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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.01.1922
- Strukturtyp
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- 1922-01-16
- Erscheinungsdatum
- 16.01.1922
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- Deutsch
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X- 13, 16. Januar 1922. Redaktioneller Teil. 900 Mark befinden sich die Beträge auf gleicher Höhe, um dann ganz gewaltig mit den Auslandkosten die Jnlandkosten zu überrunden. Dieser Umstand erscheint auf den ersten Blick sehr merkwürdig, findet aber in der Struktur der sehr verwickelten Tarife seine natürliche Erklärung. Da man, im Besitze einer kleinen Handschrift, auf den Abschnitt einer Postanweisung eine ganze Menge von Nachrichten Mit teilen kann, fallen die Postanweisungen unter den Tarif der Briefe und bauen sich in ihrer Bewertung auf diesen Tarif auf. Wollt« man nun auch die Auslandpostanweisungen unter 900 Mark dem späteren Verhältnis angleichen, so müßte der ganze Auslandbrics- und --Postanwcisungstarif danach umgeändert werden, der nach ganz andern Verhältnissen steigt als der Jnlandtarif. Diese Maßnahme ist jedoch, und das ist der Hauptgrund für die Stellungnahme der Neichspost, überflüssig und wenig lohnend, da bei dem heutigen Valutastand Geld sendungen ins Ausland unter 900 Mark überhaupt kaum Vorkommen. Der Verteuerung der Jnlandpostanweisungen liegt dagegen die Ab sicht zugrunde, das Publikum in noch schärferem Maße an den Ge brauch des Schecks und des bargeldlosen Verkehrs überhaupt zu ge wöhnen. Der teuerste deutsche Brief kostet vom 1. Januar ab 15 Mark, nämlich der eingeschriebene Eilbrief zwischen 200 und 250 Gramm nach einem Landorte, nämlich 4 Mark Porto, 2 Mark Einschreibegebühr, 9 Mark Eilbestcllgcbühr durch Radfahrer. Das teuerste deutsche Paket kostet Porto 40 Mark, Einschreiben 2 Mark, Gebühr für dringende Bestellung (Eilbehandlung auf Transport und bei Bestellung) 80Nkark extra, zusammen also 122 Mark. Die Post vermietet Frantaturmaschinen. — Im Verfolg der Spar maßnahmen zur Beseitigung des Defizits der Post plant, wie der »Konfeltionär« erfährt, das Reichspostministerium die mietweise Ab gabe von Frankaturmaschinen an private Firmen zum Zwecke der selb ständigen Frankierung und Fertigmachung der Post. Die Apparate, von denen 50 bereits im Monat Februar ausgegcbcn werden sollen, sind so eingerichtet, daß sie für alle vorkommendcn Frankaturen ge eignet sind und der Postbchörde eine mühelose Kontrolle ermög lichen. Die Firmen werden durch sie in die Lage versetzt, sich bei Freimachung von Postsachen aller Art von der Post unabhängig zu machen. Postausweiskartcn. — Seit dem 1. Januar gelten die neuen deut schen Postausweiskarten in nachstehenden Ländern: Ägypten, Algerien, Belgien, Bulgarien, Costarica, Dänemark, Freie Stadt Danzig, Finn land, Frankreich und der französischen Kolonie Guadeloupe, Griechen land, Island, Italien und den italienischen Kolonien, Japan (ein schließlich der japanischen Postanstalten in China), nebst Korea (Chosen) und der Gesamtheit der übrigen japanischen Nebengebiete, Jugoslawien, Kolumbien (Republik), Luxemburg, Marokko (auch spa nische Zone von Marokko), Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal und den portugiesischen Kolonien, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei, Tunis, Türkei und Ungarn. Die Anerkennung der deutschen Postausweiskarten in einer Reihe weiterer Länder ist zu erwarten. Einführung einer neuen Zahlenaussprache im Fernsprechverkehr. (Vgl. Bbl. 1921, Nr. 224.) — Vom 15. Januar ab wird, wie die Ober postdirektion Leipzig mittcilt, im Betriebe des Fernsprechamts Leipzig mit der Einführung einer neuen Zahlenaussprache in der gleichen Weise wie bei den Vermittlungsanstaltcn in Alleuburg (S.-A.), Borna (Bez. Leipzig), Burgstädt, Döbeln, Grimma, Mitlweida, Oschatz und Wurzen begonnen werden, und zwar werden von den Beamtinnen zunächst die Zahlen 1 — eiuß (mit scharfem ss), 2 — zwoh (oh statt ei), und 3 ^ drrei (mit schnarrendem rr) ausgesprochen werden. Die Ausdehnung dieser Maßnahme auf weitere Zahlenelemente wird er folgen, sobald sich die neue Sprechweise- der Zahlen 1, 2 und 3 einge bürgert hat. Hierauf wird in den Tageszeitungen rechtzeitig hinge wiesen werden. Bei der Wichtigkeit der Neuerung ist es nötig, daß die Teilnehmer zum eigenen Vorteil durch Entgegenkommen Mit wirken und das Vermittlungspcrsonal bei der Neuerung unterstützen. Gebühr für Eiuzclgcspräche an fremden Anschlüssen. — Bis Ende September v. I. bestand die Bestimmung, daß ein Fernsprechteilnehmer, der seinen Anschluß einem Dritten für Gespräche überläßt, sich dafür keine höheren Beträge erstatten lassen dürfe, als er selbst an die Post zu entrichten hat. Diese Bestimmung war in den rückliegenden Jahren immer wieder namentlich von den Inhabern öffentlicher Geschäfte und von Gasthofbcsitzern beanstandet worden. Solange die Panschgebühr in Geltung war, konnte die Post hieran nichts ändern, weil sie beim Pauschgebührcnsystem aus einer vermehrten Benutzung des Anschlusses für sich keine höheren Gebühren erzielte, vielmehr nur größere Be triebsausgaben hatte. Ans Mehrleistungen der Fernsprechvcrwaltung, für die die Teilnehmer selbst kein erhöhtes Entgelt zahlten, ihnen einen Gewinn zu verschaffen, war aber nicht gangbar. Mit der Einführung des Einzelgesprächtarifs ist dieser Standpunkt der Post gegenstandslos geworden. Tie Post überläßt jetzt die Regelung der Frage, wieviel sich der Anschlußinhaber von Dritten für die Benutzung seines An schlusses erstatten lassen darf, der freien Vereinbarung zwischen den beiden Parteien. Wer deshalb z. B. die von einem Hotel erhobene Einzelgesprächsgebühr beanstandet, kann sich immer nur mit dem Besitzer des Hotels, nicht aber mit der Post darüber auseinandcrsetzcn, weshalb das Hotel für die Benutzung seiner unter Umständen mit er heblichen Kosten ganz überwiegend für die Gäste eingerichteten Fern- sprcchanlage als Entgelt eine Einzelgesprächsgcbühr erhebt, die über den Satz von Automatengesprächen hinausgeht. Bedruckte Papicrprobcn keine Drucksachen. — Im Postnachrichten- blatt, neueste Ausgabe, erteilt das Neichspostministcrium über unzuläs sige Drucksachen den folgenden Bescheid: »Angebote der vorgelegtcu Art, mit dem Vordruck .Dieses Durchschlagpapier . . . liefere ich Ihnen zu folgenden Preisen usw.', die also auf einer in der Empfehlung angebo renen Papiersorte gedruckt sind, können zur Versendung gegen die er mäßigte Drucksachengebühr nicht zugclassen werden. Sie haben insbe sondere nicht die Eigenschaft von Handclsrundschreibcn im Sinne der Postordnung, unterliegen vielmehr, da ihr Inhalt als Muster des Pa piers dienen soll, den Bestimmungen und Gebühren für Warenproben.« Also wieder eine erhebliche Verteuerung bei Papierangeboten und Be musterungen, da vom 1. Januar 1922 ab Warenproben bis 250 Gramm 2 Mark kosten, wogegen Drucksachen bis 50 Gramm nur 50 Pfennig, über 50 bis 100 Gramm 1 Mark und erst über 100 bis 250 Gramm 2 Mark kosten. Warenproben und Drucksachen nach dem Ausland kosten je 50 Gramm 80 Pfennig, doch wird bei Warenproben eine Mindestge bühr von 2 Mark erhoben. (Papier-Zeitung.) Das Postblatt, das bisher als Beilage zum Deutschen Neichsanzei- ger und Preußischen Staatsanzeiger erschienen ist und durch Vermitt lung der Postanstaltcn auch für sich bezogen werden konnte, ist mit Ab lauf des Jahres 1921 eingegangen. Ein Bedürfnis für das Postblatt besteht nicht mehr, nachdem das Neichspostministerium dazu iiber- gegangen ist, in erweitertem Maße Paket- und andere Gebührentarife hcrauszugcben. Im übrigen finden die beteiligten Kreise die bisher im Postblatt enthaltenen Angaben ausführlicher und zugleich rascher in den in Verbindung mit dem Reichspostministcrium zweimal wöchentlich erscheinenden »Verkehrsnachrichten für Post und Telegraphie«. Freigabe der Briefmarkeueinfuhr. — Auf Anregung des Ncichs- mtnisters der Finanzen hat der Neichswirtschaftsminister die Einfuhr von entwerteten und nicht entwerteten Briefmarken aus dem Ausland freigegeben. Danach sind Einschreib- oder Wertsendungen mit Brief marken in Zukunft von den Postüberwachungsstellen zur unmittelbaren Zustellung an den Empfänger in den Postverkehr zurückzugeben. Be züglich der bei den Zollämtern oder Postiiberwachungsstcll-'n zurzeit lagernden Briefmarkcnsendungen hat sich der Reichswirtschaftsministcr mit einer allgemeinen Freigabe einverstanden erklärt: diese Sendungen sind daher, sofern im Einzelfalle nicht besondere Gründe entgegenstehcn, ohne den Nachweis einer Einfuhrbewilligung unverzüglich frcizugeben. Die Errichtung der Universität Jerusalem gesichert. — Im Auf träge der amerikanisch-jüdischen Ärztevereinigung hatte sich vr. Hilko- witz nach Jerusalem begeben, um die Arbeiten zur Eröffnung der Universität zu beschleunigen. Wie vr. Hilkowitz mittcilte, soll bereits in diesem Frühjahr mit dem Bau der Uni versität begonnen werden. Man hoffe, die Universität mit allen Zweiginstitutcn innerhalb eines Jahres fertigzustellcn. Zunächst soll die medizinische Fakultät eröffnet werden. Es liegen schon bestimmte Zusagen von namhaften jüdischen Professoren der Welt vor, ihre Lehrtätigkeit an die Universität Jerusalem zu verlegen. Ein Museum westlicher Kunst in Tokio. — Der größte japanische Schiffsbauer K. Matsukata, der sehr große Kuiistsaminlungen be sitzt, hat den englischen Künstler Frank Brangwyn beauftragt, aus einer Höhe bei Tokio ein großes Museum für westliche, d. h. euro päische und amerikanische Kunst zu errichten. Die eigentlichen Mu- senmsräumc werden mit Bildern behängt, während die um den garten- artigen Jnnenhof herumlaufenden Kreuzgänge für die Aufstellung der Skulpturen bestimmt sind. Die Sammlungen Matsukatas, die den Grundstock des neuen Museums bilden sollen, umfassen bereits einige Tausend Gemälde, Skulpturen, Radierungen usw., sowie ausgewählte Werke des europäischen Kunstgewerbes. 67
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