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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.09.1936
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- 1936-09-01
- Erscheinungsdatum
- 01.09.1936
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„Männer. Ein Buch des Stolzes" Vor zwei Jahren errang das Buch Erhard Witteks, des Stuttgarter Verlagsbuchhändlers, «Durchbruch anno acht zehn- (jetzt in der 18. Auflage!), ein F r o n t e r l e b n i s, berech tigtes Aufsehen in der deutschen Öffentlichkeit. Nicht, weil es sich um eine »interessante literarische« Neuerscheinung handelte, sondern weil hier nach der Flut der Kriegsbiicher noch das Werk eines Mannes kam, kompromißlos hart, zuchtvoll in der Sprache und der dichterischen Gestaltung. Das war ein Werk für Alte und Junge, ein Werk vom deutschen Soldaten. Möge die steigende Auflage auch ein äußerer Beweis für das Ge sagte sein, diese Auflagen bewiesen aber auch, daß der deutsche Leser nicht »Kriegs-Bllcher-mllde« war, sondern daß es hier — wie so oft — nur auf das ankam, was sich ihm zum Lesen darbot. Im Frühjahr dieses Jahres legte Witte! ein neues Werk (jetzt in der 10. Auflage) vor: »Männer. Ein Buch des Stolzes« (Stuttgart: Franckh'sche Vcrlagshandlung. 94 S. Lw. RM 2.80). Wittek sammelt darin zwölf Anekdoten eigener Art, Anekdoten von der Tat des unbekannten Soldaten und von der Kameradschaft des großen Kriegs. Sachlich und karg sind die Einleitungen dieser Anekdoten, die besagen, wo und wie sich die Tat ereignete. Daran ist kein un nötiges Wort, es sind Sätze, die den Leser anfassen und ihn selbst unmittelbar vor und in das Geschehen hineinstellen. Es ist nicht möglich, eine dieser Anekdoten herauszugreifen und sie nachzuerzählen, weil wir glauben, daß Wittek für jede eine Form sand, die nachzu bilden zerstören hieße. Die Anekdote verlangt einen einfachen, fast sachlich-berichtenden Stil; Wittek besitzt die Gabe zu dieser Erzählsorm, es gelingt ihm darüber hinaus, den sachlichen Bericht zu steigern zu dichterischer Eindringlichkeit. Nicht jeder Stoff eignet sich, in dieser Form erzählt zu werden, die Ereignisse dieses Buches finden in dieser Form würdige äußere Gestalt, sei es nun die Erzählung von ben Falklandsinseln oder die Tat jenes unbekannten Pioniers, der sich opferte, damit die Kameraden weiter- Icben konnten oder die ernst-besinnliche Geschichte des schwäbischen Grenadiers. Man kennt heute nicht mehr die Namen dieser Männer, die hinter jeder Tat standen, es sind die Unbekannten, die aber stehen für die Kameraden, für viele Tausend und Abertausend des deutschen Weltkriegsheeres. Dieses Buch hat eine Mission, einen hohen Sinn, der weit über den anderer Kriegsbücher hinausgeht: »von Helden zu erzäh len, damit die Erinnerung daran nicht untergehe und die Tat nicht um ihre Frucht gebracht werde«. Die Anekdoten berichten von einzelnen, die aber das Gesetz ihres Handelns aus der Gemeinschaft empfangen, sei es nun die kleine des Trupps oder der Besatzung eines Schiffes, und die darüber hinaus durch ihre Tat hineinwachsen in die große Gemeinschaft des Volkes, ihr als Beispiel und Verpflichtung. Dieses Buch Witteks wird einmal zu den bleibenden Büchern vom Krieg gehören, und wir glauben, daß es den Weg zu Deutschlands Jugend finden wird. Seine Anekdoten könnten heute schon als Zeugnisse deutscher Größe in jedem Schul lesebuch stehen; hoffentlich finden wir sie später darin; jede einzelne ist wert, von jedem Jungen gelesen zu werden, nicht allein wegen des Inhalts, auch wegen der Sprache und der klaren Form. Das früheren Auflagen lose beigegebene Blatt »an Stelle einer Vorrede« ist jetzt dem Buchtexi vorgebunden. Das ist gut und schön, denn dieses Lied-Bekenntnis ist wert, daß es nicht verlorengeht, ist würdig, den Anekdoten, den Taten der »Männer« voranzustehcn und das »Buch des Stolzes« einzuleiten. Gerhard Jogwer besorgte die Ausstattung des Bandes, die ein guter äußerer Rahmen für den Inhalt wurde. Erich Langenbuche r. Das Deutsche Ausland-Znstitut Im Rahmen der soeben abgeschlossenen Jahrestagung des Deut schen Ausland-Instituts in Stuttgart erstattete sein Leiter, Prof. Or. Csaki, den Jahresbericht über den Zeitraum 1035/36, den er als das eigentliche Aufbaujahr bezeichnet. Das Deutsche Ausland-Institut ist in diesem Jahr den neuen Anforderungen durch eine Reihe von Neugrllndungen nachgekommen. Sein Großziel ist die geistige und seelische Verankerung des Weltdeutschtums im Bewußtsein des binnen- dcutschen Volkstums. Das hat für die Entwicklung des Deutschen Ausland-Instituts außerordentliche Bedeutung angenommen, be sonders auf dem Gebiet des Ausstellungswesens und der Erziehung. Hierher gehört auch die erste Gesamtdarstellung des deutschen Lebens im Ausland, die im Stuttgarter Wilhelmspalast als »Ehrenmal der deutschen Leistung im Ausland« aufgebaut wurde und weder Museum noch Ausstellung, sondern eine Gesamtschau deut scher Volkskunde verbunden mit der Kunde der Völker ist. Mit dem Auslanddeutschtum selbst umfaßt das Deutsche Ausland-Institut in seiner Tätigkeit die ganze Erde. Aus seiner äußerst mannigfachen Arbeit sei das Gebiet des wissenschaftlichen Problems des Ausland- dcutschtums herausgegrifsen. Im Einvernehmen mit der Deutschen Akademie in München ist eine besondere Abteilung für auslanddcutsche Volksforschung geschaffen worden, die eine zentrale Planungsstelle für die auslanddeutsche Wissenschaft sein wird. Es gilt vor allem, die Beziehungen von Staaten und Völkern, von Reich und Auslanddeutsch tum neu auszurichten. Der Gewissenszwiespalt zwischen fremdem Staatsbllrgertum und deutschem Volksbewußtscin muh gelöst werden. Dadurch sollen Kräfte frei werden, die auch dem neuen Vaterland zufließen werden. In diesem Gedanken sollen von Stuttgart aus die Auslandbeziehungen zu fremden Völkern in einer Weise gepflogen werden, die das Ausland erkennen läßt, daß Volks tumsarbeit dem Aufbau dient; sie wird also zum gegenseitigen Ver stehen der Völker führen. Insgesamt sind Arbeit und Zielsetzungen des deutschen Ausland-Instituts ein Versuch, aus den großen Richtlinien, die der Führer vorgezeichnet hat, das für die Arbeit des Deutschen Ausland-Instituts Maßgebende zu verwirklichen. * Anläßlich der Vierten Reichstagung der Auslandbeutschcn vom 2. bis 7. September in Erlangen, die zahlreiche öffentliche Kund gebungen und Arbeitssitzungen bringt, werden auch zwei Ausstellun gen zu besichtigen sein. Eine Buchausstellung im Kollegien haus wird den Auslanddeutschen Erzeugnisse deutschen Schrifttums vor Augen führen. Eine andere Ausstellung trägt den Namen »Neues Volk« und wird vom Rassenpolitischen Amt veranstaltet. Zu dieser Tagung werden etwa vier- bis fünftausend Auslandbeutsche in Er langen erwartet. Berner Übereinkunft Nach einer Mitteilung der Schweizerischen Gesandtschaft in Berlin vom 6. Juli 1936 hat die Königlich Britische Gesandtschaft in Bern auf Veranlassung der Regierung des Australischen Bundes dem Schweizerischen Bunbesrat angezeigt, daß die in Rom am 2. Juni 1928 revidierte Berner Übereinkunft zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst auf Papua, die Insel Norfolk und auf die von der Australischen Regierung verwalteten Mandatsgebiete Neu-Guinea und Nauru mit Wirkung vom 29. Juli 1936 Anwendung findet. Betriebsausflug Die Firma LeonSauniers Buchhandlung in Stettin hat im Sommer dieses Jahres ein Erholungsheim für ihre Betriebs gemeinschaft erworben. Das Heim »Haus Bücherwurm« liegt in dem Seengebiet der Pommerschen Schweiz und gehört zu dem Ort Alt- Draheim bei Tempelburg. Am 2. August dieses Jahres unternahm die Betriebsgemeinschaft der Firma in zwei Auto-Omnibussen eine Besichtigungsfahrt nach Alt-Draheim. Auf dem Wege dorthin wurde die Ordensburg Crössinsee besucht. Pg. Schön führte die Betriebs- gcmeinschaft in liebenswürdiger Weise. Nach dem gemeinsamen Mittag essen in Draheim wurden die Burgruine und darauf das Ferien heim besichtigt. Betriebsberichte Die Ullstein Aktiengesellschaft in Berlin hat so eben die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustkonto für das am 31. De zember 1935 beendete Geschäftsjahr veröffentlicht. Darnach weisen die Betriebserträge eine erhebliche Steigerung auf. Trotz außer ordentlicher Abschreibungen auf Grundbesitz in Höhe von 480.0 (in 1000 RM) und außerordentlicher Aufwendungen von 1242.9 weist das Jahreserträgnis einen Gewinn von 68.2 auf. Nach Deckung des Verlustvortrages des Vorjahres schließt das Jahresergebnis mit einem Gewinnvortrag von 20.7 ab. Das Gesamterträgnis stellt sich infolgedessen um 68.2 günstiger als im Vorjahre. Die einzelnen Posten des Jahresabschlusses weisen folgende beachtenswerte Ver änderungen auf: I. Ertragsrcchnung: Betriebs-Erträge Sonstige Erträge Aufwendungen Betriebsgewinn 1935 in 1060 RM 41 469.3 4 498 1934 in 1000 RM 38 162.7 891.3 mehr — weniger -j- 3306.6 — 441.5 Sa. 41 919.1 39 054.0 -i- 2865.1 39 913.9 37 040.4 > 2873.5 2 005.2 2 013.6 — 8.4 Sa. 41 919.1 39 054.0 2865.1 756
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