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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.11.1932
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1932-11-29
- Erscheinungsdatum
- 29.11.1932
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- Deutsch
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der Bogengröß« und nach Höhe der Auflage. Auch über den Druckzuschuß und den Gesamtpapierbedars frage man am besten die Druckerei. Oft kommt es vor, daß die vom Bering gelieferte Bogenmenge nicht stimmt, weil sie dort falsch berechnet wurde. Es müssen dann Nachbestellungen erfolgen, die zumeist in Farbe und Geivicht abweichen. Auch im Maschinensaal ist es zur Gewohnheit geworden, daß ungeheuer kurze Liefertermine gestellt werden. Die großen Verleger, welche eigentlich am besten wissen mußten, welche An forderungen sie normalerweise stellen können, wenn eine gute Arbeit geliefert tverden soll, drängen ani meisten. Unter der Hast leidet in -der Regel die Güte der Arbeit, vor allem die gleichmäßige Farbgebung. Nicht selten muß ein Werk gleich zeitig in fünf und noch mehr Maschinen gedruckt werden, um den Anforderungen an die Lieferzeit zu genügen. Man kann sich vorstellen, wie in solchen Fällen das Abrechnungsergebnis in der Druckerei aussieht, denn es müssen doch für fünf und mehr Maschinen fünf und mehr Formen geschlossen tverden. Ferner dürfen die sonstigen erschwerten Einrichtungsarbeiten nicht außer acht bleiben. Enthält das Buch keine Bilder, dann geht wohl alles ver hältnismäßig glatt; beim Druck mit Bildern stellen sich jedoch oft große Schwierigkeiten ein, weil es hier zumeist an einer wohl durchdachten Vorbereitung fehlt. Es würde hier zu weit führen, auseinanderzusetzen, welche Verfahren man am zweckmäßigsten anwendet; -das beruht auch -auf rein rechnerischen Erwägungen. Daß z. B. Offsetdruck für -die Wiedergabe von seinen Zeichnungen auf rauhem Papier das geeignetste Verfahren ist, sei nur neben bei erwähnt. Buchdruck kommt für die illustrierten Werke wohl noch immer zumeist in Frage, werden die Bilder nun in den Text eingebaut oder aus Tafeln für sich gedruckt. Trotz großer Umsicht haben wir in der letzten Zeit in unserm Betriebe noch immer beträchtliche Schwierigkeiten beim -Bilderdruck zu über winden gehabt mangels ausreichender Vorarbeit bei den Auf traggebern. Ich möchte deshalb kurz einige Winke geben, die eine reibungslose Zusammenarbeit gewährleisten. Beim Bilder druck müssen miteinander harmonieren: Raster (bei Autos), Papier, Farbe. Bevor man -die Atzungen in Auftrag gibt,, setz« man sich mit der Druckerei in Verbindung, sende ihr die Vor lagen und einige Bogen des in Aussicht genommenen Papieres. An Hand des Papieres müssen Druckerei und Ätzerei zunächst gemeinsam -den Raster bestimmen. Die Atzanstalt muß dann be auftragt werden, -die Ätzabzüge, welche bekanntlich -in der Regel mit besonders zäher Farbe einzeln auf der Kupferdruckpresse mit allen Finessen ans Chromokarton hergestellt werden, neben her -auch auf Auflagepapier abzuziehen mit der gleichen Farbe, welche später von der Druckerei verwendet wird und wovon die Druckerei -die erforderliche Menge zur Verfügung stellen muß. So -handhaben wir das seit Jahren in unserm Betriebe. Ich kenne die Praxis genau und weiß, daß oft mangelhaft ange fertigte Ätzungen dem Drucker ungeheure Mühe und Sorge ver ursachen, weil die Atzabzüge tadellos aussehen. Wenn mehr farbige Ätzungen in Frage kommen, empfiehlt sich das geschilderte Verfahren erst recht. Differenzen zwischen allen Beteiligten tverden dann nahezu ausgeschlossen sein. Der Verleger steht beim Nichtgelingen der Arbeit ztvischen Druckerei und Atzerei. Jode will einwandfreie Arbeit geliefert haben, das Resultat ist aber nicht befriedigend. Ein Fall aus der Praxis, der sich kürzlich zugetragen hat, fei bei dieser Gelegenheit noch erwähnt. Für einen Auftraggeber hatten wir Vier-Farben-Ätzungen zu liefern, die in einer Form vereinigt werden sollten, wozu eine andere Atzanstalt ebenfalls Vier-Farben-Ätzungen anzufertigen hatte. Der Auftraggeber ivar Laie. Wir sahen Differenzen voraus. Um sie zu vermeiden, sandten wir an unfern Auftrag geber unsere Skalen, nach denen sich die andere Firma richten sollte und tatsächlich auch gerichtet hat. Ergebnis: Eine ein wandfreie Druckaussührung war möglich. In der Regel ist es doch -so: diejenige Ätzanstalt erhält den Auftrag, welche am billigsten ist. Die Güte der Arbeit kann dann wohl zumeist nicht erstklassig sein. Es wird weiches Material verwandt, flach geätzt, und es fehlt an der Durcharbeitung. Hand aufs Herz, meine Herren Verleger und Bcrlagshersteller! Wer hat sich 8S8 solche billigen Ätzungen -schon einmal genau durch die Lupe be trachtet? Die Ätzungen gehen zumeist direkt an die Druckerei. Man sieht sich die Andrucke, welche, wie schon oben angcdeutet, auf feinstem Ehromo-Karton hergestellt tverden, an; sie sehen sehr gut aus und man ist zufrieden, ahnt aber nicht und glaubt auch später der Druckerei nicht, daß die Ausführung mangelhaft ist und daß sie kein befriedigendes Ergebnis erzielen kann, trotz mühsamer Arbeit, Zeit- und Geldverlust. Di« Druckerei wird letzten Endes fast immer als die Schuldige verurteilt. Zwei Fälle aus meiner Praxis in den letzten Wochen — ich könnte viele Mit teilen — -will ich zum Beweis obiger Darlegungen erzählen: Ein Kunde will ein Werk mit Abbildungen im Text (Strichätzun gen) Herstellen. Der Auftrag wird auf Grund des Anschlags erteilt. Von einem Bild wird eine Probeätzung hergestellt, die befriedigt. Da ein maschinenglattes Papier in Aussicht genom men ist, und das Auslagepapier sich noch -in Anfertigung befindet, wurde -das Bild auf einen bei uns zufälligerweise vorrätigen maschinenglatten Stoff abgezogen. Die übrigen Ätzungen werden schnellstens angefertigt. Durch die Erfahrungen gewitzigt, ver anlassen wir den Auftraggeber, uns aus der Fabrik einige Aus fallmuster vom Auflagepapier senden zu lassen, um die Atzungen auf dieses abzuziehen. Das geschieht. Aber, o Schreck! Der Stoff ist wollig, läßt beim Druck Fasern los, die seinen Striche in -den Ätzungen werden -schon aus -den in der Kupferdruckpresse hergestellten Abzügen dick. Dieselben Ätzungen nochmals auf unser vorerwähntes Ersatzpapier abgezogen ergeben ein tadel loses Resultat. Allgemeine Bestürzung! Um das Auflagepvpier verdrucken zu können, muß ein Ausweg gefunden werden, der dem Auftraggeber mehrere hundert Mark kostet. Weshalb hat er sich nicht vor der Bestellung des Papieres mit -der Druckerei in Verbindung gesetzt? Der zweite Fall. Ein Kunde läßt ein Buch mit Bildern auf Schreibpapier drucken und liefert die Ätzungen dazu. Die Lieferantin ist eine sehr billige Atzanstalt. Mit dem Ausfall des Druckes ist der Kunde unzufrieden, die Folge davon ist ein unangenehmer Briefwechsel. Die Druckerei ist an allem schuld. Ein vereidigter Sachverständiger stellt fest, daß der Druck tadellos ist, -die Ätzungen aber minderwertig und nicht geeignet für Druck auf Schreibpapier sind. Es dürfte die Herren Verleger gewiß interessieren, einen Teil des Sachverstän- digen-Gutachtens zu erfahren: »Wenn der Auftraggeber mit dem Druckausfall der Bilder nicht zufrieden ist, so liegt der Grund darin, daß die Andrucke ein wesentlich anderes Aussehen haben als die Auflagendrucke. Dies ist erklärlich, da die Andrucke auf Kunstdruckpapier, d. h. einein mit einer Kreideschicht überzogenen Papier angefertigt wurden, worauf selbstverständlich ein ganz anderer Abdruck erzielt werden kann als auf Schreibpapier, das keine so glatte Oberfläche hat. Darüber hinaus ist aber bei den Andrucken in der Atzanstalt auch so viel Farbe verwendet worden, daß die Schatten-Partien der Bilder fast durchweg ticfschwarz znm Abdruck gelangten, d. h. also, daß durch das übersuppen mit Farbe die feinen weißen Punkte, die in den Diesen der Ätzung noch deutlich zu sehen sind, -bei dem Abdruck mehr oder weniger zugegangen sind und dadurch tiesschwarze Flecken er geben, die selbstverständlich das Bild kontrastreich erscheinen lassen.« Weiter unten heißt es dann: »Daß -die Atzungen aber nach meiner Ansicht mit sehr wenig Sorgfalt angefertigt worden find, -geht auch daraus hervor, daß sie viel zu flach sind«. Viel fach werden die Atzungen auch zu groß für -die zur Verfügung stehende Bogengröße angefertigt; es bleibt dann nicht genügend Raum für die Greifer und Bänder übrig. Bei Bildern mit ab fallenden Rändern muß stets ein entsprechend größeres Papier format vorgesehen werden. Was für Schwierigkeiten verursacht mitunter -der Druck von Schutzumschlägen, das Anpassen an den Einband. Ich kann von einem Verlage berichten, der -das Klischee für den Schutzumschlag Herstellen ließ, bevor Satz und Druck in Angriff genommen wur den. Er fing also von hinten an. Schließlich paßte der Umschlag nicht, als das Buch fertig war. Die Umschlagätzungen dürfen erst bestellt, oder mit -dem Satz soll erst begonnen werden, wenn ein Leermuster Mit einigen Druckbogen aus der Maschine vor liegt. Wieviel Mühe und Ärger und vor allem Zeit könnten gespart wevden! Aber alles ist eben so furchtbar eilig, daß man
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