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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.03.1915
- Strukturtyp
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- 1915-03-17
- Erscheinungsdatum
- 17.03.1915
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- Deutsch
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^ 62, 17. März 1915. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. tolle Bismarck« von Walter Harlan (1900) ist zwar nicht bedeutend, aber doch ganz anständig, Otto Geroks dramatische Dichtung »Bismarck. In 5 Bildern, nach den Gedanken und Erinnerungen«, die 1913 erschienen ist, kenne ich wieder nicht. Es gehört sehr viel Mut dazu, sich schon jetzt dramatisch an Bismarck heranzuwagen. Von Bismarck-Bilderbüchern hat sich C. W. Allers' -Unser Bismarck« (Union, Stuttgart, 12 ^ doch wohl im Vordergrund behauptet, obwohl natürlich die Lenbachschen Bilder die bedeutendsten und wichtigsten Bismarck-Erinne rungen auf diesem Felde sind. »Wie sah Bismarck aus?,, das untersucht eine Schrist von Fritz Stahl, die 1905 bei Gg. Reimer in Berlin (Preis 3 ^!-> erschienen ist. Kleinere Bismarck-Bilderbücher sind »Bismarck«, 200 Bilder mit Text von Walter Stein (Montanus, 2 und ein »Bismarck-Bilder- buch, Bismarck und seine Zeit im Bilde« (1.90 ^ und 3 >(). Karl Bauer hat ein größeres Bismarck-Wand bild und eine Bildermappe mit 6 Zeichnungen (beides Stiftungsverlag) herausgegeben. Großen Reiz besitzt immer noch das »Bismarck-Album des Kladderadatsch 1849—1898«, das über 30 Auflagen erlebt hat (A. Hosmann L Co., Berlin, 3 ^S). Ein neues Werk über »Bismarck im Spiegel der Karikatur und Anekdote« mit 250 Textbildern und 20 Tafeln veröffentlicht soeben Paul Liman (Preis 14 V6). Selbstverständlich bin ich mir bewußt, daß diese Ausstellung sehr viele Lücken und auch Fehler hat, aber die Hauptsachen bringt sie, wie ich glaube. Trotz zu Wecken und die Überhebung auf Kosten der besseren Ein sicht zu fördem. In der an zweiter Stelle genannten Broschüre ist sehr glücklich darauf hingewiesen, daß »in Metz nach der Mo bilmachung keine Taschenausgabe von Goethes Faust mehr zu haben war«. Vielleicht unterzieht sich Rauscher, ehe er wieder solche Broschüren schreibt, einmal in einem größeren Sortiment der Mühe, einige Zeit zu beobachten, was vom Publikum ver langt, bzw. was vom Sortimenter empfohlen und dann gekauft wird! Weiß er auch, was unsere Soldaten lesen und wonach sie verlangen? Auch die »absichtliche« Literatur hat schließlich ihre gute Berechtigung. Der tüchtige Buchhändler wird cs aber bei der Reklame durch den Reklameausschuß am Orte, auch beim Abonnentensammeln auf Zeitschriften durch Angestellte nicht bewenden lassen. Hat der Krieg ein Gutes, so ist es dieses, daß der Kaufmann endlich ein mal die Zeit findet, die ihm immer fehlte, um seine eigenen Angelegenheiten ordentlich zu erledigen. Man kann sich Wohl der berechtigten Hoffnung hingeben, daß, wenn nicht etwa Personalmangel eintritt, besser abgerechnet, das Zurück- verlangte schneller und rechtzeitig remittiert, das Nach- schlagematerial besser geordnet, der Laden und das Lager besser aufgeräumt, die Buchführung exakter gehandhabt, den Kunden prompter Rechnung erteilt, eine Mahnung zum richtigen Zeit punkt hinausgesandt, der faule Pumper regelrecht verklagt, durch greifende Reklame gemacht und das Schaufenster gut ausge stattet wird! Ach ja, das ... . Schaufenster! Reklame in Kriegszeiterr. Von Fritz Würtz, Berlin-Steglitz. kFm'tsetzung zu Nr. 59—6>.j Das gegebene Rellamematerial für Weihnachten 1914 waren u. «. der Prospekt des Deutschen Verlegerbcreins und Roseggers Aufruf »Deutsche Weihnachten!« (Volckmar). Es heißt zwar in Volckmars Anschreiben: »Zum Bücherlesen, nicht zum Bücherkauf wird unser Volk ermahnt. Auch ohne neue Kosten kann aus den reichen Bücherschätzen, die in den öffentlichen Bibliotheken oder i» den Familien schlummern, viel Segen geschöpft werden«, weil »der Aufruf lediglich einem ideellen und keinerlei geschäftlichen Zweck dient«. Na, zweifellos können unsere Schriftsteller nicht darauf verzichten, daß der Buchhändler auch ihre Bücher ver kauft, denn sonst könnten sie wohl — bis auf Ausnahmen — ihre segensreiche Tätigkeit kaum ausüben. Das braucht man aber nicht tragisch zu nehmen, denn davon steht nichtsin diesem Aus ruf. Rosegger sagt vielmehr darin: »Kein vornehmeres Ge schenk, als das Buch; in schwerer Zeit keine glücklichere Insel der Seligen«. Also Geschenk — Anschaffung, wohlgemcrkt, eine An regung zum Bücher kauf! Ganz in der Ordnung. Das Publi kum ist auch kaufkräftig. Das entsprechende Anschreiben von Koehler ist zu lang und auch nicht besonders gut ausgestattet. Aus dem Rahmen fallen nur die beiden, schon früher im Börsenblatt besprochenen Schriften »Ulrich Rauscher, Der Krieg und die Literatur« (Erweiterter Katalog des Verlages Georg Müller, München, Weihnachten 1914) und »Wethnachtsbücher im Kriegsjahr 1914. Herausgegeben vom Münchener Verlage und überreicht vom deutschen Buchhandel«. Die beste Ausstellung auf der »Bugra« hatten die Münchener Verleger, die besten Propa- gandaschristen bringen sie heraus. Gerade die letztere ist es, die mir als die Propagandaschrist — in bezug auf Anordnung — in Frage zu kommen scheint. Von kleinen Mängeln — dürf tiger Umschlag und teilweise unansehnliche Abbildungen — könnte man absehen. Was mir an Müllers Katalog nicht gefällt, sind manche Worte Rauschers, die mir — zum mindesten mit Rück sicht auf den Ort ihrer Darlegung — nicht behagen wollen. Ge wiß ist es nützlich mit eisernem Besen zu kehren, wenn man Unrat beseitigen will. Gewiß ist es angebracht, dem verständigen Men schen «inen Spiegel vorzuhalten, damit er sich betrachte, und cs ist gut, ihn auf seine Schwächen aufmerksam zu machen, damit er sie erkenne und sie zu beseitigen trachte. Aber alles als schlecht hinzustellen und durchweg zu verdammen, ist mindestens unklug und unangebracht, wenn nicht falsch und nur geeignet, den Das Schaufenster, die denkbar vorteilhafteste Re klamemöglichkeit des Sortimenters, hat auch im Kriege leider kein anderes Aussehen bekommen. Man sollte meinen, daß die herrschende Einseitigkeit Grund genug wäre, zu versuchen, dem Schaufenster, dem Spiegel des Buchladens, ein entsprechendes Aussehen zu geben. Hat der Sortimenter Zeit, so sollte ihn doch die Lust ankommen, sich mehr mit seinem Schaufenster zu beschäf tigen, sich in sein Wesen und seine mögliche, zu steigernde An ziehungskraft zu vertiefen und zu versuchen, ihm die besten Sei ften abzugewinnen. Es ist mir unverständlich, daß sich zwar so viele sogenannte Bastler unter den Jungens befinden, die sich um die Herstellung aller möglichen und unmöglichen Tinge große Mühe geben, daß dagegen so wenige Erwachsene, Chefs und An- ! gestellte, zu beobachten sind, die der Ausgestaltung des Schaufen sters (und auch des Ladens) liebevolle Aufmerksamkeit und ein regelrechtes Studium widmen. Immer hinein damit, noch mehr, soviel wie Platz hat!, lautet leider meistens das Losungswort, und schließlich ist auch diese Arbeit für die nächsten vier Wochen glücklich wieder einmal ge macht. Kommen inzwischen ein- oder zweimal wöchentlich Bal len mit Neuigkeiten aus Leipzig, so wird immer noch dieses oder jenes neue Buch — natürlich eines immer an vorteilhafterem Platz als das andere — noch hineingepfercht. Karten, Bücher titel, Plakate, Besprechungen u. a. m. folgen, die Scheibe wird verklebt, von der Decke baumeln Musikinstrumente — so sieht Buchhändlers Schaufenster aus! Man soll sich aber auch nicht in Gegensätzen bewegen und etwa ein ziemlich leeres Fenster bieten. Ob eine künstlerische Innenaus stattung mit Darbietung einiger besonderen Werke für vornehm stes Publikum, oder ob die Stapelung wie im Fenster eines Wa renhauses, oder ob eine reichliche, aber nicht übertriebene Dar bietung einer größeren Anzahl von Schriftwerken geboten ist, muß letzten Endes der Sortimenter selbst entscheiden, dem auch eine gewisse Erfahrung das Recht auf Bestimmung über die Art des Aussehens seines Fensters gibt. Man soll auch das Wesen der Reklame nicht verkennen, deren Endzweck immer und nur Steigerung des geschäftlichen Erfolges ist und bleiben wird. Es wäre grundfalsch, das Fenster eines Buchladens im Zentrum, Osten oder Norden ebenso dezent und vornehm wie dasjenige eines erstklassigen Sortiments im Westen auszustatten, um das Publiktim zu »bilden« und zu »erziehen«. Man muß als Kaufmann zunächst einmal dem Publikum das bieten, was es von einem erwartet. Man soll also auch das Fenster so ausstatten, wie es die daran vorüberflutenden Käufer zu sehen wünschen. Kann man mit der Zeit zur Veredelung des 357
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