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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.03.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-03-25
- Erscheinungsdatum
- 25.03.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- Zeitungen
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. X° 56, 25. März 1919. so muß man sich doch Wundern, wie viele Kollegen noch abseits stehen, andere für sich schaffen lassen und mühelos die Früchte zu ernten suchen, die andere, für sie erarbeitet haben. Es ist z. B. tief bedauerlich, daß aus der alten Universitätsstadt Helm stedt nicht eine Firma Mitglied unseres Verbandes ist, trotz dem wir verschiedentlich an die betr. Firmen herangetreten sind. So gibt ps auch noch viele andere, die noch den Dornröschen schlaf schlafen, und an deren Tore die neue Zeit vergeblich ge pocht hat. Eigentlich sollte man nur solche Firmen für Voll buchhändler. ansehen, die sich auch ihrer Pflichten gegen die Allgemeinheit bewußt sind. Unser altes Zunftwesen hatte in dieser Beziehung manches voraus. — Die Aufnahme ins Adreß buch hatten 21 Firmen, in den Verband 11 Firmen nachgesucht, die aber zum Teil abschlägig beschieden werden mußten, weil sie den Aufnahmevoraussetzungen nicht entsprachen. Leider haben wir auch Verluste zu beklagen. Unser lang jähriges Mitglied Herr Franz Borgmeyer sen., Hildesheim, ein häufiger Besucher unserer Verbandstage, ist in eine bessere Welt eingegangen. Wir werden dem liebenswürdigen Kollegen ein treues Gedenken bewahren. Während des Drucks erhalten wir noch die traurige Kunde, daß unser lieber Kollege Heinr. Heine- Stadthagen einem Magen- und Blasenleiden erlegen ist. Jedem Besucher unserer Verbandstage wird der tüchtige und liebens würdige Mann in bester Erinnerung sein. Ferner sind noch die Herren Jul. Brumby-Goslar, Prok. Augustin-Hannoversch-Mlln- den und Nud. Vetterli-Buxtehude verstorben, und auch sonst sind noch Verbands-Kollegen durch den Tod von Angehörigen schwer betrübt worden. So wurde unserem lieben Kollegen Göritz- Braunschweig die Gattin und ein Sohn, dem verdienten Ehren mitglied Hellmuth Wollermann auch der zweite, und unserem letzten Schriftführer, Herrn Rud. Hargens-Braunschweig, der einzige Sohn geraubt. Wir nehmen bei allen herzlichsten An teil und bleiben der verstorbenen Mitglieder bestens eingedenk. Die Mitgliederzahl ist auf 6 Ehrenmitglieder, 138 Mit glieder und 2 außerordentliche Mitglieder gestiegen, die 142 Fir men vertreten. An dieser Stelle müssen wir auch das Hinscheiden des Vor sitzenden des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine erwähnen, unseres allverehrten Herrn Robert Prager in Berlin. Der Verstorbene war als Mensch und Buchhändler eine allgemein ge schätzte und beliebte Persönlichkeit. Er hat sich große Ver dienste um unseren Beruf erworben, eine Reihe von Ehrenämtern viele Jahre mit Erfolg bekleidet und hat auch als Literat viele Anregung und wertvolle Aufsätze geliefert. An unseren Ta gungen hat er mehrfach aktiv teilgenommen, und in tiefer Dank barkeit gedenken wir seines uneigennützigen Wirkens. Aber auch freudige Ereignisse kann unsere Chronik ver zeichnen. Unser Ehrenmitglied Herr Stadtrat Zwißler in Wol fenbüttel feierte seinen 70. Geburtstag, Herr Göritz-Braun- schweig den 50. Jahrestag seiner buchhändlerischen Tätigkeit, Herr Neuer-Braunschweig den der 25jährigen Selbständigkeit. Die Firmen Augustin-Hannoversch-Mllnden u. Appelhans L Co.- Braunschweig können auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Herr Prokurist Wilhelm Heinemeyer konnte am 1. Februar 1919 auf eine 50jährige Tätigkeit im Hause Heinrich Feesche zurück blicken. Soweit die Festtage bekannt waren, hat der Vorstand die Glückwünsche des Verbandes übermittelt, und es seien auch an dieser Stelle allen Beteiligten nochmals die besten Wünsche ausgesprochen. Aus dem Verbandsausschuß scheiden in diesem Frühjahr aus die Herren Drowatzky, Grass und Troschütz, die ihr Amt länger verwaltet haben, als sie sich ursprünglich verpflichtet hatten, und wir sagen den Herren, besonders dem Kassierer Herrn Troschütz. für sein mühevolles Amt den besten Dank im Namen der Mitglieder. Der Verbandsausschuß schlägt Ihnen zum Ersatz die Herren Erich-Hameln, Feesche-Hannover und Neichel-Braunschweig vor; es sollen diese Herren als gewählt gelten, wenn bis zum 15. März nicht schriftliche Einsprüche erhoben sind. Da das Vereinsjahr bereits begonnen hat, der Verbandstag aber infolge der Verkehrs- und Verpflegungsschwierigkeiten bis zum Som merverschobenwerdenmuß, so kann diesmal die An- 190 gelegenheit nicht bis dahin vertagt werden. Dasselbe gilt für die Wahl der Delegierten für Kantate, wofür wieder der Vor stand vom Ausschuß ausersehen ist. Zur letzten Ostermesse sind 9 Mitglieder unseres Verbandes bei den Beratungen zugegen gewesen. Die Verhandlungen selbst sind Ihnen ja aus den Börsenblatt-Berichten bekannt. Sie wissen, daß man sich auf eine Notstandsordnung geeinigt hatte, über deren Ausnahmen dann die auch von uns beschickte Dele- giertenversamlung in Goslar und die Leipziger Ausschußsitzung zu befinden hatte, und die, nunmehr zum Gesetz erhoben, vom Börsenverein geschützt wird. Die anfänglich von der Eisen bahndirektion Hannover erlassenen Verbote der Erhebung des Teuerungszuschlags sind dann bald auf unsere Eingabe hin zurückgezogen worden. Auch sind vom Vorstände an die ver schiedenen Preisprüfungsstellen ausführliche Eingaben über die irrtümliche Auslegung des § 2 einer Bekanntmachung des Bun desrats über äußere Kennzeichen der Waren vom 26. Mai 1916 gerichtet worden, die den Erfolg hatten, daß Belästigungen unserer Mitglieder seitens der Behörden nur vereinzelt vor gekommen und ergebnislos geblieben sind. Es sind auch Klagen und zahlreiche Anfragen unserer Mit- glieder selbst über die Auslegung der Notstandsordnung an den Vorstand gerichtet worden, besonders aus dem Osnabrücker Ge biet. In allen Fällen konnte ein Ausgleich durch Aufklärung geschaffen werden. Im großen und ganzen haben wir den Ein druck gehabt, daß die Erhebung des von unserem Verband zuerst in Anregung gebrachten und anfangs so heftig umkämpften Teuerungszuschlags > heute von Buchhändlern und Publikum als notwendig anerkannt wird und nirgends zu ernstlichen Ein sprüchen und Unstimmigkeiten geführt hat. Wegen Schleuderei ist im letzten Jahr nur eine Klage erhoben worden, der wegen Man gels an Beweismaterial leider nicht nähergetreten werden konnte, zumal da es sich um eine außerhalb unseres Verbandes stehende Firma handelte. — Neuerdings hat der Börsenverein nun auch mit den Staatsbehörden vereinbart, daß vom 1. Januar an alle Rabatte in Fortfall kommen, doch soll den mit über 10 000 ^ Vermehrungsetat bedachten Behörden dafür der Teuerungszu schlag nicht berechnet werden. Die auf dem vorigen Verbandstag beschlossene Berechnung nicht rabattierter Teuerungszuschläge und unsere darauf bezüg liche Bekanntmachung im Börsenblatt veranlaßte den Verleger verein zu der Mitteilung, daß er einen Mindestrabatt von 30°/» nicht anerkannt habe. Es beruhte diese Mitteilung auf einer irr tümlichen Auslegung unserer Bekanntmachung, die lediglich auf den Paragraphen der Verkaufsordnung verwiesen hatte, um die Zulässigkeit von Ausschlägen in bestimmten Fällen überhaupt darzutun. übrigens verschwinden die nicht rabattierten Teue rungszuschläge der Verleger immer mehr. Dagegen häufen sich die Bekantmachungen größerer Verleger, daß sie die Jahres rechnung durch Quartalsrechnung ersetzen, und da die Verhält nisse auch weitere Kreise zur Nachfolge drängen, wird es eine Hauptaufgabe des Börsenvereins wie des Verlegervereins zur nächsten Ostermesse sein müssen, auf Wege zu sinnen, die dem Sortiment die Möglichkeit schaffen, sich diesen neuen Verhält nissen anzupassen, die unzweifelhaft eine bedeutende Erschwe rung der Abrechnungsverhältnisse, sowie eine enorme Mehr belastung an Arbeit im Gefolge haben. Da die Lieferanten fast ausnahmslos den Verlegern den Kredit beschnitten haben und da alle Herstellungskosten riesig gewachsen sind, so muß das Betriebskapital des Verlages schneller umgesetzt werden, wenn die Bankkredite nicht eine Höhe erreichen sollen, wie sie kleinen und mittleren Verlagsgeschäften überhaupt nur schwer zu« gänglich sind. Aber auch die großen Firmen würden viel mehr in die Gefahr kommen, bei stets unausbleiblichen Fehlschlägen grö ßerer Unternehmungen zusammenzubrechen. Die bisher übliche Abrechnungsweise aber auch nur in beschränktem Maße alle Vierteljahre zu wiederholen, dürfte allgemein kaum durchführ bar sein. Die Bemühungen unseres Vorstandes, die Gilde zu be wegen, ihre Ostermeßsitzungen nicht zugleich mit der seit Jahren stets Sonnabend vormittags tagenden Verlegerversammlung ab zuhalten, weil eine Anzahl Mitglieder das Interesse haben,
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