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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.06.1928
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- 1928-06-07
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- 07.06.1928
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X; 130. 7. Juni 1928. Redaktioneller Teil. Für die Vermehrung der Setzmaschinen ist eine Statistik der Zentralkommission der Maschinensetzer bezeichnend, die nach dem Stande vom 7. November 1027 die Vcrgleichszisferp für die Jahre 1924 und 1027 nebeneinanderstellt. Danach waren von den verschie denen Mckschin-entypen in Deutschland in Betrieb: 1927 1924 Linotype 4994 3489 Jntertype 50 4 Typograph 1882 1481 Monoline 56 103 Monotype-Taster 805 542 Monotype-Gießmaschinen . . 514 362 Zusammen 8301 5971 Beschäftigt wurden an diesen Maschinen 1027 11354 Gehilfen, 1024 7870 Gehilfen. In den drei Jahren hat sich demnach die Zahl der Gießmaschinen um 2330 (rund 39 v. H.), die Zahl der Maschi nensetzer und Gießer um 3484 (rund 44 v. H.) vermehrt. Die Zahl der Maschinensetzer ist um 5 v. ,H. mehr gewachsen als die Zahl der Setzmaschinen. Bemerkenswert ist, daß die Gasbeheizung der Setzmaschinen immer noch die vorherrschende ist. Es wurden geheizt 1927 1924 mit Gas ... . 4585 4078 Maschinen, elektrisch .... 2813 1380 mit Petroleum usw. 20 20 „ Die Wirtschaftlichkeit der elektrischen Beheizung wird von ange sehenen Fachleuten bestritten. Soweit si<e sich eingeführt hat, ist das in der Hauptsache auf Gründe der gewerblichen Hygiene zurückzu führen und aus eine entsprechende Propaganda der Maschinensetzer. Da für eine Setzmaschine im Durchschnitt aller Systeme mit einem Anschaffungspreise von 15 000 Mark gerechnet werben muß, so ergibt sich aus dem Zuwachs der 2330 Maschinen in den drei Jahren ein Gesamtanlagebetrag von 35 Millionen Mark, der zum größten Teil nach Amerika geht, das heute immer noch so gut wie über das Monopol auf dem Gebiete der Setzmafchinensabrika- tion verfügt. Uber die Leistungen an den Setzmaschinen sind in den Reklamen der Fabriken in jüngster Zeit, besonders seitdem die Nachkonstruk tion der Linotype, die sogenannte Jntertype, mit ihrer amerikani schen Schwester konkurriert, sehr übertriebene Angaben in Umlauf gebracht morden. Solchen tritt ein praktischer Maschinensetzer in der Fachzeitschrift »Der Graphische Betrieb« mit Berechnungen ent gegen, in denen vor allem zwischen der zu erreichenden Setzer leistung an der Maschine und der theoretisch möglichen Höchst leistung der Mechanik und des Gicßapparats unterschieden wird. Der Matrizcnumlauf und die Leistungsfähigkeit des Gießapparats erlauben bei der Zcilcnsetzgießmaschine eine minütliche Leistung von 6^ Güßcn. Daraus ergeben sich pro Stunde 390 Zeilen, die zu 69 Buchstaben angenommen 23014 Buchstaben für die Stunde er geben. In der Theorie. Der Setzer an der Maschine, der sein Ma nuskript abzulesen und zu übertragen hat, bringt es im guten Durch schnitt nicht höher als auf 6000 Buchstaben, kann also die dreifach schnellere Mechanik der Maschine höchstens zu einem Drittel aus schöpfen. An dieser Stelle (Bbl. Nr. 22 vom 26. Jan. 28) sind die Aus sichten der photographischen und Umdruck-Setzmaschinen als wenig günstig bezeichnet worden. Inzwischen hat sich die Aussprache in den Fachkreisen lebhaft mit diesen technischen »Revolutionären« beschäf tigt. Uber die »Typary« - Um >druck -Setzmaschine hat eine Spezialkommission des Schweizerischen Buchdruckervereins ein ziem lich ungünstiges Gutachten gegeben, nach dem das Verfahren zwi schen Satz und Druck als noch in den Versuchen steckend anzusehen ist. Im Zusammenhang damit wird bekannt, daß die Maschine nunmehr auch für die Herstellung von Zeilcnguß eingerichtet wer den soll, derart, daß der Satz nicht mehr auf Papier oder Alumi nium-Folien übertragen, sondern in Wachs geschlagen werden soll, das dann in Blei abgegossen werden soll, und zwar in Einzelze-ilen. Es bleibt indessen abzuwartcn, was für Druckresultate sich mit Wachsmatrizen erzielen lassen, die vor allem ein gleichmäßiges Ein prägen der einzelnen Zeichen zur Voraussetzung haben. Die Frage, ob die modernen Druckverfahren des Offset- und Tiefdrucks eine Umwälzung des ganzen Gewerbebetriebes herbeifllhren könnten, die an sich die Schaffung einer besonderen Setzmaschine für Umdruck oder photographische Übertragung rechtfertigen würde, dürfte wohl heute schon abgetan sein. In einer von der Londoner Sctzergesell- schaft veranstalteten Aussprache ll'ber »Für und Wider der Photo- 620 graphischen Satzherstellung« konnte fcstgestellt werden, daß bisher noch keinerlei brauchbare Satzergcbnisse von einer photographischen Setzmaschine vorgezeigt werden konnten. Zum Kapitel der Setzmaschinen, die von den Setzern vielfach als »denkende Maschinen« oder »eiserne Kollegen« bezeichnet werden, dürfte ein Blick auf eine Abart dieser Maschinen inter essieren, die zwar nicht zu buchgewerblichen Zwecken, aber in dev Betriebsorganisation zum Ersatz bzw. zur Ergänzung von Mcnfchen- arbeit in Betracht kommen, und namentlich für die Abrechnung im Buchhandelsbetrieb, der mit der Verarbeitung vieler kleiner Zif fern zu rechnen hat, nicht ohne Bedeutung sein werden. Es handelt sich um die Anwendung von gelochten Karten oder, wie bei der »Monotype«-Setzmaschine eines gelochten Ncgisterstreifens, um das Ergebnis einer Kopfhandarbeit des Menschen mittels einer mehrfach geschwinderen Mechanik rationeller weiter zu verarbeiten. In dem Hausblatt der A. E. G. wird das Erscheinen einer, als »Holle- r i t h - M a s ch i n e n m e n s ch« bezeichnet«?!: Maschine für Buch haltungszwecke und statistische Arbeiten mit elektrischem Antrieb an gekündigt. Der Hollerith-Maschinenmensch der A. E. G. wird als fabelhafter Sortierer und Addierer vorgestellt. Während ein Mensch nur imstande ist, in einer Stunde z. B. rund 3600 Karten zu sor tieren, vermag der Maschinenmcnsch 20 OW Stück in derselben Zeit zu bewältigen: er leistet also fünf bis sechsmal soviel Arbeit wie der gewöhnliche Sterbliche. Noch größer ist der Unterschied beim Addie ren von Zahlenkolumnen. Der geübte Buchhalter addiert in der Stunde ungefähr 800 Ziffern einer fünf- bis sechsstelligen Zahlen- kolumnc, der Maschinenmensch gegen !)000 Positionen, gleichgültig, wie viele Stellen die Ziffern haben. Er bewältigt also über zehnmal soviel und dies bei Benutzung nur eines einzigen seiner fünf Zah lenwerke. In Zukunft, wenn er deren sieben haben wird, kann er über siebzigmal soviel schaffen wie ein Mensch. Das Verarbeitungs material des Maschinenmenschen besteht aus kleinen Pappkarten. Auf dieser sogenannten Hollerith-Karte sieht man 45mal nebenein anderstehend die Zahlenreihe 0,1, 2 ... bis 9. Mit Hilfe einer Loch maschine werden auf der Karte Löcher ausgcstanzt. Diese Löcher fühlt nun der Maschinenmensch, teils mit einem, teils mit 45 Fin gern- bzw. Drahtbürstchen ab — je nachdem er sortieren oder ad dieren soll. In dem Augenblick, in dem die Löcher im Pappkarton abgefühlt werden, wird ein elektrischer Stromkreis geschlossen, und dadurch ergeben sich die weiteren Wirkungen. Die Karte wird dann entweder in ein Sortierfach geleitet, oder aber die gelochte Ziffer wird in das Schaltwerk der »Gedanken« des Maschincnmenschen ge leitet und dort auf>grspeichert. Wenn die Ankündigung der A. E. G. eine reale Bedeutung hat, so kommt offenbar eine Konkurrenz für die »P o w e r s« - Maschine für Buchhaltung und Statistik in Betracht, die von Großbanken und anderen Firmen mit umfangreicher Buchhalterei bereits mit Erfolg verwertet wird. Übrigens dürfte auch hier der Mechanisierung der Arbeit eine bestimmte Grenze gesteckt bleiben. In der Konkurrenz mit den automatischen Buchhaltungsmaschinen halten sich offenbar auch die Durchschreibsystc me, wie z. B. das sog. »Schlayand«- System, das als erstes loses Blattsystem auf Sammelkonten (mit au-tomatischer Gruppierung) durchschreibt und mit seinem 2400 Buchungen fassenden Kontrollstreifen gleichzeitig den automati schen (gesetzlichen) Zusammenhang der ganzen Buchhaltung wahrt. Das »Schlayand«-System wird auch zusammen mit Buch haltungsmaschinen angewendet, wenn zur Führung der oft vielen Sachkontengruppen die erforderlichen Zählwerke an den Buchungs maschinen nicht angebracht werden können, und sich die Verwendung der Maschine daher nur auf den Kontokorrentverkehr beschränkt. Die große Bedeutung einer Mechanisierung des Buchhaltereibetriebes ist nicht zu bestreiten. Je kürzer der Weg vom Buchungsbeleg zur Bilanz ist, d. h. je weniger Schreibarbeit notwendig ist, um aus den Buchungsbelegen für die Bilanz verwendbare Ziffern zu erhalten, desto weniger wird die Buchhaltung eine Vergangenheitsbetrachlung, sondern vielmehr eine Gegenwartsbetrachtung darstellen, die wert volle Ausblicke auf die zukünftige Gestaltung der finanziellen Ver hältnisse eines Unternehmens gestattet. Übrigens wird der Negisterstreifen der Setzmaschine jetzt auch zum automatischen Betrieb von Schreibmaschinen verwandt, um mehrere Propagandabricfe gleichzeitig schreiben und dabei die Adressen mit dem Originalfarbband einsctzen zu können. Druckherstellung. Ebensowenig wie auf dem Gebiete der Setz maschine brachten die jüngsten Fachausstellungen, darunter auch die Frühjahrsmesse in Leipzig, Neukonstruktionen von Druckmaschi nen in die Erscheinung. Das Wirtschaftsamt des DBV. faßt das Ergebnis der Bugra-Maschinenmesse dahin zusammen, daß in der Konstruktion der Maschinen und Apparate eine gewisse Ruhe
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