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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.03.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-03-24
- Erscheinungsdatum
- 24.03.1915
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- Deutsch
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^ 68, 24. März 1915. Redaktioneller Teil. Großer Schaden ist dem Sortiment durch den Zeitungsbuch handel zugefügt worden, der Kriegskarten, -Chroniken und -Ge dichtsammlungen eigenen Verlags herstellte und durch die ihm zu Gebote stehende wirkungsvolle Reklame in großen Mengen ab- sctzte. Die Herausgabe von allen möglichen Kriegsschristen usw. zu wohltätigen Zwecken, die ohne oder nur mit ganz unauskömm lichem Rabatt bei hohen Spesen geliefert werden, ist geradezu als ein Unfug zu bezeichnen, der in solch schwerer Zeit nicht Vor kommen sollte und zu dem vor allen Dingen der angesehene Ver lagsbuchhandel nicht die Hand reichen dürfte. Seit Anfang des Jahres 1914 hat uns in Verbindung mit dem Verein der Buchhändler zu Braunschweig die Forderung der Bibliotheksverwaltung der Herzog!, techn. Hochschule dort von einem Rabatt von 7V-"/» — weil der Vermehrungsetat jetzt 10 000 -/l übersteigt — eingehend beschäftigt. Nach aus führlicher, schriftlicher Darlegung der Notlage des Sortiments buchhandels und nach längeren Unterhandlungen war ein Vor schlag zur Einigung dahingehend, auf Bücher 7V-°/° zu gewähren, die Zeitschriften aber auch hinfort als Nettoartikel zu betrachten, zur beiderseitigen Annahme empfohlen. Nach dem Kriegsaus bruch hat sich die Bibliotheksverwaltung entgegenkommender weise bereit erklärt, die Frage vorläufig bis zum Friedensschluss ruhen zu lassen. Nach Einholung des Einverständnisses der Ausschußmit glieder hat es der Vorstand für gut befunden, sich dem Straf antrage der Franckh'schen Verlagshandlung in Stuttgart gegen die Firma Theodor Alexander Berg hof f in Münster i. Wests, wegen unlauteren Wettbewerbs anzu schließen. Diese Firma machte es ähnlich wie die Firma Gyldahl L Hansen und das Verlagshaus Börse in Berlin; sie versprach den Lösern eines in den Tageszeitungen abgedruckten kinderleichten Scheinpreis rätsels Bücher als Prämien kostenlos. Die ganze Sache lief aber darauf hinaus, daß der Löser des Preisrätsels nur dann eine Prämie bekam, wenn er -lk 2.95 für den Roman »Lagerlöf, Jeru salem« einschickte und sich außerdem verpflichtete, die Porto unkosten für die Zusendung der Prämie zu tragen. Die ganze Verteilung der Prämie, die auch Wohl danach gewesen sein mag, bezweckte nur, das Werk »Lagerlöf, Jerusalem« in großer Auf lage abzusetzen und dadurch ein gutes Geschäft zu machen. Von einem Ergebnis der Klage haben wir noch nichts gehört. Von der Kommission, die zur Durchberatung der auf dem vorigen Verbandstage eingebrachten Anträge des Herrn Georg Schmidt in Hannover und der Anträge l)r. Lehm a n n usw. eingesetzt war, tagten am 7. April die Herren Drowatzky- Hannover, E h r i ch - Hameln, S ch m o r l - Hannover, Wende« b o u r g-Hannover unter dem Vorsitz des Herrn Georg Schmidt-Hannover im Geschäftshaus der Hahnschen Buch handlung. Die von Herrn Schmidt vorgeschlagene Ände rung zu 8 4 der Verkehrsordnung betreffs zeitweiliger Aufhebung des Ladenpreises für Bücher in einzelnen Städten, in denen dem Buchhandel nicht angeschlossene Warenhäuser vorhanden sind, wurde als undurchführbar abgelehnt. Die gewünschte Verschär fung betreffs der Abgabe von Büchern an Zwischenhändler gegen Verpflichtungsschein zur Erhaltung des Ladenpreises soll als Er gänzung zu K 4, 3 derselben Ordnung beantragt werden. Die vorgeschlagene Bestimmung: Wiederverkäufern, die gegen die Verlaufs- und Verkehrsordnung geflissentlich verstoßen haben, eigenen Verlag gar nicht oder nur mit Rabattbeschränkung, frem den Verlag gegen den Willen des Verlegers überhaupt nicht zu vermitteln, fand sich bereits an anderer Stelle und in anderer Fassung in der Verkehrsordnung. Die Festsetzung eines Höchst rabatts von 15 bis 1k?///» an gewerbsmäßige Wiederverkäufer soll zu K 3 Abs. 5 der Verkaufsordnung vorgeschlagen werden. Dieser Antrag sollte verbandsseitig gestellt werden. Leider lies derselbe beim Börsenverein verspätet ein, so daß wir uns darauf beschränken mutzten, ihn von zehn Mitgliedern unterzeichnet erneut einzubringen. In der Versammlung des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine O.-M. 1914, an der sowohl wie an der Börsenvereins-Versammlung nur Herr Hargens als Abgeord neter teilnahm, weil Herr Grass im letzten Augenblick noch ver hindert wurde mitzufahren, nahm Herr Schmidt selbst eine passende Gelegenheit wahr, diese Wünsche unter dem Beifall der Versammlung eingehend zu erwähnen, mußte den Antrag dann aber später, als er zur Verhandlung kommen sollte, der vorgerückten Zeit wegen zurückziehen und darum ersuchen, den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Herbstkonferenz zu setzen. Leider hat diese durch den Kriegsausbruch nicht stattfin den können, und somit ist ein Ergebnis der geleisteten Arbeit bis lang nicht zu melden. Über die gleichzeitig stattgefundene Durch beratung der vr. Lehmann scheu Anträge in dieser Kommission wird Ihnen, wenn Sie es wünschen, nachher kurz Bericht erstattet werden können. Den breitesten Raum in den vorjährigen O.-M.-Verhand- lungen des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine im deutschen Buchhandel nahmen die Auseinandersetzungen über die Einrich tung der Bibliographischen Abteilung des Börsenvereins ein. Diese Gründung und der Erwerb des Verlagsrechts von Kah- sers Bücherlexikon ist dort bewilligt worden. Dem Börsenverein ist dadurch nun die Aufgabe zugesallen, die Erscheinungen des deut schen Buchhandels unter Benutzung der Bestände der Deutschen Bücherei bibliographisch zu verwerten und das gewonnene Ma terial durch Kataloge dem Gesamtbuchhandel zugängig zu machen. Der neue Band des Kahserschen Bücherlexikons wird die Jahre 1911 bis 1914 umfassen und an Vollständigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit sicher allen billigen Anforderungen gerecht wer den. Dies Vertrauen können wir auch zu dieser Arbeit des Bör senvereins haben. Möge die gleichzeitig gehegte Hoffnung des Buchhandels, daß dadurch das Katalogmaterial billiger werde, in Erfüllung gehen! Noch eine Sache möchten wir hier erwähnen, die der Vor stand des Börsenvereins in Verbindung mit der Deutschen Bü cherei eingerichtet hat. Es handelt sich um die Sammlung der Kriegsliteratur der Gegenwart für die Deutsche Bücherei, die im Börsenblatt vom 3. Oktober 1914 ausführlich gekennzeichnet ist. Durch den Krieg veranlaßte Drucke, die nicht im Buchhandel er scheinen und zum Teil überhaupt kaum in den Handel kommen, sollen vor ihrem Verschwinden in zwei Exemplaren aufgekauft und der Deutschen Bücherei übermittelt werden. Die Ausgabe solcher Erscheinungen ist von auswärts sehr schwer zu beobachten, und leider sind sie häufig verhältnismäßig schnell vergriffen. Per sönliche Verbindungen unserer Mitglieder mit Selbstberlegern, Druckern, Behörden und Gesellschaften können der geschichtlich wertvoll werdenden Sammlung sehr nützlich fein. In größeren Städten unseres Verbandsbezirks haben wir damals einzelne Firmen ersucht, der Sache ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Um unsere Mithilfe auch heute zu bekunden, richten wir an Sie alle die freundliche Bitte, auf derartige Erscheinungen zu achten und Ihrem Vorstand oder der Deutschen Bücherei von Entdeckungen dieser Art Mitteilung zu machen; entstehende Unkosten werden von der Bücherei zurückerstattet. Am Schluß unseres vorigen Jahresberichtes gedachten wir der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig und empfahlen Ihnen dringend, den Besuch derselben nicht zu versäumen. Das Unternehmen hat alle Erwartungen llbertroffen. Die in größter Reichhaltigkeit ausgestellten Gegen stände waren mit einer großen Sorgfalt zusammengetragen und ließen in ihrer übersichtlichen Anordnung die Aufwendung eines unendlichen Fleißes erkennen, so daß man nur der größten Be wunderung über das Gebotene Ausdruck geben kann. Tief zu beklagen ist es, daß durch den Kriegsausbruch viele unserer Kol legen und auch manche unserer Angestellten, denen teilweise staat liche Beihilfe zugesagt war, verhindert wurden, die großen dort gezeigten Errungenschaften der letzten Jahre kennen zu lernen. Am Ende unseres Berichtes angelangt, möchten wir noch dem aufrichtigen Wunsche Ausdruck geben, daß es uns allen ver gönnt sei, die harten Prüfungen der kommenden Zeit glücklich zu überstehen, damit wir uns gemeinschaftlich des sehnlichst erhoff ten, glänzenden Sieges freuen können. Großes hat Deutschland in langen Friedensjahren auf allen Gebieten errungen, das Größte aber soll in diesem Jahre unser deutsches Schwert er ringen. 387
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