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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.11.1932
- Strukturtyp
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- 1932-11-12
- Erscheinungsdatum
- 12.11.1932
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- Deutsch
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1^» 285, 12. November 1932. Redaktioneller Teil. vörseublatt f. b.Dtschu Buchhandel. Aber der Buchhalter sieht bei den bisherigen Verfahren vor lauter Büchern die Buchführung nicht. Er bucht nach Soll und Haben, weis;, daß sie Lastschrift und Gutschrift bedeuten und daß jedem Soll ein gleichgroßes Haben ans einem anderen Konto gegenüberstehen muß. Dennoch kennt er ihren Sinn nicht, denn die Lehre vom Geben und Empfangen führt zu falschen Vorstellungen, und S-atz- bildungen aus diesen geheimnisvollen Wörtern sind häufig unmöglich. Man könnte, wie Professor Schär sagt, eben sogut schwarz und weiß oder links und rechts sagen*). Statt wirtschaftlich wird nur mathematisch gedacht, obwohl negative Beträge in der Buchführung keinen Raum haben. Ebenso dunkel sind »Per und An«. Das soll nun anders werden, nachdem in letzter Zeit ein Buchführungs-Verfahren gelungen ist, bei dem wirtschaftlich gedacht wird und sich dabei ganz von selbst »Soll und Haben« er geben, »Per und An« überflüssig werden. Zweck der Buchsührung ist die Beurkundung der Wert- Vorgänge, die D a r st e l l u n g der dadurch entstandenen Aufwendun gen und Erträge (Umsätze) und die Darstellung der Aufrechnung der auf diese geleisteten Zahlungen. Die Beurkundung ist das Was« (das Geschehen), und die Darstellungen zeigen den Zweck des Geschehens. Zn dem Schema (s. S. 820) finden wir das Geschehen in den Spalten 3, 4, 5, 9, 13, 14,15 und 10**). Das Geschehen ist danach geordnet, was uns von anderen geleistet wird (Fremde Leistungen), und was w i r andern leisten (Eigene Leistangen). Alle übrigen Spalten dienen der Darstellung des Aufwandes und des Umsatzes sowie der Darstellung der hierauf erfolgten Zahlungen. Eine Ausnahme machen nur die Spalten 9 und 19, in denen jeder Betrag sowohl Leistung als auch deren Zweckwirkung bedeutet. Hier ersetzt also e i n e E i n t r a g u n g zwei Buchungen. Man braucht sich daher nur za überlegen, ob es sich um eine fremde oder eigene Leistung handelt. Sie kann entweder in einem Zahlungsmittel, in einer Lieferung oder sonstigen Leistung bestehen. Der Zweck ergibt sich dann grundsätzlich aus einer der daneben stehenden Spalten. Nur in den Spalten 9 und 19 haben wir, wie erwähnt, Leistung und Zweck in einem Komplex. Um dies augen fällig zu machen, haben diese beiden Spalten schwarze Ziffer linien, wogegen die Spalten des Zahlungsmittel-Zugangs (3 bis 5) und des Zwecks des Zahlungsmittel-Abganges (16 bis 18) durch blaue, die übrigen Spalten (7, 8, 13 bis 15) durch rote Ziffer linien gekennzeichnet sind. Da jede Leistung in gleichem Betrage auch als Zweck verbucht ist, müssen die Endsummen der blauen Spalten (3 bis 5 und 16 bis 18), also die äußeren Spalten, zusammen gleich der Gesamtsumme der Endsummen der roten Spal ten (7, 8 und 13 bis 15), also der inneren Spalten, sein. Darin besteht die Seiten-Kontrolle, die gegenüber der im ameri kanischen Journal den Vorteil hat, daß zu diesem Zwecke die End summen nicht abgeschrieben zu werden brauchen. Dadurch wird nicht nur Mehrarbeit gespart, sondern es werden auch Fehler verhütet. Überdies sind im deutschen Tagebuch weit weniger Spalten als im amerikanischen Journal vorhanden. Die blauen Spalten sind aber nichts anderes wie »Soll«, und die roten Spalten entsprechen d e m »H abe n«. Wer daher nach dem Soll-Haben-Prinzip buchen will, kann dies mit dem neuen Schema ebensogut. Es fragt sich nur, welche Vorteile auch in diesem Falle gegenüber den bisherigen Ver fahren vorhanden sind. Von allen Methoden der doppelten Buchführung ist die ameri kanische die beliebteste, weil zeitliche und sachliche Verbuchung in dem amerikanischen Journal verbunden sind. Aber gegen diesen Vorteil werden recht viele Nachteile eingetauscht. Auf die Mängel bei der Seitenkontrolle wurde schon hingcwiesen. Im deutschen Tagebuch, das ebenfalls die Verbuchungen nach beiden Gesichtspunkten, sogar auf der gleichen Seite und nicht nur auf einem Folio, ver einigt, sind die Spalten so angeordnet, daß man sic, ohne die Endsummen abschreiben zu brauchen, addieren kann. Das Addieren wird schon dadurch erleichtert, daß es sich n u r um elf Ends u m m e n handelt, die nicht, wie beim amerikanischen Journal, ständig in Soll und Haben abwechseln. Hier kann man vielmehr unmittelbar die Q u e r - A d d i t i o n anwenden, indem man sowohl bei den blauen wie bei den roten Spalten die Ziffern von rechts nach links zusammenzählt. Was vielen nicht auffällt, ist, daß im amerikanischen Journal jeder Betrag dre imal (Gesamtspalte, Soll und Haben) geschrieben *) Schür, »Buchhaltung und Bilanz«. Berlin 19^1, Julius Springer. S. 22. **) Man beachte die mnemotechnisch verwendeten Spalten- Nummern, von denen stets Spalten-Paare wie 3 und 13, 4 und 14 usw. korrespondieren. Im ganzen Verfahren ist diese Zahlen- Mnemotechnik konsequent durchgeführt. wird, daß in jedem Falle waagerecht und senkrecht zwei mal gebucht werden muß und daß der größte Teil des Papiers unausgefüllt bleibt. Auf jeder Zeile wird nämlich von allen Soll- und Habenspaltcn nur je eine benutzt, das heißt also, es bleiben von den 32 Spalten eines Schemas mit 16 Konten 30 Spalten frei, und das wiederholt sich auf jedem Folio etwa 30- bis 40 mal. Die Aufzählung der Nachteile ist durchaus nicht erschöpft. So muß man z. B. im amerikanischen Journal auf jedem Folio immer wieder die Konten - Köpfe a u s f ü l l e n, wenn mau den Preis des Journals durch das Bedrucken nicht noch weiter erhöhen will. Auch die Schwere und Unhandlichkeit des amerikanischen Journals wären zu erwähnen. Sieht man sich dagegen das deutsche Tagebuch au, dann findet man alle diese Mängel beseitigt. Es fragt sich nur, wie man mit den wenigen Spalten auch in den Fällen auskommen kann, in denen ein Bedürfnis nach weitgehendem Ein blick vorliegt. Gerade die Beschränkung der K o n t e n - A n z a h l ist bekanntlich ein Argument, das man gegen das amerikanische Journal ins Feld führt. Man kann natürlich die einzelnen Soll- und Haben- Spalten in gesonderten Büchern zergliedern. Je mehr solcher Bücher benützt werden, desto häufiger wiederholen sich dann die erwähnten Mängel des amerikanischen Journals, und es kann dann von einer täglichen Übersicht kaum noch die Rede sein. Diese kann man sich aber trotz weitverzweigter Unterteilung durch das deutsche Tagebuch verschaffen und gelangt zu einer Kürze, die man bisher nicht für möglich hielt. Ist doch das ganze Schema nur 297 mm hoch und 420 mm breit, also Via 3, und das geschlossene Buch daher vin ^4 (207 X210 mm). Um mm die verschiedenartigen Leistungen bzw. deren Z w e ck w i r k u n g e n in jeder Spalte getrennt addieren zu können, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst kann man neben der schwarzen rote Schrift anwenden. Man kann aber auch durch Unterstreiche»; der Beträge noch zwei weitere Unterscheidungsmerkmale schaffen. Außer dieser unmittelbaren Unterteilung, die direkt im deutschen Tagebuch stattfindet, kann man die Posten, die in die Spalten 7 und 17 gehören, in Spaltenbüchern oder auf Unterteilungsblättern nach den Arten ordnen und braucht dann nur die Endsummen in das deutsche Tagebuch einzutragen. Natürlich kann man in gleicher Weise auch mit den Posten der Spalten 8, 0, 18 und 19 verfahren. Da diese aber auch auf die Konten der betreffenden Personen übertragen inerden müssen, kann inan zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem man zunächst von den Kontenblättern auf ein Blatt handschriftlich oder maschinell durchschreibt*). Für jede Vorgangs-Art muß ein solches Blatt (Durch schriftblatt) verwendet werden. Es ist also je ein Durchschriftblatt für die Postscheck-Zahlungen der Kunden, für deren Zahlungen in die Kasse, für den Waren-Eingang, für den Waren-Ausgang usw. ein zurichten. Will man den Ein- und Ausgang nach Waren-Arten tren nen, so sind dementsprechend viele Durchschriftblätter zu benutzen. In allen diesen Fällen werden dann ebenfalls nur die Endsummen, und zwar der Durchschriftblätter, täglich in das deutsche Tagebuch eingetragen. Die Monats-Summen der Spaltenbücher bzw. Unterteilungs blätter oder Durchschriftblätter kommen in das Sachkonten- Hauptbuch. Hier haben wir den beliebig großen Ein- b l i ck, wogegen wir durch das deutsche Tagebuch uns den schnellsten Überblick über die Vermögenslage und den Er folg verschaffen. Wir können aus diesem, unabhängig davon, ob ein Sachkonten-Hauptbuch geführt wird oder nicht, jederzeit den Kasscnbestand, das Postscheckguthaben, das Bankguthaben, die Außen stände und Schulden, die Höhe der Privatentnahmen und der ge werblichen Aufwendungen sowie den Rein-Gewinn oder -Verlust zwangsläufig kontrolliert ermitteln. Wie dies ge schieht, soll nunmehr auf Grund des abgedruckten Beispiels gezeigt werden. Monats-Kontrolle der Buchungs-Ergebnisse: Kasssnbestand 1370—1LL2 --- 148 Schulden 2391—844 --- 1547 Postscheckgutl,.13I7— 203 -- 1114 Bar-Umsatz (Spalte 7) -- 365 Bankguthabens??— 844 — 633 Ziel-Umslch lSpalte >g> -- 440 Außenstände 4060—1042 — 3018 Privatentnahmen 300 Spalte 3 148 Bar-Aufwand (Spalte 17) 555 4 1000 Ziel-Aufwand (Spalte 9) 891 „ 5 1042 6650 .. 19 3620 5807 ab 9 1500 4307 605.9 *) Das Hand- und Durchschreibeverfahren ist neuerdings sogar von gebundenen Kontenbüchern auf Blätter möglich. 821
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