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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.06.1928
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1928-06-02
- Erscheinungsdatum
- 02.06.1928
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- Deutsch
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x° 126. 2. Juni 1928. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s.d.Dtschn. Buchhandel. eine in der gesamten romanischen Welt einzig dastehende Einrichtung. Die Leitung liegt in besten Händen. Der Direktor, Universitätspro fessor Vr. Joao da Providencia, war ein guter Freund des ver storbenen Hamburger Professors vr. Schädel. Durch längeres Studium in Deutschland hat sich Herr Providencia mit der deutschen Sprache und Kultur vertraut gemacht. Biele deutsche Gelehrte, Träger großer Namen, haben auf Ein ladung des Deutschen Instituts in Eoimbra Gastvorlesungen gehalten. Daneben werden auch in portugiesischer Sprache Vorträge, zum Teil mit Lichtbildern, gehalten über verschiedene Themata, die das deutsche Vaterland betreffen. Die Tätigkeit des Deutschen Instituts hat sich bereits schon segensreich ausgewirkt. An allen höheren Schulen Portugals ist die deutsche Sprache jetzt eingeführt. In der Hamburger Presse konnte man bereits im Herbst 1926 davon unterrichtet werden, wäh rend man in unserem Binncnbeutschland nichts von solchen Dingen erfuhr. Das Deutsche Institut, das z. B. auch sehr stark von den Deutschen in Oporto benutzt wird, berät die Lehrer und empfiehlt deutsche Bücher und Lehrmittel. Ebenso wird das Institut von den portugiesischen Studenten in Anspruch genommen, welche die deutsche Sprache für ihre Bcrufszwecke erlernen. Auch hier greift das Institut helfend und beratend ein. Die deutschen Sprachkurse wer den sowohl von dem der Fakultät unterstehendem Lektorat als auch von dem Institut direkt in Verbindung mit dem Studentenverein veranstaltet. Alljährlich einmal bildet das Deutsche Institut den Mittelpunkt der internationalen Ferienkurse, die in Eoimbra vom 20. Juli bis 30. August abgehalten werden. Angehörige der ver schiedensten Nationen haben dann Gelegenheit, diese Kultureinrich tung kennenzulernen. In dem der Öffentlichkeit zur Verfügung stehenden Lesezimmer liegen deutsche Zeitungen und Zeitschriften aus. Außerdem befindet sich dort auch das Jnformationsmaterial der deutschen Schiffahrtsgesellschaften und der deutschen Messen. Mit hoher Anerkennung hat der jetzt nach Japan berufene deutsche Ge sandte in Lissabon, Herr vr. Voretzsch, die Wirksamkeit des Deut schen Instituts ausgezeichnet. Wenn man bedenkt, daß die Universität Eoimbra zu den älte sten Kulturzentren der Pyrenäen-Halbinsel gehört, daß hier heut zutage immer noch der geistige Mittelpunkt der portugiesischen Na tion ist (und nicht etwa in Lissabon), und daß hier in Coimdra die Vertreter der ibero-amerikanischen Nationen zusammenkamen (Kongreß 1925) und immer wieder sich zusammenfinden werden, um an der Keimstätte ihrer gemeinsamen Kultur die Grundlagen einer paniberifchen Kulturgemeinschaft zu festigen, dann wird man zugeben müssen, daß hier ein geeigneter Ort ist, um deutsche Kultur- bclange zu vertreten. Sehr wichtig für den deutschen Buchhandel ist das Boletim des Deutschen Instituts, das auch in Brasilien und Spanien ge lesen wird. In der 4. Nummer, die vor kurzem erschienen ist, ist wieder eine ganze Reihe bekannter deutscher Verlagsanstalten mit ihren Werken besprochen worden. Auch wissenschaftliche und tech nische Fachzeitschriften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden hier laufende Besprechung und Würdigung und dadurch wohl auch vermehrten Absatz in der ibero-amerikanischen Welt*). So werden durch Anzeige und Besprechung in dem Jnstituts- blatt die Kenntnis vom deutschen Buch und das Verständnis für die politischen deutschen Probleme gefördert. Vor kurzem wurde z. B. das Buch über Nuhrbesetzung und Weltwirtschaft im Literatur anzeiger bekanntgcgeben und eine Besprechung von vr. Schnees Kolonialer Schuldliige wird folgen. Nachfrage besteht gegenwärtig nach deutschen Klassiker ausgaben. Wer gesehen hat, wie auf der Pyrenäen-Halbinsel das französische Buch vorherrscht, das fast auf allen größeren Bahn höfen massenweise ausliegt, und wer im Gespräch mit portugiesi schen oder spanischen Freunden erfahren hat, wie diese sich darüber beklagen, daß sie — obwohl des Deutschen mächtig — die deutschen Klassiker nur in französischer Übersetzung bekommen können, der wird hoffen und wünschen, daß der deutsche Buchhandel hier bald Abhilfe schafft. Auskunft über nähere Einzelheiten, so z. B. auch Absatz möglichkeiten erteilt das Instituts Alemao, Eoimbra (Portugal), Faculdade de Lctras Universidaüc. — Der Preis aller bisher erschienenen 4 Nummern des Boletim do Jnstituto Alemao beträgt für das Ausland 5 Schilling. *) Uber den Buchhandel in den ibero-amerikanischen Ländern vgl. I)r. Gcrh. Jacob, Die paniberische Bewegung (Hamburger Auslanddiplomarbeit 1927). 602 Neue Literatur über amerikanisches Buch» und Schriftwesen. Von letzthin erschienenen amerikanischen bibliographischen Wer ken seien folgende als beachtcns- und empfehlenswert genannt: L. L. >Ve1Is L Co. 1927. XVIII, 522 8. Iminen § 12.50. Bei der überragenden und internationalen Bedeutung Kiplings war es wohl am Platze, eine ausführlichere ergänzende Biblio graphie seiner Werke derjenigen von Martindell, New Z)ork 1922, folgen zu lassen. Flora V. Livingston von der Widener Memorial Library unterzog sich dieser Aufgabe mit einer ungewöhnlichen Akkuratesse und bibliographischen Sachkenntnis in ihrem vorliegen den ohne Vorwort und Einleitung erschienenen Buch. Vollendet übersichtlich geordnet, setzt das Werk im Jahre 1879 an, wo der in Indien ausgewachsene Kipling, zu dieser Zeit Schüler in England, seine ersten dichterischen Versuche im Londoner »Scribbler« bringt und verzeichnet dann streng chronologisch geordnet das gesamte Werk des Dichters in 504 eingehenden bibliographischen Angaben, die sich über einen Zeitraum von 45 Jahren bis 1926 erstrecken. Viel fach sind die Erstausgaben und Privatdrucke Kiplingscher Werke durch Beigabe von Faksimiles der Titelblätter und der Original umschläge illustriert und Abbildungen von Manuskriptproben bet gefügt. Den jeweiligen britischen Originalausgaben folgen die ame rikanischen Editionen, soweit des Dichters Bücher nicht während feines vierjährigen amerikanischen Aufenthaltes erstmalig in dkn Vereinigten Staaten erschienen und in England nachgcdruckt wurden. Trotz des Fehlens jeder Angabe von fremdsprachlichen Kipling- Ausgaben trägt das Werk der Kipling-Forschung schon dadurch her vorragend Rechnung, indem es auch die Zeitschriften und Magazine bringt, in denen Kiplingsche Beiträge enthalten sind, die später nicht gesammelt wurden. Im übrigen folgen den genauen Kollationen vielfach biographische und sonstige druckgcschichtlich interessante Noti zen sowie Quellenangaben. Die in England, Amerika, Indien und bei Tauchnitz in Leipzig erschienenen Gesamtausgaben sind am Schluß separat behandelt, chronologische Liste und ein ausführlicher Index sind beigegeben. Das in der schönen groß-klaren Antiquatype der Harvard University Preß in Cambridge gedruckte Werk in gedie genem Leinenband ist als eine Bereicherung der internationalen bibliographischen Literatur anzusprechen. 1 a ^ Ior, I.. N. : Oataloxuo ok Looks ov Ckina in tke Dssox Instituts, Lalem, Nass. 8a1em: Lssex Institute. IX, 392 8. Leinen K 4.—. Das intellektuelle Amerika darf sich rühmen, in der Chinesischen Bibliothek des Essex Institutes in Salem, Massachusetts, eine einzig artige Sammlung von Büchern und Zeitschriften ausschließlich über das Reich der Mitte zu besitzen, wie sie in ihrer Gcwähltheit wohl von keiner ähnlichen Spezialsammlung der Vereinigten Staaten ilber- troffen werden dürfte. Die Aufgabe einer Zusammenstellung einer geschlossenen Bibliographie über die zum Teil sehr wertvollen Be stände ergab sich daher im Laufe der Zeit von selbst. Louise Marion Taylor, als Bibliothekarin am Essex Institut mit den Bücherschätzen bestens vertraut, übernahm vor kurzem diese Arbeit und legte erstmalig ein gut, knapp und sachlich bearbeitetes Ver zeichnis der Bibliothek vor. — Den eigentlichen Grundstock zur Sammlung legten, wie die Autorin in ihrem Vorwort anfiihrt, Thomas F. Hunt (1840—1898) und Franklin T. Ward (1832—1802), zwei Salemer Kaufleute, die den lebhaften Überseehandel zwischen Salem und China in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts begründeten, in China selbst zu großem Reichtum und Besitz gelang ten und somit ausgiebig ihren bibliophilen Neigungen nachgehen konnten. Anfänglich nur aus etwa 600 Bänden bestehend, die früher flüchtig katalogisiert wurden, hat das Essex Institut für Wissen schaft und Kunst, in dessen Besitz der Grundstock der Sammlung durch Schenkung und Vermächtnis kam, die Bibliothek systematisch ausgebaut, indem außer dem vorwiegend englischen Bestand auch fremdsprachige Werke hinzuerworben wurden, die sich namentlich aus deutschen, französischen und lateinischen Publikationen zusammen fetzen. Besonders reich ist die Sammlung, die jetzt schon über 4000 Bände umfaßt, an wertvolleren älteren Neisewerken über China, an Kunst, Religionswissenschaft u. a. Die Bibliothek ist somit, wie die starke wissenschaftliche Ausnutzung zeigt, von nicht zu unter schätzender Bedeutung für das Studium des äußersten Osten in den Vereinigten Staaten. Das vorliegende bibliographische Werk ent sprang somit einer Notwendigkeit und stellt sich in gediegener Auf machung den interessierten Kreisen vor.
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