und die Liebe zu Kaiser und Reich von neuem fest zu begründen und dauerhaft zu machen. Personalnachrichten. Verleihung des Eisernen Kreuzes. — Das Eiserne Kreuz erhielten ferner die Herren: Willy Dittrich, im Hause G. I. Göschen'sche VerlagShand- lung, G. m. b. H. in Berlin, Leutnant der 3. Landwehr-Division, 9. Ar mee; Paul Frommer, Mitinhaber der Firma P. Schweitzer Nachf. Beyer L Frommer in Breslau, Landsturm-Jnfanterie-Ersatz-Bataillon Nr. 4, unter gleichzeitiger Beförderung zum Unteroffizier; Carl Geß, Großherzogl. Hofbuchhändler, Inhaber der Firma seines Namens in Konstanz, Hauptmann und Kompagnieführer im Landwehr-Jnfanteric-Negiment Nr. 109, nachdem er schon früher mit dem Orden vom Zähringer Löwen 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwer tern ausgezeichnet worden war. Wilhelm Klinkhardt, Mitinhaber der Firma Julius Klink- hardt in Leipzig, Oberleutnant im 6. Bayerischen Chevaulegers-Regi ment und Führer einer Munitions-Kolonne, unter gleichzeitiger Be förderung zum Rittmeister; Friedrich Wilhelm Lauterborn, Inhaber der Firma August Lauterborn in Ludwigshaseu a. Rh., Hauptmann; Hans Reimer, Mitinhaber der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin, Ordonnanz-Offizier im Armee-Oberkommando Falken hausen. Die gleiche Auszeichnung wurde auch Herrn Or. W. Thum, Leutnant der Reserve im Landwehr-Jufanterie-Rcgiment Nr. 65, einem Sohne des Verlegers Jos. Thum in Kevelaer, zuteil. Seit Kriegsausbruch wurde das Eiserne Kreuz nach den bisher im Börsenblatt veröffentlichten Listen einschließlich der vorstehenden an 225 Ange hörige des Buchhandels verliehen, von denen 5 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurden. Gefallen: am 5. Mürz auf einer Leitungs-Patrouille an der Westfront der Reservist im 4. Telegraphen-Bataillon Herr Herbert Scheffler. Eine Granate führte seinen sofortigen Tod herbei. Herr Scheffler war einige Jahre als Gehilfe in A. Bielefeld's Hofbuchhandlung, Liebermann L Cie. in Karlsruhe tätig; am 14. März bei den Kämpfen in den Vogesen, 19 Jahre alt, der Kriegsfreiwillige Herr Joseph Hengeler, bis zum Kriegsausbruch Lehrling im Verlage Jos. Köscl in Kempten. Der für das Vaterland gefallene junge Mann war erst im März 1913 in die Lehre bei obengenannter Firma getreten, hatte es aber verstanden, sich in der kurzen Zeit durch gute Fähig keiten und regen Eifer die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter zu erwerben, die ihm ein ehrendes Andenken be wahren werden; * am 19. März in der Champagne im Alter von 29 Jahren der Gefreite im Neserve-Jnfantcrie-Regiment Nr. 133 Herr Wilhelm Düll, Ritter des Eisernen Kreuzes. Herr Düll war zuletzt zwei Jahre als erster Gehilfe im Hause F. E. Neu- pcrt's Sortimentsbuchhandluug Walter Thuleweit in Plauen i. V. tätig und hatte sich durch seine Strebsamkeit und seinen ehrenhaften Charakter die Zufriedenheit und Anerkennung seines Prinzipals erworben. Nach den bisher an dieser Stelle erschienenen Veröffentlichungen sind seit Kricgsbcginn 149 Be- rufsgcnoffen im Felde gefallen oder ihren im Kampfe für das Vaterland erlittenen Verletzungen «erlegen. verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhaus. Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 (Buchhändlerhaus). 416
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