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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.01.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1936-01-28
- Erscheinungsdatum
- 28.01.1936
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- Deutsch
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Nummer 23, 28. Januar 1»S8 Börsenblatt für -en Deutschen Buchhandel führten nicht zum Ziele. Die Folge davon ist hier wie wohl überall, daß Bücherkäufer von mehreren Buchhandlungen Kata loge, womöglich die gleichen, erhalten. In einer Zuschrift wird hervorgehoben, daß die Ausstattung des Kataloges nicht gut genug sein kann: Gutes Titelbild oder Titelaufschrift, nicht zu schlechtes Papier, übersichtliche Satzanordnung, eingestreute Bilder, nicht zu viel oder gar keine älteren Werke. Die Bezugnahme der Käufer auf Besprechungen in Zeitungen und Zeitschriften sowie auf Ankündigungen imRun d- funk wird in einzelnen Fällen erwähnt, erstere werden von einer Dresdner Firma neben dem Weihnachtskatalog als »Haupt richtungsweiser für die Wünsche des Publikums« hingestellt. Aus Bamberg wird berichtet, daß Buchbesprechungen in den dortigen Zeitungen so gut wie nicht erscheinen. Sonst konnte auf die erfreu liche Mitwirkung der Presse im Laufe dieses Berichts schon an anderer Stelle hingewiesen werden. Das gleiche wird noch aus Hof berichtet sowie aus Sorau, wo sich »in der Hauptsache das uneigennützige Einsetzen der Presse für das gute Buch ausgewirkt« hat. Bremen schreibt: »die von der Arbeitsgemeinschaft Bremer Buchhändler durchgeführte gemeinsame Insertion in den hiesigen Tageszeitungen hat sich wieder als wirksam erwiesen, besonders auch als notwendig gegenüber gleichen Maßnahmen anderer Ein zelhandelszweige«. Bei dem Jugendbücherverkauf, der im allgemeinen als günstig bezeichnet wird, spielt selbstverständlich die Mithilfe der Schule eine gewichtige Rolle. Aus Leipzig sind Beispiele be kannt, daß den Kindern von ihren Lehrern empfohlen wurde, ein Buch auf dem Weihnachtswunschzettel nicht zu vergessen; es wurde ihnen auch gleich etwa ein halbes Dutzend Titel empfehlenswerter Bücher in den verschiedenen Preislagen genannt, die ins Heft einzuschreiben waren. In Drossen in der Neumark hat der Stadt schulrektor durch eine Buchausstellung und durch Hinweise in der Zeitung auf das Jugendbuch aufmerksam gemacht. Die Durch schnittshöhe der für Jugendschriften angelegten Preise wird öfters mit 3.50 bis 4 Mark genannt. Die Steigerung der Wcihnachtsumsätzc wird häufig auf be sondere Werbemaßnahmen zurückgeführt. So wird z. B. aus Hof berichtet, daß die dort führenden Buchhandlungen schon seit Jahren teils innerhalb ihrer Ladenräume, teils außerhalb der selben groß aufgezogene Ausstellungen von Büchern, Bildern und Musikalien veranstalten, mit denen das Publikum bestimmt rechnet. An den Rundfunk wird die Bitte gerichtet, in den Be sprechungen die Titel öfter und noch langsamer zu wiederholen, denn es wurden oft verstümmelte oder auch ganz unauffindbare Büchertitel aus Radioansagen verlangt. Beim Vorlesen von Ab schnitten mit eigenen Kapitelüberschriften sollte besonders der Titel des Buches hervorgehoben werden, da sonst die Kapitelüber schriften als Buchtitel angegeben werden. Bei der Wahl eines Geschenkes für Verwandte und Freunde im Ausland fiel für den Buchhandel sehr deutlich ins Gewicht, daß das Buch fast der einzige Artikel ist, der ins Ausland ohne Einfuhrzoll versandt werden kann. Gelegentlich sollte in der Werbung darauf hingewiesen werden. Wir möchten den Bericht nicht schließen, ohne den Beant wortern der Rundfrage für ihre Arbeit und Mühe bestens zu danken. Wa. Walter Tiemann Zu seinem 60. Geburtstag am 29. Januar Walter Tiemann ist am 29. Januar 1876 in Delitzsch (Pro vinz Sachsen) geboren, wo sein Vater als Direktor einer Ver sicherungsgesellschaft tätig war. Er besuchte in Leipzig, wohin seine Eltern 1884 übersiedelten, zuerst die Bürgerschule, dann das damalige Staatsgymnasium. Mit achtzehn Jahren trat er in die »Königliche Kunstakademie« ein, die damals unter Ludwig Nie- pers Leitung stand. Zwei Jahre darauf ist Tiemann auf der Dresdener Akademie für Bildende Künste als Schüler des Bild nismalers Friedrich Leon Pohle. In das Ende dieser Zeit fällt seine erste größere Arbeit auf dem Gebiet der »Gebrauchs graphik«: In einem Plakatwettbewerb für die Sächsisch-Thüringi sche Industrie-Ausstellung in Leipzig wird sein Entwurf mit einem Preis ausgezeichnet, was dem jungen Künstler einen längeren Studienaufenthalt in Paris ermöglicht. 1898 kehrt Tiemann nach Leipzig zurück. Der Tod seiner Eltern zwingt ihn zur Selbständigkeit. Eigene Neigung und die von seinem Freunde Carl Ernst Poeschel, der bald einer der führenden Drucker Deutschlands wurde, ausgehende Anregung führen Tiemann zur Typographie und Buchkunst hin. In jener Zeit entstanden auch seine wenigen Buchillustrationen, vorzugsweise für den damals bedeutenden Verlag von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig; unter anderen zu: Apulejus, »Amor und Psyche«, Hauff, »Zwerg Nase«, »Byrons Manfred« von L. Wüllner und besonders ein reich bebilderter »Eulen spiegel«, der große Verbreitung fand. Auch andere Verlage, die besonders das schöne Buch pflegten, bedenken bald den Künstler mit Aufträgen: Julius Zeitler, Eugen Diederichs, S. Fischer und vor allem der Insel-Verlag sind es, die die gepflegte Ausstattung und das künstlerische Ge wand vieler ihrer Verlagswerke Walter Tiemann verdanken. Mögen manche der damaligen Arbeiten noch etwas unter dem Ein fluß Walter Cranes stehen, so zeigen sie doch schon deutlich das persönliche Gesicht des Künstlers. Das Wesentliche, das er von den englischen Vorbildern übernommen hat, das ist das Bewußt sein, daß jeder Schmuck dem Schriftbilde sich einzuordnen habe und keineswegs es beherrschen darf. Daher sind selbst die frühen, reich ornamentierten Arbeiten Tiemanns von einer strengen Linienführung und durchaus frei von dem wilden Gerank des zur selben Zeit üppig wuchernden Jugendstils. Auch seine erste Schrift für die 1906/07 von ihm gemeinsam mit Carl Ernst Poeschel (der die Anregung dazu gab) ins Leben gerufene erste deutsche Privatpresse, die Janus-Presse, zeigt diese strenge Einfachheit und bis ins Kleinste durchdachte Form, die auch in der schmucklosen Satzgestaltung zum Ausdruck kommt. Will man Tiemanns Leistung richtig werten, so muß man bedenken, daß er, wie seine gleichstrebenden Zeitgenossen, auf dem Gebiet der Buchkunst durchaus Autodidakt war. Was heute dem künstlerischen Nachwuchs durch zahlreiche ausgezeichnete Lehrer in mannigfachen vorzüglich eingerichteten Schulwerkstätten ver mittelt wird, das mußten jene ersten Bahnbrecher eines neuen Buch-Stiles in mühseligem Suchen und Probieren sich selbst an eignen. Es war daher für Tiemann ein großer Schritt, als um 1905 die Schriftgießerei Gebr. Klingspor in Offcnbach a. M. ihm den Auftrag zum Entwerfen einer Antiquaschrift erteilte. Das Ergebnis war die 1909 ausgegebene »Tiemann- Mediäval«, die nicht nur deshalb ein so großer Erfolg wurde, weil sie die erste gute neue deutsche Mediäval-Brotschrift war, sondern auch weil sie klare und von der Tagesmode un beeinflußte Formen aufwies. Bis in kleinste Druckereien fand die Schrift Eingang und heute, nach 30 Jahren, ist sie ebenso lebendig und in ihrer vielfachen Verwendungsmöglichkeit kaum von einer anderen neuen Mediäval übertroffen. Es fehlt an Raum, über die weiteren Schriften Walter Tiemanns, die alle von Gebrüder Klingspor heraus gebracht worden sind, eingehend zu sprechen. Es muß eine nackte Aufzählung genügen. Der Mediäval folgte 1911 die »Mediä val-Kursiv«; sodann 1914 die »T i e m a n n - F r a k t u r«, die eine ähnlich starke Verbreitung fand, nebst der Auszeich nungsschrift »Peter Schlemihl«; die in kräftigerem Duktus gehaltene »T i e m a n n - A n t i q u a« nebst -Kursiv (1923 und 1926); die »T i e m a n n - G o t i s ch« (1924), die besonders schöne »Kleist-Fraktur« (1928), die erst jetzt die verdiente Würdigung findet. Im gleichen Jahr erschien die »OrPheu s«, 87
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