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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.07.1834
- Strukturtyp
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- 1834-07-04
- Erscheinungsdatum
- 04.07.1834
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- Deutsch
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501 502 Das Ankündigen der Bücher hielt man damals nicht für so notwendig als jetzt, und that man dies, so machte man blos die Titel der Bücher bekannt. Mehr als eine Buchhandlung, besonders die schon lange beste henden, hielten es gar nicht für nöthig, ihre Bücher be kannt zu machen, und da mehrere Buchhandlungen im mer dahin trachteten, blos gute Werke zu verlegen, so war die öffentliche Meinung zu ihrem Gunsten gestimmt; Das Publicum glaubte, daß sie nichts anders als treff liche Werke verlegen könnten, und dies wirkte auf den Absatz ihrer Vcrlagsarrikel sehr vortheilhaft, z. B. bei Göschen, Fritzsche und späterhin bei Cotta. Die ser brachte durch mehrere seiner Verlagsartikel, z. B. durch die Schriften von Schiller, Göthe u. A.. eine große Veränderung im Buchbandel hervor; man war begierig, dis Werke dieser Meister sogleich nach ih rem Erscheinen zu lesen, und man versendete sie daher sogleich nach ihrem Abdrucke. Früher dauerte es ziemlich lange, ehe sich die Auf lage eines Buches vergriff, wie dies die Werke von Klvpstock, Wieland, T Hümmel, Kant, ja selbst von Göthe, lehren. Mehrere Jahre vergingen, che eine neue Auflage erschien. Der Agathon von Wie land erschien 1773 in einer verbesserten Auflage, und eine solche erschien erst wieder in den sämmtlichen Werken i — 3. Bd. 1794. Werther's Leiden von Göthe er schienen in einer rechtmäßigen verbesserten Auflage 1775, und eine neue rechtmäßige Ausgabe erschien erst wieder 1787 in Göthe's Schriften 1. Bd. Man sieht hier aus, wie langsam sich neue Auflagen von Meisterwerken folgten. Erst mit dem Ende des vorigen Jahrhunderts veranlaßten Göthe's und Schiller's Werke einen neuen Aufschwung im Buchhandel, der bisher zum Theil noch immer zugenommen hat. Ueber Verlagsartikel. Je größere Fortschritte die Wissenschaften machen, desto schwieriger und mißlicher wird das Verlagsgeschäft. Das Buch, das Jemand verlegt, soll alsdann nicht blos zur Vervollkommnung der Wissenschaften und zu deren Ausbreitung, zur Beförderung der Bildung der Mensch heit und zu deren Bestem beitragen, sondern cs soll auch die großen Mühen und Auslagen des Buchhändlers ei nigermaßen belohnen; allein was für Vorzüge muß ein Buch besitzen, welches alle diese Zwecke erreichen soll, und wie oft ist es der Fall, daß es trotz aller Auszeich nung in Hinsicht der Neuheit der Ideen, der Nützlich keit der Ansichten und der Schönheit der Darstellung doch nicht die verdiente Anerkennung findet? Wer erin nert sich nicht trefflicher und höchst lehrreicher Bücher, die wie Blei auf dem Lager liegen, und die ungeachtet der Belehrungen, welche sie Jung und Alt in Menge darbieten, nach einigen Jahren nicht mehr gelesen und auch nicht gekauft werden. Die Bücher haben ihre un begreiflichen Schicksale, wie die Geschicke den Menschen so wunderbar fallen. Wie oft wird eine Wissenschaft vernachlaßigt, z. B. jetzt die Philosophie, wahrend eine andere sorgfältiger gepflegt wird, z. B. die Philoko- logie. Ideenreiche, ja originelle Werke sind jetzt beinahe vergessen, ob sie schon den menschlichen Geist eben so sehr mit nützlichen Kenntnissen bereichern, als sie seine Kräfte zweckmäßig ausbildcn. Wonach soll sich nun der Buchhändler bei seinem Verlage richten, und was soll seineWahl bestimmen? Soll er eine Handschrift, die für den menschlichen Geist ein herrliches Labsal ist, zurück weisen, weil ec Ansicht, daß er vielleicht erst nach lan ger Zeit aus seine Kosten kommt? Das Bedürfniß, sich über etwas zu belehren, das eine große Menge von Men schen fühlt, und der große Vortheil, welchen ein Buch der Wissenschaft leistet, soll seinen Entschluß leiten; er muß also nichts verlegen, was nicht durch die Zeit zum Erforderniß gemacht wird; er muß dahin sehen, daß er der Menschheit durch seinen Verlag großen Nutzen ge währt, und da er Leser und also Käufer wünscht, so muß er auch auf die Darstellung der Ideen Rücksicht nehmen, die allgemein verständlich, lebendig, schön und eindring lich fern muß. Allein nicht selten helfen alle diese Vor züge, selbst das Volksbedürfniß nichts, und cs bleibt dem Verleger nichts anders übrig, als seinen Verlust in Ge duld zu ertragen. Sonst sammelten sich Gelehrte, denen die Förde rung der Wissenschaften innig am Herzen lag, bedeu tende Bibliotheken, jetzt thun dies nur wenige. Viele Gelehrte begnügen sich jetzt theils mit den öffentlichen Bi bliotheken, theils nehmen sie ihre Zuflucht zu den Leih bibliotheken, oder auch zu den Buchhändlern selbst, und ist auch die Anzahl der Bücher, welche gegenwärtig jährlich er scheint, weit größer als sonst, so ist doch auch die Anzahl der Leser bedeutender. Jeder Gelehrte sollte sich nicht blos die Hauptbücher seines Faches anschaffen, sondern auch die Classikcr seiner Nation und anderer gebildeten Völ ker besitzen. Nicht zu viele Bücher bedarf der gebil dete Mann, aber diejenigen sollte er haben, welche ent weder die Wissenschaften gewaltig befördert oder das Veste der Menschheit vorzüglich berücksichtigt haben. Kauf ten sich die Männer der Wissenschaften und Künste die besten Werke, so würden sie viel zum Flor des Buch handels und zur Förderung der Wissenschaften beitragen. Gute Werke würden nicht unbenutzt bleiben und das Volksbeste würde eifrig befördert werden. Eine Bemerkung, welche einer weiteren Aufklä rung bedarf. Im Königreiche Sachsen werden jetzt außer den Bundestagsverordnungen von 1819 alle Preß-und Druck/ angelegenheiken nach dem Censur- und Bücher-Edict v. 10- Ang.1812 entschieden, und gleichwohl ist dies Edict durch eine Verordnung vom i.z. Sept. 1815 aufgeho ben, wie Klüb er in seinem: ,,öffentlichen Rechte des deutschen Bundes und der Bundesstaaten, 3te, sehr ver mehrte und verbesserte Aufl. Frankfurt a. M. 1831 S. L63" behauptet. Damals gab es noch keine Ge- 27*
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