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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.09.1936
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- 1936-09-01
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- 01.09.1936
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Nummer 20», 1. September 1988 Börsenblatt für -en Deutschen Buchhandel Naturgeschichte, Biologie und teilweise Geschichte und Kunstgeschichte vom Film bereichert werden können. Aber das Buch, das z. B. die Entwicklung der Trachten darstellt, das etwa die Ursachen eines biolo gischen Vorgangs erklärt, das die zahlenmäßigen Unterlagen zu allen Fragen gibt, ist sowohl zur Einführung wie zur Vertiefung völlig unentbehrlich. Die Tatsache, daß der Film sich aus bestimmte Gebiete beschränken muß, während es kein Thema gibt, das vom Buch nicht behandelt werden könnte, bestätigt das. Auch das Bild im Lehrbuch wird nicht vom Film abgelöst — jedoch wird man solche Themen für die Bilder wählen, deren Einzelheiten im bewegten Film nicht voll zur Geltung kommen können. Vor allem wird — entsprechend dem Bilderbedürfnis unserer Zeit — das Lehrbuch die Gebiete reich mit Bildern illustrieren, für die Unterrichtsfilme nicht zur Verfügung stehen. Dort aber, wo geeignete Filme vorhanden sind, kann die Bil derzahl beschränkt werden. Das zeigt deutlich, daß bei der Herstellung von Lehrbüchern heute der Unterrichtsfilm bereits weitgehend zu berücksichtigen ist. Der Schulbuchverleger sollte nicht nur auf den Unterrichtsfilm Rücksicht nehmen, sondern vor allem die Bücher so ausgestalten lassen, daß sie Dinge bringen, deren Darstellung dem Unterrichtsfilm versagt ist, sodaß sie ihre Unentbehrlichkeit schlagend beweisen. Weniger einheitlich zeigt sich das Bild im wissenschaftlichen Leben. Hier findet infolge der Vielgestaltigkeit der Wissensgebiete keine zentrale Verteilung der Filme statt, sondern sie werden se nach Be darf von einzelnen Stellen erworben. Damit fehlt die Möglichkeit einer einheitlichen Einbeziehung des Hochschulfilms in das wissen schaftliche Buch. Er wird erwähnt werden können, darf aber niemals vorausgesetzt werden, überhast tritt der Hochschulfilm noch weit weniger als der Unterrichtsfilm in den eigentlichen Lehrprozeß ein. Er soll diejenigen Experimente ersetzen, die nur schwierig oder ohne entsprechenden didaktischen Gegenwert innerhalb einer Universitäts vorlesung ausgeführt werden können. Das wissenschaftliche Buch wird demnach von dieser neuen Lehrmöglichkeit so gut wie überhaupt nicht beeinflußt. Zwar sind die Anwendungsgebiete des Films vor allem in den einzelnen naturwissenschaftlichen Gebieten noch vielseitiger als im Schulunterricht, aber er kann immer nur in ausgewählten Einzel fällen auftreten. Er ist zudem allein Illustration zu einem wissen schaftlichen Beweis, während der Unterrichtsfilm in seinem Kreis unmittelbar neue Erkenntnisse vermittelt. Die Herstellung wissen schaftlicher Bücher wird sich also ohne Berücksichtigung des Hochschul films, der allenfalls in einer Fußnote auftauchen mag, vollziehen können, und mit einem Steigen des Einflusses ist auch vorläufig nicht zu rechnen. Denn die Dinge, die das Filmbild zu zeigen vermag, sind so weit erforscht, daß eine wissenschaftliche Beweisführung mit Hilfe des Films anstelle des Buchs in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Wenn man einerseits die wahre Bedeutung, die der Unterrichts film für das zukünftige Gesicht der Schule hat, nur zum Teil erkennt, so besteht andererseits die Neigung davon zu sprechen, daß der Film einmal das Unterrichtsbuch überhaupt überflüssig machen würde. Diese Entwicklung wird nie eintreten. Das Buch als Mittel der Be lehrung, der Bildung, der Verbreitung wissensmäßiger Erkenntnisse wird niemals verdrängt werden. Seine Form mag sich ändern — vielleicht wird man Bücher in ferner Zukunft einmal, um Raum zu sparen, als Filmstreifen verkaufen, von dem ein jedes Bild einer Textseite entspricht und durch einen besonderen Betrachtungs- und Vergrößerungsapparat lesbar ist —, aber das Buch, die Erfassung der Welt mit dem Mittel der Schrift, ist ein untilgbares Gut. Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, daß Bilder die Sprache jemals ersetzen könnten — das bedeutete einen Kulturverfall, keine Kultur entwicklung. Der Unterrichtsfilm hat seinen fest und verhältnismäßig eng umgrenzten Wirkungskreis, er erschließt die Weite der Welt dem Auge, aber er wird niemals die Stellung einnehmen, die das Buch innehat. Vom Buch abhängig und aus ihm hervorgehend ist er nur das letzte Glied in der Bilderkette, die vor tausend Jahren mit den gemalten Tafelbildern begann, im Holzschnitt fortgesetzt wurde und im farbigen Druck gipfelte und die allein der Bereicherung des Buch inhalts, nicht seiner Ersetzung dient. Gerd Eckert. Buchillustrationen und ihre Kritik Don Erich Langenbucher Die Ausschmückung eines jeden Buches fängt eigentlich schon mit der Auswahl der Schriftart an und wird dann fortgeführt durch die Schmückung des Einbandes und des Umschlages. Der deutsche Leser hat sich daran gewöhnt, daß ihm hier bei jedem neuen Buch Gutes geboten wird, er nimmt diese Arbeit für selbst verständlich und weiß oft nicht, welche Mühe und welche Kosten dahinter stecken, über den Stand der Ausstattung des Einbandes und des Umschlages wurde an dieser Stelle schon des öfteren ge sprochen, so zuletzt auch im Zusammenhang mit der Ausstellung in der Preußischen Akademie der Künste (durchgeführt vom Deutschen Buchgewerbeverein und von der Reichsschrifttumsstelle beim Reichspropagandaministerium) .»Der künstlerische Buch umschlag--. Deshalb soll in dieser Arbeit darüber nichts ge sagt sein. Die Buchillustration. Etwas anderes ist die Ausschmückung des Textes in einem Buch. Hier bestehen die verschiedensten Möglichkeiten; die beiden häufigsten sind wohl die Ausstattung durch photographische Aufnahmen und die durch zum Text gezeichneten oder gemalten Bilder. Ob sich nun diese Art der Ausschmückung auf Initialen und Vignetten beschränkt oder ob sie in größerem Umfange durchgeführt wird, tut wenig zur Sache. Die Frage der Ausstattung und Illustration durch Photos steht gegenwärtig an einem für ihre spätere Anwendung entschei denden Wendepunkt. Darüber wollen wir uns klar sein. Es ist jetzt die Zeit gekommen, daß der Leser zu dieser Frage Stellung nimmt, und zwar nicht immer in dem vom Verleger erhofften günstigen Sinne. Es ist noch nicht allzu lange her, daß auf dem Buchmarkt in erschreckender Fülle Werke erschienen, die man von früher her kannte und auch gerne gelesen hatte und die nun auf einmal wiederkamen, angepriesen als Neuausgaben, Neu erscheinungen, die sich aber dann eben als das entpuppten, was sie waren: als Neudruck, dem man lediglich Photos mitgegeben hatte. Das geht, solange eine Sache nicht übertrieben wird. Wir wollen ehrlich sein, die Bucherscheinungen, die im Titel den Text trugen »mit ... herrlichen Kupfertiefdruckbildern nach Photos von N. N.« nahmen in beängstigender Fülle zu, man fand Löns- erzählungen mit solchen Bildern, fand Storni u. v. a. m. Auch wenn größte Sorgfalt auf die Ausstattung in drucktechnischer Hin sicht gelegt wurde, so mußte der Vorgang auf den Leser schließlich ermüdend wirken. Er wird einige Male sich bestechen lassen von einem solchen Werk mit seinen zahlreichen Bildern,, seinem großen Format u. ä., aber danach wird es schwer sein, ihn für ähnliche andere Bücher zu gewinnen. Diese Abneigung des Lesers ist in vielen Fällen begründet: Oft spürt man schon beim Durchblättern eines solchen Werkes, daß es dem Verlag weniger darauf ankam, eine Einheit zwi schen Bild und Text zu schaffen und damit eine wirkliche künstlerische Leistung, sondern daß er viel mehr auch ein Buch mit Bildern erscheinen lassen wollte und sich sehr wenig Kopfzerbrechen bei der Ausstattung machte. Wir sind uns klar darüber, daß gerade die Buchausstattung durch Photos viel Geschmack erfordert. Der Künstler, dem man ein Buch zu zeichnerischer Ausgestaltung übergibt, wird natürlich seine Ehre darein setzen, sein Bestes zu geben, auch dem guten Photographen, dem man ein Buch anvertraut, daß er dafür Bilder schaffe, wird es gelingen. Nicht aber wird das immer der Fall sein können, wenn man sich aus irgendwelchen Bildarchiven von Verlagen eine Anzahl früher aufgenommener Bilder verschafft, um nun die für das Buch benötigten Bilder auszusuchen. Diese Auswahl verlangt viel Zurückhaltung, feines Einfühlungsvermögen in Bild und Buch. Am glücklichsten waren hier bis jetzt immer noch solche Bü cher, in denen sich der Verfasser gleichzeitig als guter Lichtbildner 751
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