Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.09.1936
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- 1936-09-01
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- 01.09.1936
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Nummer 203, 1, September 1938 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel bewies, oder Bücher, in denen man die Arbeitskameradschaft zwi schen Lichtbildner und Schriftsteller spürte. Häufig aber waren solche Fälle nicht, aus der Produktion dieses Jahres ließen sich nur wenige Beispiele anführen. Problematisch wird auch immer die Ausstattung sein durch Anwendung von Photos und Zeichnun gen im gleichen Werke, denn hier arbeiten drei verschiedene Kräfte, die sich noch schwerer zu einer Einheit verschmelzen lassen, wie die oben erwähnten zwei und von denen sich zwei schon in ihrer Technik grundsätzlich unterscheiden. Daß wir diese Art der Illustration in wissenschaftlichen Werken nicht vermissen können, ist selbstverständlich. Hier erfüllt ja das Bild auch einen ganz anderen Zweck als im rein schriftstellerischen, unterhalten den Buch. Dort ist das Bild eine notwendige Ergänzung und eine Erklärung des Wortes, hier ist es eine Ausschmückung des Erzählten. Und nun noch eine andere Beobachtung, die nach Durchsicht von mehr als hundert illustrierten Büchern hier niedergeschrieben sei. Wie dem gestaltenden Künstler gelingen auch dem Lichtbildner einzelne Bilder besser, andere weniger gut. Daß sich der Verleger aus einem Bildarchiv natürlich die am besten gelungenen heraus sucht, ist selbstverständlich. Daß nun aber gleichzeitig oder in ge ringem zeitlichen Abstand mehrere Verleger sich gerade alle das gleiche Bild oder die gleichen oder ähnlichen Bilder für ein Buch heraussuchen, ist nicht nötig. Und doch ist das so häufig der Fall! Der Käufer wird natürlich immer enttäuscht sein, wenn er sich auf neue Bilder freut und schon gesehene immer wieder findet. Als Beispiel sei ein Bild genannt, das eigentlich gegenwärtig keinem Buchhändler mehr unbekannt ist: ein Bild aus dem Arbeitsdienst mit einer aufwärts marschierenden Arbeits- dienstkolonne, auf dem sich die Körper der Männer schattenbild artig vom Himmel abheben (Aufnahme: Scherl-Archiv). Dieses Bild wurde zum erstenmal gezeigt in der großen Berliner Aus stellung 1934 »Deutsches Volk — Deutsche Arbeit«. Im Zusam menhang damit erschien damals eine Sondernummer der Zeit schrift »Buch und Volk« unter dem Titel »Von der Ehre der deut schen Arbeit«, auf dessen Umschlag dieses Bild in einem sehr glück lichen neuen Ausschnitt aus einem besprochenen Buch zu sehen war. Kurz nachher fand man es in einem Bildwerk und es war auch in allen ähnlichen späteren Erscheinungen zu finden. Es ist anzunehmen, daß es auch in zukünftigen wieder anftaucht, ob gleich es bestimmt viele Bilder gibt, die dieses jetzt ersetzen könnten. Wie es hier war, war es noch in vielen hundert Fällen. Leider fehlt zur Aufzählung der nötige Raum. Immer wieder begegnet man in ausgesprochenen Bildbüchern Aufnahmen, die einem längst bekannt sind und man ist manchmal geneigt, den Hut abzunehmen, um sie als alte Vertraute zu begrüßen. Daß diese Tatsache dem Absatz des illustrierten Buches oder dem reinen Bildbuch ab träglich ist, mag jedem klar sein. Dazu kommt, daß der Buch käufer eine große Anzahl von Bildern täglich in Tageszeitungen und Illustrierten vorgesetzt bekommt. Die meisten dieser Bilder haben ihren Zweck mit dieser Veröffentlichung erfüllt und der Käufer kann verlangen, wenn er schon das Geld für ein Bild buch ausgibt, daß er wirklich neue, neuartige Bilder sieht. Warum hat man noch nicht den Mut zum neuartig gesehenen, zum eigenartigen Bild? Auch dieses findet man in Archiven, aber man läßt es fort, weil es sich vielleicht zu stark vom Herkömm lichen unterscheidet. »Linse merkt alles« heißt eine häufig wiederkehrende Bildberichterstattung des »Angriff«. Ja, es ist so! Hier sehen wir neue Bilder, eigenartige, nicht das Alltägliche. Gerade solche Bilder aber sind zur Buchillustration viel besser geeignet als die, die in allen Tageszeitungen erscheinen (durch Materndienste in den Provinzblättern). Man soll auch nicht ver gessen, daß der Buchkäufer heute von großen Veranstaltungen die lebenden'Bilder noch im Film sieht. Warum meint man, man müßte diese Bilder auch im Buch zeigen? Dort begrüßt er sie, weil er sie zum erstenmal erblickt, hier erscheinen sie ihm längst überholt, weil das Buch naturgemäß erst viel später erscheinen kann als die Wochenschau oder die Zeitung. Es gibt aber von vielen Veranstaltungen — hier ist besonders an die Bildbücher danach gedacht — Bilder, die über den Tag hinaus Bedeutung haben, diese gilt es zu finden. Erst wenn die Bildbücher in Zu kunft mit mehr Überlegung, sorgfältigerer Auswahl zusammen- 752 gestellt werden, dürfen wir hoffen, daß der Käufer sich wieder zu ihnen findet, anders wird das nicht der Fall sein. Die Olympischen Spiele waren wieder eine Angelegenheit, die manchen Verlag anregte, ein Buch darüber zu schaffen. Hoffentlich müssen wir nicht im Herbst oder gar noch später alle die Bilder noch einmal sehen, die wir in Tageszeitungen jeden Tag betrachteten! Wer ein Buch ausstattet mit Bildern, »die man nicht alle Tage« sieht, der wird hoffen können, daß er dafür Liebhaber findet. Ganz ähn liches gilt auch für die Bildjahrweiser. Wer hier im Herbst sich nur einmal die Mühe macht und sich etliche Dutzend der Jahr weiser bereit legt, um die Bilder zu vergleichen, der wird mit Be dauern feststellen müssen, wie wenig abwechslungsreich die Bild auswahl ist. Nur wenige Bilder findet man, von denen man sagen kann, daß sie wirklich etwas Neues bieten. Bildbücher, überhaupt die zahlreichen Broschüren der gegenwärtigen Zeit, sind etwas Vergänglicheres als ein dichterisches Buch, schon aus diesem Grunde wird sich der Käufer nicht so leicht für sie entscheiden, wenn er es aber doch tut, dann dürfen wir ihn nicht enttäuschen, dann soll auch das kleinste ein geschlossenes Ganzes und Neues, ein Kunstwerk sein. Anders liegen die Dinge beim Buch, das von einem Künstler mit Zeichnungen geschmückt wird. Hier gibt es vorbildliche Bei spiele in der jüngsten Zeit, so z. B. Ubbelohdes Bilder zu »Grimms Märchen« oder die Bilder zur neuen Storm-Ausgabe. Dabei liegt die Ausschmückung in der Hand eines Mannes oder einiger sich ergänzender Künstler. Ob die Bilder nun nur Illustration bleiben oder wirkliche Kunstwerke werden, hängt von deren Können ab. Ein dichterisches Buch so auszugestalten wird immer schwer sein, weil der richtige Dichter keine ergänzenden Zeichnungen braucht, aber daß man es auch kann, ist bewiesen. Für den Buch käufer eine doppelte Beglückung: das Werk des Dichters und das des Künstlers, die beide für sich allein gültig sind und doch als künstlerische Leistung in ein Ganzes ohne Fehl und Tadel ver schmelzen. Eine solche Buchausstattung wird dem Leser auffallen. Es wäre zu wünschen, daß man sie häufiger findet. Gerade das deutsche Verlagsgewerbe ist bekannt durch viele gute Arbeiten, die hier geleistet wurden. Und der deutsche Leser unterscheidet sich hier grundsätzlich von dem anderer Länder, er sucht ein solch künst lerisch ausgestattetes Buch und wird sich an jedem gelungenen Werk freuen. Schön wäre es natürlich, wenn man die Entscheidung über den Satz des Buches und die Bildausschmückung in die Hand eines Künstlers legen könnte. Das wird nicht immer der Fall sein kön nen, aber gerade unseren großen Verlagsanstalten müßte es mög lich sein, wenigstens ein paarmal im Jahr hier etwas Beson deres zu schaffen. Und die Kritik der Ausschmückung. Die Lösung der in diesem Abschnitt aufzustellenden Forde rungen wird nicht allein in die Hände des Verlegers und Buch händlers gelegt sein, aber er wird an seinem Teil mithelfen müssen, Wandel zu schaffen. Daß viele der jährlichen Erscheinungen eine ernsthafte Kritik ihrer Illustrationen nicht erwarten dürfen, mag sich aus dem oben Gesagten ergeben. Es wird aber auf den Ver leger ankommcn, seine Werke so auszuschmücken, daß sich der Kri tiker um eine Entscheidung nicht drücken kann. Es muß so weit kommen, daß er gar nicht darum herum kann, auch zur Illustra tion Stellung zu nehmen, sei sie nun schlecht oder sei sie gut. Die Stellungnahme zur schlechten Illustration finden wir häufiger, warum nicht zur guten? Gerade auf sie wendet der Hersteller so viel Mühe und Kosten, daß sie wenigstens die Erwäh nung in der Buchkritik verdient. Bis jetzt erfüllen diese bestimmt berechtigte Forderung nur ganz wenig Tageszeitungen, diese sind aber so vorbildlich, daß sie sogar einen Umschlag für wichtig genug halten, ihn in der Be sprechung zu erwähnen, sei er nun gelungen oder nicht. Aber dies genügt doch nicht. Der Kritiker muß allmählich so weit kommen, daß er die Ausschmückung eines Buches als ebenso wichtigen Teil betrachtet wie das Buch selbst und diesem Teil auch in seiner Kritik gerecht wird. Es befriedigen hier nicht einige belanglose Worte am Schluß der Besprechung, denen man die Zufälligkeit schon aus der Ferne ansehen kann! Dazu einige Beispiele von Kritikern über gut ausgeschmückte Bücher aus der Tagesprcsse: Unverdient für solche
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