Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.01.1936
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- 1936-01-11
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Jeder einzelne hat Gelegenheit dazu, aber auch dis Pflicht, sich bis ins letzte zu bewähren. In diesem Sinne führte im »Deutschen Volkswirt» soeben Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk in einem Geleitwort für 1936 aus, das Jahr 1935 sei ein Wendepunkt auf dem Schicksalswege unseres Volkes. Wir seien wieder ein wehr haftes Volk geworden. Die Belebung der Wirtschaft habe weiter hin Fortschritte gemacht. Der Fortschritt der Wirtschaft habe sich in dem ständigen Anwachsen des Steueraufkommens gezeigt. Wir dürsten uns aber nicht mit dem Erreichten begnügen, sondern müßten in klarer Erkenntnis mancher harten Notwendigkeit wei ter auf dem als richtig erkannten Wege vorwärtsschreiten. Alle finanziellen und wirtschaftlichen Kräfte des deutschen Volkes müß ten weiter zusammcngefaßt und voll eingesetzt werden. Die öffent lichen Verwaltungen würden in zielbewußter Sparsamkeit ihre Ausgabenpolitik so zu führen haben, daß für Deutschlands Wehr- hastmachung die erforderlichen Mittel bereitstünden. Jeder deutsche Volksgenosse müsse Hand anlegen, damit die uns voni Führer gestellten Ausgaben erfüllt würden. Das verantwortungs bewußte deutsche Unternehmertum habe die besondere Aufgabe, aus sich heraus und aus eigener Tatkraft im Wirtschaftsleben die Wege zu finden, die der deutschen Arbeit neue Entwicklungsmög lichkeiten schaffen. Und im »Wirtschafts-Ring« vom 3. Januar 1936 kennzeichnete er die nächsten Aufgaben der deutschen Finanz politik dahin: Die gesamte Ausgabenpolitik der öffentlichen Kör perschaften müsse konzentriert werden, um die für die Abdeckung der Vorbelastungen und die Wehrhaftmachung erforderlichen Mittel bereitzustellen. Diese Konzentrierung müsse Hand in Hand mit einer konstruktiven Sparpolitik gehen. Die gleiche Konzen trierung sei auf dem Gebiete des Kapitalmarkts erforderlich. Die Etats- und Kreditpolitik sei ohne Opfer und Verzicht auf viele Lieblingswünsche nicht möglich. Wir würden die Größe der uns gestellten Aufgaben herabsetzen, wenn wir glaubten, sie ohne An strengungen und Schwierigkeiten lösen zu können. Die finanz- und steuerpolitischen Ausgaben der Gegenwart aber kennzeichnete Staatssekretär Reinhardt in der »Deutschen Steuerzeitung-- glsichzeitig dahin: 1. Verminderung der sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Not. Deshalb Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit durch Gewährung von Steuervergünstigungen, Darlehen und Zuschüssen. 2. Anpassung der Steuern an die be völkerungspolitischen Grundsätze des Nationalsozialismus, soweit im Rahmen der allgemeinen Finanzlage bereits möglich. 3. An passung der Steuern an sonstige Grundsätze des Nationalsozialis mus und Vereinfachung der Steuergesetze, soweit gegenwärtig bereits möglich. 4. Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Reichs- finanzverwaltung zwecks restloser Erfassung der Steuern, die dem Reich auf Grund der bestehenden Gesetze zustehen und dadurch Herstellung der steuerlichen Gleichmäßigkeit und der steuerlichen Gerechtigkeit. 5. Sicherung der materiellen Voraussetzungen zum Aufbau der deutschen Wehrmacht. Das deckt sich mit den Ausfüh rungen des Reichsfinanzministers. Wenn dieser dabei »Verzicht auf viele Licblingswünsche« fordert, so ist wohl leider auch damit zu rechnen, daß die vom Buchhandel längst so sehnlichst erwartete Wiedcrauffüllung der Kulturetats noch immer wird aus sich warten lassen oder sich vorläufig nur in beschränkten Grenzen zu halten genötigt sein wird. Sehr beachtlich ist, was die Reichs-Kredit-Gesellfchaft im Ausblick ihres üblichen Jahresberichts sagt. Sie beleuchtet die deutsche Lage ini Gesamtrahmen auch der internationalen Be ziehungen und meint, innerhalb der Weltwirtschaft sei es sympto matisch, daß sich die Belebung durchweg zunächst im Binnen bereich der Nationalwirtschaft durchsetzte. Wesentlich aber sei, daß es gelang, den jahrelangen krisenbedingten Schrumpfungs prozeß abzubremsen und merkhare erste Ansätze zu einer Besserung zu erzielen. Die deutsche Volkswirtschaft stehe im Zeichen eines umfassenden Wirtschaftsaufschwunges, der in seinem Ausmaß die konjunkturelle Erholung aller übrigen großen Weltwirtschafts länder übertreffc, sodaß die deutsche Volkswirtschaft ein Bild höchster Arbeitsaktivität biete. Es sei nunmehr die große Aufgabe von Staat und Wirtschaft, zur Sicherung der alten und neuen Arbeitsplätze die wirtschaftlichen Fundamente zu festigen und zu untermauern. Der stärkere Einsatz unternehmerischer Initiative 36 mit Neubauten und Maschinenbeschaffungen erfordere einen funk tionsfähigen Kapitalmarkt. Die Begrenzung der öffentlichen Jn- vestitionsvorgriffe werde in Verbindung mit einer allmählichen, auf die Leistungsfähigkeit des Kapitalmarktes abgestcllten Fun dierung — bei steigender Überleitung der öffentlichen Aufwendun gen in die laufenden Haushalte — zur organischen Auflockerung in der Krcditsphäre wesentlich beitragen. Entscheidend fei jedoch die Sicherung einer ausreichenden Rohstoffversorgung. Für den weiteren Fortgang der Belebung sei es erforderlich, die zur Deckung des erhöhten Rohstoffbedarfs benötigten Devisenüber schüsse durch Erhöhung der deutschen Ausfuhr zu beschaffen. Dabei ergebe sich die schwerwiegende Ausgabe, die Prcisspanuungen zu überwinden, die zwischen dem im binnenwirtschaftlichen Auf schwuug erhöhten deutschen Preisstand einerseits und den durch die Währungsabwertungen bzw. dem Deflationsdruck unserer wichtigsten Konkurrenzländcr gesenkten Weltpreisen andererseits bestehen. Im zweiten Halbjahr 1935 seien merkliche Fortschritte im deutschen Außenhandel erzielt worden. Der Bericht geht dann aber auch aus die immer noch bestehenden Hemmungen politisch bedingter Art ein. Eine vernünftige Bereinigung der Wcltver- schuldung in Verbindung mit einer Währungsstabilisation, die auf der Grundlage eines sinnvollen Ausgleichs der bestehenden Kauskraftspannungen zu erfolgen hätte, könnte, meint er, zum Vorteil sowohl der Schuldner- als auch der Gläubigerländer die noch auf den Weltmärkten lastenden Krisenreste in Kürze beseitigen helfen. Es sei eine dringende weltwirtschaftliche Aufgabe, für eine solche Generalbereinigung den Boden vorzubereiten. Hier machen aber das italienische Abessinienabenteuer und die Lage in Ostasien neue Sorgen. Wie wird Italien die neu anwachsenden Schulden ab tragen? Ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der ostasiatischeu Länder stark und elastisch genug, um die Beanspruchungen, die ihnen zugemutet werden, auszuhalten? Unmittelbar wird Deutsch land davon nicht berührt. Aber an der allgemeinen Gesundung der Weltwirtschaft, die davon nicht unabhängig zu denken ist, kann es doch auch nicht uninteressiert bleiben. — Der Bericht der Reichskredit-Gesellschast enthält dann auch »och Angaben über die Entwicklung des Wechselkredits in Deutschland. Danach hat sich das Wechselumlaufsvolumen von 10,52 Milliarden Ende 1932 auf 12,2 Milliarden Ende 1933, 14,4 Ende 1934 und 15,9 im September 1935 erhöht. Die Übersicht zeigt nach dem Institut einmal die bedeutende Zunahme des Geldmarktkreditvolumens um über 5 Milliarden seit Anfang 1933. Gleichzeitig sind aber aus dem Wechselvolumen die inaktiven Krisenwechsel, die zum größ ten Teil nur Umbuchungen vom Debitorenkonto darstellten, sowie sämtliche Kommunalwechsel verschwunden, ferner die der mittel fristigen Außenhandelsfinanzierung dienenden Russenwechsel. Ein Vergleich mit der Zeit 1926 bis 1929, in deren Verlauf sich der Wechselumlauf um 4,1 Milliarden erhöht hat — bei einem um 35"/° höheren durchschnittlichen Preisniveau sowie bei einem um rund zwei Drittel größeren Außenhandelsvolumen —, unter streicht das Gewicht der Wechselkreditausweitung seit 1933. Vor allem jedoch sei der hohe Anteil der Gesamtheit der deutschen Kreditinstitute an dieser Form der Arbeitsbeschaffungsfinanzie rung hervorzuhcben; es kennzeichne sich hier die Aktivität des Bankensystems im Rahmen der Arbeitsschlacht. Darauf wird wohl besonders hingewiesen angesichts der vielfach an den Banken ge übten Kritik. Aus den maßgeblichen Verlautbarungen der letzten Zeit seien endlich vor allem auch noch die Bernhard Köhlers hervor gehoben, die aus die Aufgaben der neuen Arbeitsschlacht abzielen. Zu seinen zahlreichen neuerlichen Vorträgen und Aufsätzen be merkte die Rheinische Landeszeitung kürzlich, seine Darlegungen stellten eine zusammenhängende Richtlinie für die nächste Zeit dar und seien um so beachtlicher, als sie vom Repräsentanten des wirt schaftspolitischen Willens der Partei, dem unmittelbaren Befehls empfänge!: der höchsten Stelle, stammten. Was Köhler schreibe, beweise höchste volkswirtschaftliche Verantwortung und zerstöre die Verdächtigung der nationalsozialistischen Bewegung, als sei sie ein bloß romantischer Gesühlsaufschwung ohne nüchterne Tat- sachenmeistcrung. Die erste Arbeitsschlacht löse sich in Vcrsol- gungsgefechte, Befriedung und Ordnung des eroberten Gebietes auf. Die zweite Arbeitsschlacht müsse sorgfältigste Bewirtschaftung
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