^ 256, 2. November 1934. Fertige Bücher. Börsenblatt f. L.Dtschn-Buchhanbcl. 4638 Oer Völkische Beobachter schreibt in der Nummer vom 24. Oktober 4934: 6s gibt wohl auf der ganzen Welt keine Samm. lung, in welcher die Entwicklung der Technik derartig plastisch dargestellt wird, wie im Deutschen Museum in München. Unzählige Menschen sind seit seinem Be stehen durch seine weiten Räume gewandert und voll Bewunderung vor diesem oder jenem Prachtstück, das deutscher Erfindergeist schuf, siehengebliebcn, doch den wenigsten mag dabei zum Bewußtsein gekommen sein, welch ungeheuere Arbeiten und wieviele Experimente nötig waren, um unsere deutsche Technik von den primitivsten Anfängen heraus zu dem Instrument zu gestalten, das fle heute darstellt. Deutschland hat nicht nur auf kulturellem, sondern auch auf technischem Ge biet der Welt unermeßliche Dienste erwiesen, doch flnh bei der raschen Entwicklung auf technischem Gebiet die Namen unserer großen Erfinder leider mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Or.-Ing. Franz Feldhaus, der uns in seinem Buch „Männer deutscher Tat" die hervorragendsten Köpfe der deutschen Technik und ihre Werke schildert und dabei ihre Namen der Vergessenheit entrückt, ist durchaus beizupflichten, wenn er in der Einleitung zu seinem Werk schreibt: „Entdecken und erfinden ist nicht. wie Oswald Spengler es darstellte, .seeliges Grübeln' weltentrückter Menschen: es ist kein faustisches Schaffen, sondern ein erdgebundenes Kriechen des einen über den Rücken des anderen hinweg, um so ein kleines oder ein großes Stück auf dem Weg des Fortschritts weiter zu gelangen." Mit dem Mittelalter be sinnend, führt uns der Verfasser in die Zeit der Reformation, in der die Buchdruckerkunst entstand, dann weiter zu Friedrich dem Großen, der sich bereits für die Dampf maschine interessierte. Anfang des 49. Jahrhunderts stoßen wir auf den Namen Krupp, dann auf Siemens und sehen ihre Werke entstehen, wir werfen einen Blick in die noch primitive Werkstatt Gottlieb Daimlers, der sich mit seinen Söhnen im Gedankenaustausch be findet, um anschließend einen Blick in die Gegenwart zu tun, wobei wir mit d.a Werken Graf Zeppelins, Oskar von Millers und Prof. Bergius' vertraut gemacht werden. — Eine große Anzahl von Photo graphien und Abbildungen aus dem Reich der Tech nik, von ihren frühesten Anfängen bis zur Neuzeit, geben diesem Buch ein besonderes Gepräge, das jedem, der den deutschen Erfindergeist zu schätzen weiß, eine Fülle wertvollen Gedankenguts vermittelt. Hst. Oie Zeitschrift „Natur und Kultur" schreibt im Oktoberheft 4934: Das wundervoll ausgestattete Werk behandelt die Entwicklung der deutschen Technik. Es ist geschrieben von einem der besten Kenner der technischen Entwick lung aller Zeiten, aber nicht für den (verhältnismäßig engen) Kreis der Fachgelehrten, sondern für jeden, der wirklich Verständnis für technische Fragen und ihre geschichtliche Entwicklung besitzt. Geschrieben unter dem Leitspruch, daß Entdecken und Erfinden nicht seliges Grübeln weltentrückter Menschen noch faustisches Schaffen sei, wie es O. Spengler so schön und doch so unwahr ausdeutet, sondern ein erdgebundenes und höchst menschliches Kriechen des einen über den Rücken des anderen hinweg. Geschrieben in einem warm» blütigen Stil, der die Einzelheiten umfassend zusam menschaut und nicht selten reizvolle persönliche Ansichten und Erlebnisse des Verfassers zu Worte kommen läßt. Und dabei rein sachlich von außerordentlichem Wert, da es zahllose Irrlümer und schiefe Auffassungen in ebenso vielen zahllosen älteren und ungenauen Darstel lungen richtigstem— ein persönliches Verdienst des Ver fassers, der sein Leben lang die strenge Quellenforschung und sorgfältige Arbeit höher gehalten hat als die billige Methode der vielen, die bedenkenlos abschreibcn und sich dabei „in die Nesseln sehen". 2. E. Hofmann. Vorzugsangebot im Derlangzettel S Vertag Mas Sietnevach » München