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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.02.1922
- Strukturtyp
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- 1922-02-04
- Erscheinungsdatum
- 04.02.1922
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. >5 30, 4, Februar 1022. Das würde ein fröhliches Wettrennen und überbieten, eine gesetzt anstreden, der sich aber niemals wird beseitigen lassen; große Ausnutzung des größten Geldbeutels, eine große Zurück- das ist schon seit Hunderten von Jahren vergeblich versucht wor» Haltung jungen, noch nicht vom Erfolg gekrönten Autoren gegen- den; es ist ein unvermeidliches Übel, über das schon die ältesten über geben. Wir würden in englisch-amerikanisch-französische Zu<! erfolgreichen Schriftsteller geklagt haben, stände zurllckfallen. Viel mehr als bisher müßten die Autoren ihre I Der gesamte deutsche Buchhandel hat aber alle Ursache, Werke selbst bezahlen oder Staat, Gesellschaften und andere mit Subventionen einspringen. Unzählige Werke würden ungedrmkt bleiben, leider oft gerade die, um die es besonders schade wäre; man denke nur daran, daß, um nur zwei aus zahllosen Beispielen zu nennen, selbst Gustav Freytag für seine -Ahnen», Spengler sür seinen »Untergang- nicht gleich Verleger finden konnten und zu nächst bei manchem vergeblich anklopfen mutzten. Das deutsche Schrifttum ist im großen ganzen recht gut aus dem Boden des bestehenden Verlagsrechts gediehen, den ein unter- nchmungssreudiger Verlegerstand fleißig beackert hat. Neben den Ersolgrcichen, die mehr als einmal neben zahlreichen Nieten auch ein großes Los zogen, soll man nicht derer vergessen, die sich nur mit Trostpreisen begnügen mutzten, oder derer, die Gesundheit, Kraft, Selbständigkeit und Vermögen den Werken ihrer Autoren opferten und deren Zahl sehr viel größer ist als die der erfolg reichen Kollegen, und als man vor allem auch in Schriftsleller- krctsen anzunchmen sich angewöhnt hat, Mitzslände sind Vorhan den, sie sollen nicht bestritten, sondern mit Hilfe der reellen, neben aller nötigen Geschäststüchtigkeit auch ideal beraulaglen Verleger vermindert werden. Ganz beseitigen werden sie auch dse Lobeschcn Vorschläge nicht, denn aller Menschen Werk bleibt Stückwerk. Geht man aber zu weit, so überschlagen sich die beab sichtigten Segnungen für die Schriftsteller und wandeln sich letzten Endes ins Gegenteil, zumindest für die Mehrzahl der Ver fasser- Vergessen wir auch nie, daß viele der erfolgreichsten Bücher ihr Entstehen den Anregungen ihrer Verleger verdanken, daß ihre Verfasser nur oder wesentlich Nutznießer der Ideen ihrer Verleger und der Vorarbeit ihrer Vordermänner sind. Ein streng durchgeführtes zwingendes Verlagsrecht wird sicher er starrend wirken und dann schlimmeres Unheil für das deutsche Gesamtgeisteslebcn gebären als das jetzige beweglichere disposi- live Verlagsrecht, dessen Schönheitsfehler Wohl beseitigt werden können, auch ohne datz am Gesetz selbst überhaupt etwas geändert wird. Sind denn unsere geschätzten Autoren tatsächlich noch so naiv und so Welt- und geschäftsfremd, wie es gemeinsam mit dem Vor tragenden manchem erscheint? Leisten die verschiedenen Schutz- verbände, Schriftstellerbereine usw, nicht fortgesetzt eine Unmenge von »Aufklärungsarbeit«? Gibt es denn nicht genug sachkundige Anwälte und Beratungsstellen? Wer als Schriftsteller bei dieser Fülle von Möglichkeiten, sich Rat zu holen, wenn es sich darum handelt, mit einem Verleger abzuschließen, der den Wagemut hat, ein Werk zu verlegen, immer noch bei Vertragsabschlüssen den »Dummen- macht, der immer noch hilflos der stärkeren Schutzes Bedürftige bleibt, der ist cs nicht wert, daß ein bewährtes Gesetz so grundlegend, wie es der Redner und seine Freunde wünschen, geändert wird, sodatz dann letzten Endes das deutsche Schrifttum zum größeren Teil nur noch auf Subventionsstelzen wird einhergehen können und die Bevormundung für alle den Höhepunkt erreicht. In der Hauptsache dreht es sich schließlich bei dem Tasten nach der Klinke des Gesetzes um den nsrvug rsrum. Deshalb soll ten die Verfasser als Regel einen festen Prozentsatz vom Laden- Preis jedes verkauften Exemplars ausmachen, wobei es ein ge waltiger Unterschied ist, ob es sich um einen Roman, um Lyrik, Massenartikel usw, bis hinauf zur schwerwissenschaftlichen Mono- graphie handelt; je größer der materielle Verlagsersolg, je grö ßer dann auch mit Recht die Summe der Einnahmen des Ver fassers, Vielfach ist aber das Geld gar nicht der richtige Gegen wert sür die Hingabe des Rechts zur wirtschaftlichen Auswertung eines literarischen Produkts; denn unendlich viele Autoren ver danken ihr Ansehen, ihre Berufung in ertragreiche Stellen, ihre einträgliche Gutachtcrtätigkeit u, a. wesentlich dem Umstande daß ihre Bücher durch die Tätigkeit und Tüchtigkeit ihres Ver legers bekannt geworden sind. Und daß das erfolgreiche Buch, der »Schlager» (vielfach nicht immer das bessere) für die anderen die halben und ganzen Nieten, mit aufkommen mutz, sst ein großer Mangel, den zu mildern alle Beteiligten, auch die Verleger, fort- 150 scharf aus der Hut zu sein und auf Grund seiner langjährigen Er fahrung durchaus nicht im einseitigen Verlegerinteresse, sondern im Interesse der weiteren gedeihlichen Entwicklung des deutschen Schrifttums und aller Nebenzweige das heute geltende Verlags recht Punkt sür Punkt zu verteidigen, bis tatsächlich sür alle Be teiligten wirklich Besseres geboten wird, H. Degener. Wirtschaitiiche Vereinigung Deutscher Buchhändler eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Leipzig. Der Geschäftsbericht liber das 4. Geschäftsjahr Januar bis Dezember 1821 hat folgenden Wortlaut: Das abgelanfene Geschäftsjahr brachte leider nicht die crwarrcte Stetigkeit und Sicherheit. Schien es in der ersten Jahreshälfte, als ob bas allmählich stärker einsctzcnde Angebot, in Verbindung mit der zunehmenden Kausunlust, die Papierpreise senken würde, so zeigten sich lm zweiten Halbjahre gerade die entgegengesetzten Verhältnisse. Noch im Mai und Juni waren die Preise in leicht absteigender Bewegung begriffen. Fast plötzlich änderte sich die Marktlage im zweiten .',-aib- jahrc. Selbst die geschäftsstille Sommerszeit zeigte eine Belebung der Kauflust. Überraschend schnell versteifte sich der Markt im August. Die verschiedensten Umstände, u. a. Trockenheit, Streiks, dazu cins.'tzcnde starke Verschlechterung unserer Währung und die durch letztere an- schwellende, den Jnlandbcdars nicht genügend berücksichtigend- Aus fuhr, brachten derartig große Schwierigkeiten in der Papierbcschassni g, daß diese schließlich zur Papiernot führten. Die Unterbringung neuer Aufträge wurde vielfach unmöglich und die Einhaltung fest zngestan- dcner Lieferzeiten teilweise um Monate hinansgeschoben. Ans zu festen Preisen abgeschlossene Aufträge kamen von Monat zu Monat steigende Aufschläge, die trotz Widerspruchs gezahlt werden mußten. In vielen Fällen blieben trotzdem die Lieferungen auS. Heute haben die Preise nahezu das Doppelte und Dreifache des niedrigsten Jahres- standcs erreicht. Die von den Fabriken zur Erklärung dieser geradezu trostlosen Verhältnisse angeführten Tatsachen sind durch zahlreiche Er örterungen in den Fach- und Tageszeitungen bekannt, weshalb s.ch in Eingehen darauf an di-eser Stelle erübrigt. Inzwischen steigt die Teuerungswelle weiter, und es lassen sich keine Anzeichen finden, die zur Hoffnung auf ein Sinken der Preise in der nächsten Zeit oercch- tigen könnten. Trotz dieser großen Schwierigkeiten ist es uns gelungen, die Auf träge unserer Mitglieder fast ausnahmslos und unter Berücksichtigung der abnormen Verhältnisse auch entsprechend vorteilhaft untcrzubrin- gen. Dies wurde uns u. a. möglich durch die beständig erweiterten, einflußreichen Beziehungen zu den bekanntesten Fabriken, die unsere steigende Bedeutung entsprechend einschätzen. Unser Umsatz ist inzwischen ans das Vielfache des einstmaligen ge stiegen, was wir als Beweis der Notwendigkeit und der Nützlichkeit unserer Genossenschaft hervorheben. Allerdings sind auch durch den Wechsel in der Leitung, infolge Ausscheidens zweier Herren und durch den bedauerlichen Tod e'nes Herrn, gewisse Schwierigkeiten entstanden. Nachdem wir aber jetzt guten Ersatz gesunden haben, hoffen mir, daß unser Unternehmen sich bestens weiterentwickeln wird und mir auch noch den großen Teil der deutschen Buchhändler als Mitglieder gewinnen werden, der zur vollen Entfaltung unseres Einflusses auf vorteilhafte und umfassende Papier- beschasfung nötig ist. Genossenbestand am 31. November 1920 550 Zugang 1821 38 588 Abgang 1821 durch: Aufkündigung 14 Ausschluß 2 Tod I 17 Genossenbestand am 31. Dezember 1021 571 Summe der Gcschäftsguthaben am 31. Dezbr. 1920 Mk. 500 500- Summe der Geschäftsguthaben am 31. Dezbr. 1921 Mk, 008 500 — Mithin Erhöhung der Geschästsguthaben im Jahre 1921 um Mk, 42 888,- Haftsumme am 31. Dezember 1920 Mk, 573 500.— Haftsumme am 31. Dezember 1921 Mk, 008 500.— Mithin Erhöhung der Haftsumme im Jahre 1921 um Mk, 55 VVO.—
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