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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.01.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-01-12
- Erscheinungsdatum
- 12.01.1915
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
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ZF 8, 12. Januar 1915. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. die gesamten Jahresunkosten zu den Jahresherstellungskosten in das Verhältnis stellen, so luürde damit beiden Verlagsgruppen ein schlechter Dienst erwiesen, denn der auf diese Weise ermittelte prozentuale Anteil entspricht für beide Verlagsrichtungen nicht den Tatsachen. Der wissenschaftliche Teil würde dabei zu stark belastet, während der populäre nicht die höhere Quote erhielte, die ihm zukäme. Um sich vor diesen Selbsttäuschungen zu bewah ren, ist cs notwendig, die Unkostensätze für beide Gruppen getrennt zu ermitteln. Sofern die einzelnen Arten auch getrennten Ge schäftsabteilungen zugewiesen sind, ist eine Auseinanderhaltung der Unkosten Wohl möglich. In den anderen zahlreicheren Fällen aber, wo diese Scheidung nicht durchzuführen ist, kann die Un kostenteilung nur nach dem Abwägcn der Umstände geschehen. Mehr noch als bei den hier angeführten Verlagsrichtungen ist die richtige Unkostenteilung besonders wichtig bei anderen Zwei gen, so Schulbüchern, Sammlungen, Zeitschriften, Jahrbüchern, Adreßbüchern, Nachschlagewerken, Lexika. Dort, wo Buch- und Zeitschristenverlag gemeinsam geführt werden, ist eine strenge Trennung der Unkosten ebenso notwendig wie in Verlagsgeschäf ten mit Rebenzweigen, sei das nun Sortiment, Reisebuchhand lung oder technischer Betrieb. Wo ohne Spezialisierung verlegt wird, da kann keine andere Berechnungsart erfolgen, als schema tisch einen einheitlichen Prozentsatz in Anrechnung zu bringen. Vertriebslostenanteil. Bei den Vertriebskosten läßt sich nicht gut von einem rech nerisch zu ermittelnden Anteil wie bei den Unkosten sprechen. Die Verkaufsmöglichkeiten sind für Bücher außerordentlich berschte- den. Zwischen den Publikationen, die nur einer einfachen An kündigung bedürfen, und den Artikeln, die nur durch ständige teure Propaganda gehalten werden können, liegt eine stark dif ferenzierte Anzahl von Reklamenotwendigkeiten. Für einen jeden solchen Artikel sind die Vertriebskosten individuell nach den Be dürfnissen des Objekts einzusetzen. Da in den meisten Fällen vor Inangriffnahme der Herstellung auch die hauptsächlichsten Ver triebsmaßnahmen feststehen, so lassen sich, wenn auch nur für die erste nicht zu lange Zeit nach Erscheinen, die Kosten dafür an nähernd berechnen. Was dann nach dieser Zeit kommt, das liegt unklar und unberechenbar in der Zukunft. Ein gewissenhafter Geschäftsmann wird aber auch das nicht klar Faßbare nach Mög lichkeit in seine Berechnung mit cinzustellen suchen. Er weiß nach seinen Erfahrungen ungefähr zu beurteilen, wie hoch er die weiteren Aufwendungen zur Erhaltung des Absatzes annehmen kann. In Fällen, wo er sich sagen mutz, daß der Absatz von der Art seiner Propaganda und der Höhe seines Reklame-Etats zum großen Teil abhängt, wird er in der Bemessung seiner Aufwen dungen nicht kleinlich sein. Das will aber berücksichtigt und in der Berechnung zum Ausdruck gebracht sein, wenn das Unterneh men lohnend werden soll. Gewiß gibt es genug Fälle, wo der Verleger in der Preisfestsetzung an Grenzen gebunden ist, die es ihm verbieten, sein Propagandabudget nach Wunsch auszudehnen. Und wenn Bücher auch ihre Schicksale haben, — ohne kräftige Re klameunterstützung sind sie meist ungünstig. Reklame kostet aber Geld, mitunter viel Geld, dessen Ausgabe jedoch durch Einbeziehen in die Berechnung seine Voraussetzung haben sollte. Hier ist auch die Höhe der Auslage mit zu berücksichtigen. Durch genaue Be achtung der Erscheinungstermine der einzelnen Auflagen bei Ver buchen der Vertriebsspesen ist es möglich, die ungefähr notwendig werdenden Reklameausgaben bis zum Absatz einer Auflage ein zusetzen. Bringt es der Artikel zu weiteren Auflagen, so sind die dann kommenden Vertriebsausgaben auf deren Konten aufzu nehmen. Die Fixierung der Reklameausgaben ist fast stets eine rein subjektive und bleibt meist problematischer Natur. Die Skontri weisen daher auch oft genug das Fehlgehen in der Schätzung dieser Ausgaben auf. (Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Solidarität der Medizinischen Fakultäten Deutschlands und Österreich-Ungarns. Der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Budapest, Prof. vr. Emil v. Grosz, hat an die Dekane der deutschen und österreichischen Schwesterfakultüten folgendes Schrei ben gerichtet: »Hochgeehrter Herr Kollege! Die medizinische Fa kultät der Königlich Ungarischen Universität in Budapest hat das Semester eröffnet. Viele unserer Assistenten, die meisten unserer Schüler sind für König und Vaterland ins Feld gezogen. Diejenigen, die wegen Alters oder Körperschwäche nicht angenommen werden konnten, haben sich zur ärztlichen Pflege und zum Hilfsdienste ge meldet. Die Kliniken sind mit verwundeten und kranken Soldaten gefüllt, die Institute unserer Universität sind tätig, Schutzstoffe zu er zeugen, jedoch darf die wissenschaftliche und Lehrtätigkeit nicht auf gegeben werden. Wir folgen dem großartigen Beispiel, welches uns das verbündete Deutsche Reich 1870/71 gegeben hat. Ich benütze die Gelegenheit der Eintracht des Zusammenwirkens, um den medizini schen Fakultäten der Schwesteruniversitäten Österreichs und des uns verbündeten mächtigen Deutschen Reiches einen herzlichen kollegialen Gruß zu entbieten und zwar mit den Worten Seiner Kaiser!, und Apostol. Königlichen Majestät unseres allergnädigsten Königs: Viribus Haitis!« Darauf sind — durchweg überaus herzlich gehaltene Zustim- mungs- und Sympathiekundgebungen eingegangen von den medizini schen Fakultäten in Berlin, Bonn, München, Marburg, Wien, Greifs wald, Gießen, Erlangen, Innsbruck, Straßburg i. E., Jena, Tü bingen, Kiel, Prag, Halle, Frankfurt a. M., Würzburg, Rostock, Hei delberg, Breslau, Königsberg i. Pr., Leipzig und Göttingen. Die Zeitung »Dagcus Nyheter« in Stockholm konnte am 31. De zember 1914 auf 50 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Mehr Ernst! Das stellvertretende Generalkommando des ersten bayerischen Armeekorps in München erläßt anschließend an die Mah nungen in der Presse eine Kundmachung, in der es heißt: »Man sehe nur den Neklameteil unserer Zeitungen durch: Ein ladungen zu Eiustandsfeiern wechseln ab mit solchen zu ,Sieges feiern*, mit der Wiedereröffnung eines geschlossenen Vergnügungs betriebs, .Militärpossen' mit ,hochkomischen Schlagern* und dergl. mehr. In Lichtspieltheatern werden nicht selten oberflächliche und seichte Stücke, wenn möglich französischen und englischen Ursprungs, vorgeführt: Plakate mit englischen und französischen Aufschriften laden das deutsche Publikum dazu ein. Die Programme der Kaba retts und Volkssänger weisen vielfach eine Zusammensetzung auf, die alles eher vermuten läßt, als daß wir uns im Kriege befinden. Nicht einmal an Tagen nationaler Trauer wie beim heldenhaften Untergange unseres Kreuzergeschwaders eine Änderung des Pro gramms! Bei den Nachmittags-Kaffeekonzerten läßt sich das Publi kum die seichtesten Operetten- und Tanzweisen gefallen. Auch die Theater scheinen allmählich die Festigkeit zu verlieren, gegen diese Strömung mit ihrem Spielplan anzukämpfen. Und dies alles zu einer Zeit, in der unsere Söhne und Brüder draußen im Felde für Deutschlands Ehre und für unsere Zukunft kämpfen und bluten. Er holung und Zerstreuung ist jedermann gern gegönnt, aber Erholung und Zerstreuung entsprechend dem Ernst der Zeit. Dies ist es, was unsere Soldaten im Felde von uns verlangen können.« Post. — Pakete nach Italien und dem neutralen Ausland über Italien können, soweit dies bis zum Kriegsausbruch zugclassen war, von jetzt ab außer über die Schweiz auch wieder über Österreich ge leitet werden. Behandlung feindlicher Zollgüter. — Bekanntmachung über die Außerkraftsetzung der Bekanntmachung, betreffend die Behandlung feindlicher Zoll güter, vom 15. Oktober 1914 (Neichsgesetzblatt S. 438) hinsichtlich Belgien. Vom 4. Januar 1915: Auf Grund von 8 " Abs. 4 der Verordnung, betreffend die Behandlung feindlicher Zollgüter, wird diese Verordnung bis auf weiteres hinsicht lich derjenigen Waren außer Kraft gesetzt, die sich inuerhalb der Reichsgreuze für Rechnung einer natürlichen oder juristischen Person befinden, die in Belgien ihren Wohnsitz oder Sitz hat. Berlin, den 4. Januar 1915. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. Delbrück. Rußlands Kultur. — In der Zeitschrift der Italienischen Gesell schaft für Hygiene findet sich die Besprechung einer Untersuchung, die die Stadtverwaltung von Saratow angestellt hat. Saratow liegt noch im europäischen Rußland an der Wolga. Es stellte sich heraus, dnß von 1350 Knaben und 600 Mädchen im Alter von fünf bis zehn Jahren, die fünf Schulen der Provinz besuchten, 79 v. H. der Mäd chen und 49 v. H. der Knaben gewohnheitsmäßig Branntwein tran ken. In der österreichischen »Zeitschrift für Lehrerbildung« berich tet A. Schwarz über die Volksschulen, von denen es 20 verschiedene Typen gibt. Das ganze Reich zerfällt im ganzen in 13 Schulbezirke 39
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