Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.06.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-06-21
- Erscheinungsdatum
- 21.06.1911
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19110621
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191106214
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19110621
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1911
- Monat1911-06
- Tag1911-06-21
- Monat1911-06
- Jahr1911
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
^ 141, 21, Juni 1911. Nichtamtlicher Teil. Die mit dem Zirkel verbundene große Arbeit, das ständige Wachsen der Geschäftsspesen (ich zahle momentan annähernd 3000 jährlich mehr an Gehalt und Lohn als mein Vorgänger), der geringe Ertrag des Zirkels im Verhältnis zur Arbeit, sowie ferner der zu kleine Ge schäftsraum sind mit die Veranlassung zu diesem Schritt, der etwas ungewöhnlich erscheinen mag. Der Buchhandel ist ein unrentabler Beruf, in meinem Geschäft betragen die Ge schäftsspesen ca. 25A des Umsatzes. Die Ansprüche des Per sonals steigen, während die Leistungsfähigkeit nachläßt (Sonn tagsruhe, pünktlicheres Einhalten der Geschäftszeit usw.). Der Zirkel ist von früher her, wie ich zugebe, unpraktisch ein während die Abonnenten seit 20 Jahren und mehr dieselbe Lesegebühr zahlen. Ein Versuch, den Zirkel im vorigen Jahre an eine andere hiesige Buchhandlung zu verkaufen, mißlang trotz des ganz niedrigen Preises. Der Vorschlag der Kollegen, die 3 hiesigen Zirkel gemeinschaftlich in besonderem Raum expedieren zu lassen, wird schwer durchführbar sein. Solange unbezahlte Arbeitskräfte (Lehrlinge) den Zirkel bearbeiten, mag es noch gehen. Ich beschäftige zurzeit nur Gehilfen. Nach wie vor liefere ich natürlich Journale auf feste Rechnung und hoffe, diese Abonnenten um so prompter bedienen zu können. Möglich, daß ich später unter veränderten Verhältnissen einen Zirkel wieder einrichte, möglich auch, daß ich eine moderne Leihbibliothek gründe.Die in meinem Geschäfte durch den Wegfall des Zirkels frei werdende Zeit wird dem Vertrieb der Literatur zugute kommen und in der lebhaften Geschäftszeit dem Geschäft von Nutzen sein, weil der Buchhandel unter einer zu großen Menge kleinlicher Arbeit leidet, insbesondere vor Weihnachten und zu Ostern, wo ich persönlich selbst an Sonntag-Nachmittagen im Geschäft tätig sein muß. Hochachtungsvoll Curt Sünderhauf in Fa. Georg Wimmer's Buchhandlung Nordhausen a. H., Markt 3. H'orsiku Lookssllsrs' ^.ZZOLiation ok Ovsaö LritaLn a. Ivslanck. — Die Mitglieder dieser Vereinigung versammelten sich am Abend des 14. Juni im Cafe Royal in London zu einem Mahle, das sie zu Ehren ihres Sekretärs Herrn Theodor Cohn (Asher L Co.) veranstaltet hatten. Trotz aller Bitten weigerte sich Herr Cohn, eine Wiederwahl zu dem Amte, das er 16 Jahre lang mit großem Takt, Liebenswürdigkeit und Geschick bekleidet hatte, anzunehmen. Der Präsident, Mr. Geoffrey Williams (Williams L Norgate), überreichte mit herzlichen Worten, die dem großen Bedauern der Mitglieder, ihren allgemein geachteten Sekretär zu verlieren, Ausdruck gaben, eine illuminierte, von allen Mitgliedern Unterzeichnete Adresse. Nach dem Toast auf den König hielt der Präsident eine schwungvolle Rede und feierte Herrn Cohn als einen idealen Sekretär, dessen aufopfernde Arbeit die Vereinigung in den Stand gesetzt habe, die gemeinsamen Interessen im Gegensatz zu den Sonderinteressen der einzelnen Individuen zu fördern. Herr Cohn dankte in bewegten Worten und wies darauf hin, daß das Zusammenwirken und die Einigkeit der Mitglieder ihm die Arbeit erleichtert habe. Mr. Barwick brachte in wohlgesetzter Rede den Toast auf den Präsidenten Mr. Williams aus, worauf dieser mit einigen passenden Worten antwortete. Mr. Binger (Nilsson L Co.) hatte ein ausgezeichnetes musikalisches Programm arrangiert und ent puppte sich als ein vorzüglicher Cellospieler. Als ein bleibendes Souvenir des vergnügten Festabends wird ein jeder Teilnehmer das von Herrn Barwick entworfene künstlerische Menu aufbe wahren. Reichsdeutscher Mittelstandsverband. — Seit längerer Zeit schon ist in den Kreisen des selbständigen Mittelstandes die zentrale Organisation als ein dringendes Bedürfnis empfunden worden. Die hierzu veranlaßten umfänglichen Vorarbeiten sind nunmehr so weit gediehen, daß der vorbereitende Aus schuß zur Gründung eines Reichsdeutschen Mittelstands verbandes für die Tage vom 23. bis 26. September einen reichsdeutschen Mittelstandstag nach Dresden einberufen hat, auf dem die Gründung des Verbandes vollzogen werden soll. Hierzu hat der Ausschuß einen Aufruf an den selbständigen Mittelstand Deutschlands erlassen, in dem u. a. aus geführt wird, daß der neue Verband keine bestehende mittel ständische Organisation in ihrem jetzigen Gefüge stören, sondern nur alle zusammenfassen wolle, damit der Mittelstand sich ebenso wie die anderen organisierten Berufsstände an der Regelung der all gemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse beteiligen könne. DerVerband werde sich grundsätzlich auf die Vertretung aller der wirtschaftlichen Forderungen beschränken, die allen Gruppen des deutschen Mittelstandes gemeinsam seien. Strittige Fragen solle er klären und bei Meinungsverschiedenheiten unter einzelnen Gruppen ausgleichend wirken, damit ein einheitliches Auftreten nach außen verbürgt werde. Er solle ferner den Mittelstand zur Selbsthilfe anregen und im Notfälle praktische Einrich tungen zur Förderung des gewerblichen Mittelstandes treffen. Unter keinen Umständen werde sich der Verband mit Partei politik und konfessionellen Dingen befassen. Er werde deshalb auch bei Wahlen keine eigenen Kandidaten aufstellen. Mit allen Mitteln müsse und werde der Verband gegen die Preisbildung, die im Mindestpreisverfahren ihren Ausdruck findet, ankämpfen. Der allein gerechte und natürliche Grundsatz des angemessenen Preises, gegen den von keiner Seite stichhaltige Einwendungen gemacht werden könnten, müsse auch für den Mittelstand volle Geltung erlangen. Dieses Einigungswerk sei notwendig zur Wiederbefestigung der wankend gewordenen mittelständischen Existenzbedingungen und zur Erhaltung und Förderung der natio nalen Wohlfahrt und Größe des deutschen Volkes. Obwohl der Buchhandel infolge der Festsetzung des Laden- und Nettopreises durch den Verleger, die freilich auch nicht immer »angemessen« ist, an der Frage des sogenannten angemessenen Preises nur insoweit interessiert ist, als es sich um Bücherverkäufe von außerhalb des Buchhandels stehenden Geschäften handelt, wird er doch alle auf eine Gesundung unseres Geschäftslebens hinzielenden Bestrebungen schon deswegen willkommen heißen, weil sie den Weg in eine Zukunft vorbereiten, in der das Rabatt geben und mehr noch die Rabattspielereien als überwundener Standpunkt gelten. »Lotharingia«, Verein j. Buchhändler, Metz. — Vom 3. bis 5. Juni feierte die »Lotharingia« ihr 16. Stiftungsfest. Die Feier wurde durch einen in jeder Beziehung wohlgelungenen Festkommers, an dem u. a. auch die Herren Prinzipale, ver schiedene befreundete Vereine, sowie Kollegen aus Waldshut, Straßburg, Freiburg, Karlsruhe, Diedenhofen und Luxemburg vertreten waren, eröffnet. Die Festansprache wurde von Herrn Prokurist Magnus Will gehalten, aus dessen Worten jene warme Begeisterung für den Beruf und seine hohe kulturelle Bedeutung für die Allgemeinheit hervorleuchtete, die die »Lotharingia« so lebensfähig erhalten. Herr Eckart entbot das Willkommen an die Gäste, und es stieg dann so manches der schönen Lieder, die Vereinskollegen zu Ver fassern haben. Im Laufe des Abends ergriff noch Herr Professor Buchrucker das Wort, beglückwünschte die »Lotharingia« zu dem bisherigen Erfolge und leerte sein Glas auf das fernere Blühen und Gedeihen des Vereins; Herr Buchhändler Schmid toastete gleichfalls, im Namen des Kegelklubs, auf den festgebenden Verein. Der große rosenumkränzte Humpen, der zum Rundtrunk aufmarschierte, bot Gelegenheit, des Spenders, Herrn Stein- bicker, zu gedenken, der eindrucksvoll erwiderte und dem sich dann Herr Kirchberg mit einer herzlichen Ansprache anschloß. Die aufmerksame »Lotharingia« hatte schließlich noch jedem Fest teilnehmer ein Präsent zugedacht: während Herr Will das Ballen lied deklamierte, lief ein großer Eilballen ein, der eine Menge witziger und schöner Gaben enthielt. Herr Hofbuchhändler Lupus hatte in liebenswürdigster Weise eine Anzahl Festpostkarten gestiftet; erlöst wurden hieraus 12 die der Unterstützungskasse der Gustav Scriba-Stiftung zugewiesen wurden. Aus allen Grenzen des Reiches und weit darüber hinaus waren telegraphische und sonstige Glückwünsche eingegangen von solchen, die einst in der »Lotharingia« nie vergessene Stunden verlebt. Erst in vorgerückter Stunde, nachdem Herr St ein bicker V62*
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder