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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.10.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-10-30
- Erscheinungsdatum
- 30.10.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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94 245, 30. Oktober 1920. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. vom Leipziger Verlag. Wenn der Leipziger Platz sich wieder er holen und Weiler als Zentralpunkt ausbilden soll, so müssen Sie nicht weiter nach Abwandorungsgründen suchen, sondern Sie müssen dazu mit beitragen, daß der Leipziger Platz wieder den Umschlag hat wie bisher. Je mehr Sie uns wegnehmen und uns nur die kleinen Posten belassen, desto schwieriger wird es sür das Kommissionsgeschäft, seine Ausgabe zu erfüllen. Es ist an der Barpaletprovision Anstoß genommen. Diese ist aber doch nur ein gewisser Maßstab für das Ganze. Herrn Janssens Ausführungen sind teilweise schon durch Herrn Voigtländer niit besprochen. Er hat Vorschläge wegen eines Zettelamts gemacht. Das Zettelamt ist bereits in der Bestellanstalt vorhanden. Ebenso ist durchaus nicht zu ersehen, wie sich ein Zeit- schriftenamt einrichtcn lassen könnte. Die Kommissionäre sind durch aus geneigt, Vorschläge, die wirklich praktische Verwertung finden können, näher zu prüfen. Dazu eignen sich aber die Vorschläge, die jetzt neu vorgebracht sind, absolut nicht. Wir haben auch die Frage des Autoverkehrs geprüft, haben aber gesunden, daß der Autoverkehr jetzt noch teurer ist, als der Verkehr, den wir jetzt mit den Berliner Spediteuren vereinbart haben. Daß der Verkehr mit dem Auto, wie cs im Börsenblatt gewünscht wurde, übrigens lediglich nur sür einen Verkehr Leipzig—Berlin in Frage kommen, aber nicht weitere Aus dehnung finden könnte, dürste schon daraus hervorgehen, daß ein Wagen bis Eisenach 800 Mark kosten würde. Wir würden also gar nicht auf die Kosten kommen. Außerdem kommt bei der Krastfahr- gesellschast in Frage, daß keine Gewähr für pünktliches Eintreffen der Autos übernommen werden kann. Denn was passiert, wenn der Wagen mitten aus der Straße eine Panne hat? Wer übernimmt das Risiko, wenn die nicht fest verparkten Bücher etwa unterwegs durch Regen oder dergleichen leiden? Nebenbei bemerkt, wird sich das Personal gar nicht bereit finden, täglich von Leipzig nach Berlin zu fahren. Im Sommer mag das schließlich noch gehen, aber im Winter werden sich Leute aus die Tauer hierzu nicht finden. Das sind alles Dinge, die auf dem Papier sehr gut aussehen, in der Praxis aber ganz anders ausgehen. Das eine, was ich mit Freuden aus den Vorschlägen des Herrn Janssen entnommen habe, ist, daß Leipzig sich selbst organisieren soll. Sie können überzeugt sein, daß sowohl der Verein der Buchhändler zu Leipzig, der ein lebhaftes Interesse am Leipziger Verkehr hat, als auch der Verein Leipziger Kommissionäre nichts unversucht lassen werden, um die Bedeutung Leipzigs ausrecht zu erhalten, um alles sür sich zurückzngcwinncn, sobald es die Verhältnisse gestatten, wenn wir das auch bisher nur in sehr geringsügiger Weise bezeugen konnten. Wir haben durchaus nicht die Absicht, den Verkehr über Leipzig zu verteuern. Vielleicht können wir uns später einmal wieder mit der Vertretung der Gilde nnd der Verleger zusammensetzen, uni Vorschläge zu prüfen, die zu einem guten Ende führen. Ich danke jedenfalls zunächst Herrn Janssen für das Vertrauen, das er mit dem Vorschläge der Neuorganisierung in Leipzig selbst dem Leipziger Platz ausgesprochen hat. Herr Georg Schmidt (Hannover): Wir haben aus den inter essanten Ausführungen der Herren Vorredner die verschiedenen Vor schläge gehört, haben aber doch den Eindruck gewinnen müssen, daß cs unter den gegenwärtigen Verhältnissen mit der Ausführung der Pläne noch gute Weile hat. Ich möchte nun etwas Vorschlägen, was sich vielleicht schon jetzt durchführen läßt. Ich komme zum Teil aus den Vorschlag des Herrn Lempp zurück, der auch voraussetzte, daß keine wesentlichen Änderungen vorgenommen werden sollen. Meine Meinung geht dahin, daß die Ortsvereine ihre Mitglieder veran lassen sollten, sich auf einen gemeinsamen Kommissionär zu einigen. Die Durchführung einer solchen Vereinfachung scheiterte bisher einmal an den traditionellen guten Beziehungen zu unseren Kommissionären, zum Teil an dem Mißtrauen der einzelnen Firmen unter sich. Heule liegen die Verhältnisse wesentlich anders. Die Kommissionäre haben selbst schon geäußert, daß sie unter den heutigen Verhältnissen nicht weiter bestehen können. Es fehlt also nur der erste Schritt zum ver einfachten Betriebe. Wenn die Kommissionäre durch die Neuordnung nach Städten einerseits Kommittenten verlieren, so fallen ihnen dafür andere wieder zu. Vielleicht könnten sich die Verleger einer Stadt ebenso mit ihren Auslieferungslagern zusammensinden. Durch die Zusammenlegung der Zeitschriften hat man in verschiedenen Städten schon der Sache vorgsarbeitet. — Ein großer Ubelstnnd ist der hohe Preis der Kistcnverpackung. Die Verleger z. B. besitzen eine Anzahl Kisten, die hin und zurück gehen, nach und nach aber natürlich verbraucht werden, deren Ersatz aber heute sehr kostspielig ist. Ersatzkistcn werden uns, wenn sie auch schon gebraucht sind, mit hohen Beträgen von KO bis 70 Mark berechnet. Es würde sich nach der oben vorgeschlagcnen Regelung dann vielleicht ermöglichen lassen, die Pakete direkt in einem Bücherwagen zu verladen, ohne sie erst in Kisten oder Körbe zu verpacken. Sie gehen dann an einen Ort und werden dort an die einzelnen Empfänger verteilt. Der Kom missionär muß natürlich die einzelnen Avise schon vorher sertiggcstcllt haben, und die Pakete werden durch farbig Unterschiedene Zettel leicht kenntlich gemacht, daß die Aussortierung erleichtert wird. — Ein weiterer llbclstand sind die hohen Rollgelder der Leipziger Spe diteure. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn auch hier eine Änderung getroffen werden könnte, indem sich die Kommissionäre auf eine» Spediteur einigen, der nur ihre Sachen befördert. Dadurch würde eine Beschleunigung und Verbilligung erreicht werden können. Es wäre sogar zu erwägen, ob die Kommissionäre nicht ein eigenes Spe ditionsgeschäft errichten sollten. Die Leipziger Rollgelder sind jetzt fast doppelt so hoch wie in anderen Städten, und ich möchte nur anregen, daß dieser Vorschlag näher in Erwägung gezogen wird. Vorsitzender Herr Walther Jäh sHalle a. S.j: Die Rednerliste ist erschöpft. Es konnte nicht daraus ankommen, an dieser Stelle zu Entscheidungen in dieser Frage zu gelangen, sondern nur, ihre Be- sprechung von neuem anzuregen. Ich freue mich, daß dies gelungen ist und daß wir auch neue Anregungen empfangen haben, die der Kommission ein erwünschtes Material bieten werden. Ich gebe nun mehr das Schlußwort Herrn Voigtländer, nachdem Herr Janssen verzichtet hat. Herr Robert Voigtliindcr (Leipzig): Nur noch wenige Worte in bezug aus die Ausführungen des Herrn Opetz. Was er gesagt hat, bestätigt im wesentlichen meine Behauptung, daß die jetzige Organisation des Leipziger Kommissionsgeschäfts erschöpft ist; sie kann nicht mehr leisten, als sie leistet. Was ich den Kommissionäre» zum Vorwurf mache, ist, daß sie immer Vorschläge von anderen er warten, aber nicht selbst machen, und sie ablehnen, wenn sie von anderen konimen. Wenn ein Stand wie der der Leipziger Kommissio näre merkt, daß eine Abwanderung des Verkehrs eintritt, wenn er dann tatenlos zusieht uud keine Neuorganisation einsührt, so liegt es an ihm, daß die Dinge soweit gekommen sind. Wer z. B. wird so dumm sein, Zahlungslisten in großer Höhe an den Kommissionär zu schicken, wenn er dasselbe durch Postscheck erreichen kann? Zu dem Autoverkehr Berlin—Leipzig hat nicht der Leipziger Kommissionär- Verein die Anregung gegeben, sondern Herr Quelle. Warum nicht wenigstens den Versuch machen? Man versuche und tue etwas und rede dann weiter. Lassen Sie jede Hoffnung fahren, daß sich an den Verhältnissen etwas ändern wird, wenn die Organisation nicht von Grund auf geändert wird. In der alten Weise geht es nicht weiter. Geschieht es doch, so ist das das Ende des Leipziger Verkehrs. Wenn etwas geschehen soll, ist es nur möglich, wenn der einmütige Wille des Buchhandels dahinter steht, wenn jeder vorwärtstreibt, wenn der ganze Buchhandel die Reform will. Anders kommen wir nicht weiter. Vorsitzender Herr Walther FSH sHalle a. S.>: Damit ist auch dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. (Schluß folgt.) Drahn, Ernst: Marx-Bibliographie. Ein Lebens- bild Karl Marx' in biographisch-bibliographischen Daten. Gr. 8". 59 S. Charlottenburg l920, Deutsche Verlags- gesellfchaft für Politik und Geschichte G. m. b. H. Laden preis geh. 9.—. Das stärkere Interesse, das NW» in unserer von sozialen Ge danken und Ideen erfüllten Zeit den Trägern der sozialistischen Wij- ! senschast entgegenbringt, dürste das Erscheinen dieser sorgfältig uud ! nicht ohne besondere Schwieriglciten bearbeiteten Bibliographie recht fertigen. Ernst Drahn, der uns schon manche derartige Zusammen- l stellung gab, hat hier ein Nachschlagewerk von großem Werte und ^praktischer Brauchbarkeit geschaffen. Zunächst gibt er i» Form einer chronologischen llbersichtStabclle ein Lebensbild von Karl Marx, dem sich einige bemerkenswerte Mitteilungen über das Außere von Karl ! Marx anschlicßcn. ES folgen ebenfalls in chronologischer Reihenfolge ein genaues Verzeichnis der Werke und Schriften und weiterhin eine Zusam-cnstellnng der Gesamtausgaben. Genaue Angaben über die l32Z
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