Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.11.1932
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Aus Skandinavien. Auf seiner Ende Oktober in Stockholm abgehallenen Tagung sprach der Nordische Schriftstellerrat den Wunsch aus, das; im Herbst, jedenfalls nicht während der Zeit Oktober bis Weihnachten, von seiten der Verleger keine Namschverkäufe statt- finden, und das; nur solche Bücher, die mindestens fünf Jahre alt seien, zu herabgesetzten Preisen verkauft werden möchten. Diese Wünsche treffen sich mit denen der Buchhändler, die gerade dabei sind, ihre veralteten Geschäftsregeln der seit langem beabsichtigten Revision zn unterziehen. Im Oktober fand die erste Zusammenkunft der Vertreter der Verleger bzw. der Sortimenter in Stockholm statt, die die Revision vorzubereiten haben, wobei die gegenseitigen Wünsche vorgelegt wurden. Innerhalb des Buchhändlervereins ist in dieser Frage gewissermaßen eine Spaltung entstanden, indem 94 kleinere Sortimenter noch weitergehende Forderungen als der Vor stand des Vereins und der Verein als solcher stellen. Was vor allen Dingen unter den jetzigen Verhältnissen die Lage der Buchhändler verschlechtert, sind die Rabatte verschiedener Art an alle möglichen Bibliotheken und der direkte Verkauf der Verleger. Außerdem haben die immer häufiger werdenden Preisherabsetzungen neu erschienener Bücher dem Ruf des Ladenpreises in den Augen des Publikums sehr geschadet. Während die schwedische Bücherausfuhr sinkt, ist die Einfuhr im Steigen begriffen, schreibt »8v6v8k vokdanäblsliäiuaZ«. Im Jahre Ivsl betrug die Büchereinfuhr 451433 KZ im Werte von 1 751237 Kronen gegen 439 207 KZ im Werte von 1495 784 Kronen im Jahre 1930. Fiir im Ausland gedruckte Bücher in schwedischer Sprache war Finnland der größte und Dänemark der zweitgrößte Lieferant. Die Einfuhr von in fremden Sprachen gedruckten Büchern betrug 1931 226 015 KZ im Werte von 1349 708 Kronen (1930: 221 178 KZ im Werte von 1213 861 Kronen; 1929 : 237 022 KZ im Werte von 1282 447 Kronen). Die gleiche Zeitschrift nennt für den Wert der Bucheinfuhr Schwedens in den Jahren 1929—1931 folgende Ziffern: 1929 1930 1931 Deutschland 649 848 Kr. 641192 Kr. 718 958 Kr. England 218 888 „ 204 391 „ 186 862 „ Dänemark 129 127 „ 136 585 „ 161432 „ Norwegen 87 594 „ 80 907 „ 95 988 „ Frankreich 48V4S „ 55 219 „ 55138 „ Belgien 12lW „ 9 541 „ 28 289 „ Finnland 22 789 „ 12124 „ 16 244 „ U.S.A. 48 497 „ 21 707 „ 12 449 „ Die nach deutschem und dänischem Muster in Schweden auf Ver anlassung der Fachpresse eingeführten Kartothekkarten über Neu erscheinungen erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit, und die größeren Verlage haben jetzt fast alle die Karten eingeführt. Am 15. November bestand die schwedische Verlagsfirma Lars Hökerbergs B o k f ö r l a g, Stockholm, die zu den vier bedeu tendsten des Landes gehört, fünfzig Jahre. Von Lars Hökerberg ge gründet, wurde die Firma 1920 von seinem jüngsten Sohne Folke Lars Hökerberg übernommen. Der Verlag hat mehrere der vornehm sten Romanschriftsteller Englands, Amerikas, Deutschlands, Frank reichs und Italiens auf dein schwedischen Büchermarkt eingeführt. Auch schwedische Autoren von Bedeutung haben ihre Werke bei der Firma erscheinen lassen, in der letzten Zeit u. a. Sven Hedin. Das be rühmte »NsclboiZorens bok« von Gustav Alden, ein Handbuch mit wirtschaftlichen und geschichtlichen Übersichten in sieben Bänden, war seinerzeit — es erschien zum erstenmal 1884 — ohne Gegenstück in anderen Ländern und wurde als Muster für ähnliche ausländische Werke genommen. Dieses Buch wurde ein Riesenerfolg und die Schriften Aldöns erreichten die für schwedische Verhältnisse kolossale Auflage von 917595 Exemplaren. In diesem Jahre erwarb der Verlag die Damenzeitschrift »Jdun«, wodurch seine Tätigkeit erheblich er weitert wurde. Im Verlegerverein haben die beiden Inhaber des Verlags eine bedeutende Nolle gespielt. Beide waren Mitglieder des Vorstandes, und Lars Hökerberg war während der Jahre 1913—23 auch Herausgeber der »Lvensk NokkonckelsticininZ«, des Organs des Verlegervcreins. Der Verlag Wahlström L Widstrand hat versucht, Bücher als Sportpreise in Schweden einzuführen. Die Idee hat besonders in pädagogischen Kreisen Anklang gesunden, und die Schuldirektoren haben erklärt, Bücher zu diesem Zwecke schon in gewissem Umfange benutzt zn haben. In Sportkreisen behauptet man, es sei sehr schwer, die richtigen Bücher dafiir zu wählen. Man beabsichtigt deshalb, zum Neujahr einen Katalog dafür geeigneter Bücher herauszugeben. Auf Anregung des Schwedischen Buchdruckervereins wurde Ende September im berühmten Freilichtmuseum Skansen in Stockholm ein B-uchhandwerkshaus eröffnet, das ein Buchdruckercimuseum ent hält. Die schwedische Hauptstadt ist dadurch um eine Sehenswürdig keit reicher geworden. Der Unterstützungsverein der Schwedischen Buchhändler wurde am 5. Oktober 1882 ans Anregung von Isidor Adolf Bonnier ge gründet und konnte also neulich auf eine fünfzigjährige Tätigkeit zurückblicken. In dieser Zeit sind im ganzen 1920 Unterstützungen mit 66 430.30 Kronen verteilt worden. Das Einkommen des Ver eins beruht auf freiwilligen Spenden. Anläßlich des Jubiläums hat der Verein Gaben von Firmen und Privatpersonen von über 5000 Kronen bekommen, ein Zeichen der Würdigung seiner segens reichen Tätigkeit. Jeden Mittwoch in der Zeit vom 26. Oktober bis 30. November findet in Stockholm eine Versteigerung statt, die die Aufmerksamkeit auch der ausländischen Bücherfreunde erregt hat. Die Antiquariats buchhandlung Björck K Börjesson versteigert — es ist nebenbei ge sagt das erstemal, daß eine buchhändlerische Firma diese Verkaufs form in Schweden benntzt — den größten Teil der berühmten Samm lung des verstorbenen Bibliophilen Baron Per Hierta. Sie um faßte hauptsächlich Inkunabeln, kunstvolle Einbände, ältere skandi navische Drucke und Bibliographie. Ein großer Teil der Inkunabeln wurde nach dem Tode Hiertas von einem Privatmann gekauft und der Königlichen Bibliothek in Stockholm geschenkt, ein anderer Stifter schenkte einen bedeutenden Teil der Einbände einem Museum in Gothenburg. Das, was jetzt verkauft wird, ist hauptsächlich skandi navische Literatur aus der Zeit vor 1700. Zu der Versteigerung hat die Firma Björck L Börjesson einen Katalog herausgegeben, der sich durch die ausführlichen Beschreibungen der über 1600 Nummern aus zeichnet. In Norwegen ist ein antikatholisches Buch von Frau Martha Steinvik von der Osloer Polizei beschlagnahint worden. Da es die erste Beschlagnahme in Norwegen seit 1886 ist, hat die Sache große Aufmerksamkeit erregt. Die bekannte Firma Cammermeyers Boghandel in Oslo bezog Ende August ihre neuen, modernen und vergrößerten Lokale Karl Johans Gade 41—43. Die ganze Fassade ist aus Glas, wodurch das Außere des Geschäfts ansprechender, das Innere Heller und die Schaufenster zweckmäßiger geworden sind. Die Buchhandlung ist eine Sehenswürdigkeit für Besucher Oslos. — Gyldendal Norsk For- lag in Oslo hat bei seiner Generalversammlung eine Stiftung vou 100 000 Kronen zugunsten der norwegischen Literatur gemacht. Wenn diese Stiftung bis zu einer gewissen Höhe gewachsen ist, werden da von Unterstützungen von je 5000 Kronen an bedürftige und verdiente Autoren verteilt werden. Kleine Mitteilungen Verlag sür Wcrbclitcratur, W. Werners, Berlin. — Di« eigen artigen Vertriebsmethoden fiir das in diesem Verlag erschienene "Taschenbuch der Geschäftsreklame« hatten den Börse nverein veran laßt, Anzeige bei der Staatsanwaltschast zu erstatten ls. Nr. 197s. Der Generalstaatsanwalt beim Landgericht I in Berlin teilt jetzt mit, daß das Verfahren eingestellt wurde, da nach dom Gutachten des Schriftsachverständigen nicht festzustellen sei, daß der Verleger die Bestellungen selbst aufgegeben hat. Neue Bedingungen für den Bahnhofsbnchhandcl. — Die Haupt verwaltung der Deutsche» Reichsbahngesellschaft hat neue »Allge meine Bedingungen für Bahnhofsbuchhandlungen« ausgestellt, die am 1. Januar 1933 in Kraft treten. In ihnen sind alle Vertrags bedingungen wie Pfandrecht der Eisenbahn, Pachtzins, Buchführung, Geschäftsbetrieb usw. geregelt. Der vollständige Wortlaut befindet sich im »Bahnhossbuchhandel« Nr. 11 vom IS. November 1932. Deutsche Jnngbuchhändler aus der Tschechoslowakei erstmalig in Leipzig. — Hochherzige Gönner, besonders aus dem Reiche, haben es durch materielle Zuwendungen dem Verband der Deutschen Buch-, Kunst- und Musikalienhändler und Verleger in der Tschechoslowakei ermöglicht, eine Studiensahrt nach Leipzig cinzurichten und hierfür fünf Freiplätze auszusetzen. Die Auswahl für die Verteilung dieser Frciplätze erfolgte im Abschlußkurs der Lehrlingsausbildungswochen 1931/32 zu Reichender!!. Der als Anreisetag vorgesehene 9. Oktober führte sieben Fungbuchhändler und --buchhändlerinnen, darunter zwei, denen die Teilnahme dank Unterstützung ihrer Chefs möglich war, nach Leipzig. Der 10. und 11. Oktober war den Besichtigungen sBestellanstalt, Paketaustauschstelle, BAG, Buchhändlerhaus mit Bibliothek des Börsenvereius, Deutsche Bücherei, Koehler-Vvlckmar- Haus mit seinen Unterabteilungen Kdmmisfionsgeschäst, Barsvrti-
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