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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1934
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- 1934-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1934
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216, 15. September 1934. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn Buchhandel. Zur Wirtschaftslage Von Prof. vr. G. Menz Konjunkturberichte — Buchhandel in der Statistik — Buchgewerbliches — Die neue wirtschaftspolitische Lage Zur Fortführung der Berichterstattung über die allgemeine Entwicklung der Wirtschaftslage in Deutschland seien nachstehend zunächst die Konjunkturberichte wicdergegeben, die lausend von amtlichen Stellen veröffentlicht werden und aus die auch hier schon immer zurückgegriffcn zu werden Pflegte. Nach den Be richten der deutschen Industrie- und Handelskammern, Hand werkskammern und Wirtschaftsverbände für August 1934 er gibt sich folgendes Bild der allgemeinen Lage: »Die Belebung des Jnlandgeschäftes hat angehaltcn. Die Lage in der Großeisenindustrie ist weiterhin günstig und läßt bis jetzt kaum eine saisonmäßige Abschwächung bemerken. Man kann dar aus entnehmen, daß nicht nur die großen Arbeitsbeschafsungs- aufträge der öffentlichen Hand zur Belebung beigetragen haben, sondern daß sich auch die Bedarfsansprüche und damit die Be schäftigung der kleineren und mittleren Verbraucherkreise zufrie denstellend entwickeln. Die Erzeugung von Roheisen und Stahl hielt sich durchweg auf der Höhe des Vormonats. Im Maschinen bau war der Geschäftsgang infolge der Ferienzeit teilweise etwas ruhiger, einige Bezirke melden weiteres Anhalten der Geschäfts belebung. Besonders die Landmaschinenindustrie hat weiter ge steigerte Nachfrage zu verzeichnen. In der Eisen- und Stahl warenindustrie waren im allgemeinen Beschäftigung und Auf tragseingang behauptet, zum Teil ist eine leichte saisonmäßige Abflauung eingetreten. Im Waggon- und Lokomotivbau liegt eine Reihe von neuen Aufträgen vor, der Absatz der Kraftfahr zeugindustrie hat sich ebenfalls günstig entwickelt. Die Beschäf tigung der Textilindustrie ist anhaltend gut und dürfte zum gro ßen Teil auf mehrere Monate gesichert sein; teilweise Abschwä chungen sind nur in dem fühlbar werdenden Rohstoffmangel be gründet; Betriebseinschränkungen halten sich im Rahmen der durch die Faserstoffverordnung vorgeschriebenen Grenzen. In der Holzindustrie wird zumeist voll gearbeitet; die Zementindustrie war weiter gut beschäftigt; in der Bauwirtschaft hält der bis herige günstige Beschäftiguugsstand im Tiefbau an, während sich im Hochbau Abschwächungen zeigen. Die Spielwarenindustrie meldet zum Teil, so aus dem Erzgebirge, eine erfreuliche Belebung der Lage, der Nürnberger Spielwarenexportgroßhaudel erwartet ein wesentlich besseres Ergebnis als im Vorjahre. Die Verord nung zur Ordnung der Getreidewirtschaft hat den gesamten Ge treidemarkt umgestaltet. Die neuen Festpreise für Weizen, Roggen, Gerste und Hafer wurden im August in Kraft gesetzt. Auf den Viehmärkten bestand ein starkes Angebot an Rindern, die in folge der Dürre frühzeitig auf den Markt gebracht wurden. Aus Anordnung der Reichsregierung wurden größere Mengen von Rindern für Konservenfabriken aus dem Markt genommen, sodaß die Preise leicht anziehen konnten. Die Schweinepreise sind trotz größerer Auftriebe fest geblieben. Im Einzelhandel war der Ge schäftsgang wenig einheitlich. Die Urlaubs- und Reisezeit wirkte sich naturgemäß in einer Verringerung der Umsätze aus. Dem gegenüber war infolge der Saisonschlußverkäufe und der Ernte teilweise eine Belebung des Geschäftsganges zu verzeichnen. An der Börse setzte nach den Rückschlägen zu Beginn des Monats in der zweiten Augustwoche wieder eine stärkere Belebung ein. Auch der seit langem stilliegende Rentenmarkt wurde von der Be wegung erfaßt. Der Geldmarkt entwickelte sich im August normal.» Nähere Angaben über die Entwicklung der Einzelhandels- . Umsätze, allerdings zunächst nur bis Juli einschließlich, veröffent licht, wie schon in den letzten Monaten, die Forschungsstelle für den Handel beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit. Danach lagen die Juli-Umsätze des deutschen Einzelhandels um 9 °/° über dem Stande des Vorjahres. Im Vergleich mit dem Umsatzverlauf in der ersten Jahreshälfte hat sich also das Tempo der Umsatz zunahme etwas verlangsamt (Januar/Februar Umsatzstcigerung 10°/», März/April 12°/», Mai/Juni reichlich 13"/°). Zu diesem Ergebnis mag teilweise, wenn auch nicht in starkem Umfang, die 808 Tatsache beigetragen haben, daß 1934 die Saisonschluß-Verkäufe einheitlich am 30. Juli begannen, während sie 1933 vereinzelt noch ganz in den Juli sielen. Groß kann der Einfluß dieser Ver legung aber wegen der geringen Zahl der betroffenen Betriebe wohl nicht gewesen sein. Dagegen macht sich die Ende 1932 be ginnende Verlangsamung der Umsatzrückgänge beim Vorjahrs vergleich allmählich immer stärker bemerkbar. Im Juli 1933 lagen die Umsätze seit langer Zeit erstmalig nur um 5°/° unter denen der gleichen Vorjahrszeit. Im Vergleich zu 1932 waren die Umsätze im Juli 1934 um 4°/° höher, d. h. um ebensoviel wie in den Monaten März bis Juni. Die echte Verbrauchszunahme (Absatz größerer Mengen und besserer Qualitäten) war allerdings im Juli geringer als in den Vormonaten: von der neunprozcn- tigen Umsatzzunahme scheint diesmal ziemlich genau die Hälfte auf Preissteigerungen zu entfallen. Von den einzelnen Bedarfs gruppen hat der Lebensmittelumsatz in den Fachgeschäften dies mal eine geringere Umsatzsteigerung (4°/°), die der Steigerung der Ernährungskosten (6,6"/») nicht ganz entspricht. Die Lebens mittelabteilungen der Warenhäuser haben immer noch fort dauernde, wenn auch nicht mehr starke llmsatzverluste (3"/»>. Die Umsätze in Textilwaren und Bekleidung lagen etwa um ein Zehntel über dem Vorjahr, wobei zwischen Spezialgeschäften und Kaufhäusern diesmal kein nennenswerter Unterschied besteht. Etwas weniger günstig waren die Bekleidungsumsätze der Waren häuser (4- 8,5"/«). Im Schuhhandel ist die Entwicklung nach dem vorliegenden Teilergebnis nicht einheitlich. Die kleinen Betriebe scheinen eine Umsatzsteigerung von etwa 10"/° wie der übrige Bekleidungshandel erreicht zu haben, bei den großen trat ein ebenso starker Rückgang ein, anscheinend wegen der Verlegung der Saisonschlußverkäufe, die für die großen Betriebe von be sonderer Bedeutung sind. Von der gesamten Umsatzsteigerung ent fällt im Textilhandel nach wie vor der größere Teil auf eine Stei gerung des Verbrauchs (Preissteigerung 4,3°/»). Im Hausrat fachhandel sind die Umsatzsteigerungen nach wie vor relativ hoch (I3°/° Glas- und Porzellanwarcn, 17°/° Haus- und Küchen geräte). Die entsprechenden Abteilungen der Waren- und Kauf häuser erzielten etwas geringere Steigerungen (13 bzw. 10°/°). Die Wirkung der Ehestaudsdarlehn zeigt sich besonders bei den Umsätzen des Möbelhandels, die im ersten Halbjahr 1934 (die Juli-Zahlen liegen noch nicht vor) um über 40"/» über dem Vor jahr lagen. Der kreditgebende Einzelhandel, der neben Bekleidung ebenfalls vorwiegend Hausrat führt, hatte im Juli eine 30"/»ige Umsatzsteigerung. Im Krastfahrzeughandel dauert die Wirkung der Regierungsmaßnahmen an (Umsatzzunahme zwei Drittel gegen 1933). Überdurchschnittlich günstig war auch die Entwick lung des Uhrenhandels (4- 19"/«). Soweit Zahlenmaterial vor liegt, scheint es, daß nunmehr auch die Großunternehmungen des Einzelhandels die bei ihnen bis zum ersten Vierteljahr >934 an haltende Periode des Umsatzrückgangs überwunden haben; die Ge samtumsätze der Waren- und Kaufhäuser sowie eines berichtenden Einheitspreisunternehmens lagen um 6 bis 7°/° über dem frei lich besonders niedrigen Umsatzniveau vom Juli 1933. (Eine tabel- lenmäßigc Darstellung befindet sich am Anfang der nächsten Seite.) Die Einzelergebnisse der Betriebszählung von 1933, die das Statistische Reichsamt dieser Tage veröffentlichte, geben zum ersten Male seit acht Jahren auch wieder ein annähernd aktuelles Bild der Zahl der in der gewerblichen Wirtschaft bestehenden Betriebe und der in ihnen beschäftigten Personen. Sie ermög lichen mit Hilfe neuester Erhebungen, die bestehenden Vorstel lungen über die Größenordnungen in der gewerblichen Wirtschaft nachzuprüfen. Einer der ersten Versuche, das neue Material aus zuwerten, geht von der Forschungsstelle für den Handel aus, die soeben eine Neuberechnung der Einzelhandelsumsätze"') im Forschungsstelle für den Handel-Mitteilungen, V. Jahrg. Rr. 4 vom 22. August 1934.
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