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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.01.1915
- Strukturtyp
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- 1915-01-16
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- 16.01.1915
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Redaktioneller Teil. ^ 12, 16. Januar 1815. dem Zustandekommen dieser Arbeiten Anteil hat oder ob sie fern vom Schlachtenlärm der Phantasie ihre Entstehung verdanken und das Kaffeehaus der Schauplatz war, auf dem der Schrift steller seine Eindrücke sammelte. Zugleich aber glauben wir auch eine Dankesschuld mit dieser Liste abtragcn zu können, dann nämlich, wenn der Buchhandel, besonders das Sortiment, daraus die Nutzanwendung zieht. Es fällt vielen, und vielleicht gerade den besten unter uns Buchhändlern, schwer, uns liebgewordcnen Schriftstellern, die uns Stunden innerer Erhebung durch ihre Werke verschafft haben, ein Wort des Dankes zu sagen, obwohl gerade der Schriftsteller, mehr als jeder andere, der Förderung und Anteilnahme jener bedarf, die berufen sind, seinem Schaffen die Wege zu bereiten. Das Be« wutztsein, in seinen Absichten, seinem Schaffen verstanden zu wer- den, gibt seiner Arbeit Flügel, so datz alle seine füllen Mitarbeiter sind, die sich für seine Lebensarbeit und ihre Verbreitung einsetzen. Gewiß sind zwischen Person und Werk eines Schriftstellers Unterschiede vorhanden wie zwischen Wollen und Vollbringen. Aber wie die Sympathie eines Lesers ihren Weg vom Buche zum Schriftsteller nimmt, so ist es in der Natur der Sache begrün det, daß umgekehrt auch der Weg vom Schriftsteller zum Buche führt. Damit wollen wir gewiß nicht die Grenzen zwischen Per son und Werk eines Schriftstellers verwischen, nicht neue Matz stäbe in die literarische Bewertung hineintragen. Aber es scheint uns nur gerecht und billig, daß aus der Fülle der literari schen Erscheinungen, an deren vollständiger Bewältigung ohnehin die Kraft des einzelnen scheitert, die Werke jener Schriftsteller zu nächst einmal hervorgehoben werden, von denen wir wissen, datz sie ihre ganze Persönlichkeit für ihre Überzeugung einsetzen. Denn es ist, auf die hier zur Erörterung stehende Frage bezogen, doch ein großer Unterschied, ob ein Schriftsteller mit seiner ganzen Person für eine große Sache eintritt und sein Herzblut statt der Tinte verspritzt, oder ob er in seinem Beruf einen angenehmen Zeitvertreib oder allein das Mittel zum Gelderwerb erblickt. Wir wissen heute, datz Deutschland seit seinem Eintritt in die Weltpolitik sich keiner Sympathien anderer Völker zu erfreuen hat und Neid und Mitzgunst heute, da die Schicksalsstunde des Deut schen Reiches geschlagen hat, ihre Ernte zu halten gedenken. Wir wissen jetzt aber auch, besser als je, datz wir nur zusammenzustehen, nur unsere Kräfte stärker und reicher zu entfalten brauchen, um einer ganzen Welt Trotz zu bieten. Wie Antäos aus der Berüh rung mit der Mutter Erde immer neue Kraft schöpfte, so werden auch wir die stärksten Wurzeln unserer Kraft in dem deutschen Heimatboden und seinem Volkstum finden. Wohl werden wir uns auch in Zukunft nicht gegen das Ausland abschlietzen — »Die Welt ist unser Feld« wird auch späterhin unsere wirtschaftliche Parole sein —, aber wir werden uns Fremden nicht aufdrängen und, bitter gewarnt, nicht mehr den Träumen eines unzeitge- mäßen Weltbürgertums nachhängen. Dagegen werden wir uns enger an unsere Volksgenossen anschlietzen und in der Arbeit für ihr Wohlergehen unsere schönste Ausgabe erblicken. Sollten uns darin nicht in erster Linie diejenigen Schriftsteller unter stützen können, in deren Büchern deutsche Geistesart sich am rein sten widerspiegelt? Und wer könnte diese Forderung eher er füllen, als die Schriftsteller, die ihre Persönlichkeit und ihre Werke in Einklang zu bringen suchen und, auf alle Annehm lichkeiten eines sorglosen Lebens verzichtend, in die Schützen gräben niedersteigen, wenn es dem Kampfe für ihre Überzeugung gilt? Ihnen sollte daher unser Interesse in besonderem Maße gelten, sei es auch nur um ihnen zu sagen, datz der Buchhandel die Pflicht der Dankbarkeit kennt und an ihrer gegenwärtigen Arbeit, ihren Hoffnungen und Wünschen teilnimmt. Red. Die Selbstkostenberechnung und Kalkulation des Verlegers. Bon W. Winkelmann. lSchlutz zu Nr. 7—tt.) Vertriebsspesen. Bereits in vorhergehenden Abschnitten wurde besprochen, daß die mutmaßlichen Vertriebskosten zur Gewinnung der Verkaufs preise Wohl in die Kalkulation einzusetzen sind, daß sie aber bei 62 Anlegen der Erfolgrechnung wegen der von Jahr zu Jahr not wendigen Extrabelastung der tatsächlich verausgabtenBeiräge aus- scheiden müssen. Für diese Auffassung spricht in erster Linie die Tatsache, datz Vertriebskosten unmöglich im voraus so genau be stimmt werden können, wie sie im Laufe der Jahre für das betref fende Objekt aufgewendet werden. Bei der Pflege bestimmter Verlagsrichtungen ist es möglich, auf Grund der aus den Erfolg rechnungen sprechenden Erfahrungen ungefähr den Betrag zu bestimmen, den aufzuwenden notwendig sein wird, um den Ab satz des Buches oder der Auflage zu erreichen. Daraus läßt sich dann auch ein nach Prozenten der Herstellungskosten berechneter Anteil für Vertriebsspesen annchme». Für sonstige Fälle bleibt nichts andres übrig, als die ungefähren Vertriebskosten durch Aufstellen der einzelnen in Frage kommenden Reklamemaßnahmen zu gewinnen. Wenn die effektiven Vertriebsausgaben den An satz übersteigen, so zehren sie vom Gewinn. Werden bei Prospekten, Inseraten, Plakaten usw. mehrere Ar tikel zusammen angezeigt, so sind die Kosten dafür auf die einzel nen Objekte umzulegen. Zu diesem Zweck empfiehlt sich die An lage besonderer Verteilungskonten, wo die zu der Reklamematz- nahme gehörigen Ausgaben, wie Satz, Druck, Papier, Falzen, Hef ten, Beschneiden, Porti, Fracht, Briefumschläge, Adressenmatcrial, Ausschreiben der Adressen, Beilagegebühren usw., gesammelt werden. Diese Kostenverteilung kann nicht einseitig nach der Höhe der Ladenpreise, nach dem voraussichtlichen Erfolg oder nach dem eingenommenen Raume vorgenommen werden. Es ist vielmehr zweckmäßiger, diese drei Faktoren gegeneinander ab zuwägen, damit den im Absatz weniger günstigen Artikeln nicht zuviel aufgebllrdet wird und andererseits die gangbaren Werke die Ausgaben für die weniger absatzfähigen nicht zum größten Teil mittragen müssen. Einnahmen. Eine besondere Stellung in der Erfolgrechnung kommt den Extraeinnahmen zu. Obwohl Inserate in Büchern erfahrungs gemäß wenig zugkräftig sind, werden sie gern zum Füllen von Druckbogen oder Umschlägen benutzt. Diese Ankündigungen des eigenen Verlags verursachen aber mindestens Satzkosten, deren Höhe in den Druckereirechnungen meist nicht gesondert angegeben wird. Da sich die Herstellung je nach der Zahl der Inserate un rechterweise verteuert, so ist es durchaus gerechtfertigt, demSkon- tro dieses Artikels wenigstens die entsprechenden Satzkosten zu ver güten, und dem angezeigten Buche den gleichen Betrag für die Ankündigung zu belasten. Bei aufgenommenen Inseraten fremder Firmen und Berechnung von Mehrzeilen bei Adreßbüchern ist die erhaltene Entschädigung als zu verbuchende Einnahme anzusehen, wenn die Jnsertionsgebühren nicht zur Ermäßigung des Prei ses dienen müssen. Das Gleiche gilt für die Verlegeranteile aus verkauften Abdruck- und Übersetzungsrechten. Bei der bisherigen Gepflogenheit, den Firmenaufdruck auf Prospekte für Sortiments- ftrmen zu einem niedrigen Preise zu berechnen, sind die die Ein- stcllkosten meist nicht deckenden Beträge als Erträgnis auf dem Skontro zu behandeln. Nachträge und Nachdrucke. Nachträgen zu fertigen Büchern sind gleichfalls im Kalku- lationsbuch Kostenzufammenftellungen einzuräumen. Hierher ge hören neben Satz, Druck, Papier, Honorar auch die Kosten für das Zurückverlangen und der Buchbinderarbeit, falls der Nachtrag auch apart abgegeben wird. Ist der Nachtrag in fertig vorlie gende Exemplare einzuhängen, so ist nach der gesonderten Kosten aufstellung der ermittelte Selbstkostenpreis pro Exemplar auch auf dem Kalkulationsblatte der Buchausgabe nachzutragen, und zwar so, datz der Rohpreis des Nachtrages zum Rohpreis des Buches hinzugenommen wird. Erhöht die Buchbinderei den Preis für das Binden des kompletten Exemplars einschließlich Nachtrag, so ist einmal dieser hinzuzurechnen, als künftig geltender Selbst kostenpreis, das andere Mal der Preis für das Einhängen des Nachtrags in die fertigen Exemplare für die Übergangszeit bis nach Verbrauch der ergänzten gebundenen Vorräte. Damit ist die Grundlage gegeben für eine sachgemäße und richtige Verrech nung auf dem Skontro. In gleicher Weise, wie unter »Buchbinder arbeit« besprochen, ist in solchen Fällen die getrennte Behandlung
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