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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.10.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-10-30
- Erscheinungsdatum
- 30.10.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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BöHcnblitt f. b. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. 06 245. 30. Oktober 1920. Ich komme nun zuni Schluß. Es ist richtig, eine gewaltige Änderung wird vorgeschlagen, die gewaltigste Wohl, die je im Buch handel stattgefunden hat, denn bisher haben die Wandlungen im Buchhandel sich von selbst vollzogen. Wir leben in einer Zeit, deren Not Entschlüsse von uns fordert, wenn wir nicht Gefahr lausen wollen, plötzlich vor denselben Entschlüssen zu stehen, nur unvorbereitet, während die Denkschrift sie vorbereiten will. Daß Mut und Ent schlossenheit dazu gehört, diese Umgestaltungen in Gang zu setzen, daß ungewöhnliche Arbeit erfordert wird und mancherlei Schwierig keiten zu überwinden sind, darüber ist sich niemand klarer, als die Verfasser der Denkschrift. Vor einem Hindernis wirst der niutige Reiter erst das Herz hinüber, dann folgen Roß und Reiter nach. So ist es auch hier. Mit Mut kommen wir hinüber, und dem Mutigen gehört auch heute noch die Welt. Vorsitzender Herr Walther Jäh (Halle a. S.): Herr Voigt länder hat uns in dankenswerter Weise nunmehr doch eine Art von Korreferat erstattet, trotzdem er unsere früher geäußerte Bitte um ein solches abschlägig beschielten hatte. Ich danke ihm von Herzen für seine außerordentlich eingehenden Darlegungen und bitte, nun mehr in die Diskussion einzutreten. Herr Albert Len:pp (München): Herr Boigtländer hat ganz mit Recht beklagt, daß auf die Denkschrist hin der Beifall des Buch handels auszeblieben ist, aber wir Buchhändler sind nun einmal so; wir wollen den Spatzen in der Hand haben, dann erst untersuchen wir ihn, ob er etwas wert ist. Ich habe den Vorschlag seinerzeit sehr be grüßt. Die Untersuchung, die durch Herrn Janssen geschehen ist, halte ich für wichtig und notwendig. Es sind treffliche Gründe zur Vorsicht vorgebracht worden, und es ist von Herrn Jäh nach meiner Ansicht ein gangbarer Weg gezeigt, wie die Sache in die Hand ge nommen werden sollte, nämlich in einzelnen Teilen. Deshalb aber dürfen wir nicht den Zenlralgcdankcn der Denkschrist je aus den Augen lassen, der der Endpunkt sein wird und sein kann. Ich habe die einzelnen Punkts auch überdacht und versucht, ins Praktische zu übersetzen, was im ersten Punkt der Denkschrift steht, und möchte mir erlauben, einige Anregungen daraus zu entwickeln. Ich habe mich schon immer gefreut über die Zusammenschlüsse in den einzelnen Städten, wie Kommissionsbuchhandlungen und Zeitschriftenstellen. Das ist der Weg, aus dem wir anfangen können. In einigen möglichst gleichmäßig verteilten großen Städten denke ich mir derartige Kommissionsgeschäfte, wie sie ja zum großen Teil schon bestehen. Leipzig bleibt die Zentrale. Sämtliche Buchhandlungen der Stadt schließen sich diesem Kommissionsgeschäft an; dieses allein für die ganze Stadt nimmt dann einen Kommissionär in Leipzig. Dies vereinfacht den Verkehr über Leipzig und verteilt den Betrieb nach einem zentralen Gesichtspunkt. Dadurch, daß von und nach Leipzig nur niit einer Stelle verkehrt wird, kommt immer so viel Stoff zu sammen, daß tägliche Sendungen in jeder Richtung abgehen können, die durch Sonderabschluß mit einem Spediteur und Benutzung der gleichen Verpackung hin und zurück noch besonders verbilligt werden können. Nun geht die Sache folgendermaßen: Ich nehme als Bei spiel München. Die Münchener Verlegerauslieferung kommt in die Zentrale in München und wird in einer gemeinsamen Sendung an den Kommissionär für München nach Leipzig geschickt. Dabei wird in München gleich die Verteilung so vorgenommen, daß, was an die Sortimenter einer der großen Städte geht, seine eigene Stelle und seine eigene Verpackung bekommt. Der Leipziger Kommissionär packt die Teilpackungen an die großen Städte nicht aus, sondern gibt sie gleich weiter an die Vertreter der anderen großen Städte, die ebensalls tägliche Sendungen an ihre Städte haben. Erst dort wird von der Bcrteilnngsstelle ausgepackt und an die einzelnen Sortimenter überwiesen. Ich habe mir den Leipziger Kommissionsbetricb einmal angesehen und die Überzeugung gewonnen, daß mein Vorschlag die Verteilung in Leipzig sehr vereinfachen wird. Wenn nun die Städtc- Kommissionäre bestehen, dann können Sendungen in eine der großen Städte, die näher liegt als Leipzig, direkt dorthin geleitet werden, und große Frachtspesen sind erspart. Es handelt sich nun noch um die Verbuchung und Verrechnung. Auch diese lassen sich durch mehrfach durchgcschriebene Tcilavise und rasches Verwiegen der einzelnen Pakete bei den Städte-Kommissio- närcn leicht und einfach erledigen. Die Leipziger Komniissionäre brauchen dann nur noch die Endsummen der Teilavise an die einzelnen Großstädte zu buchen. lS22 . Leider erfuhr ich erst gestern, daß dieses Thema auch hier be sprochen wird, da es nicht aus der Tagesordnung steht. Ich hätte sonst meine Gedanken noch schristlich niedcrgelcgt und sie dann vielleicht verständlicher gemacht. Ich glaube, daß hier ein gangbarer Weg und ein Anfangspunkt zu dem von Herrn Voigt länder gezeigten Endziel gegeben ist. Zusammenfassend möchte ich die Vorteils meines Vorschlages nochmals folgendermaßen fest- legen: 1. Verschnellerung durch täglichen Verkehr von und nach Leipzig gegenüber einem ein- bis zweimaligen in der Woche seither. 2. Raumsparung, da die täglichen Sendungen keine so große Ansammlung beim Kommissionär ergeben. 3. Ersparnis an Spedition und Verpackung durch Sonder- abmachung mit dem Spediteur und gleiche Verpackung aus dem Hin- und Rückweg. 4. Verteilung in Leipzig schneller und einfacher, da gleich ganze Gruppen von Paketen von einem Kommissionär zum andern kommen und für eine der großen Städte immer nur ein Kom missionär dort in Frage kommt, also auch ungeübteres Personal verwendet werden kann. 5. Näher als Leipzig liegende Städte können durch gegenseitige direkte Lieferung Zeit, Leipziger Spesen und Fracht ersparen. 6. Die kleinen Städte in der Nähe der in Frage kommenden großen können sich durch Anschluß dort ebenfalls dieselben Vorteile verschaffen. 7. Auchbuchhändler können diese Einrichtung Nicht benutzen. EiNx Konkurrenzfähigkeit wird ihnen also fast unmöglich gemacht Ich bitte, dies bei der weiteren Erörterung der Frage als Material mit zu übernehmen. Es ist nach meiner Meinung der einfachste und billigste Weg, um möglichst bald mit der Sache ansangen zu können. Herr Adolf Opey (Leipzig): Sie haben vorhin nochmals Herrn Voigtländer die ganze Entwicklung der Kommissionsgeschästssrage vortragen hören. Ich will nicht so weit ausholen, weil ich mich selbst doch schon zur Ostermesse über die einzelnen Punkte der Denkschrist ausgelassen habe und auch im Börsenblatt nochmals meinen seiner- zeitigen Bericht ergänzt habe. Ich kann die Vorschläge des Herrn Voigtländer nicht anders bezeichnen als Phantasien, die zunächst noch jeder greifbaren Unterlage entbehren. Wenn jemand ein Geschäft aufmachen oder ein Haus bauen will, so genügt es nicht, nur zu wissen, daß man den Wunsch hierzu hat, sondern man muß einen gewissen Voranschlag haben, man muß beim Hausbau den Preis der Baukosten und das zu erwartende Erträgnis kennen. Wer ledig lich darauflos bauen will, überzeugt sich sonst leicht, daß er im eigenen Hause weit teurer wohnt, als er früher zur Miete gewohnt hat. Wir haben im Ausschuß für die Leipziger Verkehrsreformen bisher noch nicht getagt. Warum nicht? Weil niemand bis jetzt eigentlich auf das, was die Kommissionäre gesagt haben, geantwortet hat und praktische Ratschläge erteilen konnte. Wir Kommissionäre sind nicht so schlechte Kausleute, daß wir eine Abwanderung von 4b Prozent und mehr des Gewichtsverkehrs über Leipzig ruhig anschen würden, wenn wir Mittel und Wege wüßten, die Abwanderung zu verhindern. Wir verkennen nicht, daß Leipzig wieder einen rascheren Verkehr und eine größere Billigkeit braucht. Diese Raschheit kann aber zurzeit nicht erreicht werden, weil die Verhältnisse das eben nicht gestatten. Sie sind so verändert, daß es unmöglich ist, augenblicklich mit derselben Schnelligkeit wie früher vorwärtszukommen. Wir haben immer noch bedeutende Personalschwierigkeiten, die verkürzte Arbeitszeit usw. Die Genossenschaft würde dieselben Schwierig keiten in demselben Maße haben, vielleicht sogar noch mehr. Das gleiche gilt von den Frachtsätzen und anderen Kosten. Es kommt auch in Betracht, daß wir allein nicht die Schnelligkeit des Leipziger Platzes wieder schassen können, sondern auch der Leipziger Verlag muß sich mit daran beteiligen. Der Leipziger Verlag hat noch keine Vorschläge gemacht, wie er glaubt, den schnelleren Verkehr wieder einzuführsn. Wir haben das »Empfohlene« von den Verlegern noch nicht einholen lassen, weil dies noch so teuer ist, daß es unsere Kom mittenten nicht bezahlen könnten, und weil uns zudem die Zeit zum Einholen fehlte. Wir haben Arbeitszeit bis >46, an Spedilionstagen bis 5 Uhr. In dieser beschränkten Zeit kommen wir nicht in ganz Leipzig herum. Man hat uns aber trotzdem gesagt, daß die Expe dition von den Leipziger Kommissionsgeschäften schneller gehe, als
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