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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.03.1922
- Strukturtyp
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- 1922-03-22
- Erscheinungsdatum
- 22.03.1922
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- Deutsch
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^ KS, 22, März 1922, Redaktioneller Teil. Seil kurzem bricht sich erfreulicherweise bei jedem Verleger die Erkenniiiis Bahn, daß die Ladenpreispolitik des größten Teiles des Verlages eine verfehlte ist. Die Bücherpreise sind dauernd so niedrig gehalten worden, daß bei den meisten Ver legern ein Kapitalschwund entstanden ist, welcher kaum noch wiedergutzumachen sein wird, und in absehbarer Zeit müßten viele Verlagshäuser ihre Tätigkeit einstellen, weil die Be- triebsmittel für neue Auflagen fehlen. Ein Anfetzen zeitgemäßer Verkaufspreise würde ge eignet sein, diesem Übel zu steuern, vorausgesetzt, daß die nötige Einigkcitund Geschlossenheit inner halb des Buchhandels vorhanden ist. Durch bindende Ver pflichtungen innerhalb von Kartellen müßten die einzelnen Verlagsfirmen sich auf zeitgemäße Preise festlegen und die selben auch einhalten, und jeden Versuch vermeiden, aus kleinlichen Konkurrenzrücksichten die Ver einbarungen zu durchbrechen, Vereinbarungen für den Gesamtberlag dürften naturgemäß undurchführbar sein, wogegen Vereinbarungen innerhalb scharf umgrenzter Verlagsgruppen (Durchführung frü herer Vorschläge des Herrn Kilpper) durchaus möglich sind. Die Unterzeichnete Vereinigung regt hierdurch ein Preiskartell (Vorschlag des Herrn Hans Volckmar) an, welches alle Ver lagsfirmen umfassen müßte, die landwirtschaftliche Werke ent weder ausschließlich oder teilweise verlegen. Über die Form der Preisfestsetzung müßten in einer gemeinsamen Sitzung, spätestens Kantate 1822, eingehende Beratungen gepflogen wer den, Als Ausführungsmögltchkeiten scheinen folgende disku tabel zu sein, wobei natürlich Abänderungen und Verbesserun gen möglich sind: 1, Aus den Kreisen der landwirtschaftlichen Verleger wird eine dreiköpfige Preisfestsetzungs-Kommission (Vorschlag Hans Wehner) gewählt, welche die Verleger-Grundladen- Preise aller seit 191V erschienenen Werke für einen bestimm ten Stichtag, z, B, 1, Juni 1922, festsetzt. Der Preis wird der Kaufkraft des Geldes an diesem bestimmten Stichtag bzw, den Herstellungskosten für neue Auflagen des gleichen Werkes an diesem Stichtag (I, Juni 1922) angepatzt. Diese Preisfestsetzung kommt namentlich für größere und gangbarere Werke sowie Sammlungen in Frage; Bro schüren und außergewöhnlich schwer gehende Werke könn ten von dieser Regelung ausgenommen sein. Ganz be sonders wichtig ist die Preisregelung für Schulbücher! Auf diese Normalpreise würde dann je nach dem weiteren Sinken der Kaustraft der Mark ein wechselnder bzw, stei gender Teuerungszuschlag gelegt, welcher einen Ausgleich für das weitere Fallen der Mark bieten würde. Jeder Verleger, welcher dem Preiskartell angehört, müßte sich sowohl verpflichten, die Preisfestsetzung der Kmnmission anzuerkennen, wie auch die erwähnten neuen Steigerun gen, vielleicht aus Grund der Herstellungs-Judex-Ziffern, welche demnächst seitens des Börsenvereins eingesührt werden sollen, unbedingt einzuhalten. Glaubt ein Ver leger, daß der von der Kommission angesetzte Preis zu hoch sei, und daß s« zu viel Geld (!!> bekomme, oder die Absatzfähigkeit des Buches leiden könnte, so steht es ihm frei, dem Sortiment einen höheren als den sonst üblichen Rabatt zu bewilligen, wodurch der damit geschaffene An reiz zur vorzugsweise!! Empfehlung des betr, Werkes den Ausgleich hinsichtlich des Absatzes schaffen dürste. Für neu erscheinende Werke wird der Verleger Wohl von selbst den richtigen Verkaufspreis beim Erscheinen des Werkes festsetzen. Auf diesen Preis würde dann automatisch gleichfalls obige prozentuale Steigerung ausgeschlagen werden, 2, Ein anderer Weg der Regelung wäre eine Preisfestsetzung nach Bogenzahl, Einband usw,, wobei als Grundlage ein ähnliches Zahlenwerk geschaffen werden könnte wie bei dem Buchdruckerpreistarif, Ein dahingehender Vor schlag wurde von mehreren Leipziger Verlegern gemacht,! doch scheint es andererseits, als ob diese Art der Regelung in Anbetracht der bei jedem Buche verschiedenartig liegen den Verhältnisse hinsichtlich Ausstattung, Auslagenhöhe, Honorar usw, weniger zweckmäßig ist, 3, Für Werke, die bereits 1914 existierten und seit dieser Zeit, ohne veraltet zu sein, nicht neu aufgelegt wurden, oder bei denen Neuauflagen vorhanden sind, welche in Umfang, Ausstattung usw, den im Jahre 1914 vorhan denen Auflagen entsprechen, könnte für den Stichtag eine feste Multiplikationszahl eingesetzt werden. Bet dem heutigen Stand von nahezu Machen Papieipreisen und Wfachen Druckkosten ist es gänzlich ausgeschlossen, daß die bisherigen geringen Preiserhöhungen genügen, und es könnte eine ganz erhebliche, aber für alle Verleger gleichmäßige Steigerung des Preises zurzeit min destens auf das ISsache eintreten. Die von uns vorgeschlagene Regelung der Verkaufspreise ist gewiß schwierig, aber die Notlage der einzelnen Verleger ist eine derartig große und ihre Zukunft so stark bedroht, daß es an der Zeit sein dürfte, alle kleinlichen Konkurrenzbedenken zurückzustellen und Mittel und Wege zu einer Verständigung zu suchen. Die Zahl der landwirtschaftlichen Verlagsfirmen ist verhältnismäßig klein, sodaß eine Verständigung eher möglich sein müßte als bei größeren Gruppen, vorausgesetzt, daß der gute Wille vorhanden ist. Unbedingt notwendig und erstes Erfordernis ist selbstver- stündlich, daß absolute Geschlossenheit und Ei nigkeit erzielt wird, und daß jede Firma, welche sich dem Kartell anschließt, sich bedingungslos den Preisfest setzungen der zu wählenden Gruppenführung unterwirft. Unsere Vorschläge lausen nicht daraus hinaus, einen neuen Fachgruppen-Verein zu gründen, sondern sollen lediglich be zwecken, einen sonst unausbleiblichen Zusammenbruch unseres Spezial-Verlages zu verhindern. Wir bitten die Herren Kollegen, zu unseren Vorschlägen grundsätzlich Stellung zu nehmen und uns namentlich folgende Fragen zu beantworten: 1. Halten Sie die Schaffung eines derartigen Kartells für möglich und würden Sie voraussichtlich demselben bei treten? 2, Würden Sie bereit sein, an einer Besprechung während der Kantatewoche 1922 persönlich teilzunehmen oder einen be- vollmächtigten Vertreter zu entsenden? Wir würden es mit außerordentlicher Freude begrüßen, wenn unsere Anregung Anklang finden würde und unsere Her ren Kollegen einen derartigen Zusammenschluß, welcher in fast jedem anderen Berufe längst vorhanden ist, zu schaffen mithelfen würden, Bemerken möchten wir, daß Zustimmungserklärungen einer Anzahl angesehener Firmen bc- bereits vorliegen, Grundsatz muß auf jeden Fall das im Kriege oft gebrauchte Wort sein: »S ch w i e r i g k e t t e n s i n d dazu da, daß sie überwunden werden!- Wir sehen Meinungsäußerungen gern entgegen und zeich- nen mit kollegialem Gruße , hochachtungsvoll Bereinigung landwirtschaftlicher Verleger, gez, Alfred Fritzsche, Hans Wehner, Einheitlichkeit der Bücherpreise. Von Waldemar Heidt in Hamburg, Die Veröffentlichungen des Börsenblatts in den letzten Jah ren über diese Frage haben ein Resultat, d, h, eine Einheitlichkeit der Preise, bis heute nicht gezeitigt. Das Börsenblatt versucht es in diesem Monat mit einer neuen Einrichtung, und zwar durch Anzeige diejenigen Verleger zu nennen, die neue Preise in der vor angegangenen Woche bekanntgegeben haben. Ob diejenigen Sor timenter, die bis jetzt keine Zeit fanden, die Preise ihrer Bücher dem Tageswert gemäß auszuzeichnen, dieses auf diese Anzeige hin nachholen werden? Ich möchte es bezweifeln. Unsere Mark sinkt inzwischen weiter, die unselige Zwangsanleihe, wenn sic verwirklicht werden sollte, wird einen Marksturz im Gefolge SKI
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