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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.03.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-03-28
- Erscheinungsdatum
- 28.03.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19140328
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191403281
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1914
- Monat1914-03
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. ^ 72, 28. März 1914. fang der beiden Kataloge weist demnach annähernd die gleiche Zu nahme auf. Einige Verschiedenheiten ergeben sich z. B. dadurch, daß der Koehlersche Lehrmittelkatalog keine einleitenden oder sonstigen wissenschaftlich-pädagogischen Artikel enthält, während der Volckmarsche den einzelnen Abteilungen pädagogische Fachartikel voranstellt. Da der Satz des Kataloges unter Weglassung der Nettopreise auch zur Herstellung des Kataloges für das Publikum verwendet wird, für das die Artikel nicht ohne Interesse sind, so waren es wohl mehr tech nische Gründe, die in dem einen Fall zu ihrer Übernahme in den Nettokatalog, der für den Buchhändler in erster Linie und meist nur ausschließlich als Nachschlagewerk in Betracht kommt, geführt haben. Neben den Lieferungsbedingungen usw. enthalten beide Kataloge sehr übersichtliche Inhaltsverzeichnisse, umfangreiche und sorgfältig be arbeitete Sach- und Stichwortregister, die eine schnelle Handhabung er möglichen, und in den einzelnen Abteilungen ausführliche Literaturan gaben. Der Grundsatz Pestalozzis, daß die Anschauung das Funda ment aller Erziehung sei, ist in beiden Katalogen durch Beigabe eines schier überreichen Bildmaterials durchgeführt. Die Ausstattung ist die bekannte gute. Die Ausgaben für das Publikum, »üibllotlisea paeckaMZioa« bei Koehler und »Schulwart«-Katalog bei Volckmar, decken sich bekannt lich im wesentlichen mit den großen Lehrmittelkatalogen bis auf die in Wegfall gekommenen Nettopreise. Die bekannten Teilausgaben beider Kataloge, die gleichzeitig neu angezeigt werden, bilden für Spezial zwecke ein weiteres brauchbares Propagandamittel für den Buch- und Lehrmittelhandel. Eine Vereinbarung der Barsortimente, den nächsten Neudruck der Kataloge nicht vor Ablauf der nächsten vier Jahre eintreten zu lassen, verdient besondere Beachtung. Als Ergänzung dienen die beiden Ver triebszeitschriften »Pädagogische Neuigkeiten« bei Koehler und »Schul wart« bei Volckmar. Kleine Mitteilungen. Industrie, Regierung, Parlament (vgl. Nr. 70). — Unter der Überschrift »M. d. R.« befaßt sich die »Köln. Zeitung« mit den Ur sachen der nach ihrer Meinung zu geringen Vertretung von Indu striellen und Kaufleuten im Reichstage. Der oft gehörte Einwand, die häßlichen Begleiterscheinungen bei den Wahlkämpfen machten die Repräsentanten von Industrie und Handel kopfscheu, wird zu wider legen versucht: die Wahlkämpfe in England und Frankreich, Österreich und Italien seien noch viel rücksichtsloser als bei uns, so daß das per sönliche Opfer in Deutschland schwerlich größer sei als anderswo — falls der Kandidat nicht gerade überempfindlich sei. »Nein«, setzt das genannte Blatt auseinander, »die wahren Gründe der mangelhaften Vertretung von Industrie und Handel im Reichstag liegen anderswo. Die führenden Persönlichkeiten in In dustrie, Gewerbe und Handel können sich im heutigen Wettbewerb ihrer Tätigkeit nur schwer entziehen, denn der Erfolg bleibt auch dem Größten nur treu, wenn er nie die Fühlung verliert. Dazu kommt, daß, wie die Verhältnisse heute in Deutschland liegen, kein Ägnivalent winkt, das den Einsatz der Person im politischen Kampfe lohnt. Der politische Schriftsteller, Berufsagitator, Journalist, der Vertreter irgendeiner Interessengruppe gibt nichts auf, wenn er im Reichstag sitzt, sondern erweitert die Möglichkeiten seiner beruf liche» Wirksamkeit, seine Beziehungen, erhöht seine Volkstümlichkeit, kurz, er findet mancherlei, was ihm die Tätigkeit des Abgeordneten lockend erscheinen läßt. Der Beamte büßt wenigstens nichts ein. Der große Industrielle und Kaufmann dagegen bringt schwere Opfer. Dabei hat er damit zu rechnen, daß der deutsche Parlamentarier, wie die Dinge liegen, eben immer nur Parlamentarier bleibt, also Kri tiker und Kontrolleur der Negierungstätigkeit. Er gelangt nicht znm positiven Wirken, das bedeutende Naturen, zumal wenn sie im Berufe schöpferisch und leitend tätig sind, allein befriedigt. Es ist nun einmal so in Deutschland, die historische Entwicklung hat es mit sich gebracht, daß die Staatsleitung, die Erfüllung der großen positiven Staatsaufgaben in allem Wesentlichen von einer preußisch konservativen Bureaukratie besorgt wird, für die jeder aus anderen Gefilden Stammende ein Eindringling ist. Nun stehen aber die Füh rer des Wirtschaftslebens dem preußischen Konservativismus mit ver schwindenden Ausnahmen innerlich fern. Also bleibt eine Kluft, die nur hier und da einmal einer überschreitet, mit oder ohne Erfolg, zu seinem Glück oder Unglück, mährend die Mehrheit der schöpferischen Persönlichkeit unseres Wirtschaftslebens diesseits der Kluft bleibt. Die Zahl der volkswirtschaftlich durchgebildcten Parlamentarier habe sich im Deutschen Reichstag vermehrt. Dennoch sei es eine nationale Pflicht, daß die hervorragenden Männer des Wirtschafts lebens ihre Kenntnisse und ihre Beziehungen eifriger und opferfreu diger als bisher in den Dienst der politischen Arbeit in den Parlamen ten stellten. Die diesjährige Generalversammlung der Deutschen Vereinigung findet am Sonntag, den 5. April in Saarbrücken statt. In der öffentlichen Versammlung, die um 2^ Uhr im städtischen Saalbau ab gehalten wird, werden u. a. Oberst a. D. von Poellnitz-Weimar über »Demokratie und Autorität« und Or. Moldenhauer, Professor an der Handelshochschule in Köln, über »Sozialpolitische Streitfragen« sprechen. Zum Entwurf eines Jugrndschutzgesetzes lvgl. zuletzt Nr. 71). — Wie recht der Vorstand des Börsenvereins hat, wenn er in seiner Ein gabe an den deutschen Reichstag die Frage der Schundliteratur letzten Endes als eine Frage des Geschmacks bezeichnet, geht aus zwei Ein sendungen an das »Stuttgarter Neue Tagblatt« hervor, die uns aus dem Leserkreise zur Verfügung gestellt werden. In einem »Neues von der Schundliteratur« betitelten Artikel vom 11. März, der dem Stuttgarter Blatte aus Kreisen des Landes verbands zur Bekämpfung der Schundliteratur zuging, wird gegen den patriotischen Schund angekämpst, wie er sich be sonders in den drei Serien »Von der deutschen Treue«, »Unter deut scher Flagge« und »Unter Fahne» und Standarten«, z. T. aber auch in den Sammlungen »Horst Kraft, der Pfadfinder«, »Heinz Brandt, der Fremdenlcgionär« und ähnlichen auf neuzeitliche Bewegungen ein gestellten Unternehmen bemerkbar mache. An einer Reihe von Bei spielen sucht der Einsender nachzuweisen, daß sich diese Sammlungen von der bisherigen Schundliteratur nur durch ihre angeblich vater ländische Tendenz unterscheiden, in literarischer Beziehung aber um kein Haar besser seien als ihre amerikanischen Vorgänger. Umsomehr überrascht es, in der Nr. vom 17. März desselben Blattes eine Entgegnung von Or. Adrian Mohr-Berlin-Lichterfelde zu finden, in der mit Bezug auf die Serien »Unter deutscher Flagge«, »Unter Fahnen und Standarten« und »Von deutscher Treue« festgestellt wird, daß die beiden erstgenannten Sammlungen von zwei preu- tzischenRegierungen den Schulbibliotheken besonders empfoh- l e n worden seien und von zwei preußischen Landratsäm tern an Stelle der Schundliteratur verbreitet würden, während »Von deutscher Treue« »von Kapazitäten literarischer Kritik wie Prof. Ed. Engel, dem Verfasser deutscher Stilkunst, und Prof. L. Freytag äu ßerst wohlwollend beurteilt und geradezu als gute Jugendschrift gelobt worden sei. (Zeitschrift für die Reform der höheren Schulen vom Dezember 1913)«. Was ist Wahrheit, möchte man hier mit Pilatus fragen, und was kann dem Buchhandel erblühen, wenn er, statt seiner eigenen Erkenntnis zu folgen, die ihn auch in diesem Falle sicherer leiten wird als jede von der Gunst der Parteien oder der Obrigkeit abgestempelte Kritik, nach dem Zustandekommen des neuen Gesetzes in jedem Straßenpassan- ten den berufenen Kritiker seiner Ware sehen muß! Der Verein sür das Deutschtum im Ausland (Allgemeiner Deut scher Schulverein) wird am 3. und 4. Juni im kleinen Kongreß-Saal der Buchgewerbeausstcllung in Leipzig seine diesjährige Ver sammlung abhalten. Der Haupttagung geht am Nachmittag des 2. Juni eine Tagung der Frauenortsgruppen des Vereins voran. Ungarn auf der Leipziger Internationalen Buchgewcrbeausstel- lung. — Auch Ungarn, dessen Schwesterland Österreich an der »Völker straße« der Bugra ein eigenes Gebäude errichtet, wird in Leipzig vertreten sein; und zwar sind es die Frauen, die es ermöglichen wollen, daß Ungarn auf dieser Kulturschau, die von allen zivilisierten Staaten beschickt wird, nicht fehlt. Eine Anzahl ungarischer Schrift stellerinnen hat sich zu dem Zweck in Budapest unter dem Vorsitz der Gräfin Teleki zusammengetan und es sich zur Aufgabe gesetzt, Werke, die das ungarische Kunst- und Buchgewerbe würdig zu vertreten ver mögen, in Leipzig auszustellen. Diese ungarische Abteilung wird im »Haus der Frau« untergebracht, das die Sonderansstellung »Die Frau im Buchgewerbe« enthält. S-rechsaal. iOhne Verantwortung der Redaktion: jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.) Auskunfterteilung. Firmen, die mit dem Reisenden Max Röder aus Leipzig in Verbindung zu treten wünschen, erhalten Auskunft von München. N. Müller L Stein icke. Bcrantmortticher Redakteur: Eniil Thomas. — Verlag: Der Börsen verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhaus. Druck: Ramm LSccmann. Sämtlich tn Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 sBuchhändlerhausl. 464
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