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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.05.1922
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- 1922-05-06
- Erscheinungsdatum
- 06.05.1922
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Redaltioneller Teil. wenn nur die Auftraggeber mit den Schwierigkeiten und den vielen noch ungenützten Möglichkeiten der maschinellen Groß- s betriebe rechnen wollten. Gewiß, die Dauerhaftigkeit des Handcinbandes kann der maschinelle niemals erreichen; aber Strapaziersähigkeit ist so wenig wie beim Stiefel das einzige Merkmal der Qualität. Der private Biichcrkäufcr braucht nicht die gleichen Ansprüche an Halt barkeit zu stellen wie biichcrvertcihcnde, ösfcutlichc Bibliotheken. Weil die handwerklichen Kleinbetriebe durchaus nicht auf jede maschinelle Hilfe verzichten, weil die Großbuchbindereicn — von ihren mustergültigen Handabteilungen abgesehen — auch für die Massenbindungen ohne Handarbeit nicht auskommen; weil man überhaupt gar nicht sagen kann, alles, was die Hand mache, fei gut. was die Maschine mache, sei schlecht, deshalb darf und muß dem unerreichbaren Ideal des exakten Handeinbandes das erreichbare des exakten Vcrlegereinbandes gegcniibergcstellt werden. Die Bemühung um Qualität soll doch nicht auf das Handwerk, also aus einen Bruchteil der Gesamtproduktion, be schränkt werden! Wer die Qualität des Vcrlegereinbandes ver bessern will, muß zunächst einmal Hand- und Maschinenarbeit in den einzelnen Arbeitsphasen gegeneinander abfchätzen. Falzen. Falzmaschincn, die vor dem dritten Bruch den Bogen aufschneidcn, dadurch Brüche und Quetschfalten vermeiden, arbeiten so exakt wie die beste Falzerin. Doch kann die ungenaue Anlage -Ubcrdrucktcr« Bogen durch die Maschine nicht ausge glichen werden; deshalb salzt man auch in Großbetrieben die Bogen wertvoller Bücher mit der Hand. Beim Zusammentragen, Kollationieren, Einpressen und der weiteren Vorbereitung beim Heften gibt es keine großen Unterschiede. Heften. Durchausheftung mit der Hand auf erhabene Bünde ist die beste, aber auch die langwierigste und teuerste Me thode. Sie hat vielleicht den Nachteil, daß die starken Schnüre auf dem Buchrücken das Auslegen erschweren. Man hat deshalb die Rücken angesägt und die Schnüre eingelassen. Zuweilen er schwert dann durch die Löcher cindringender Leim das Auflegen erst recht. Bei größeren Partien wird Handheftung auf Band der geringeren Kosten wegen bevorzugt. Wenn »durchaus« geheftet und -gefitzt« wird, ist Handhcftung jeder anderen überlegen. Doch genügt auch sorgsältigc Maschinen heftung neuesten Modells, wenn guter Faden verwendet wird und die Bücher nicht zu schwer und nicht zu dick sind*). »Es sollten stets soviel Stiche gemacht werden, als der Rücken erlaubt. Die Stiche sollten nie mehr als einen Zoll voneinander liegen und dreiviertcl Zoll vom Kopf und Schwanz des Rückens entfernt sein«. (Vorschriften der American Library Association.) Draht heftung auf Gaze wäre nur bei gut verzinntem Draht und gün stigstem Papier möglich; für den Qualitätseinband ist sie nicht verwendbar. Rundmachcn. Zwischen dem Runden mit Hand oder Maschine besteht kein wesentlicher Unterschied"). Abpressen. Aus hohe Bünde geheftete Bücher können nur mit der Hand abgepreßt werden; sonst ist die Leistung der Abpreßmaschine der Handarbeit zum mindesten gleichwertig. Vor- aussetzung ist, daß die zwischen Bretter gesetzten, kaschierten, mit Kleister abgeriebenen und überklebten Bücher lange genug zum Trocknen in der Presse bleiben. Beim Verlegereinband wird der Buchblock in fertige Decken eingehängt; Schnüre, Bänder oder Gaze, aus die geheftet worden ist', werden auf die Innenseite der vorher überzogenen, fertigen Decke angeleimt. Beim Handcinband dagegen werden die Deckel -angesetzt« und mit den Schnüren fest verbunden, bevor das Buck mit Leder, Leinen u. dgl. überzogen wird. Das Ansetzen der *) Da der Verlegereinband niemals die Haltbarkeit des Hanbein bandes erreichen kann, vermeide der Verleger nach Möglichkeit den dicken Wälzer. Er teile ein zu umsangreiches Werk in mehrere Bände aus. »«) -Flache Rücken sollten nie in Anwendung kommen, da cs unmög lich ist, einen guten Falz an solchen Büchern zu erzielen, und gerade der Falz einer der wichtigsten Teile des Buches ist. Alle Bücher sollten sorgfältig und gleichmäßig gerundet werden« (Vorschrift der A. L. A.) 846 Deckel, zumal auf tiefen Falz*), ist in jeder Beziehung besser, verzögert und verteuert aber die Fertigstellung noch weit mehr als selbst Handheflung. Der Verleger kann deshalb aus einge hängte Halblederbändc nicht verzichten, besser er würde jedoch an Stelle der eingehängten Ganzlederbände Halbfranzbändc mit an- gcsetzten Deckein liefern"). Leipziger Grobbuchbindereien stellen sie in ihren Handabteilungen so gut her wie jeder Handwerker. Aus sozialen Gründen wäre cs zu wünschen, daß jeder Verlag einen oder mehrere handwerkliche Betriebe mit solchen Aufträgen dauernd beschäftigen würde. Einhängen. Einhängen und Anpappen des Buches in die fertigen Decken wird von Maschinen vorgenommen, die nicht schlechter arbeiten, als die Hand es könnte. Deckensabrikation. Die mit der Deckenmachmaschine hergestelltcn Decken der Leinen« und Pappbände werden den mit der Hand hergestelltcn vorgezogcn, namentlich dann, wenn der Aufdruck genaue Anlage fordert; auch trägt die Maschine den Leim so mager und gleichmäßig aus, wie es die Hand kaum könnte. Die Decken der Halb- und Ganzlederbände werden auch in Großbetrieben mit der Hand hergestellt, da die immer ungleiche Struktur des Leders Falten bildet, die von der Hand ausgestrichen werden können. Die Maschine würde sie zur Quetschsalte nieder pressen. Man verstärke bei diesen Bänden die Verbindung von Block und Decke durch Kalikofalz, der mit dem ersten und letzten Bogen mitgcheftet und mit dem Vorsatzpapier aus der Innenseite des Deckels angeklebt wird. Man achte auch darauf, daß vom Decken macher ein annähernd deckelstarkcs Lederkapital (Häubchen) gebil det werde. Das Schärfen des Leders wird von der Maschine nicht schlechter besorgt als von der Hand. Schnitt. Farbiger Schnitt und Goldschnitt werden überall mit der Hand angebracht. Vergoldung. Plattcnvcrgoldung (mit der man Leinen und Papier verschone!) ist nicht unsolider als Handvergoldung. Während der Stempel des Handvergolders bei der höchsten zu lässigen Wärme vom Feuer genommen und erst wieder von neuem erhitzt wird, wenn er bis an den niedrigsten noch zulässigen Grad abgekllhlt ist, kann die Platte beständig in der materialgcrechten Temperatur erhalten bleiben. Das technische Ideal der Hand- Vergoldung wäre es also, die Gleichmäßigkeit der Plattenvcrgol- düng zu erreichen. Wer wollte indes leugnen, daß die zwar nicht beabsichtigte, gleichwohl unvermeidliche Verschiedenheit der ein zelnen SIcmpeleindrücke einen Reiz haben, den Plattenvergoldung nie haben kann? Auch ist rhythmische Gliederung des Ornaments bei Verwendung von Filcten, Rollen und kleinen Stempeln häu- figer zu sehen als bei Platten, die nach einer auf geduldigem Papier gezeichneten Vorlage graviert oder geätzt worden sind. Der erfahrene Künstler kann jedoch seine künstlerischen Absichten auch in der Plattenvergoldung verwirklichen. Es ergibt sich also, daß der Großbetrieb in jedem Arbeits- gang zu einer Qualitätsleistung befähigt wäre, die billigen Ansprüchen vollauf genügen könnte. Warum aber zeigt der übliche Verlcgereinband so wenig von diesen idealen Möglichkeiten? Weil die Auftraggeber zu schnell und zu billig (also schlecht) bedient sein wollen und schon beim Truck Wünsche des Buchbinders zu wenig beachten. Hetzt und drängt der Verleger (und welcher Verleger hetzt nicht?), dann wird der Betrieb nervös; die Decken werden gemacht, bevor das Material vom Drucker eintrisft. Doch nun ») »m den nötigen Falz zu bekommen, muß der Faden so stark aus tragen, daß der Buchrücken um ein Drittel, znweilen sogar um zwei Drittel stärker wird; der Verleger nehme deshalb niemals zu starkes Papier;, wenn er cs durchaus nehmen muß, lasse er es in der Weise bedrucken, daß der Buchbinder Bogen zu acht Seiten zu hesten hat. Da durch wird auch vermieden, daß beim Ausschlagen die ersten und leisten, nur durch den Leimgrat zusammengehaltenen Blätter dieser starken Lagen anseinandcrgerisscn werden und nun die Bogen NM eine ganze Lagcnstärke auseinandertlaffcn: ein Anblick, der bei den teuren Bütten anslagen der Verleger nicht selten ist. **> und die Bezeichnung Halbsranzbände vermeiden, wenn es sich um eingehängte Halblederbände handelt. V
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