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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1934
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1934-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1934
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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1P 216, 15. September 1934. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn Buchhandel. nungcn der Forschungsstelle für den Handel eine Bestätigung ge funden, die jene Schätzung sogar noch als zu hoch erwies. Dem Be richt sind folgende Zahlen zu entnehmen: Facheinzethandel Betriebe Beschäftigte Gesamtumsatz Anteil a. Gesamt, mit in Mill. RM einzelhandel intzh Büchern 9 865 38 253 363 1.7 Musikalien Papier u. Schreib 844 1 790 14 0.1 waren 14 970 28 930 223 1.1 Ges.-Einzelhandel 843 503 1 920 008 20 797 100.0 Für den Buch- und Zeitschriftenverlag ergab die Betriebs zählung von 1933 insgesamt 2035 gewerbliche Niederlassungen mit 12 484 Beschäftigten, für den Musikalicnverlag 227 mit 867, für den Land- und Scekartenvcrlag 46 mit 374 und für den Kunst blätterverlag 405 mit 1426. Von den neueren statistischen Veröffentlichungen werden den Buchhandel außerdem am meisten die Zahlen über die Entwicklung des Besuchs der deutschen Hochschulen interessieren. Sie reichen jetzt bis zum Ende des Wintersemesters 1933/34. Damit werden erstmalig die Wirkungen des Arbeitsdiensthalbjahres erkennbar, das dem Sommekscmester 1933 ein gegen früher stark abweichendes Gesicht gegeben hatte. Man kann deshalb nicht mehr die Semester einzeln für sich betrachten, sondern muß ein ganzes Jahr zu sammenfassen. Die Gesamtzahl der Studenten im letzten Winter semester betrug 106 764, von denen 15 501 weibliche Studenten waren. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt 13.09"/«. Die starke Abnahme des Gesamtbestandes ist weniger durch die Ver minderung der Ncuzugänge als durch die Zunahme der Abgänge hervorgerufen. Die Neuzugänge waren infolge der durch den Arbeitsdienst vom Frühjahr auf den Herbst erfolgten Verschiebung im letzten Winter mit 6737 um 1809 Personen höher als im Winter 1932/33. Diese Zunahme darf aber keineswegs als ein neues Wachstum des Hochschulstudiums gedeutet werden. Eine Übersicht über das gesamte Studienjahr ergibt, daß bei allen Hoch schulgattungen mit nur zwei Ausnahmen Rückgänge eingetreten sind. Der Rückgang der Ncuzugänge betrug gegenüber dem Stu dienjahr 1932/33 insgesamt 3685. Insgesamt haben sich von den rund 48 000 Oster-Abiturienten von 1933 bisher 16 227 oder 37,60 °/° dem Studium zugewandt. Das ermöglicht einen Vergleich mit Ostern 1934, wo erstmalig die Bestimmungen über die Be schränkung des Hochschulzuganges Anwendung fanden. Die Zahl der reichsdeutschen Oster-Abiturienten 1934 betrug 39 579. Die Hochschulreife haben erhalten 15 979 oder 40,37"/« der Gesamtzahl der Abiturienten. Verhältnismäßig haben also mehr als im vori gen Jahr die Zulassung erhalten. Nur wegen der geringeren Stärke des Gesamtjahrgangs infolge des Geburtenrückgangs während des Krieges ist die absolute Zahl natürlich ebenfalls niedriger. Was den Besuch der einzelnen Hochschulen angeht, so ergibt sich, daß die einzige deutsche Universität, die im letzten Studienjahr eine, wenn auch unwesentliche Zunahme des Neuzuganges zu verzeichnen hatte, Königsberg war, was offenbar als ein Erfolg der Propa ganda zugunsten der Ostmark zu betrachten ist. Im übrigen ist festzustellen, daß die Hochschulen in den kleineren Orten gegen über den Großstädten etwas Raum gewonnen haben. Der größte Teil der Neuzugänge kommt aufs ganze Jahr gerechnet, mit 6241 nach wie vor aus den Reihen der mittleren und unteren Beamten. An zweiter Stelle stehen Handel- und Gewerbetreibende mit 4234, dann folgen die höheren Beamten mit 3036 und die Privatan gestellten mit 2854. Während alle diese Gruppen gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang der Neuzugänge aufweisen, ist die Gruppe der Arbeiter mit 855 Neuzugängen fast unverändert geblieben. Zu den Berufen mit den stärksten Rückgängen gehören die Direktoren von Gesellschaften, die Inhaber von Großhandels- und Bankgeschäften, die Agenten, Rechtsanwälte, Ärzte und die freien Berufe ohne akademische Bildung. Die Kaufkraft der Studierenden — was den Buchhandel Wohl besonders interessiert — dürfte also kaum gestiegen sein. Aus der Statistik ergibt sich im übrigen, daß die Berufe mit der relativ stärksten Abnahme der Neuzugänge sich fast genau mit den Berufen decken, die den größten Anteil von Nichtariern hatten. Der Einfluß der nationalsozialistischen Gesetze und Verwaltungsmaßnahmen auf die berufliche Herkunft der Stu denten scheint also nicht unerheblich gewesen zu sein. 810 Die Lage im Buchgewerbe und den zugehörigen Industrien zeigt keine wesentlichen Veränderungen. Der Lagebericht der Wirt schaftsgruppe der Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstofferzcu- gung für August 1934 lautet: »Die Absatzverhältnissc der Papier - erzeugcnden Industrien waren im August gegenüber dem Vor monat im allgemeinen unverändert. Bei Papier ging die Produk tion um 5°/°, die Ausfuhr um 21,6"/» zurück. Schwierigkeiten er wachsen den Firmen durch die Verknappung der aus dem Auslande bezogenen Halb- und Hilfsstoffe und durch die zum Teil sehr erheblichen inländischen Preissteigerungen der Roh- und Hilfsstofse. Das Betriebswasser ist meist immer noch unzureichend.« Den schon erwähnten Handelskammer- usw. Berichten ist zu entnehmen: »Die Lage der Papierfabriken ist im allgemeinen unverändert. Leicht gebessert hat sich znm Teil der Absatz von Packpapier sowie von wasserdichten und isolierenden Papieren und Packstoffen. Die Lage im Gladbach-Rheydtcr Bezirk kennzeichnet eine saisonmäßig be dingte Ruhe. Die Nachfrage aus dem Inland ist ebenfalls zurück- gegangen, doch konnte diese teilweise durch vermehrte Auslandvcr- käufe kompensiert werden. Die Zahlungseingänge aus dem Inlands sind prompt, aus dem Auslande jedoch nach wie vor schleppend. In Württemberg haben sich Beschäftigungsgrad und Auftragsein gang saisongemäß entwickelt, im allgemeinen aber nicht wesentlich geändert. Die Absatzverhältnisse find teilweise unbefriedigend, für einzelne Roh- und Hilfsstoffe bestehen Schwierigkeiten in der Be schaffung, die sich naturgemäß auch im Beschäftigungsgrad aus wirken. In der Papierumschlag- und Papierausstattungs-Jndustric ist keine wesentliche Änderung des bisher befriedigenden Geschäfts ganges eingetreten. In der Geschäftsbücher-, Notizbücher- und Re- klameartikel-Jndustrie hat sich gegenüber dem Vormonat keine wesentliche Änderung gezeigt. Die Lagerarbcit hat zugenommen, der Beschäftigungsgrad ist noch zufriedenstellend. In der Her stellung von photographischen Papieren hat die saisonmäßige Be lebung unvermindert angehalten. In der Steindruckerei, Buch druckers! und im Buch- und Zeitschriftenverlag ist die Lage sowohl beim Auftragseingang wie beim Beschäftigungsgrad nicht befriedi gend. Über die Preise wird stark geklagt. Der Geldeingang ist bei umfangreicher Zielbeanspruchung unbefriedigend. In der Her stellung von Papierspulen und -Hülsen haben sich wesentliche Ände rungen gegenüber dem Vormonat nicht ergeben. Die Verhältnisse sind noch zufriedenstellend. Das Auslandgeschäft ist sehr schleppend. Für die sächsische Papier-, Pappen- und Holzstoffindustrie hat sich die Lage nicht günstiger gestaltet. Die Absatzverhältnisse sind noch ungenügend und die Preise stark gedrückt. .Den nur auf Wasserkraft angewiesenen Betrieben der Pappenindustrie fehlt noch immer aus reichendes Betriebswasser. Das Verbot willkürlicher Preissteige rungen für Rohstoffe hat sich hier gut bewährt. Die Lage der Aachener papierverarbeitenden Industrie weist eine wesentliche Änderung gegenüber dem Vormonat nicht auf. Im Buchdrucker gewerbe lagen die Verhältnisse nach wie vor unverändert. Im Zeitungsgewerbe waren die Umsätze im Anzeigengeschäft immer noch sehr niedrig. Die Umsätze dürften im allgemeinen mengen mäßig die niedrigsten seit den letzten acht Jahren sein. Wertmäßig ist das Verhältnis nicht ganz so ungünstig, da die Anzeigenpreise im Zusammenhang mit der Neuorganisation der deutschen Presse erhöht wurden. Die Auflageziffer bzw. das Bezugsgeschäft lag in, wesentlichen unverändert. Wie auch in früheren Jahren war der Geschäftsgang im Buch- und Offsetdruckfrch zum Teil sehr still. Die Absatzmöglichkeiten konnten daher nicht allenthalben befriedigen. Nur im Tiefdruckfach hielt die gute Beschäftigung an. Es steht zu erwarten, daß die nächsten Monate eine gewisse Belebung mit sich bringen werden. Im sächsischen Bcrvielfältigungsgewerbe konnte eine Entlastung des Arbeitslosenmarktes dadurch eintreten, daß in folge der Ferien der Gehilfen im graphischen Gewerbe einzelne Ncueinstellungen möglich waren. Die Lage wird als unverändert bezeichnet. In der Beschäftigungs- und Absatzlage im Wuppertaler Druckerei-Gewerbe sind im August gegenüber dem Vormonat kaum Veränderungen eingetreten. Teilweise war das Geschäft in Drucksachen abgesehen von der Preisfrage zufriedenstellend. Durch das wiederholte Erscheinen von Sonderausgaben und Sonder drucken von Zeitschriften anläßlich der bekannten Ereignisse ist ein Teil der Betriebe des Berliner Buchdruckgewcrbes im August stär ker beschäftigt gewesen. Für die Schriftgießereien und Messing-
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