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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1934
- Strukturtyp
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- 1934-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1934
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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VMÄWMdmDelltsckmVMuMl Nr. 216 (R. 115). Leipzig, Sonnabend den IS. September 1934. 161. Jahrgang. Bekanntmachungen der Geschäftsstelle Vertrag mit dem Deutschen Studentenwerk Wir weisen nochmals besonders darauf hin, daß sich der mit dem Deutschen Studentenwerk abgeschlossene Vertrag aus schließlich auf die Lieferung wissenschaftlicher Lehr bücher bezieht. Aus andere Werke darf er nicht ausgedehnt werden. Es ist ferner streng darauf zu achten, daß nur solche wissenschaftliche Lehrbücher in Betracht kommen, deren Preis den Betrag von RM 3.— überschreitet. Vorausbestellung derTitelseite des Börsenblattes f. I9ZS Die Titelseite (erste Umschlagseite) des Börsenblattes wird wie üblich am 1. Oktoberfür das kommende Jahr vergeben. Firmen, die im Jahre 1935 die Titelseite benutzen wollen, bitten wir, die in Aussicht genommenen Tage bis zum 29. Sep tember bei der Expedition des Börsenblattes anzumelden. Untersagter Büchervertrieb in der Tschechoslowakei Nach den Feststellungen des Verbandes der Deutschen Buch-, Kunst-, Musikalienhändler und Verleger in der Tschechoslowa kischen Republik verkauft ein Herr Winterstein, Herausgeber der Zeitschrift »Dentist« eusopis rnbn^ob teeknikov na 8Iovenslru a I'vclle. llusi, Bratislava, Kölcseyho ul. 6, auch Bücher zu einem wesentlich niedrigeren Preis als dem festgesetzten Ladenpreis. Das Recht zur Herausgabe einer Zeitschrift schließt nach den in der Tschechoslowakei geltenden gesetzlichen Bestimmungen noch nicht das Recht zum Buchvertrieb ein. Bestellungen des Herrn Winterstein oder des Verlags der Zeitschrift »Dentist« easopis rubnz-eb teeknikov na öiovensleu a koclk. lkusi dürfen daher nicht ausgeführt werden. Leipzig, den 12. September 1934. Dr. Heß. Literaturkritik* Missenschaftliche Literaturkritik vr. H. L. — Das Problem der literarischen Kritik hat von Zeit zu Zeit alle die, die von ihren Auswirkungen in besonderer Weise berührt werden, also: Schriftsteller, Verleger, Buchhändler, Leser bewegt. Die allgemeine Entwertung, unter der sie heute leidet, und unter der sie noch gute Zeit zu leiden haben wird, stammt aus dem Zeitalter der Kritiker vom Schlage Alfred Kerrs, von denen sie, wie auch die Theaterkritik und überhaupt alle Kunstkritik, um ihrer selbst willen betrieben wurde. Wenn Kerr das neue Werk eines Dichters besprach — der Name Kerr stehe uns hier nicht als Bezeichnung für einen einzelnen Mann, sondern für einen Typ —, dann war ihm und seinem Publikum nicht dieses neue Werk wichtig, sondern es ging für ihn darum, un verbindliche Weisheiten, die ihm im Anschluß an eine neue Er scheinung einfielen, seinen erstaunten Lesern zur Kenntnis zu bringen. Es ist daher erst heute möglich, einen Satz zur Geltung zu bringen, der an sich eine Selbstverständlichkeit enthält, nämlich: Literaturkritik, um ihrer selbst willen betrieben, stellt wie alle als Selbstzweck ge nommene Kritik keine Notwendigkeit dar. Jede literarische Kritik, deren Verfasser sich mit den darin ge äußerten Ansichten wichtiger genommen wissen möchte als das Werk, mit dem er sich auseinanderzusetzen hat, hat heute keine Be rechtigung mehr. Auch die' literarische Kritik muß heute als ein Dienen aufgefaßt werden, als die Tätigkeit eines Mittlertums zwischen den geistige Werte erzeugenden und geistige Werte aus nehmenden Volkstcilcn. Es ist daher nötig, das, was wir über haupt unter literarischer Kritik im Sinne dieses Mittlertums ver stehen, einmal etwas deutlicher zu umschreiben. Literaturkritik als geistiges Mittlertum aufgefaßt ist keine wissenschaftliche Tätigkeit. Es weiden hier 1 Das Problem der Literaturkritik wird die Arbeit des Ver legers und Buchhändlers immer in besonders starkem Maße be rühren. Die folgenden Ausführungen sollen keine erschöpfende Be handlung des ganzen Fragcnbereiches darstellen: sie sollen lediglich anrcgen und sind oft mit Absicht so formuliert, daß sie Widerspruch ans den Plan rufen. D. Bf. oft mit dem gleichen Namen zwei Betätigungen bezeichnet, die nach Absicht und Wirkung ganz verschiedene Ausgangs- und Zielpunkte haben. Beide Tätigkeiten berühren sich natürlich in mannigfacher Weise. Im vorigen Herbst erschien auf dem Buchmarkt unter dem gemeinsamen Titel »Bauer nadel« ein aus drei in sich ge schlossenen Teilen bestehendes Romanwerk von Hermann Eris Busse; ungefähr um die gleiche Zeit erschien ebenfalls in einen Band zusammengefaßt ein dreiteiliges Romanwerk von Hans Friedrich Blunck unter dem Titel »Werdendes Volk«, der drei früher erschienene geschichtliche Romane des Dichters umsaßtc. Beide Werke sind von ihren Verfassern den Erstausgaben gegenüber für diese Gesamtausgabe »bearbeitet« worden; Aufgabe einer gei stiger Vermittlung dienenden Literaturkritik ist es, sich mit den Werken in der heute vorliegenden Form und Fassung zu be fassen; Ausgabe einer wissenschaftlichen Literaturkritik wäre es, eine genaue Vergleichung der heutigen Fassung dieser Werke mit ihrer früheren Fassung durchzuführen, eine Tätigkeit, der unter Umständen sehr bedeutsame Ergebnisse beschieden sein könnten, da es vor allem auf die Schaffensweise und auf die Schaffenslinie eines Dichters nicht unwichtige Rückschlüsse daraus zu ziehen gäbe, was ein Dichter in einem vor vielen Jahren erschienenen und für die heutige Zeit trotzdem noch wichtigen Werk zu ändern für nötig gesunden hat, um die Wichtigkeit dieses Werkes für unsere Zeit dar zutun. Diese Beispiele sollen nur angeführt sein, um zu zeigen, daß vermittelnde Kritik und wissenschaftliche Kritik Betätigungen mit verschiedenen Aufgaben sind, die aber doch in einer lebendigen Wechselwirkung zueinander stehen. Selbstverständ lich ist der Fall denkbar, daß beide Betätigungen von einer Person ausgeübt werden; doch sollte auch dann darauf gesehen werden, daß die verschiedenartige Wirkungsabsicht beider Betätigungen von dem sie gemeinsam Ausübenden nicht aus dem Auge gelassen wird. Auch die wissenschaftliche Literaturkritik wurde bisher in weitem Maße um ihrer Wissenschaftlichkeit willen, weniger also um be stimmter breiterer Wirkungen willen betrieben. Diese Einstellung mochte schuld daran sein, daß sie auf den Hochschulen mehr und mehr zu einer trockenen Disziplin herabsank, was vornehmlich daran zu erkennen war, daß bis vor wenigen Jahren das Schrift tum der Gegenwart auf den Hochschulen allgemein unver-
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