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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.02.1914
- Strukturtyp
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- 1914-02-02
- Erscheinungsdatum
- 02.02.1914
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- Deutsch
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. 26, 2. Februar 1914. Bibclausgabcn. kliachdem Lvtthcr wegen eines nnanfgeklärtcn Ver gehens Wittenberg verlassen hatte nnd vcrschivnnden war, fiel sein Erbe den, Hans Lnsft zn, ber bis ins letzte Drittel des Itz. Jahr hunderts hinein, vvn Luther begünstigt nnd vvr Nachdruck geschätzt, dessen Werte druckte. Es watet ganz nivdern an, wenn nian hart, daß dieser Drucker durch den Absatz vvn inehr als 100 000 Bibeln grvsjen materiellen Geivinn erzielte. Neben diese» beiden Offizinen wirkten nach einige kleinere. Der künstlerische Mittelpunkt dieses Kreises war die Werkstatt Lneas CranachS, als deren ansführendes Organ der älteste Svhn des Meisters, H ans Cra n a ch anftritt (später, in seiner Manier ans die gleiche Schule fußend, Gevrg Lembergerj. Nei chen die künstlerischen Leistungen ans den, Gebiete des Bnchvrnainents in Wittenberg bei weitem nicht an die der Offizinen der anderen Drnckerstädtc heran, sv sind sie doch in. Nahinen eines sv einfluß reichen Kultnrtreises, ivie er sich um Luther nnd Wittenberg gebildet hatte, wichtig genug, um unser volles Interesse zn finden. Der Verfasser Oe. Hans Wvlff bietet in seiner flüssig geschrie benen Darstellung ein sehr anschauliches Bild dieser künstlerischen nnd buchtechnischen Leistungen ans ornamentalem Gebiete. Die Originale zn den zahlreiche» Abbildungen befinden sich mit wenigen Ausnahmen in der Bibliothek des Börscnvereins der Deutschen Buchhändler zn Leipzig. Gelegentlich der Bearbeitung der großen Bnchornamenten- sainmlung dieser Bibliothek erschien es angebracht, die wertvollen Schätze in der hier gebotenen Fort» weiteren Kreisen zugänglich zn machen. In Band VIII entrollt H einrich Hoffineister ein knappes, aber fesselnd geschriebenes Bild vom Werd e g a ngei n e rSchrif t. Er geht von der mit der Tat Ehmckes einsetzenden neuen künstlerischen Renaissance aus, die heute unser Schriftwesen ans langem Winter schlaf zu neuem Leben erweckt hat, um an der Hand eines ansgcivähltc» Jllnstrationsniaterials die Herstellung der verschiedenen Stempel, Ma trizen, die Art der Gießmaschinen nsiv. zu schildern. Das so geschaffene Kompendium ist namentlich auch geeignet, denn Laien ein gutes Bild von der Entstehung einer Schrift zn vermitteln. Wenn man bedenkt, welch allgemeines Interesse schon heute den Veranstaltungen der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe nnd Graphik, Leipzig 1814 zur Veranschaulichung der Papierfabri- kation entgegcngcbracht wird, so kann inan auch dem IX. Bande der Monographien, in denn ans der Feder von llr. Bruno Pos sann er von Ehrenthal eine leichtver ständliche Schilderung der P a p ! e r f a b r i k a t i o n in ihren Grundzügen geboten wird, einen guten Erfolg Voraussagen. Gerade ein solches Kompendium ist besonders zum Vorstudium geeignet nnd dürfte die Besichtigung des erwähnten Teiles der kommenden Aus stellung wesentlich vereinfachen nnd erleichtern. Schließlich soll nicht versäumt werde», darauf hinznwcisen, daß die Interessenten für diese wohlfeile» Monographien nicht ausschließlich in den Fachkeisen des Buchgewerbes gesucht werden dürfen, sondern daß eine jede Buchhandlung unter den Bücherlicbhabern in ihrer Kundschaft noch manchen dankbaren Abnehmer finden wird. 11. Kleine Mitteilungen. Jubiläum. — Ans ein 50jähriges Bestehen konnte am gestrigen 1. Februar die Firma H e r m a n n P anl E h rich I n h.: G n st a v G rosser in G enthin znrnckblickcn. Am 1. Februar 1864 übernahm Hermann Wintergcrst die in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründete Hornsche Buchbin derei, mit der er eine Papierhandlung nnd Schnlbnchhandlnng verband. Das Geschäft entwickelte sich erfreulich, zumal Wintergcrst die Klugheit besaß, es in bescheidenen Grenzen zn halten, deren Erweiterung in denn damaligen kleinen Genihi» kaum Aussicht ans Erfolg geboten haben würde. Er starb am 8. November 1895, nnd seine Witwe führte das Geschäft weiter, bis sie es am 41. Juli 1899 an Hcrm. Paul Ehrich verkaufte, der es unter der alten Firma mit Hinznfügnng seines Namens fort führte. Ihm war es Vorbehalten, das alte Geschäft »unter ansznbanen, indem er reguläre» Bnchhandlnngsvertricb, verbunden mit dem Verkauf von Kunstblättern nnd Mnsikalien einrichtete. 11 Jahre lang hatte er das Geschäft, dem er 1902 die Firma seines Namens gegeben hatte, mit gutem Erfolg geführt, als er es im Jahre 1910 an den fetzigen Inhaber ver kaufte, weil ihm selbst ein größeres Arbeitsgebiet in der Buchhandlung von Schmidt Sc Snckert in Hameln winkte. Der neue Inhaber, Herr Gustav Grosser, führt das Geschäft in derselben Weise fort, wie sein Vorgänger. Auch er kann gute Erfolge verzeichnen, und besonders das Mnsikaliengeschäst Hai linier seiner Leitung weitere Fortschritte ge macht, so daß er gezwungen war, für diese Abteilung eine Filiale in einer anderen Straße einznrichten. Die Vermögenserklärnng z»m Wehrbcitrag ist, wie in Württem berg, Sachsen-Altcnbnrg nnd Hamburg, nun auch in B aper n bis znm 15. Februar verlängert worden. Der Ausschuß des Deutschen Hnndclstnges wird am 12. nnd 14. Fe brnar eine Sitzung abhalten. Ans der Tagesordnung stehen n. a. fol gende Punkte: 1. Reform des gewerblichen Rechtsschutzes. 2. Lebens versicherung öfsentllch-rechtlicher Körperschaften. 4. Bevorzugung der Handlungsagenten im Konkurse. 4. Steuer ans ausländischen Wein. 5. Novelle znm prenßischen Kommnnalabgabcngesetz. 6. Deutsche Handelskammern im Ausland. 7. Abgrenzung des Kleingewerbes. 8. Zngabewesen. 9. Anstellung verabschiedeter Offiziere in Handel nnd Industrie. 10. Verdingungen. 11. Verkehr mit Arzneimitteln. 12. Bezug vvn Kalisalzen durch die prenßischen Remontedepots. Post. — Nach Rumänien dürfen Papiergeld, Banknoten, StaatS- nnd andere nmlanffähige Wertpapiere nnd Dividendenscheinc neuer dings wieder auch in gewöhnlichen nnd eingeschriebenen Briefen ver sandt werden. Der nächste Bibliothekartag findet in der Pfingstwoche dieses Jah res in Leipzig statt. Personlilllachrichten. lOjährigcs Geschäfts- und Sclbstäudigkcits-Jubiläuui — Diesen schöne» Gedenktag konnte am gestrigen Tage Herr Ernst En len - b ll r g ill Leipzi g begehen. Herr Enlenbnrg gründete am 1. Februar 1874 einen Mnsikalien- Verlag, der sich bald kräftig entwickelte nnd besonders durch die kleinen Partitnransgaben für Orchester und Kammermusik bekannt geworden ist. Ganz besondere Verdienste hat sich Herr Enlenbnrg als Veranstalter von Konzerten erworben; er hat den, Leipziger Publikum die Kenntnis manches berühmten Künstlers vermittelt, wie er anderseits auch man chem aufstrebenden Talent für die ersten Schritte in die Öffentlichkeit die Wege geebnet hat. An Anerkennung hat es denn tüchtigen Manne nicht gefehlt: der König vvn Württemberg ernannte ihn zn seinem Hos- Mnsikverleger, und hohe in- nnd ausländische Ordensanszeichnnngen schmücken seine Brust. Seit 1. Juli 1911 steht ihm sein Sohn, Herr Or. >>I>i1. Kurt Enlenbnrg, in der Leitung des Geschäfts zur Seite. Auszeichnung. - Der Inhaber der Firma K. I. Müller, Evange lische Buch- nnd Kunsthandlung in Berlin, Herr Carl Lützken- dorf, wurde znm Hofbnchhändler Ihrer Mafestät der Kaiserin nnd Königin ernannt. Eintritt in den Ruhestand. Am 1. Januar 1914 ist Herr Adolf Be in Hauer, Beamter der K. K. Hof- nnd Staatsdrnckerei in Wien, nach 32jähriger Tätigkeit in den Ruhestand getreten. Paul Dcroulddc 4. — In Nizza ist am 30. Januar Paul Derou- ILde im 68. Lebensjahre gestorben. Als Freiwilliger beteiligte er sich 1870 an dem deutsch-französischen Kriege nnd geriet in deutsche Ge fangenschaft, anS der er nach mancherlei Abenteuern entkam. Ein Jahr nach dein Friedensschlnß erschienen seine schwungvollen »Okmnts ck'un solcknk«, denen nach einigen Jahren »Honvennx ellants ck'un solckat«. nnd »kekrains nulklslres« folgten. Die gefährliche Tätigkeit, die er als Leiter der Patriotenliga in unermüdlicher Hetze gegen alles Deutsche entfaltete, hat auch seinem Andenken als Dichter geschadet. Spt'eWlll. iOhue Dcrauimoiinug dcr Redaktion,- jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Vcrwalinng de« BörscnblattS.j Zur Kreditnot. Den Langewiesche-Artikcl über die Auswüchse des Pnmpwesens habe ich einem mir bekannten Schriftleiter gesandt und ihn uni Auf nahme in sein Blatt gebeten. Die Veröffentlichung ist denn auch erfolgt, nnd der Erfolg war verblüffend. Es wurde wirklich gezahlt, nnd mancher dcr Zahler sagte, daß er sich bei dem Lesen dcr Worte an die "Brust geschlagen habe. Besonders erfreulich war cs, daß in jedem Falle die Berechtigung der erhobenen Forderung anerkannt wurde. Ich möchte meinen Kollegen vom Sortiment dringend empfehlen, für die Aufnahme des Artikels in die maßgebende Tageszeitung ihres Ortes zn sorgen. Natürlich kann nur der redaktionelle Teil, möglichst unter de»! Striche, in Frage komme». Ich glaube nicht, daß irgend eine Ablehnung erfolgen wird, denn die Interessen von Buchhandel nnd Zeitnngsverkag sind recht oft dieselben. Herrn Langewiesche aber für seine Anregungen besten Dank! —»— Verantwortlicher Redakteur: Emll r h o m a «. — Verlag: Der Blirsenverei» der Deutschen Buchhtindlcr zu Leipzig, Deutsche« Buchhtlndlerhau«. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — »Kresse »er Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 2« sBuchhttndlerhau«). 160
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