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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.04.1922
- Strukturtyp
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- 1922-04-10
- Erscheinungsdatum
- 10.04.1922
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. Xr 85, 10. April 1922. schrieben hat, der in Leipzig der Nachfolger des Goethe-Freundes Behrisch als Hofmeister und später Lefsings Nachfolger als Wolfen- biittelcr Bibliothekar war. Goethe erzählt an der Stelle in -Dich tung und Wahrheit«, da er von seiner Leipziger Krankheit berichtet, mit großer Wärme von dem frommen Langer, der ihn tröstete und halb und halb für sein Christentum gewann. Die Briefe an diesen Freund in der Not, die von dem Geh. Archivrat I)r. Paul Zimmcr- mann entdeckt wurden, behandeln die weiteren Schicksale Goethes während seiner Nekonvaleszentenzcit in Frankfurt und während seiner Straßburger Studentenzeit, berichten von seiner Stellung zu den Herrn hutern, von seinen Studien, Dichtungen, Kunstgenüssen, Stimmungen und Liebschaften. Hauptversammlung des Deutschen Schillcrbundcs in Weimar. — Die für dieses Jahr auf den 6. Juni festgesetzte Hauptversammlung des Deutschen Schillerbundcs soll frühmorgens mit der Enthüllung des vom Bildhauer Joseph Heise-Weimar geschaffenen Denkmals eröffnet werden, das zum Gedächtnis an die gefallenen Bundesmitglicder im Weimarer neuen Friedhofe errichtet werden wird. Or. Gaster-Berlin, der Direktor des Französischen Gymnasiums, wird dabei die Weihercde halten. In der für 11 Uhr vorgesehenen Hauptversammlung wird voraussichtlich vr. Ludwig W ii l l n e r einige Gedichte von Goethe und Schiller sprechen. Der achtzehnte Deutsche Ncuphilologentag findet dieses Jahr vom 6. bis V. Juni in Nürnber g statt. Das Programm umfaßt sprach- methodische, kulturhistorische und literarische Referate, u. a. von Prof. Boßler (München) über den Bildungswert der romanischen Sprachen, Pros. Wechßlcr (Berlin) über die »Vergleichende Betrachtung der Grund lagen deutscher und französischer Kultur an Universität und Schule«, von Prof. Theodor Vetter (Zürich): »Literarisches aus Emma Darwin: Century ok ksmily Retters«, von Privatdozent Brunner (Wien) über die amerikanische Lyrik der Gegenwart und von Privatdozent Schöffler (Leipzig) über »Neue Wege zur europäischen Literatur des 18. Jahrhunderts«. Robert-Schumann-Fest in Zwickau. Die Nobcrt-Schumann- Gcsellschaft zu Zwickau plant für den Juni die Veranstaltung eines großen Schumann-Festes, wenn für die erforderlichen großen Kosten die Deckuugsmittel gesichert werden. Weiter plant die Gesellschaft den Ankauf des ganzen schriftlichen Nachlasses Robert Schumanns für das Schumann-Museum. Eine Katalogisierung der Bestände dieses Mu seums ist bereits durchgefiihrt worden. Lenins gesammelte Werke. — Nach einer »Temps«-Meldung aus London wird die Sowjetrcgieruug zur Feier des 50. Geburtstages von Lenin mit der Herausgabe seiner gesamten Werke beginnen. Sechzig Millionen für eine Luxusausgabe. — Die CkioaZo 'sribune meldet, daß eine Luxusausgabe der Werke Mark Twains den Nekord- prcis von 200 000 Dollar erzielte. Der Wert dieser Ausgabe besteht darin, daß die Titelseiten von dem Verfasser autographicrt sind. Ein leitungen zu verschiedenen Bänden, die von bekannten Schriftstellern versaßt sind, geben der Sammlung einen besonderen literarischen Wert. Nach dem Tageskurse würde die Mark Twain-Ausgabe 60 Mil lionen deutsche Papiermark kosten. Eine internationale Zeitschrift für Oricntforschnng. Im Haag ist soeben als Organ niederländischer, dänischer und norivegischer Orienta- listenvereinigungcn eine neue, alle 3 Monate erscheinende Zeitschrift, die »Xeta 8 oei 6 tatum Orientalium kstavse, Danieae, Xorxveßiese« gegründet worden. Sie ist den ägyptischen, vorder asiatischen, indoiranischcn, islamitischen, ostasiatischen Zweigen der oricntalistischen Wissenschaft gewidmet und soll hauptsächlich den Ver öffentlichungen von Gelehrten der genannten drei Länder dienen; doch sind die Spalten auch den Angehörigen anderer Nationen geöffnet. Um der Zeitschrift eine internationale Verbrcitungsmöglichkeit zu geben, ist als Sprache für die Aufsätze Deutsch, Englisch oder Französisch vor geschriebe«. Die lang erwartete Schlichtungsordnung. Der Neichsarbeits- ministcr hat dem Reichstage nunmehr den Entwurf einer Schlichtungs- orduung nebst Begründung zugehen lassen. Sie ist sehr umfangreich (148 Druckseiten) und sieht drei Hauptgruppen von Ämtern zur Bei legung von Arbcitsstreitigkeiten vor, nämlich Echlichtungsämter, Lnndes- schlichtungsämter und Neichsschlichtungsamt. Die Schlichtungsämter und die Landesschlichtungsämter sind in Kammern, das Ncichsschlich- tungsamt in Senate eingeteilt. Berannnvri! Redakteur: R > ch a r d ?! l b e r l >. — Merlau: D e r^B 0 rsen 484 Wiedereinführung der Sommerzeit? — Der bekannte Schöpfer der Sommerzeit, Hermann Ncse aus Goslar, hat eine Eingabe an den Reichspräsidenten wegen Wiedereinführung der Sommerzeit ge richtet. Darauf ist nunmehr die Antwort des Reichspräsidenten einge gangen, daß die Frage der Sommerzeit gegenwärtig Gegenstand der Beratungen in den Reichsministerien sei. 155 000 geschäftliche Besucher auf der Leipziger Frühjahrsmesse. Unter Zugrundelegung der Anschreibungcn des Meßamts für die Mustermessen in Leipzig über ausgegcbcne Mcßabzeichcn und Meß ausweise ist nunmehr festgcstcllt worden, daß mindestens 155 000 ge schäftliche Besucher auf der soeben aufs erfolgreichste zu Ende gegangenen Leipziger Frühjahrsmesse geweilt haben. Rechnet man noch diejenigen Ausweise hinzu, die als Ehrenabzeichen, ferner an Studenten, bzw. Schüler, als Tienstkarten für die Angestellten von Reichs-, Staats- und Kommunalbehörben, als Arbeitskarten usw. abgegeben worden sind, sowie diejenigen Karten, die an den Verlängcrungstagcn der Tech nischen Messe ausgegeben wurden, so kommt man der Gesamtzahl von 200 000 Meßbesuchern sehr nahe. Unter Mitberücksichtigung der poli zeilichen Anmeldungen kann die in der Gcsamtziffer enthaltene Zahl der ausländischen Meßbesucher auf gegen 32 000 an gegeben werden. Das Hygiene-Museum in Dresden. — Angesichts der großen Bedeu tung des Hygienischen Museums hat der Rat der Stadt Dresden beschlos sen, den bisher dafür gezahlten Beitrag auf 200 000 Mk. zu erhöhen, uutei der Bedingung, daß der Staat einen Jahresbeitrag von 300 000 Mark und das Reich einen solchen von 500 000 Mark gewährt. Zu dem beab sichtigten Neubau des Hygienischen Museums wurde ein Kostcnbcitrag von 3 Millionen Mark, der in drei Raten, am 1. Juli 1922, 1923 und 1924, zahlbar sein soll, ebenfalls unter der Bedingung bewilligt, daß sich das Reich mit einem Beitrage von 6 Mill. Mark und der Staat mit einem solchen von 3 Mill. Mark beteiligt. SpreWiiI. „Wer trägt den Schaden?" und „Über Leipzig". Zn dem crstercn Artikel in Nr. 78 des Bbl. möchte ich bemerken, daß der ganze Geschäftsgang nach kaufmännischem und gerechtem Emp finden gehandhabt werden sollte. Bei guter Verpackung muß der Sorti mcnter den Schaden tragen. Im Zweifelsfalle sollte doch jeder Teil gerecht denken oder den Schaden zur Hälfte auf eigenen Vorschlag über nehmen. Derartige kleine Geschäftsunkosten werden weder dem Verlag, noch dem Sortiment wehtun, und der Friede ohne Arger bleibt be stehen. Die verschiedenen erwähnten Unsitten beruhen auf leichtsinniger oder gedankenloser Arbeit, verbunden mit Faulheit. Um ein Datum oder die Bestcll-Nr. festzustellen, müssen doch die Buchungen oder Rechnungen hcrausgesucht werden, und das erfordert allerdings einige Arbeit, der man sich aber im eigenen und im Inter esse seiner Kollegen zur glatten Erledigung einer Differenz unterziehen sollte. »Uber Leipzig« (vgl. auch Bbl. Nr. 78), das ist ein wunder Punkt. Sendungen oder Nachricht sind oft nicht zu erwarten. Ein Auf traggeber hat doch nicht immer Lust, 4—6 Wochen zu warten. Eine mir heute zuteil gewordene Rücksichtslosigkeit, die erste dieser Art in meiner über 40 Jahre langen Praxis, muß ich hier erwähnen und nicht zur Nachahmung empfehlen: Am 29. März d. I. bestellte ich direkt unter Kreuzband von der Firma R i ch. Ungcwitter in Stuttgart zwei Stück »Diätetische Ketzereien«. Preis beider Bü cher Mk. 57.60 netto, Spesen hierfür Mk. 10.65, wobei Mk. 2.25 Nach- nahmcspcsen berechnet sind. Von diesem Buche ist ein Stück als Kreuzband unter Nachnahme für 2 Stück heute eingetroffen, und ans der Rechnung steht der Vermerk: »Das zweite Exemplar folgt nach Eingang der Nachnahme«. Die obige Firma hätte bei jedem Verlage oder meinem Kommissionär Auskunft über mich erhalten können! Auch in diesem Falle muß ich sagen: mehr kaufmännisches Handeln und weniger Rücksichtslosigkeit ausübcn, da alle Spesen, auch die Umsatz steuer für die Spesen, doch der Bücherkäufcr tragen muß. Auf der Nachnahme steht kein Vermerk von meiner Bestellung, Bestell-Nr. oder Inhalt der Sendung. Auch diesen Fehler wolle man doch endlich vermeiden! Lörrach, den 3. April 1922. Carl P o l t i e r - W e e b c r. Redaktion und Expedition: Leipzig. W^chtSweg N lBuchhändlkrüauS'.
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