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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.12.1928
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- 1928-12-06
- Erscheinungsdatum
- 06.12.1928
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- Deutsch
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X- 283, 8, Dezember 1S28. Redaktioneller Teil, Börsenblatt f. d Dtschn. Buchhandel. An der Spitze des fim,ländischen Ehrenausschusses fiir die Bücher schau steht der Deutsche Gesandte in Helsingfors vr. H a u s ch i l d. Mitglieder sind u. a. der bekannte ehemalige deutsche Konsul Kom merzienrat Goldbeck - Löwe, der Vorsitzende der Finnisch-Deut schen Gesellschaft, Professor Ruin, der Vektor der Helsingforser Uni versität, der Generaldirektor der finnischen Oberschulvermaltung und zahlreiche Vertreter der Künstler- und Buchhändlervereinigungen, unter ihnen der geistige Urheber der Ausstellung, der Vorsitzende des Helsingforser Graphischen Klubs Eugäne Nygren. Ans deutscher Seite hat den Ehrenvorsitz der Finnische Gesandte in Berlin vr. Wuoltjoki übernommen, während zu den Mit gliedern des Ausschusses der Rektor der Leipziger Universität Prof. Nöme r, der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig vr. Rothe, der Präsident der Notgemeinschast der Deutschen Wissenschaft Exzellenz Schmidt - Ott, die Vorsitzenden der Deutsch-Finnischen Ver einigung in Berlin und der Nordischen Gesellschaft in Lübeck, der Vorsitzende der Sektion für Dichtkunst an der Preußischen Akademie der Künste Waltcrvon Molo, die Vertreter des deutschen Buch handels und Buchgewerbes usw. gehören. In den ersten Tagen nach der Eröffnung wird der Professor für Einbandkunst an der Akademie in Leipzig Fgnaz Wiemeler einen Vortrag über »Neue deutsche Buchkunst« halten, und weitere Vorträge sind in Aus sicht genommen, sodas; mit einem sehr anregenden Verlauf dieser weihnachtlichen Ausstellung gerechnet werden darf. Ergebnis des »Schaufenster-Wettbewerbs für den Groß-Berliner Buch-, Kunst- und Musikalicnhandel 1928«. — An dem diesjährigen »Schaufenster-Wettbewerb«, veranstaltet von der »Korporation der Berliner Buchhändler«, hatten sich wiederum die namhaftesten Ber liner Sortimente, aber auch kleinere Firmen aus den Vororten Ber lins beteiligt. Das Preisrichterkollegium, das sich aus bekannten Berliner Buchhändlern und einem mit dem Dekorationswesen ver trauten Fachmann zusammensetzte, konnte folgende» Preise verteilen: Der erste Preis (NM 100.—) wurde zuerkannt der Firma Struppc L Winckler (Ausführung von Herrn Bruno Gütz- lass): die beiden zweiten Preise (je NM 75.—) den Firmen Gutenberg -Buchhandlung (Ausführung von Herrn Fritz Cuda) und Ernst Wasmnth Buchhandlung G. m. b. H. (Ausführung von Herrn Karl Lamb): je einer der fünf dritten Preise (je NM 50.—) den Firmen Buchhand lung der Berliner cv. Missionsgesellschaft (Ausfüh rung von Herrn Walther Hägens), Wilhelm Ebel (Ausführung von Herrn vr. Fritz Adolf Unger), Amelang'sche Buch- und Kunsthandlung (Ausführung von Herrn Friedrich Valthier), Nicolaische Buchhandlung, 2. Zweiggeschäft, Friedenau (Ausführung von Fräulein Gerda Kranke und Herrn Hans Moritz), Hermann Bahr, Linkstraße 43 (Ausführung von Herrn Bertrand Biersack). Außerdem konnten die Preisrichter noch fünf weitere Trostpreise (je NM 20.—) für gute Leistung in Vorschlag bringen, die folgenden Firmen zuerkannt wurden: N i ch. Auer bach's N a ch f., Steglitz (Ausführung von Frau Grete Krüger und Herrn Neinhold Haensel), Nicolaische Buchhandlung, 3. Zweiggeschäft, Halensee, (Ausführung von Herrn Hans Otto Jsensee), -Hapke L Schmidt (Ausführung von Fräulein Margarete Pögner), Paul Brandt, Steglitz (Ausführung von Herrn Curt Brandt) und Arthur Collignon (Ausführung von Herrn Walter Nochow. Ausstellung. — Die Fa. Friedrich Stollberg in Merseburg zeigt augenblicklich neben einer Bücher-Ausstellung der bekanntesten Verlage in ihren Räumen Holzplastiken und Kera mik des Bildhauers Hinrich Jepscn (Rendsburg) und Original-Radie rungen bekannter Künstler. Am Schluß seines ausführlichen Berich tes sagt das Merseburger Tageblatt: Diese kleine, ansprechende Aus stellung beweist wieder, daß Merseburg nicht hinter den anderen Städten gleicher Größe zurücksteht. Auch hier wird alles versucht, aus allen Gebieten der Kunst und Literatur immer wieder etwas besonderes zu zeigen. Der Buchhandlung Stollberg ist cs zu danken, daß sie vollständig kostenlos die Besichtigung gestattet. In den Rah men der bisherigen kleinen Ausstellungen wird sich auch die dies malige recht gut einreihen. Kunstausstellungen. — Die Firma P. H. Beyer L Sohn in Leipzig, Dittrichring 22, zeigt Gemälde von Erich Erler-Sa- maden, von August Herzog-München eine Gesamtschau seiner neueren Arbeiten aus Spanien usw., außerdem eine kleine Sammlung aus ländischer neuerer Graphik. Die Kunst - Kammer Martin Wasservogel in Ber lin W 8, Leipziger Straße 26, veranstaltet in diesem Monat eine Stillcben-Ausstellung. 1334 Die Galerie Neumann - Nierendorf in Berlin W 35, Llltzowstraße 32, eröffnete am Sonnabend, dem 1. Dezember, eine Ausstellung von den zwei süddeutschen Malern Georg Schrimpf, der sich vom Bäckergesellen zum Professor an der Münchener Kunst schule und zu einem anerkannten Maler entwickelt hat, und Hermann Hörner aus Stuttgart, der seit kurzem in Berlin lebt. Das Kunsthaus L. S ch a l l e r in S t u t t g a r t, Bkarienstraße 14, stellt im Dezember die Arbeiten folgender Künstler aus: Professor Gustav Schönleber (Zeichnungen und Aquarelle), Privatsammlung Schwäbischer Meister (Braith, Landenberger, Reiniger u. a.) und Bernhard Klinckerfuß (Gemälde). Die Firma Julius Stern in Worms veranstaltet eine Ausstellung von Gemälden von Otto Pippcl-München und Professor Hans Beat Wieland-Schwyz, Sonderausstellungen von Arnold Balwe- München und H. H. Hecne-München und eine Ehrenausstellung des Münchener Akademieprofessors Angelo Jank anläßlich seines 60. Ge burtstages. Die Kunstausstellung Der Sturm in Berlin W 15, Kur- fürstenbamm 63, zeigt im Dezember konstruktive Gemälde von W. Schwab, Gemälde und Zeichnungen von Takis Kalmouk-Athen und Volkskunst und Kunstgewerbe aus der Sowjet-Union. Die Galerie Thannhauser in Berlin W 9, Bellevue straße 13, eröffnet am Sonnabend, dem 8. Dezember, eine umfas sende Ausstellung von Bildwerken des Berliner Bildhauers Kurt Kroner sowie eine Ausstellung neuer Gemälde von Pros. Richard Seewald-Köln. Georg Hirth und die Renaissance des deutschen Buches. Uber diesen Gegenstand hielt Frau vr. Annemarie Meiner am Mittwoch, dem 28. November, in der Arbeitsgemeinschaft für buch- gewerbliche Fortbildung in München einen formvollendeten Vor trag mit Lichtbildern, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Man nimmt meistens an, daß der Anstoß zu der Erneuerung des Buches aus dem Auslände gekommen sei, Morris und die Engländer seien die Paten des schönen deutschen Buches gewesen. Es ist ein Ver dienst von Frau vr. Meiner, daß sie den Nachweis führt, daß schon lange vorher ein kräftiger Vorstoß in dem gleichen Sinne erfolgt war. Man kann nicht sagen, auf wen er zurückzuführen ist, sicher ist aber, daß schon Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre der An schluß an die Kunst der Vergangenheit in den verschiedensten Ländern und auf den verschiedensten Gebieten gesucht wurde. Im Jahre 1876 fand in München eine Kunstgewcrbeansstellnng statt, die eine Ab teilung brachte »Unserer Väter Werk«. Die bürgerliche Kunst der Renaissance, die Möbel, die Architektur, die Graphik, die dort aus gestellt war, machte gewaltigen Eindruck. Die Renaissance wurde Mode, Architekten wie Gedon und Gabriel Seidel, Kunstfreunde wie Georg Hirth nahmen sie ans, bauten Häuser mit Schncckengicbeln, Butzenscheiben und statteten sie wie die alten Zunftstuben aus. Auch auf das Buch griff die neue Kunst über: der ehemalige Benediktiner mönch Max Hnttlcr in Augsburg lieferte Drucke, die sich an Vorlagen von Kobcrgcr und Froben gebildet hatten, Georg Hirth veranlaßte die Druckerei Knorr L Hirth Akzidenzen, Diplome usw. im neuen Stil herauszugeben. Im Verlag von Georg Hirth erschienen in rascher Folge »Das dentsche^Zimmer«, »Kulturgeschichtliches Bilderbuch aus drei Jahrhunderten«, im Jahre 1881 erschien die Schrift »Das Buch als Gegenstand des Kunstgewerbes«, die Forderungen aufstellte, die heute noch so aktuell sind wie damals. Im Mittelpunkt dieser Be wegung stand der junge Thüringer Georg Hirth, kein Buchhändler, sondern ein Journalist, der Anfang der siebziger Jahre nach Mün chen gekommen und dort bald darauf Schwiegersohn von Knorr, dem Besitzer der Münchner Neuesten Nachrichten, geworden war. Er war ein Dilettant im guten Sinne des Wortes, der ans den verschiedensten Gebieten in das öffentliche Leben eingriff. Man hat später diese Be wegung mit »Münchner Loabltoag-Nenaissance« abgetan — zu Un recht, denn sie hat über ein Vierteljahrhundert geherrscht und den handwerklichen Sinn auf den verschiedensten Gebieten befruchtet. Zum zweiten Mal griff der 55jährige Georg Hirth in die buch- gewerbliche Bewegung ein, als er gegen Ende der neunziger Jahre die »Jugend« gründete. Sie wurde der Mittelpunkt all der Kräfte, die nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten drängten. Nicht alles war gut, aber die Wirkung aus die Kunst und das Buchgewerbe mar un geheuer. Der Name »Jugendstil« wurde ein Programm, viel be wundert, viel bekämpft und schließlich die bequeme Formel für eine ungerechte Ablehnung, denn die »Jugend« selbst hatte sich nie ans eine bestimmte Form festgelegt. Sie stand offen für Junge und Alte, wenn sie sich nur jung fühlten und schließlich ging ans dem unklaren Suchen das moderne Kunstgewerbe und die moderne Buchkunst her vor. Fast alle, die später sich einen Namen machten, haben sich ihre Sporen in der »Jugend« verdient. Gewiß hatte auch das Ausland, insbesondere die Engländer, seinen Anteil daran, er wird aber meist
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