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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.03.1936
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- 1936-03-05
- Erscheinungsdatum
- 05.03.1936
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- Deutsch
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Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Büchelchen aussuchen. Und wieder hat dann der Buchhändler einen Kunden mehr, der vielleicht auch einmal ein anderes Buch kaufen wird, dessen Titel ihm bei seinem letzten Ladenbesuch irgendwie auffiel. Bedeuten diese Anstrengungen ohne Zweifel eine mühe volle Kleinarbeit für den werbenden Buchhändler, so machen sie sich im Laufe der Zeit doch bezahlt. Stellt man bei einer Betrachtung über die Werbemethoden für das Fachbuch die beiden Begriffe Großstadt und Kleinstadt gegenüber, so wird man bemerken, wie verschiedenartig sich die Arbeit des Buchhändlers in beiden Fällen gestaltet. Die in der Großstadt zusammengeballten Menschcnmassen lassen sich natur gemäß auf eine persönliche Art für unseren Zweck nur sehr schwer erfassen, zumindest wäre eine auf lange Zeit ausgedehnte Bear beitung nötig, bis man die entsprechenden Kreise gänzlich durch geackert hätte. Die dafür nötigen Aufwendungen an Zeit und Geld würden kaum im Verhältnis zu dem Erreichbaren stehen. Wir dürfen nicht vergessen, daß in den Großstädten die Zahl der vorhandenen Buchhandlungen in einem gewissen zahlenmäßigen Verhältnis zur Bevölkerungsdichte steht, und daß es daher wohl Vorkommen kann, daß die Früchte der Bemühungen eines reg samen Buchhändlers, sofern nicht gerade eine ganz präzise Kon trolle ausgcübt wird, einem anderen, vollständig unbeteiligten Berusskameradcn in den Schoß fallen. Daher wird eben nur die großzügige Werbeaktion einer zentralen Stelle die einzige, ökonomisch richtige Propagandamaßnahme sein, zumal ihr Erfolg dann allen Buchhandlungen in mehr oder weniger gleichem Aus maße zugute kommt. Wesentlich anders liegen die Dinge schon bei der Betrach tung der Verhältnisse in der Provinz. Hier kann der Sortimenter alle seine freien Kräfte im gewünschten Sinne entfalten, hier kann er, da er in den meisten Fällen in seinem Ort als Buch händler bekannt ist, sogar persönlich wirken. Ist die Möglichkeit dazu gegeben, so empfiehlt sich in erster Linie die Aufnahme von persönlichen Verbindungen zu -den Handwerkerinnungen bzw. deren Obermeister, Fachbeiräte, Prüsungsmeister, Gehilfen — und Lehrlingswarte. Dies sind die Betreuer einer größeren Zahl von Handwerkern, der rührige Buchhändler hat also bei einer gün stigen Verbindung zu diesen Stellen eine gute Aussicht, die Wcrbe- idee in breite Konsumentenkreise hineingetragen zu sehen. Viel leicht besucht er sogar selbst einmal die Jnnungsversammlungen, um sich auf diese Weife mit seinen zukünftigen Kunden bekannt zu machen, und vielleicht gelingt es ihm, anläßlich einer solchen Versammlung eine kleine Fachbuchschau aufzubauen oder in einem anderen Sinne für die Sache tätig zu sein. Es gibt da viele Mög lichkeiten, deren Benutzung dem Buchhändler unter Berücksichti gung der lokalen Verhältnisse Vorbehalten bleibt. Hier muß ein geschaltet werden, daß gerade der Handwerker, der vor der Ab legung seiner Meisterprüfung steht, im besonderen Maße zur Anschaffung von Fachbüchern geneigt sein wird. Für den werben den Sortimenter ergeben sich hieraus eine Menge von Möglich keiten, die er auszunutzen verstehen muß. Ferner müssen auf alle Fälle die schon einmal erwähnten Fach- und Berufsschulen in ähnlichem Sinne bearbeitet werden. Auch in Schaufenstern bieten sich noch Möglichkeiten, das Fachbuch mehr und besser zur Gel tung zu bringen. Das Arbeitsgebiet eines Buchhändlers allein in einer mitt leren Stadt ist daher bei der beachtlichen Zahl der verschiedenen Handwerke ein nicht unbedeutendes und wird, je größer die Stadt und die in ihr wohnende Zahl der Handwerker ist, mitunter von einem Buchhändler allein nicht bewältigt werden können. Kol legiales Zusgmmenarbeiten und gegenseitiges Verständnis sind in solchen Fällen natürlich selbstverständlich, wenn der Angriff auf breiter Front gelingen soll. Und er muß gelingen, wenn der Sortimenter erst einmal richtig den tieferen Sinn der Sache er saßt hat und sich des Fachbuchvertriebes mit dem Ziel eines liebe vollen Ausbaues annimmt. Eine Statistik über den Umsatz von Fachbüchern wird ihm dann sehr bald zeigen, daß auch mit dieser Literatur beachtliche Umsätze zu erzielen sind, wenn man sich nur tüchtig dafür einsetzt. Also, Versuch macht klug! Edgar.Kazmer. Der Tonfilm im Dienste der Buchwerbung Von Prof. O. !1 rbach Das Ziel unserer Buchwerbung besteht darin, das gute Buch an möglichst viele Menschen heranzubringen und ganz besonders auch diejenigen zu erfassen, die wenig oder gar nicht lesen. Die Aufgabe ist also eine doppelte: Die Leserwelt muß werbemäßig durchdrungen werden, um ihr Interesse und ihre Aufnahme- sreudigkeit zu steigern, und der Kreis der Bücherfreunde selbst muß dauernd erweitert werden. Die Propaganda ist also eine »extensive- und eine »intensive», eine nach außen und eine nach innen gerichtete. Beide Aufgaben gehören eng zusammen, aber ihre Wege sind sehr verschieden, weil eben die Erfordernisse und Voraussetzungen andere sind. Allerdings wird auch im günstigsten Falle die Zahl der Bücherleser immer nur einen Hundertsatz der Bevölkerung aus- machcn. Es ist aus psychologischen Gründen unmöglich, daß der Kreis der Bücherleser sich völlig deckt mit dem des Gesamtvolkes. Der Kreis der Bücherfreunde wird immer nur eine gewisse Aus lese des Volkes umfassen, wenn auch ganz bestimmt nicht den schlechtesten Volksteil. Aber wenn es noch so feststeht, daß die Buchwerbung niemals das ganze Volk bis auf den letzten Mann erreichen kann, so mutz doch das Netz der Werbung weit aus- gcworfen werden. Die Auslese wird sich dann von selbst vollziehen. Die Werbung muß also möglichst alle gewinnen, die überhaupt für das Buch gewonnen werden können. Der Kreis der jetzt vorhandenen Bücherfreunde kann noch bedeutend erweitert werden, daran ist kein Zweifel. Das Land ist noch so gut wie gar nicht, die Kleinstadt wenig und die Masse der Großstädter nicht genügend durch die Buchwerbung berührt. Und auch der Kreis der vorhandenen Bücherlesec kann noch viel inten siver bearbeitet werden, denn die Liebe zum Buch, das Interesse für besondere Bücher ist noch sehr steigerungssähig. — Die Buch werbung mutz also anknüpsen an alle Mittel, durch welche die 208 Masse der Volksgenossen sicher erreicht wird. Zu ihnen gehört der Rundfunk. Er wird im allgemeinen aber mehr »intensiv- als »extensiv- wirken, der Nicht-Bücherfreund wird die Buchberichte gar nicht erst einschalten. Größere Möglichkeiten bieten sich durch den Tonfilm. Die Zuschauer sind gezwungen, die Werbung irgendwie hinzunchmen. Es wurde schon häufig darauf hingewiescn, daß der Tonfilm mehr als bisher in den Dienst der Buchpropaganda gestellt werden müsse. In der mittelbaren Werbung ist das praktisch auch aus geführt worden. Wenn in einer Stadt ein großer Kulturfilm läuft — etwa über die Besteigung des Himalaya — so werden die Buch händler rechtzeitig für Bücher werben, die in Beziehung zu dem Kulturfilm stehen. Das Gleiche gilt auch von Filmdramen, denen ein Roman oder eine andere Dichtung zugrunde liegt. Wichtig ist dabei nur, daß der Buchhändler die Filmproduktion und die Vor anzeigen genau verfolgt. Er wird auch die ihm bekannten Direk toren von Lichtspieltheatern bitten, daß sie ihm interessante Ab schlüsse rechtzeitig mitteilen. Auch diesen Direktoren kann es ja nur angenehm sein, wenn auf die Filme auf diese Weise hingewiescn wird. Doch wir denken noch mehr an die unmittelbare Buch werbung durch den Tonfilm?) Der idealste Fall wäre ein wirk licher Film, der irgendwie das Buch in den Mittelpunkt der Hand lung rückte, ohne daß man die Tendenz merkte. Ein Film, dessen Handlung in Baden-Baden spielt, wirbt für diesen Weltkurort, auch wenn er kein ausdrücklicher Werbefilm ist. Aber wir können natürlich nicht warten, bis uns ein Dichter diesen Buchsilm be- ch Wir erinnern hier an die mit der Schaffung der beiden Filme: »Das Buch wie es wurde» und »Das Buch ein Freund fürs Leben» geleistete Arbeit. D. Schrift!.
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