Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.03.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1935-03-07
- Erscheinungsdatum
- 07.03.1935
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19350307
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193503077
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19350307
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1935
- Monat1935-03
- Tag1935-03-07
- Monat1935-03
- Jahr1935
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
sdk 56, 7. März 1935. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b.Dtschn.Buchhandel. historisch das Börsenblatt entwickelt, das -den Vermittler zwischen Produzenten und Zwischenhandel spielt. Und gibt es auch Ver leger, sür die das Börsenblatt als Publikationsorgan geringere Bedeutung hat, weil ihre Vcrtriebsmethodcn nicht nur aus den Weg über den Zwischenhandel beschränkt sind, so wird dadurch das Gesamtbild nicht geändert. Die organisch gewachsene Funktion des Börsenblattes ist heute nicht mehr wegzndcnken. Sie ist ein leben diger Bestandteil der Funktionen unsres Berufs überhaupt und als solcher in unsrer Organisation verankert. Die Tatsache besteht, daß unser Fachorgan in seinen Spalten täglich ein konzentriertes Bild der fortwährenden Produktion gibt, und daß es dadurch zu einer der wirtschaftlichen Grundlagen sür unsre berufliche Tätigkeit wird. Denn wir Buchhändler schöpfen daraus zum wesentlichen Teil die Grundlage zu produktiver Arbeit. Damit ist die Wichtigkeit des An zeigenteils vom Börsenblatt genügend dargclegt. Ich meine auch, daß am Anzeigenteil nichts auszusetzen ist, wenigstens nichts, was abgcstellt oder verbessert werden könnte. Der Anzeigenteil wird durch die Entwicklung der Produktion und durch die wirtschaftlichen Verhältnisse reguliert. Daran ist nichts zu ändern. Auch sein druck technisches Bild ist nach meiner Meinung richtig. Abgesehen davon, daß der Auftraggeber das Recht zu einer individuellen Gestaltung seiner Anzeigen hat, darf nicht außer acht gelassen werden, daß durch die unterschiedliche schriftliche und bildliche Darstellung die Wirkungskraft erhöht und das Durchlcsen erleichtert wird. Mehr läßt sich über den redaktionellen Teil des Börsenblattes sagen. Meine Ausführungen sollen nicht kritischer Art sein. Sie zielen nur darauf hin, unser Fachorgan einmal in das Licht der buchhäudlerischen Öffentlichkeit zu rücken, damit sie sich auch mal mit diesem wichtigen Exponenten unsres berufs ständischen Lebens beschäftigt. Vielleicht ist die Überschrift dieses Aufsatzes geeignet, die Mehrzahl meiner Kollegen zu fesseln und ihr die Anregung zu geben, sich ebenfalls an einer Aussprache über das Thema zu beteiligen. Der redaktionelle Teil unsres Börsen blattes soll in erster Linie unserm berufsständischen Leben gelten. Das ist seine vornehmste Aufgabe. Diese gilt heute in weit grö ßerem Maße als früher, da im Buchhandel Gruppen existierten, die ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Eigenleben hatten. Dieses Eigenleben, das sich früher oft in einem egoistischen Kampf um die Eigcnintcressen offenbarte, ist, wenn auch nicht erdrückt, so doch stark gemindert worden, weil die nationalsozialistische Wirtschaftsordnung den Begriff der Berufsgemeinschast als erstes Prinzip anerkennt. Somit mündet heute das berussständische Leben stärker als früher in die einheitliche Führung unsrer Berussgemein- schaft, und der einzelne ist heute mehr und inniger mit seiner Ver- bandsleit-ung verbunden als es früher der Fall war. Das verpflich tet aber wiederum die Verbandsleitung, das berufsständische Leben in alle ihre Unterbezirle ausstrahlen zu lassen, damit sie sich das Vertrauen der Berufsgenossen sichert und diese an den Berufsstand und an dessen Aufgaben fesselt. Sie kann diese Aufgabe nur mit Hilfe ihres Fachorgans — also des Börsenblattes — erfüllen. In unserm Fachorgan muß sich das berufsständische Leben spiegeln. Das Börsenblatt muß die Berufsangehörigen des Buchhandels lau fend über das wichtigste Geschehen innerhalb der Organisation unterrichten. So hält es die lebendige Verbindung zwischen der Verbandssührung und dem einzelnen Mitglied aufrecht und stärkt bei ihm das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Es gibt ihm auch das Gefühl zurück, daß es sein Fachblatt ist, das er in Händen hat und liest. Wenn dieser Gedanke heute noch nicht in dem wünschens werten Maße verwirklicht ist, so darf das nicht als Vorwurf ausge- saßt werden. Die Schristleitung des Börsenblattes bemüht sich mit allen Kräften, den berufsständischen Charakter des Börsenblattes zu vervollkommnen. Jedes Ding braucht seine Zeit, und nichts kann gleich hundertprozentig in Erscheinung treten. Wir wissen, daß die Umformung des Lebens gerade in den geistigen Zonen am schwierigsten ist und nur langsam und organisch vor sich gehen kann. Das gilt auch sür den redaktionellen Teil des Börsenblattes. Meine Wünsche richten sich auch nicht etwa allein an die Verbandsleitung und an die Schristleitung, sie richten sich viel mehr noch an meine Kollegen, soweit sie in der Lage sind, an der Ausgestaltung unsres Fachorgans mitzuwirken. Zur Hebung des berufsständischen Cha rakters unsres Börsenblattes gehört die Behandlung rein sachlicher Gebiete, und kein andrer ist mehr hierzu berufen als der Mann 178 aus der wirklichen Praxis. Da wir erwarten dürfen, daß das Bör senblatt das alleinige Fachblatt des gesamten Buchhandels und seiner Wirtschaft werden wird, so mutz diese Konzentration auch sichtbaren Ausdruck erhalten. Wir müssen durch das Börsenblatt mehr vom Leben der regionalen Bezirke des Bundes erfahren. Und auch die Fachschaften und Fachgruppen müssen in der buchhänd- lerischen Öffentlichkeit hervortreten. Wenn sich erst die Aufgaben gebiete der einzelnen Gruppen des Buchhandels klar herausgeschält haben, ich meine in berufsstän-discher Hinsicht, und wenn die Tätig keit dieser Gruppen in Gang gekommen ist, dann müssen sie ihre Arbeit ja irgendwie ventilieren, wozu allein das Börsenblatt in Anspruch genommen werden kann. Es ist natürlich selbstverständ lich, daß alle Veröffentlichungen, die über das Geschehen innerhalb der buchhändlerischen Organisation berichten, wichtig genug sind, damit das Niveau des Börsenblattes nicht herabgedrückt wird. Denn darüber sind wir uns alle im klaren, daß das Gesicht des Börsenblattes zugleich das Gesicht des deutschen Buchhandels ist. Es muß ein Niveau haben, dessen Höhe der angesehenen Stellung des Buchhandels in der Kulturwirtschaft entspricht. Zusammcnge- faßt kann ich sagen, daß zur Wahrung und Erreichung des berufs ständischen Charakters unsres Börsenblattes in erster Linie der Buchhandel selbst Mitarbeiten muß. Mit dieser für den im Buchhandel berufstätigen Menschen so wichtigen Forderung soll jedoch nicht angedentct werden, daß die nicht rein fachliche Leistung des Börsenblattes von geringerem Wert sei. Verfallen die gcistes- und wirtschaftswissenschaftlichen Abhandlungen im Börsenblatt auch oft dem Schicksal, vom viclge- Plagten Buchhändler nicht gelesen zu werden (siehe die Einleitung zu meinen Ausführungen!), so müssen wir uns doch hüten, ihre Bedeutung für uns zu ignorieren. Im Gegenteil! Auch aus ihnen schöpfen wir viel sür unsere Tätigkeit. Für -den Buchhänd ler gibt es eigentlich überhaupt keine abseits liegenden Gebiete des geistigen und wirt schaftlichen Lebens. Er muß alles irgendwie verarbeiten und geistig verbuchen, um die Vitalität zu erreichen, die er braucht. Freilich kann das nicht zum eingehenden Studium ausartcn, denn dann würde er seine psychischen und physischen Kräste zersplittern und gar bald das wirtschaftliche Fundament unter den Füßen ver lieren. Wir Buchhändler stehen nun cinnial in der Tür zwischen dem geistigen und wirtschaftlichen Raume und holen aus beiden Sphären die Grundlagen für unsere Existenz. Aber der Zwang zur Orien tierung auf allen Gebieten besteht. Auch hier hilft uns das Börsen blatt, indem es uns vom Leben jenseits der Grenzen unsrer Berufs praxis berichtet. Es ist nur erforderlich, daß die Schristleitung dauernd den Stoff hcranholt, -den der Buchhändler benötigt, und daß sie ihn in einer Form darreicht, die sich mit der Technik des praktischen Arbeiters vereinbaren läßt. Ich wünschte, daß diese Ausführungen ein lebhaftes Echo im Buchhandel fänden. Ich maße mir nicht an, umwälzende Dinge gesagt zu haben. Der Zweck meines Aufsatzes ist nur, die Anregung zu einer lebhaften Aussprache über unser Börsenblatt zu geben, aus der gewiß mancher gute Vorschlag zur weiteren Ausgestaltung unsres Fachorgans erstehen kann. Sehen wir uns noch einige Stel len des Börsenblattes besonders an. Der monatliche Bericht über die allgemeine Wirtschaftslage ist ausgezeichnet und in seiner zu sammenfassenden Form wertvoll. Er rekapituliert die Nachrichten und -die Stimmungsberichte der Tages- und wirtschaftlichen Fach presse und die Gesetzgebung auf wirtschaftlichem Gebiete so gut, daß sich der vielbeschäftigte Buchhändler leicht -daraus unterrichten kann. Nur kommt dabei leider die Buchwirtschaft etwas zu schlecht weg, was aus dem Grunde zu bedauern ist, weil gerade die Außen welt von der Buchwirtschaft nicht allzuviel weiß und erfährt. Ge rade, weil die Kulturwirtschaft noch im Prozeß des organischen Aus baues steht, sollte unsrer Buchwirtschaft und der ihr dienenden Be richterstattung in zusammenfassender Form mehr Raum im Börsen blatt gegeben werden, um damit der Außenwelt von ihrem Stand und ihrer Entwicklung Kenntnis zu verschaffen. Ich rechne damit, daß diese Wirtschaftsberichte aus dem Buchhandel auch -der Außen welt, vor allem aber den Stellen, die für den Buchhandel von Be deutung sind, zugesührl werden müßten. Die wirtschaftliche Seite des Faktors Buchwirtschast sollte keinesfalls hintenangestcllt wer den. Die Statistik, die das Börsenblatt veröffentlicht, wird viel-
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder