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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.08.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-08-20
- Erscheinungsdatum
- 20.08.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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»andernfalls ich die Angelegenheit unter voller Namensnennung, so wohl meinerseits und Ihrerseits ins Börsenblatt setzen lassen werde«. Ich erwiderte dein Hansa-Verlag, das; die berechneten Nachnahme gebühren stimmten, und sandte ihm die nber> meine Selbstkosten an gesetzten 6 fiir Verpackung in Gestalt von 10 ^ gleichzeitig zurück. Hiermit gab sich der Hansa-Vcrjag nicht zufrieden, sondern er klärte mir, er werde sich diesen Vorfall merken und »bei vorkommen- dem Fall« Bestellungen auf meine Verlagswerke nicht mehr entgegen- nehmen .... »Wenn Ihnen das lymphatischer ist, zumal hierorts eine Sortinientsbnchhandlnng nicht bestand und mein neubegründetes Sortiment das einzige am Platze ist, dann dürfen Sie weiterhin auf Ihren Standpunkt beharren, andernfalls erwarte ich die Rücksendung des Betrags wie verlangt; widrigenfalls ich den Ihnen in Aussicht gestellten Schritt nntcrnehmcii werde.« Schlimme Aussichten eroffneten sich, und was blieb mir übrig, als dem Hansa-Verlag auch noch meine Selbstkosten für Verpackung zuriickznvergiitcu? — Ich tat dieses unterm 11. August d. I. — Was soll ich nun noch tu»? Stuttgart. W. Spemann. „Unwesentliches" zum Fall Emil Felder. (Vgl. Bbl. Nr. 117.) Daß die Rechtsanschauungcn des Herrn Emil Felder recht eigen tümliche sind, habe auch ich erfahren müssen. Von einer Monographien- Serie hatte ich einige neu erschienene Hefte zur Feststellung der Kon- tinuation ä cond. verlangt. Herr Felder lieferte die Hefte gegen bar, und mein Kommissionär löste versehentlich ein, da der Verlangzettel aufgeklebt war. Meine Reklamation beantwortete Herr Felder mit der Verdächtigung, ich hätte den Verlangzettel nachträglich gefälscht. Da mir das nicht ganz »unwesentlich« erschien, klagte ich gegen Herrn Felder, leider aber ans prinzipiellen Gründen nur auf Rücknahme, nicht auch wegen Beleidigung. Als ich den Prozeß, wie das nicht an ders zu erwarten war, gewonnen hatte, machte mir Herr Felder den geradezu verblüffenden Vorschlag, ich sollte, um das gute Einver nehmen fiir die Zukunft nicht zn stören, die Hälfte der Koste» tragen. Da ich diese nicht »unwesentliche« Zumutung selbstverständlich ablehnte, so ist das gute Einvernehmen tatsächlich gestört. Herr Felder liefert mir seither mit 10<X> gegen bar. Auf eine kürzliche Anfrage, weshalb eine Bestellung von mir überhaupt nicht ausgefiihrt würde, erhielt ich folgende lapidare Antwort: »Ich erinnere mich Ihres gegen mich angestrengten Prozesses und des dabei bewiesenen Verhaltens. Berlin W. 30, 27. März 1910. sgez.) Emil Felder.« Jeder weitere Kommentar zn dieser Leistung erscheint wirklich »unwesentlich«. Erlangen. Theodor Krische, Univ.-Buchh. Erwiderung. Schon zum zweitenmal behelligt Herr Krische die Öffentlichkeit mit seinen persönlichen Bedrängnissen, denn auch die Einsendung in Nr. 117 unter der Firma Max Mencke rührte von ihm her. Das, er diese Tatsache durch die Worte »auch ich« zn verdecken sucht und den Anschein erwecken will, als handelte es sich früher um einen anderen Einsender, ist ebenso eigenartig, wie daß selbst die von ihm angeführte »Verdächtigung« ihn »aus prinzipiellen Gründen« nicht zu einer »Klage wegen Beleidigung« zwingen konnte. Ich bedauerte und be- daure, diese »grundsätzliche« Unterlassung ganz außerordentlich. Der Prozeß bewies, leider nicht zum erstenmal, mit welcher völligen Nicht achtung manche Berliner Gerichte die Buchhändlerische VcrkehrSord- uung behandeln, und wie Urteile durch keinerlei Sachkunde getrübt zu Werden brauchen. Jedenfalls zeigt die zweimalige Einsendung klar, wie sehr Herrn Krische der Abbruch aller Beziehungen zu ihm wurmt. Ich hoffe, daß er dieses Gefühl noch recht oft haben wird, aber auf weitere Ausbrüche seines Gefühls werde ich'nicht antworten. In welchem anderen Berufe ist wohl die Veröffentlichung solcher Lächerlichkeiten ans Kosten der Allgemeinheit möglich? Wieviel kostet solche Einsendung bei den heutigen Satz-, Druck- und Papierpreisen dem Börsenvercin? Es wäre dringend zn wünschen, daß derartige schrift stellerische Petätignng bezahlt werden müßte, dann würden solche über flüssigen Herzenscrgießungen unterbleiben. B erliu W. 30, 20. Juli 1919. Emil Felder. Auf unsere Vorstellung hin war Herr Krische bereit, seine Ein sendung zurückzuziehen. Da jedoch Herr Felder unterm 13. ö. M. bei ihm anfragte, wann denn endlich sein »Herzenserguß« erscheine, er »warte mit Sehnsucht darauf«, so hat Herr Krische diese Absicht aufge- gebcn. Obwohl die Redaktion des Börsenblattes mit Herrn Felder der Meinung ist, daß der Sprechsaal des Börsenblatts oft ohne zwin gende Gründe in Anspruch genommen wird, und die Veröffentlichung mancher Einsendungen bedauert, die sie mit Rücksicht auf das den Mit gliedern nach Z 17 der Bestimmungen über die Verwaltung des Bör senblatts zustchende Recht nicht zu hindern vermag, so kann sie doch nicht zugeben, daß in dem vorliegenden Falle die Schuld Herrn Krische trifft. Wenn daher der Anregung des Herrn Felder stattgegeben werden sollte, so werden wir die Geschäftsstelle des Bör- scnvereins veranlassen, ihm die Kostenrechnung znznsenden. Red. Auslandaufschläge. jVgl. zuletzt Nr. 111.) Die Krage der Erhebung von Aufschläge», die den Minderwert unseres Geldes im Auslande ausgleichen sollen, ist nach allen Seiten hin erörtert worden, ohne daß man sich dabei wohl einmal ver gegenwärtigt hat, zu welchem Resultat ein einfaches Nechenexempel snhrt. Von den Gegnern des Aufschlags ist nur immer darauf hin- gewiescn worden, der Ausfuhrwert der buchgewerblichcn Erzeugnisse sei ein relativ so geringer, daß seine Berechnung für die Besserung unserer Valuta überhaupt ohne Bedeutung sei. Dagegen werde das deutsche Buch im Ausland durch Aufschläge so verteuert, daß es mit den Büchern anderer Länder nicht mehr wettbewerbsfähig sei und daher seine Aufgabe, der Verbreitung deutscher Kultur zu dienen, nicht mehr erfüllen könne. Welche Wirkung hat nun, ganz abgesehen von der Frage, welche Rolle der Preis überhaupt für den Absatz der deutschen Literatur im Ausland spielt, in Wahrheit der Aufschlag für den Verkauf des deutschen Buches daselbst? Ein Buch z. B., das in Deutschland einschl. eines Teuerungszuschlags von 40 -h 10Po ^ 4.65 ord., ./t 3.15 no. kostet, würde zum Fricdenskurs des Francs mit Fr. 5.85 ord., 3.96 no. verkauft. Nach dem Kursstand vom 7. August d. I. bezahlt der Schweizer Buchhändler dem deutschen Verleger dafür Fr. —.98 ohne Auslandsaufschlag und Fr. 1.41 m i t einem nötigen Auslandsaufschlag. Dabei verkauft er es, wenn er auch seinem Kunden die z. B. in der Schweiz zurzeit vorgeschriebene Kursvergütung von 40°/o gewährt, trotz des Auslandsaufschlags noch immer mit einem Kursgewinn von Fr. 1.12, also mit mehr als dem anderthalbfachen Nutzen, den er bei der Frieöenswährung an dem Buche hatte. Trotz des 60"/>igen Auslanösaufschlags bleibt also das Buch für den Käufer um ca. 15°/> billiger, und der Buchhändler steckt dabei anstatt des ursprünglichen Rabatts von ca. 32"/« noch immer ca. 71°/« des Ver- kaufspreises in seine Tasche. Daraus ergibt sich doch klipp und klar, daß das deutsche Buch tatsächlich nur zum Schaden seines Verlegers und zum Vorteil des ausländischen Buchhändlers verschleudert wird. Aber auch angenommen, der ausländische Buchhändler ginge in der Kursvcrgiitung seinen Kunden gegenüber weiter, als es von dem Schweizer Buchhändler-Verein vorgeschrieben ist, auch dann noch ist der Verzicht auf einen Aufschlag durchaus nicht angebracht. Denn die Bücher anderer Länder haben sich, wie aus dem Artikel »Teue rungszuschläge« in Nr. 135 des Börsenblattes hervorgeht, im Preise auch mindestens verdoppelt; auch die absolute Kaufkraft des Franken und Schillings ist ja gefallen. — Hierdurch dürfte doch wohl rech nerisch der schlagende Nachweis erbracht sein, daß auch der deutsche Verleger, »ohne die Förderung der deutschen Kultur im Auslande« damit zu unterbinden, der behördlichen Anordnung für die meisten Ausfuhrartikel folgen und seine Erzeugnisse ebenso zu einer den Tief stand unserer Valuta ausgleichenden Preisberechnung ins Ausland liefern kann, wie alle anderen Exportzweige. Denn es ist ebenso seine Pflicht, nach seinem Vermögen zur Besserung unserer weltwirtschaft lichen Lage beizutragen, wie dadurch auch vor allem die Bücherpreise für Deutschland selbst allmählich zu verbilligen. Auch die anderen Gegengrünüe sind hinfällig und sind ja schon von Herrn I. R. Löwe im Börsenbl. Nr. 135 entsprechend zurückgewiesen worden. Wäre der deutsche Verlag unter Berücksichtigung der tatsächlichen wirtschaftlichen Ver hältnisse, ebenso wie die anderen Erzeuger- und Händlerkrcise, von vornherein in dieser Angelegenheit geschlossen vorgegangen, so würden sich auch die ausländischen Buchhändler ebenso selbstverständlich damit abgcfnndcn haben wie die ausländischen Händler anderer deutscher Ezengnisse. ' —r. Seriöse Betrachtung eines alten Buchhändlers. Wie ernst es Deutschland mit der Erneuerung seiner Sitten meint, beweist allein schon die Tatsache, daß täglich von 6—7 Firmen die guten und erbaulichen Bücher von Fuchs, Sittengeschichte, Weiberherr schaft, Erotik in der Kunst u. s. f. gesucht werden. Dazu noch die vielen Erotica, wohlverstanden, nur solche, die nicht verboten sind. Was wollen dann eigentlich noch Verleger mit braunen, blauen Bü chern und Büchern ähnlicher Richtung? Müßten sie nicht doch »ver zweifeln«? Oavvant cons-ulss l M. K. Verantwortlicher Redakteur: E mtl Tho m a s. — Verlag: Der B ö r s c n v e r et n der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Bucht,ändlerhauS. Druck: R a m in L S c c m a n n. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtswegs« (Buchhändlerhauss.
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