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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.03.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1935-03-07
- Erscheinungsdatum
- 07.03.1935
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- Deutsch
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56, 7. März 1835. Redaktioneller Teil. Nörsenblatt s. d. Dtschn Buchhandel. esse der Ertüchtigung seiner körperlichen und seelischen Kräfte an irgendwelchen Ausbildungskursen teilnahm. Mit der zunehmenden Beschäftigung in der deutschen Wirtschaft entstanden Schwierigkeiten, daß denjenigen Angestellten und Arbeitern, die sich zur Teilnahme an Lehrgängen und Schulungskursen entschlossen hatten, der Ar beitsplatz erhalten blieb. Aus diesem Grunde ist von der Reichs regierung das Gesetz vom 15. Februar 1935 beschlossen worden, das gleichermaßen nationalen und sozialen Bedürfnissen Rechnung tragen will. In dem Gesetz wird bestimmt, daß jeder im Reichsgebiet be schäftigte deutsche männliche Angestellte oder Arbeiter auf seinen Antrag von seinem Unternehmer (Arbeitgeber) zur Teilnahme an einem anerkannten Lehrgang für Leibeserziehung zu beurlauben ist. Der Urlaub ist dem Angestellten und Arbeiter außerhalb des ihm bestimmungsgemäß sonst zustehenden Urlaubs zu gewähren. Bei der Beantragung des Urlaubs, die mindestens vier Wochen vorher zu stellen ist, sind dem Unternehmer (Arbeitgeber) eine Bescheinigung über die Anerkennung des Lehrgangs sowie die schriftliche Zulas sung zur Teilnahme an diesem Lehrgang vorzulegen. Einwendungen des Unternehmers (Arbeitgebers) werden insoweit berücksichtigt, als ein geeigneter Ersatz für den Antragsteller nicht beschafft werden kann und die Beurlaubung zu einer verhältnismäßig großen Schä digung des Betriebs führen würde. Die Beurlaubung zu einem an erkannten Lehrgang gibt dem Unternehmer (Arbeitgeber) nicht das Recht, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Der Angestellte und Arbeiter hat während der Dauer des Urlaubs keinen Anspruch auf Zahlung von Arbeitsentgelt und sonstigen Bezügen. Vererbung und Raffe — des Volkes Schicksal Die Hamburger Schulausstellung des NSLB veranstaltete kürzlich eine einzigartige Schau von Schülerarbeiten zu allen Fragen der Bevölkerungspolitik sowie von Lehrmitteln für die Rasse- und Erbkunde, deutsche Früh- und Vorgeschichte. Die umfangreiche Aus stellung zeigte eindringlich die großen Zusammenhänge, aus deren Erkenntnis unsere Negierung diesen Fragen in der Erziehung und neuen Lebensauffassung so große Bedeutung beimißt, daß sie das ganze Volk durchdringen will mit dem Verständnis für diese lebens wichtige Einstellung, von der Sein oder Nichtsein abhängt. Weist doch eine Abteilung dieser Arbeiten nach, daß Deutschland schon in zehn Jahren mehr Sterbefälle als Geburten haben wird, wenn es weitergeht wie bisher. Auf 1000 Ehen fallen bei uns nur noch 169 Geburten, aber in Polen und Rußland z. B. 250 und mehr. »Großstädte sind Friedhöfe des deutschen Volkes«, heißt es in einem anderen Raum. Denn 1931 blieben 40"/o der Ehen in den großen Städten kinderlos. Und erschütternd wird der Ernst der Lage durch die Feststellung klar, daß Erbkranke und Kriminelle (mit 4—5 Kindern solcher Ehen) sich doppelt so stark vermehren wie der Durch schnitt der deutschen Familien, der heute bei wenig über zwei Kindern steht. »300—400 Millionen wendet der Staat jährlich für Minder wertige auf« — und gesunder Nachwuchs fehlt! Ist der Geburtenrückgang einerseits die Folge der Wirtschafts krise, so andererseits des Mangels an völkischem Verantwortungs gefühl, und dieses zu wecken, war die Hauptaufgabe der Ausstellung, die auch durch andere Städte gehen soll. Aber heute schon kann vor wiegend der Buchhandel überall Helsen, dem Übel zu steuern und die nötige Erkenntnis ins Volk zu tragen, indem er sich vertraut macht mit den Lehrmitteln, die zur Verfügung stehen. Wenn diese Ausstellung vielleicht auch noch nicht alles zusammengetragen hat, so finden wir hier das Grundlegende, von dem das Wichtigste ge nannt sei: Die Mendelschen Vererbungsregeln in einer Reihe von Bild tafeln für Pflanze, Tier und Mensch (I. F. Lehmann und Akt.-Ges. für hygienischen Lehrbedarf, Dresden), Bilder zur Familien-, Erb- und Bevölkerungskunde (F. E. Wachsmuth, Leipzig), Drei Tafeln Vererbungsgesetze (Kurt Stenger, Erfurt). Alle diese Einzelfragen und Probleme von der Eizelle und dem Keimgift bis zu dem Nachweis der Überalterung unseres Volkes faßt in Bild und Wort das Dia-Sonderheft 2 (Georg Westermann) zu sammen. Die 48 Dias auf Cellophan, zum Teil farbig, sind auch ohne Lichtbildwerfer auswertbar, und die erklärenden Texte sind meist Auszüge aus den anerkannten Werken über Erbkunde. Im gleichen Verlag erschienen drei Tafeln: Nassetypen — Köpfe und Gesichte — Schäöelformen der europäischen Rassen, und deren Gemisch in unserem Erdteil veranschaulichen eine kleinere Wandkarte von Banse (Georg Westermann) und eine größere (Justus Perthes). Dieser Verlag brachte ferner eine Karte »Der Werdegang des deutschen Volkes«, während von Kumsteller in seiner Reihe von Geschichts karten »Deutsche Vorzeit bis 10» v. Chr.« (Westermann) erschien, deren Fortsetzung »Die Germanen bis 200 n. Chr.« die Bildung der Stämme zeigt. Neben den ausgestellten Altertumsfunden gibt es noch wertvolle Anschauungsmittel in Diapositiven für Vorzeit und Nassen (Theodor Benzinger, Stuttgart und I. F. Lehmann) für germanische Frühzeit in Heft 12 der schon genannten Dia-Sammlung, fünf Tafeln über das Leben unserer Urväter (Wachsmuth), und nicht nur für Norö- westdeutschland sind die drei Tafeln »Aus Niedersachsens Vor geschichte«, Steinzeit — Bronzezeit — Eisenzeit (Theodor Schulze, Hannover) von Bedeutung. Alle diese Anschauungsmittel sind im allgemeinen wohlfeil und bieten mit der reichen, wohl jedem deutschen Buchhändler bekannten Literatur ein starkes Rüstzeug zum Wiederaufbau und zur Gesundung unseres Volkes. Daran mitzuarbeiten gilt jetzt als dringende Pflicht, und der jüngste Erlaß des Neichsministeriums für Erziehung unterstützt den Buch- und Lehrmittelhandel, wo er sich tatkräftig ein setzt. F. E. Sch. Reichsbetriebsgemeinschaft Druck Der Jugendleiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Druck, Bann führer Wiegratz, gibt zum zweiten Reichsberufswettkampf einen Auf ruf bekannt, aus dem wir folgendes entnehmen. »Jungkameraden des graphischen Gewerbes! Unvergeßlich ist euch der geschichtliche 9. April 1934, an dem ihr dem ersten Neichsberufs- wetlkampf einen mitreißenden Auftakt gegeben habt. Es mutet wie eine wundersame Fügung an, daß wir den ersten Neichsberufswett- kampf an demselben 9. April 1934 eröffneten, an dem dem bedeutendsten Schriftkünstler unserer Zeit, Prof. Rudolf Koch, das Werkzeug aus den Händen glitt und dieser für das deutsche graphische Gewerbe un ersetzbare Mann in die Ewigkeit einging. Dadurch erfuhr der Neichs- berufswetlkampf für uns als Nachwuchs des graphischen Gewerbes eine tiefe Symbolik und seine Weihe. Der zweite Reichsberufswettkampf wird den untrüglichen Beweis erbringen, wer im letzten Jahre unentwegt und beharrlich an sich ge arbeitet hat. Eine Harle Auslese wird es sein, aber keiner schrecke vor der Größe der Aufgabe zurück. In diesem Jahr hat unser Wettkampftag, an dem ihr eure Aufgaben entgegennehmen und lösen werdet, wieder eine besondere Be deutung. Unser Wettkampftag, Donnerstag der 21. März 1935, ist der Frühlingsanfang. In das Singen und Jubilieren der Natur mischt sich unsere Begeisterung für unseren schönen Beruf und unsere Freude an der Arbeit mit dem unerschütterlichen Gelöbnis: »Wir wollen durch unseren schönen Beruf unserem herrlichen Deutschland dienen!« Das Nelkenjahr Von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft in Berlin erhalten wir mit der Bitte um Veröffentlichung folgende Zuschrift: Das Jahr 1935 ist das Jubiläumsjahr der Gartcnnelke. Wir empfehlen den Herren Buchhändlern, sich insofern daran zu beteiligen, daß die Schaufenster im Laufe des Jahres mehrfach mit Bildern (Reproduktionen oder Kopien in Farbe) von Nelken, Porträts mit Nelke, Nelkenliteratur, Gartenzeitschriften mit Nelkenbeiträgen (auf geschlagen, daneben das unaufgeschlagene Heft) usw. ausgestattet wer den. Da im Frühjahr, Sommer und Herbst überall billig frische Nel ken zu haben sind, können ständig frische Nelken im Schaufenster stehen. An klassischen Bildern nennen wir: Simon George aus Corn wall von Hans Holbein d.J., Kaufmann Gisze von Hans Holbein d.J., Bildnis eines jungen Mannes von Heinr. Aldegrever, Kaiser Maxi milian I. von Lukas van Leyden, Ulrich Sülczer von Christoph Am berger, Der Mann mit den Nelken von Jan van Eyck, Hochzeitsbildnis von Eberhard Brandenburg und Anna Koch, Saskia mit 'der Nelke von Nembrandt, Madonna mit der Nelke (Wallraf-Nichartz-Museum, Köln), Madonna mit der Nelke von Leonardo da Vinci (? Alte Pinakothek), Madonna mit der Nelke von Raphael, Blumenstrauß von Rachel Nuijsch, Marquise de Pontejos von Goya. — Die Garten ausstellungen werden die Nelke in den Vordergrund stellen, besonders die große Niederdeutsche Gartenschau in Hamburg, ebenso werden die Tageszeitungen oft auf das Thema Nelke zurückkommen, sodaß dem Buchhandel der Weg geebnet ist und er bei Eingehen auf unsere Vor schläge ständig auf seine Auslagen aufmerksam machen kann. Lustfahrt-Ausstellung in Hannover Am 4. März wurde in der Technischen Hochschule eine Ausstellung von Luftfahrt-Literatur eröffnet. Studienrat vr. Busch mann, von dem die Anregung zu dieser Sonderschau kam, betonte in seiner Eröffnungsansprache die Notwendigkeit eines geschlossenen Überblicks über die heute bereits vorhandene reichhaltige Luftfahrt literatur. Anschließend sprachen Stadtschulrat Professor vr. Hoff- mann und Oberschulrat Dannenberg als Vertreter der Gewerbe schulen. Dann nahmen die Anwesenden Einblick in die Auslagen, während Buchhändler Robert Jockusch den Aufbau der Sonder- 183
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