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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.07.1921
- Strukturtyp
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- 1921-07-16
- Erscheinungsdatum
- 16.07.1921
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 164, 16. Juli 1921. literarischer Erzeugnisse, zum Teil auch gerade in deren Bewertung in sittlicher Beziehung, sachverständig sind. Demgegenüber kann die Tatsache, daß, wie die von dem Antragsgcgner überreichten gutacht lichen Äußerungen beweisen, die »Lustigen Blätter« auch vielfach An stoß erregt haben, nicht ausschlaggebend fein. Für die Bewertung einer Zeitschrift entscheidet nicht das Empfinden von Einzelnen, son dern das Durchschnittscmpfinden, das in dem. Empfinden der Sach verständigen einen Anhalt findet. Danach sind die »Lustigen Blätter« nicht als anstößig zu betrachten. Die Blätter sind überdies für Ju gendliche nicht bestimmt: daß sie trotzdem in die Hände von solchen gelangen können, kann nicht dazu führen, den Maßstab des sittlich Er laubten oder Anstößigen nun überhaupt danach cinzurichten, was für die Jugend am Platze ist. Wenn daher der Antragsgcgner die »Lustigen Blätter« durch die zutreffende Bezeichnung als Schmutzschrift und durch Aufnahme in eine derartige Liste boykottiert, so widerspricht sein Vorgehen den guten Sitten. Der Tatbestand des 8 826 BGB ist danach gegeben. Wie die von dem Antraggegner selbst überreichten Propagandaschriften zeigen, will dieser die Versendung der Listen fortsctzen. Der Anspruch der Antragstcllerin auf Unterlassung der in der Urteilsformcl bczeich- neten Handlungen des Antragsgegners ist danach begründet. Das Gericht ist in der Bestimmung der Anordnungen, die es zur Erreichung des von der Antragstellerin beabsichtigten Zweckes für erforderlich erachtet, frei (8 938 ZPO) und hat das in der Urteils formel enthaltene Verbot dazu für ausreichend angesehen: der weitere Antrag würde überdies über den Nahmen einer einstweiligen Ver fügung hinausgehen. Die Kostenentscheidung beruht auf 8 91 ZPO. Die Antrag stellerin ist als die Obsiegende anzuschen, da sic im wesentlichen mit ihren Anträgen durchgedrungen ist. Karl Prümer zum 75. Geburtstage 23. Mai >921. Darqebracht vom Dortmunder Jmmermann-Bund. Herausgegeben von Erich Schulz und Wilh. Uhlmann. Bixtcrheide. 4". 43 S. Dortmund l92l, Gebr. Lensing. Die Wertschätzung und Verehrung, die Karl Prümer, der west fälische Dichter und Buchhändler (er ist bekanntlich der Inhaber der Niederdeutschen Verlagsanstalt in Dortmund), in seiner engeren Heimat genießt, spricht sich auch in der vorliegenden Geburtstagsgabe seiner literarischen Freunde aus. Der Vorzug dieser Gelegenheitsschrift be steht nicht allein in dem heimatlich-intimen Charakter, die ihr die Her ausgeber in Poesie und Prosa zu geben wußten, sondern auch in einer Reihe bemerkenswerter wissenschaftlicher Arbeiten, von denen »Vom Geist der Niederdeutschen Dichtung« von Wolfgang van der Briele, »Jmmcrmann und die Trennung der Lützowschcn Ehe« (mit einem un- gedruckten Jmmermann-Briefe) von Joseph Nisse und »Luise Neichs- gräftn von Werthcrn« von Erich Schulz hier erwähnt seren. Tic Schrift ist gut ausgestattet. Sämtliche Stücke sind numeriert, Nr. 1—80 von Karl Prümer eigenhändig signiert. 1^. Meine Mitteilungen. Tarifverträge im Berliner Buchhandel. — Wie uns der Arbeit geberverband der Deutschen Buchhändler, Orts gruppe Berlin (Geschäftsstelle: Berlin W. 35, Potsdamcrstr. 36), berichtet, hat er mit den Angestclltcnverbänden ein Abkommen dahin ge troffen, daß der A n g e st e l l t e n t a r i f v e r t r a g über seinen Ab- lauftcrmin, den 30. Juni d. I., hinaus bis Ende Juli d. I. unverän dert in Krast bleiben soll. Hiernach gilt der Gehaltstarif in der Fas sung vom 15. Oktober 1920 bis zum 31. Juli 1921. Die Wirtschafts beihilfe, ivie sie im 2. Quartal 1921 zur Auszahlung gelangte, kommt für den Juli in Fortfall. Für die Markthelfer und Packer im Berliner Buchhandel ist der geltende Lohntarif, der am 30. Juni d. I. abgclaufcn war, zu den bisherigen Wochenlohnsätzen bis zum 30. September d. I. ver längert worden. Wie im vorigen Quartal, so wurde auch diesmal eine einmalige Wirtschaftsbcihilfe gewährt, deren Höhe sich auf etwa 66-/, bis 70'/n der letzten Wirtschaftsbeihilfe beläuft. Sic beträgt im ein zelnen: für Verheiratete ..// 350. für Ledige 275. für Jugendliche über 17 Jahre 170. für Jugendliche bis 17 Jahre ./i 135. ferner eine Kinderzulage für jedes Kind bis zum vollendeten 14. Lebensjahr bis zur Höchstzahl von 3 Kindern je 35.- Anspruch auf die Wirtschaftsbeihilfc haben diejenigen Arbeitneh mer, die sich am Tage des Vertragsabschlusses (8. Juli 1921) in un- 1054 gekündigter Stellung befanden. Arbeitnehmer, die nicht während der ganzen Dauer der Tarifperiode bei ihrer Firma tätig sind, haben An spruch auf einen entsprechenden Anteil der Beihilfe. Die Wirtschaftsbeihilfe ist zahlbar zur ersten Hälfte am Lohnzahl- tagc der Woche vom 24. bis 30. Juli, zur anderen Hälfte am Lohnzahl tage derjenigen Woche, in die der 1. September fällt. Arbeitnehmer mit Provisionsbeziigen haben auf die Wirtschaftsbci hilfe keinen Anspruch. Der Jahresbericht der Deutschen Schillerstistung in Weimar ent hält eine Anzahl sehr bemerkenswerter Einzelheiten. Danach hat die wachsende wirtschaftliche Not der deutschen Schriftsteller zu einer großen erfolgreichen Werbung geführt. Der Reichspräsident bewilligte eine jährliche Beihilfe von 5000 Der Ausruf zu einer Schrtststeller- spende hat 50 224 ergeben, wovon im Berichtsjahre 28 000 ./i ver ausgabt wurden. Der Gesellig-Wissenschaftliche Verein in New Jork veranstaltete anläßlich seines goldenen Jubiläums ein großartiges Hilfs werk, das im Berichtsjahre 200 000 bis jetzt im ganzen 700 000 einbrachte. Davon wurden 200 000 als Amerika-Stiftung des Ge sellig-wissenschaftlichen Vereins in New Aork dem Vermögen der Haupt stiftung angcglicdert: 300 000 sollen in Deutschland und 200 000 ./t in Österreich sofort verteilt werden. Durch den im vergangenen Jahre erfolgten Tod der Witwe Ernst von Wildcnbruchs kam die Stiftung in den Besitz des Kapitalvermögens des Dichters einschließlich der Erträg nisse aus seinen Werken. Die Villa »Jthaka« Wildcnbruchs, welche bestimmungsgemäß als Schriststellerinnenheim eingerichtet werden sollte, konnte dieser Bestimmung nicht zugcführt werden, wofür aber eine »Wildenbruchsche Jthaka-Stiftung« errichtet wurde, deren Zinsen in der Höhe von jährlich 6000 jeweils an verdiente bedürftige Schrift stellerinnen, ihre Töchter oder Witwen und Töchter von Schriftstellern verteilt werden. An Unterstützungen wurden im Berichtsjahre 84 650 verteilt. Durch die Bewilligungen der neuen deutschen Zwcigstiftungen erhöht sich diese Summe auf 99 365 Dabei kommt die Amerika- Stiftung nicht in Betracht. Ende des Berichtsjahres betrug das Ver mögen der Hauptkasse 968 750 »//, das Gesamtvermögcn einschließlich der Zwcigstiftungen 2 631 955 ./i, 282 666 Kronen ö. W. und 2000 Fr.: daneben 115 600 .//, 9500 ö. G., 12 500 Franken als Teil der von von Wildcnbruchschen Erbschaft. Eine Gesellschaft zur Förderung der Dresdner Technischen Hoch schule. — Zur Förderung der Dresdner Technischen Hochschule haben sich in Dresden etwa 85 Herren aus der Großindustrie, der Land wirtschaft, Handel, Technik und Verwaltung zu einer Arbeitsgemein schaft zusammengcschlossen, mit dem Ziele, im Herbst dieses Jahres eine Gesellschaft zur Förderung der Dresdner Technischen Hochschule ins Leben zu rufen. Den Vorsitz in dem Arbeitsausschuß führt der ehe malige sächsische Kultusminister 1)r. von Beck. Eine Millionenstiftung für die Wiener Hochschulen. — In Berück sichtigung, daß in den Wiener Hochschulen der wissenschaftliche Betrieb durch die wirtschaftlichen Verhältnisse beeinträchtigt und teilweise sogar gefährdet ist, hat der Haupt verband der Industrie Öster reichs gemeinsam mit den führenden Banken die Widmung von 8 Millioncn Kronen fiir die Wiener Hochschulen beschlossen. Die Verteilung dieser Summe soll nach Maßgabe der dringendsten Erforder nisse geschehen. Heidelberg als die Vaterstadt des geschichtlichen vi. Faust weist Prof. 1)r. Hofmann auf Grund eingehender Nachforschungen im »Schwäbischen Bund« (Dezcmberheft 1920) nach. Und zwar geht aus den Einträgen in den Heidelberger Universitätsmatrikcln unzweifel haft hervor, daß der bürgerliche Name Fausts vr. Georg Helmstettcr aus Heidelberg lautete und daß er sich erst später nach Humanistenart unter Weglassung seines Familiennamens I)r. Georgius Faustus nannte. Unter diesem Namen wurde er am 9. Januar 1483 in Heidel berg als Studierender eingeschrieben, wo er 1487 als zweiter unter zehn seine Doktorprüfung bestand. Bis zum Frühjahr 1489 dauerte dann Or. Georg Helmstcttcrs ständiger Aufenthalt in der Ncckarstadt: ob er noch darüber hinaus dort verblieb, läßt sich nicht feststellen. Da nach dem Einwohnerverzeichuis vom Jahre 1488 sein Vater vermutlich schon tot oder wenigstens nicht mehr ortsanwesend war, mag er dann vielleicht mit dem Bewußtsein, daß kein Prophet in seinem Vater lands gilt, in die Welt hinausgegangcn sein. Achtzehn Jahre später traf ihn dann der Abt Tritheim als »Oeorgius ZadellieuZ IHustus iunior«, und 1520 ist er am Hofe des Fürstbischofs Georg von Bamberg unter dem Namen »voetor faustus pkilosopkus«. Um das Jahr 1540 (Zimmcrische Chronik 3, 529) »ist der Faustus zu oder doch nit weit von Staufen, dem Stettlein im Breisgau, gestorben«. In badischen Lan den waren somit Wiege und Grab des geschichtlichen llr. Faust.
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