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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.03.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-03-17
- Erscheinungsdatum
- 17.03.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 62, 17. März 191S. Post. — In Dänemark, Österreich und den Nieder landen ist das Umrechnungsverhältnis für Postanweisungen nach Deutschland von den Landespostvcrwaltungen neu festgesetzt worden, und zwar in Dänemark auf 85 Kronen 50 Ore — 100 Mark, in Öster reich auf 7.CLllark und in den Niederlanden auf 53 Gul den — 100 Mark. Die französische Theaterzensur verbot nach der »Humanite« die Aufführung von Stücken von Molisre und Corneille, weil die Zensur keine Zeit habe, die fraglichen Stücke nochmals zu lesen. Bekanntmachung, betreffend das Außerkrafttreten des Freund schafts-, Handels-, Schiffahrts- und Konsularvertrags zwischen dem Deutschen Reiche und dem Freistaat Guatemala. Vom 14. März 1915. — Der zwischen dem Deutschen Reiche und dem Freistaat Guatemala am 20. September 1887 abgeschlossene Freundschafts-, Handels-, Schiffahrts- und Konsularvertrag (Reichs-Gesetzbl. 1888 S. 238) ist von der Negierung des Freistaates Guatemala gekündigt worden und tritt mit dem Ablauf des heutigen Tages außer Kraft. Berlin, den 14. März 1915. Der Reichskanzler. Im Aufträge: Zimmermann. PerssnMikchrichttli. Verleihung des Eisernen Kreuzes. — Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt Herr Günther Werckmeister, Sohn des Inhabers der Photographischen Gesellschaft, Berlin - Charlottenburg, und Prokurist dieser Firma. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden ausgezeichnet die Herren: Hugo Beyer, im Hause Brockhoff L Schwalbe in Mannheim, im Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 40, unter gleichzeitiger Beför derung zum Leutnant; Georg Lehmann, von der Firma Entenhaus. Georg Lehmann in Stuttgart, Offizier-Stellvertreter im Infanterie-Regiment Nr. 125; Otto Vetter, im Hause Verlag des Seitzschen Werkes Alfred Kernen in Stuttgart, Leutnant und Bataillons-Adjutant im Landwehr- Jnfanterie-Regiment Nr. 121; Eberhard Mieders heim, im Hause Adolf Bonz L Comp, in Stuttgart, Leutnant der Reserve im Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 12k. Gefallen: im Kampfe fürs Vaterland im Osten Herr Heinrich Meyer aus Halle i. Wests., Kriegsfreiwilliger in einem Reserve-Jn- fanterie-Negiment, 21 Jahre alt. Er war ein treuer Mitarbeiter der Firma Ludwig Koch in Goslar a. Harz; ferner am 22. Februar bei einem siegreichen Sturmangriff im Argonner-Wald Herr Carl Otto Schmidt, Offizier-Stell vertreter im 3. Lothr. Infanterie-Regiment Nr. 135, Ritter des Eisernen Kreuzes. Schon 1870 kämpfte Herr Schmidt, in dem die Firma Philipp Neclam jun., Leipzig, einen langjährigen treuen Mitarbeiter verliert, als 18jähriger Kriegsfreiwilliger mit. Jetzt stellte er sich als 63jähriger wiederum dem Vater lande in jugendlicher Begeisterung zur Verfügung; am 7. März in den Karpathen Herr Karl Storch, Offizier- Stellvertreter im Alter von 26 Jahren, den Lesern des Börsen blattes bekannt geworden durch seine Artikelserie »Etwas vom feldgrauen Buchhändler« u. a. Beiträge. Als jüngster Sohn Karl Storchs, Pastors an der Ulrichkirche zu Magdeburg, ge boren, hatte der so früh verstorbene Berufsgenossc in der Creutz- schen Buchhandlung (Max Kretschmann) in Magdeburg seine Lehre bestanden und war dann als Gehilfe bet Wolfs L Ho- horst Nachf. in Hannover, der Freyschen Hofbuchhandlung in Ulm und bis zum Kriegsausbruch in der Kunsthandlung von Ernst Arnold in Dresden tätig. Nach zahlreichen, glücklich überstandenen Gefechten in Frankreich wurde er im Oktober 1914 vor Arras schwer verwundet und nach Neuruppin ins Lazarett gebracht, wo über Erwarten seine Wunde (Lungenschuß) so rasch heilte, daß er am 28. Ja nuar 1915 als Feldwebel mit der kaiserlich deutschen Südarmee nach den Karpathen ziehen konnte. Von den Strapazen, die der kurz darauf zum Offizier-Stellvertreter ernannte junge Krieger und seine Kameraden dort zu ertragen hatten, gibt sein letzter Artikel, datiert »in den Karpathen, 1. März 1915«, der demnächst im Börsenblatt zum Abdruck kommen soll, ein anschauliches, wenn auch dichterisch verklärtes Bild. Ein starker, lebensbeja- VeranMwrllichcr Ncdakie^r: Emil Th o m n ö. — Bering: Dcr^ B ^ * i e n A6N hender Optimismus war überhaupt der Gruudzug seines We sens, wohl ein Erbe des Vaters, dessen »Stille Wege«, »Aber der Wagen rollt«, »Eulen und Meerkatzen«, »Münchhausens Posthorn« (sämtlich Creutz, Magdeburg) längst eine treue Leser gemeinde gefunden haben. »Wir haben hier schwierigen Stand, aber wir müssen durch!«, heißt eS in dem Begleitschreiben zu der letzten Arbeit des »feldgrauen Buchhändlers«, die den be zeichnenden Titel »Im weißen Schnee« führt. Wen die Götter lieb haben, den lassen sie jung sterben. Am 7. März ist Karl Storch gefallen und hat im weißen Schnee seine letzte Ruhestätte gefunden. Er ist, aller irdischen Kämpfe enthoben, »durch«, wenn auch vielleicht in anderem Sinne, als er und wir gehofft haben. Ein für seinen Beruf und alles Schöne und Gute be geisterter Weggenosse ist mit ihm dahingegangen, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Alfred Thoma — In Karlsruhe ist kürzlich der Studienrat Pro fessor Alfred Thoma im Alter von 71 Jahren gestorben. Er hat eine ansehnliche Zahl von Werken auf dem Gebiete der wissenschaftlichen -nid der volkstümlichen Literatur veröffentlicht. Thor Lange f. — Der dänische Dichter und Übersetzer griechischer, lateinischer und russischer Poesie, Thor Lange, ist im Alter von 64 Jah ren in einer Heilanstalt in Kiew an Lungenentzündung gestorben. Er gehörte zu den jungen dänischen altklassischen Philologen der Madvig- Ichen Schule, die anfangs der 70er Jahre vorigen Jahrhunderts als Lehrer nach Rußland berufen wurden. Lange hat dort Jahrzehnte hin durch als Lehrer (u. a. an der Moskauer Sprachenakademie) gewirkt. SMtzsaal. Zur Schulbllcherfrage. (Vgl. zuletzt Nr. 59.> Aus den Sprechsaalartikel des Herrn Carins-Darmstadt sei kurz darauf hingewiefen, dah die meisten Schulbücher schon seit Jahren bei Neuauslagen gar nicht oder nur wenig verändert worden find. Oft ist die neue Auslage sogar von denselben Stereotypplatten gedruckt und unterscheidet sich von der alten nur durch die Auslagebezetchnung und die Jahreszahl. Trotzdem kommt es leider nicht selten vor, daß ein Lehrer die Benutzung dieser zwei ganz oder fast ganz übereinstim menden Auflagen nicht zuläßt und die Schüler dem Buchhändler die ältere Auslage zurückgeben. In solchen Fällen kann sich letzterer vor Schaden bewahren, wenn er dem betr. Lehrer nachdrücklich aus die Verordnung des Ministers der geistlichen re. Angelegenheiten vom iä. März 1SÜ7 hinivelst, nach der der Gebrauch älterer Auflagen oon Schulbüchern nicht zu beanstanden ist, wenn diese im wesent lichen mit der neuesten übereinstimmen. In diesem Sinne versügten auch die Kultusministerien der anderen deutschen Bundesstaaten. ?,ch habe Sonberabzllge dieser Verfügung drucken lasten und stelle laiche meinen Geschäftsfreunden bei Bedarf unberechnet zur Verfügung. Das Beispiel, das Herr Cartus von den „Klugen" und „Dummen" »»führt, ist jedoch in vielen Fällen nicht richtig. Wer rechtzeitig bestellt, ist säst immer im Vorteil und macht das Geschäft mit den Vorräten der zurzeit gültigen Auflage. Wer bis kurz vor Schulanfang mit der Bestellung wartet, wird sehr oft die Ersahrung machen müssen, daß die Auslage beim Verleger ausoer- kaust und der Neudruck erst in einiger Zeit fertig wird, oder daß der Buchbinder des Verlegers nicht so schnell genügend Vorräte binden kann. Wenn dann die neue Auflage eintrtfft, ist der Bedarf sehr oft längst von der Firma gedeckt, die die seitherige Auflage liefern konnte. Bei denjenigen Büchern, die jedes Jahr mit neuen Jahreszahlen erscheinen, ist es gar nicht anders denkbar, als daß mehrere Auflagen gleichzeitig im Handel sind. Sache des Buchhändlers muß es sein, die Schulleiter und Lehrer über die Verfügung ihrer Vorgesetzten Be hörde in allen Fällen aufzuklären und darauf hinzuwtrken, daß die Verordnung beachtet wird. Der Vorstand des Börsenoereins hat sich vor einigen Jahren an alle deutschen Bundesregierungen gewandt und allgemein erreicht, daß die Verfügung, wenig veränderte Auflagen gleich zeitig beim Unterricht zuzulasten, den Schulen nochmals zur Kenntnis gebracht worden tst. Es liegt an dem Buchhändler, aus solche Ver- sligungcn immer wieder hinzuwctsen, da sie sonst in Vergessenheit kommen und die Zusagen, die mit vieler Mühe erlangt sind, auf- gegeben werden. Leipzig, den 15. März 1915. K. F. Koehler, Barsortiment. verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhaus. Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 lBuchhändlerhaus). *
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